Autohaus Pontiller
© Autohaus Pontiller

Autohaus Pontiller – leistungsstark in Richtung Zukunft

Osttirols größtes Autohaus ist für den Transformationsprozess in der Fahrzeugbranche gerüstet.

Lesedauer: 4 Minuten

Aktualisiert am 24.11.2023

Als vor mehr als 75 Jahren Alois und Marianne Pontiller, die Großeltern des heutigen Führungstrios und Namensgeber des Unternehmens, in einer Werkstatt-Baracke in Dölsach den ersten Reparaturbetrieb gründeten, war die Autowelt noch mehr als überschaubar: Damals verfügten in Österreich gerade einmal fünf von 1.000 Einwohner:innen über einen eigenen Pkw, während dies heute auf mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung zutrifft. Die Übernahme der VW-Vertretung Anfang der 1950er-Jahre erwies sich als „Turbo“ für die Betriebsentwicklung, sodass ein Werkstätten-Neubau mit angeschlossener Tankstelle zunächst in Dölsach und dann wenige Jahre später auch in der nahen Bezirkshauptstadt Lienz – am heutigen Standort – errichtet werden konnte. Mit der Hinzunahme der Vertretungen von Audi Mitte der 1970er-Jahre und 20 Jahre später auch noch der in den Volkswagen-Konzern eingegliederten Marke Skoda gingen jeweils bauliche Erweiterungen einher. Später wurde das Markenspektrum noch um Seat, Cupra, VW-Nutzfahrzeuge sowie um die Gebrauchtwagenschiene „Das Welt Auto“ erweitert, wodurch das Autohaus Pontiller heute die gesamte Core-Markengruppe des VW-Konzerns serviciert.

Gelungener Generationenwechsel im Familienunternehmen

„Der größte und auch für die Zukunft wichtigste Entwicklungsschritt des nach dem Ausscheiden meiner Großeltern in eine GmbH umgewandelten und von meinen Eltern geführten Familienunternehmens war der Bau eines multifunktionalen Servicezentrums mit großzügiger Erweiterung der Werkstätten, Neuerrichtung der Spenglerei und Lackiererei, Vergrößerung des Ersatzteillagers und Schaffung eines zeitgemäßen, eleganten Kunden-Bereichs“, erzählt Luis Robitsch, der zusammen mit seinen Brüdern Johannes und Thomas in dritter Generation die Geschäfte des Unternehmens führt. „Um den Bau, der nach sorgfältiger Planung in knapp 2 Jahren Bauzeit 2011 weitgehend abgeschlossen werden konnte, hat sich unser Vater Franz Robitsch gekümmert. Das war dann auch der Auftakt zum nächsten Generationen-Wechsel im Unternehmen. Unser Vater hat sich sukzessive aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und hat meinen Brüdern und mir die Verantwortung für das Unternehmen übertragen. Er steht uns aber weiterhin mit Rat und Tat zur Seite und ist uns mit seiner Erfahrung und seinen Kontakten eine wichtige Stütze“. Mit dem damaligen Zu- und Umbau ging die Schaffung neuer Arbeitsplätze einher, so dass der Personalstand auf aktuell knapp 100 Beschäftigte gesteigert werden konnte. Neben der Optimierung der betrieblichen Abläufe auf dem weitläufigen, 16000 m2 umfassenden Betriebsgelände ging es auch darum, die Digitalisierung voranzutreiben. „Alle Arbeitsplätze – so natürlich auch die 32 Hebebühnen-Werkstattboxen mit modernsten Diagnosegeräten – sind miteinander vernetzt. Über eine spezielle Software besteht darüber hinaus ein intensiver Datenaustausch mit allen konzernzugehörigen, österreichischen Vertragswerkstätten und Händler:innen. Es gehört zu meiner Morgenroutine, mir tagesaktuell die wichtigsten Daten nicht nur aus dem eigenen Betrieb am Laptop anzusehen, sondern auch genau zu schauen, wo wir im Kennzahlen-Vergleich mit unseren Händler-Kolleg:innen stehen. Das ist gerade in einer Zeit, in der die ganze Branche im Umbruch steht, besonders wichtig, damit rasch die jeweils notwendigen Entscheidungen getroffen werden können“, betont der Unternehmer.

