Energie
Industrie Aktuell 29/31.7.2008

Industrie Aktuell
 
1. „Green Investing“ knackt 500-Mrd.-Euro-Marke bis 2014

Klima- und Umweltbewusstsein treibt Wachstum von Ökofonds

Mit dem wachsenden öffentlichen Umweltbewusstsein und der laufenden Entwicklung neuer grüner Produkte und Technologien steigt auch das Interesse an „Green Investing“ rasant an. Ökofonds als Finanzanlagen, Carbon Credits, grüne Hedgefonds und sozial verantwortliche Investmentfonds nehmen sowohl in ihrem Volumen als auch ihrer Anzahl zu. Bis 2014 wird der europäische Markt für grüne Investitionen die Marke von 500 Mrd. Euro überschritten haben, prognostiziert die Unternehmensberatung Frost & Sullivan www.frost.com. Mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 18 % soll Green Investing dann ein Volumen von 572,9 Mrd. Euro erreichen. 2007 wies der Sektor mit einer Steigerung von 20 % bzw. 150 Mrd. Euro bereits ein Investitionsvolumen von 180,4 Mrd. Euro auf. Eine entsprechende Gesetzgebung verstärkt den Trend in die Richtung zusätzlich.

„Einer der Hauptgründe für das enorme Wachstum der Green Investments ist das öffentliche Bewusstsein und die Unterstützung der Sache für eine grünere Erde. Meer-Energie und Solarenergie sind jene Sektoren, in denen das stärkste Wachstum zu erwarten ist“, erklärt Kavitha Chakravarthy, Financial Analyst bei Frost & Sullivan.

Aktienfonds mit einer Jahreswachstumsrate von 18,6 % werden, gefolgt von Stabilitätsfonds, als stärkste Green-Investing-Produkte gehandelt. Solche profitieren nicht zuletzt von der Ressourcenknappheit und den dadurch ausgelösten Ambitionen zu umweltbewussteren Technologien. Die Umsetzung des Kyoto-Protokolls und das Umdenken des Verbrauchers zur aktiven Reduzierung von CO2-Emissionen nähren den Green-Technology-Markt sowohl von politischer als auch von Konsumentenseite. Die öffentliche Nachfrage und eine Gesetzgebung zugunsten ökologisch wertvoller Technologien und Finanzprodukte sorgen schon jetzt für ein reiches, branchenübergreifendes Angebotsspektrum.

Bereits bestehende Subventionen und Steuerbegünstigungen in einigen Ländern sollen in Zukunft von strikten Umweltstandards ergänzt werden, die für alle Unternehmen bindend sind. Darüber hinaus investieren Rentenfonds in zunehmendem Ausmaß in sozial verantwortliche Anlagemöglichkeiten. „Wir rechnen damit, dass Rentenfonds demnächst gesetzlich dazu verpflichtet werden, zumindest einen gewissen Anteil ihrer Mittel auf diese Weise zu investieren. Das dürfte dem Markt zusätzlichen Auftrieb verleihen“, so Chakravarthy. Dennoch warnen die Analysten vor einer mit der Dotcom-Blase 2000 vergleichbaren Situation. Durch zu viel Geld in dem Bereich könnten Preise getrieben werden, was zu einem Platzen der Blase und zu Marktverlusten bzw. einer Kapitalerosion führen könne. Insgesamt sei jedoch davon auszugehen, dass der europäische Markt für Green Investing mittelfristig über durchschnittliche Renditen liefern wird.

 

2. Neuer Leitfaden „Solare Gebäudekühlung“

Bei Büro- und Dienstleistungsgebäuden (wie z.B. Banken, Versicherungen, Krankenhäuser usw.) wird für die nächsten 20 Jahre ein zunehmender Energieverbrauch erwartet. Ein prognostizierter Gebäudezuwachs von 13,3 % und die vermehrte Verwendung von Klimaanlagen sollen zu einer Verdreifachung des Strombedarfs zur Raumkühlung führen. Dieser Entwicklung kann mit zwei Ansätzen entgegen gewirkt werden:

  • Der Kühlbedarf bei den Gebäuden wird so niedrig wie möglich gehalten. Dies kann z.B. durch umsichtige Architektur oder Beschattung erfolgen.
     
