IMMOBILIEN- UND
VERMÖGENSTREUHÄNDER

Immobilienpreise stark gesunken

Der österreichische Immobilienmarkt konnte sich nicht konsolidieren

Im vergangenen Jahr hat sich der österreichische Immobilienmarkt entgegen allen Prognosen nicht konsolidiert. Die Wohnungsmieten sind nochmals um 3,7 % gesunken, Eigentumswohnungen (-3,7 %) und Häuser (-2,3 %) sind so billig wie schon lange nicht mehr und sogar Baugründe gibt es um 10 % günstiger als vor einem Jahr. Am stärksten war der Rückgang bei den Mieten für Geschäftslokale (-10,8 %) und Industriegrundstücke
(-11,6 %). Dies zeigt der "Immobilienpreisspiegel 99".

"Der freie Wohnungsmarkt braucht weder gesetzlich verordnete Zwangsmaßnahmen noch ideologisch motivierte Zinsbegrenzungen. Angebot und Nachfrage regeln den Markt", ist Gottfried Steinkogler, Landesinnungsmeister der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Oberösterreich überzeugt. Es gibt derzeit laut Steinkogler ein breites Angebot an leistbaren Wohnungen.

In Linz gingen die Mieten um 6,5 % zurück

Bis auf eine Stagnation in Bregenz sind die Mieten in allen Landeshauptstädten gesunken. Am stärksten war der Rückgang in Salzburg (-9,7 %), Linz (-6,5 %) und Innsbruck (-5 %), Klagenfurt (-4,8 %) zu spüren. Quasi im Formationsflug mit den Wohnungsmieten sind auch die Preise für Eigentumswohnungen um durchschnittlich 3,7 % gesunken. Deutlich erschwinglicher wurden Eigentumswohnungen z. B. auch in Linz (-8,5 %).
Die Büromieten fielen außer bei den "modernen" Büros um 4,5 % auf durchschnittlich 92 Schilling pro m2. Betroffen davon waren vor allem Büros in sehr guter Lage
(-6,3 %) und guter Lage (-3,6 %). Besonders dramatisch hat sich die Situation bei den Geschäftslokalen entwickelt. Hier sackten die Mieten um 10,8 % auf durchschnittlich 227 Schilling pro m2 ab. Auch hier waren es die Preise für Lokale in sehr guter Lage (-13,3 %) und guter Lage (-7,2 %), die am stärksten nachgaben. Die Preise in mäßigen Lagen blieben dagegen nahezu stabil (-0,8 %).
In der Sparte Reihenhäuser gibt es zwei signifikante "Ausreißer". Während die Preise in Linz um 10,4 % abrutschten, wurden Reihenhäuser in Bregenz um 4,7 % teurer. Insgesamt sanken die Preise durchschnittlich um 3,5 %. Die Preise für Eigenheime sind mit einem Rückgang von 2,3 % im Durchschnitt etwas geringer gesunken als die Preise für Eigentumswohnungen oder die Wohnungsmieten. Zugreifen sollten derzeit "Neohausbesitzer" in Linz (-9,2 %), Bregenz (-6 %) und Graz (-5,8 %).
Die Grundstückspreise haben gegenüber dem Vorjahr um rund 10 % nachgegeben. Wer sich jetzt ein Grundstück sichern will, sollte rasch in Linz (-21,5 %), Graz (-12,1 %) und Innsbruck (-7 %) zuschlagen.

Preise für Industriegründe stark abgesackt

Die schwierige wirtschaftliche Lage spiegelt sich auch in den Preisen für Betriebsgrundstücke wider. Während Gewerbegrundstücke um 1,7 % günstiger zu haben waren, sackten die Preise für Industriegründe um 11,6 % ab.
"Es wäre ein großer Fehler, wenn nun die Immobilienwirtschaft in eine Art Schweinezyklus verfallen würde und keine Wohnungen mehr gebaut würden", warnt Steinkogler. Es müssen leistbare Wohnungen ohne Qualitätsverlust gebaut werden, die den Erfordernissen günstiger Betriebskosten und zeitgemäßer Ausstattung gerecht werden. Auch im Bereich der Sanierungen steht ein großes Betätigungsfeld offen.

Großes Serviceangebot der Landesinnung

Derzeit verzeichnet die oö. Landesinnung der Immobilien- und Vermögenstreuhänder 770 Mitglieder. "Durch eine Fülle von Veranstaltungen und Aktivitäten versuchen wir, unseren Mitgliedern ein umfangreiches Service zu bieten", berichtet Steinkogler. So wurde z. B. 1998 die Imagekampagne "Immocard" erfolgreich fortgesetzt, die nunmehr auch bundesweit eingeführt werden soll. Weiters bietet die Landesinnung seit kurzem ein erweitertes Serviceangebot für Mitglieder, aber auch Konsumenten, einen kostenlosen Immobiliensprechtag jeden ersten Mittwoch im Monat in den Bezirken mit Experten in Sachen Immobilien. "Dieser Immobiliensprechtag ist bereits in seiner Anfangsphase sehr gut angenommen worden", berichtet Steinkogler.

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