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© Autohaus Pontiller Die drei Geschäftsführer-Brüder Johannes, Thomas und Luis Robitsch (v.l.) führen das Autohaus Pontiller bereits in dritter Generation


Fachkräftenachwuchs

An Herausforderungen mangelt es wahrlich nicht: So wird der aktuelle Transformationsprozess hin zu neuen Antriebstechnologien – Stichwort Elektromobilität – mittel- und vor allem längerfristig zu einem Rückgang des Servicegeschäftes führen. „Man muss die Situation aber realistisch sehen. Bei einem aktuellen Bestand von 5 Millionen Pkw hat sich die jährliche Zahl an Neuwagenzulassungen in Österreich in den letzten Jahren von 300.000 auf 250.000 Einheiten reduziert. Selbst wenn nur mehr Elektrofahrzeuge neu zugelassen würden, bleibt es noch viele Jahre bei einem hohen Bestand an Autos mit Verbrennermotoren.

Für uns Markenwerkstätten geht es darum, die Kundenbindung über die aktuelle kritische Grenze von vier bis fünf Jahren hinaus aufrecht zu erhalten. Das gelingt etwa mit unserem speziellen, preisgünstigen Angebot an qualitativ hochwertigen Ersatzteilen für ältere Fahrzeuge. Als Fachbetrieb legen wir auch großen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter:innen laufend geschult werden, um die immer komplexer werdende Fahrzeugtechnik zu beherrschen und unseren hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. Wir bemühen uns besonders um den Fachkräftenachwuchs und bilden aktuell 19 Lehrlinge aus, wobei wir sehr gute Erfahrungen mit jungen Erwachsenen machen, die im zweiten Bildungsweg – sogar nach erfolgreich besuchten Fachschulen und HTLs – bei uns in die Lehre einsteigen und sich zu jenen Spitzentechniker:innen entwickeln, die wir dringend brauchen“, so der Geschäftsführer.

Hochvolt-Batteriestützpunkt

An die Stelle der Lieferengpässe, die den Fahrzeughandel in den letzten Jahren bremsten und inzwischen überwunden sind, ist ein ganzes Bündel an Herausforderungen getreten: Stark gestiegene Neu- und Gebrauchtwagenpreise, inflationsbedingter Kaufkraftverlust, gestiegene Zinsen und auch die Unsicherheit bei den Kund:innen, für welche Antriebsform sie sich beim Neuwagenkauf entscheiden sollen. „Es gibt gegenüber Elektroautos noch viele, oftmals unbegründete Vorbehalte – etwa die Angst, man müsse bei Problemen gleich den ganzen, teuren Batteriesatz tauschen. Wir haben schon frühzeitig reagiert und sind zertifizierter HochvoltBatteriestützpunkt für unsere Konzernmarken. Das erforderte erhebliche Ausbildungs- und Investitionskosten, versetzt uns aber in die Lage, Batterien zu zerlegen und nur die tatsächlich schadhaften Module zu tauschen. Das macht das E-Auto noch nachhaltiger und bedeutet für die Kund:innen eine große Kostenersparnis. Vorbehalten gegen gebrauchte E-Autos begegnen wir mit der Aushändigung eines detaillierten Prüfberichtes über den Akku-Zustand, so dass die Ladekapazität und die verbleibende Lebensdauer realistisch eingeschätzt werden können“, erklärt Luis Robitsch.

„In Osttirol hat sich die Zahl der Neuwagenzulassungen von früher bis zu 1.400 Einheiten jährlich auf rund 1.000 reduziert, wovon wir immerhin einen Anteil von 40 % behaupten können. Die vergangenen guten Jahre haben es möglich gemacht, jene Investitionen zu tätigen, die uns helfen, den Rückgang des Volumengeschäfts zu kompensieren. Die erreichte Betriebsgröße hilft uns auch, die Kosten im Griff zu behalten und Positionen im Betrieb großzü- giger – sozusagen mit Backup – zu besetzen, was sich absolut bewährt hat. Innerhalb der Familie haben wir die Verantwortungsbereiche gut aufgeteilt. Wir sind für die künftigen Herausforderungen gewappnet“, ist der Unternehmer überzeugt.

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