  • Der notwendige Energieverbrauch wird durch umweltfreundliche Systeme (wie solare Kühlung) abgedeckt.

Der größte Vorteil der Solarenergie besteht darin, dass zum Zeitpunkt des höchsten Kühlbedarfs auch die meiste Energie zur Verfügung steht. Zusätzlich kann diese Energieform zur Wassererwärmung verwendet werden. Die saubere Sonnenenergie reicht aber ebenso für die Raumheizung in der kälteren Saison aus.

Leitfaden für PlanerInnen und Interessierte

Ein neuer Leitfaden „Solare Kühlung von Büro- und Dienstleistungsgebäuden“ gibt nun ArchitektInnen, PlanerInnen und BauherrInnen einen umfassenden Einblick in das immer wichtiger werdende Thema. Ausführlich werden die Aspekte „Motivation“, „Technologie“, „Architektur“ und „Planung“ beschrieben. Der Leitfaden analysiert die technischen und ökologischen Vorteile für den Entwurf von zukunftsfähigen Büro- und Dienstleistungsgebäuden und bietet zahlreiche Lösungen für die Umsetzung an.

Bestellung des Leitfadens unter MA 27-SEP Koordinationsstelle T 4000-27008, F 4000-7215, Schlesingerplatz 2, 1080 Wien.

Download:
www.wien.at/wirtschaft/eu-strategie/energie/pdf/solares-kuehlen.pdf

 

3. Einzigartiges Strom- und Wärmeerzeugungssystem präsentiert

Die Firma Button Energy www.buttonenergy.at hat kürzlich in Wiener Neudorf ein dezentrales, weltweit einzigartiges Strom- und Wärmeerzeugungssystem präsentiert, mit dem Energie für Eigenheime produziert werden kann. Der so genannte „Lion-Powerblock“ ist ein mit Gas befeuertes Kraft-Wärme-Kopplungsgerät, das für den Ein- und Mehrfamilienbereich ausgelegt ist. Damit ist die gesamte Wärmeversorgung des Hauses sowie die Stromabdeckung bis zu 70 % möglich. „Heizen und Strom aus einem Guss ist eine viel versprechende Technologie. Das Land Niederösterreich hat deshalb diese innovative Technologie im Rahmen der NÖ Energie-Innovation mit 200.000 Euro unterstützt“, sagte Landesrat Dipl.-Ing. Josef Plank bei der Präsentation.

Das System kann aber nicht nur mit Gas betrieben werden, sondern auch mit Solarenergie oder Pellets. Die Kosten für den „Lion Powerblock“ liegen bei 16.200 Euro. In Deutschland wurden bereits 230 Geräte verkauft, in Ostösterreich läuft jetzt der Verkauf an. Im Normalfall amortisiert sich die Investition nach etwas mehr als acht Jahren.

Zur optimalen Einführung der neuen Technologie in den österreichischen Markt hat das Land Niederösterreich Unterstützung zugesagt. Es geht dabei vor allem um die optimale Betreuung der Erstkunden und die Optimierung der erforderlichen Servicestruktur. Mit dem Feldtest „Lion Powerblock“ sollen umfangreiche Daten zur Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit der Anlage, Wartungskosten und Leistungsdaten im Praxiseinsatz gewonnen werden. „Mit dem Beginn der Serienfertigung können mittelfristig bis zu 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Aufgrund der besonders hohen Effizienz der Anlage kommt es außerdem zu beträchtlichen CO2-Einsparungen“, so Plank.

 

Ansprechpartner: Mag. Siegfried Köck
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