DER EURO KOMMT
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Noch 50 Wochen bis zur Einführung des Euro als Bargeld:

Ausgabe der Euro-Banknoten und -Münzen

Die letzte große Herausforderung der Wirtschafts- und Währungsunion ist die Ausgabe der Euro-Münzen und Banknoten. Insgesamt sollen in Österreich 1,5 Milliarden Stück Euro-Münzen und 340 Millionen Stück Euro-Banknoten ausgegeben werden. Die Ausgabe erfolgt über die Banken an die Konsumenten und die Unternehmen, die ihren Bargeldbedarf rechtzeitig bekanntgeben müssen. Fehler in der Vorbereitung und Abwicklung können gerade in den ersten Tagen des doppelten Bargeldumlaufs zu Chaos an den Kassen, empfindlichen Abrechnungsverlusten und schlimmstenfalls zu direkten Umsatzeinbußen führen. Das wichtigste Mittel dagegen ist die Vorverteilung von Euro-Bargeld.

Die Oesterreichische Nationalbank hat folgenden Plan für die Euro-Bargeldeinführung mit den Terminen der Bargeldvorverteilung vorgelegt:

580.000 Münzpakete für Unternehmen

Um den Unternehmen die nötigen Euro-Wechselgeldmengen zeitgerecht bereitstellen zu können, muss Euro-Bargeld schon vor dem 01. 01. 2002 verteilt werden. Die Vorverteilung an Unternehmen durch Banken ist ab dem 01. 09. 2001 möglich. Euro-Münzen - aufgrund des Gewichts für die Logistik kritisch - sollen in Form von insgesamt 580.000 Münzpaketen im Wert von EUR 145,50 (ATS 2.002,17) zum Preis von ATS 2000,-- an die Unternehmen abgegeben werden. Die Münzstückelung im Paket kann den verschiedenen Wechselgeldbedürfnissen der einzelnen Branchen natürlich nicht entsprechen. Es besteht daher die Möglichkeit, dass Unternehmen auch mehrere Münzpakete erwerben. Bei der Sortierung und Verteilung auf einzelne Kassen kann dadurch aber mehr Aufwand entstehen, als wenn lose Münzrollen bezogen werden. Das Startpaket enthält zudem keine Banknoten, da eine Verpackung zu aufwändig wäre. Geldscheine sind deshalb lose in Bündeln zu beziehen. Dies erfolgt jedoch individuell durch Vereinbarung zwischen dem Unternehmen und der Hausbank.

Da die Lagerung von Bargeld in Geschäften riskant ist und teuer (Versicherung!) sein kann, liegt eine spätestmögliche, aber dennoch rechtzeitige Vorverteilung im Interesse der Unternehmen. Aus demselben Grund wollen die Banken die Mengen rasch weitergeben, während die Logistikunternehmen den Transportbedarf auf eine längere Zeit verteilen wollen.

Termin und Menge mit der Hausbank vereinbaren

Jedes Unternehmen muss Termin und Menge der vorverteilten Euro-Bargeldmenge mit der Hausbank vereinbaren. Auch die Anlieferung des Geldes muss individuell mit der Bank vereinbart werden. Wie groß der Bedarf an Euro-Bargeld ist, hängt von vielen Faktoren ab (Größe des Unternehmens, Branche, Öffnungszeiten, Zahlungsverhalten der Kunden...). Besonderes Augenmerk sollte auf den Wechselgeldbedarf in den ersten Tagen des Jahres 2002 gelegt werden (siehe Kapitel Wechselgeldbedarf). Um für diese Tage eine Mengeangabe (auch hinsichtlich der Stückelung) vornehmen zu können, hat die Wirtschaftskammer gemeinsam mit der STUZZA, der Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr, ein Planungsinstrument erarbeitet. Trotz aller Vorbereitungsmaßnahmen wird ein zusätzliches Bargeldservice der Banken, insbesondere für Handels- und Gastronomieunternehmen z. B. außerhalb der üblichen Öffnungszeiten zum Jahreswechsel 2001/2002 unerlässlich sein.

5,5 Millionen Münzpakete für Konsumenten

Auch an Konsumenten soll Euro-Bargeld vorverteilt werden - allerdings nur in Form von Münzen. Ab 17. 12. 2001 sollen 8200 Bankfilialen und Postämter insgesamt 5,5 Millionen Münzpakete im Wert von EUR 14,54 (ATS 200,07) zum Preis von ATS 200,-- an Konsumenten verteilen. Die Konsumenten sollen dadurch in die Lage versetzt werden, bereits ab 01. 01. 2002 in Euro zahlen zu können, wodurch der Bargeldaustausch wesentlich erleichtert werden soll. Voraussetzung ist natürlich, dass die Konsumenten die Euro-Münzpakete verwenden und ihren Schilling-Bargeldbestand bis 01. 01. 2002 möglichst reduzieren. Euro-Banknoten können ab 01. 01. 2002 bei den Bankomaten bzw. am ersten Öffnungstag bei den Banken bezogen werden. Insgesamt sollen im Wege der Bankomaten ca. 20-25 Milliarden ATS in Verkehr gebracht werden. Rund 1 Milliarde ATS kann durch die Abgabe und den Ankauf von Münzpaketen in Umlauf gebracht werden. Dies setzt allerdings voraus, dass diese Pakete von den Konsumenten auch entsprechend nachgefragt werden. Angesichts der kurzen Zeit bis zum Jahresende - es stehen lediglich 8 Banktage für die Ausgabe der Pakete zur Verfügung - kann es durchaus zu Engpässen bei der Ausgabe am Bankschalter kommen. Darüber hinaus kann es für viele Konsumenten ein Zeitproblem werden, sich in den Weihnachtstagen das Euro-Münzgeld bei ihrer Hausbank zu besorgen.

Tipp: Jedes Unternehmen mit Barverkauf sollte sich (zumindest) ein Münzpaket bei ihrer Hausbank besorgen, um sich und die Mitarbeiter mit den neuen Euro-Münzen vertraut zu machen. Zur Berechnung des konkreten Wechselgeldbedarfs bietet die Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit Experten der STUZZA und Beratern eine spezielle Software an, die über die Wirtschaftskammer, die Banken und das Internet unter www.stuzza.at bezogen werden kann.

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