Wirtschaftspolitische Blätter

Die Beiträge kurz skizziert in alphabetischer Reihenfolge in englischer und deutscher Sprache

Wirtschaftspolitische Blätter

 

Aiginger*)
Investments into Austria’s Future
Further improvement of the future competitive position of Austria within the New Economy depends on large investments into research, education, and information and communication technology. On the one hand there will be a need for large amounts of government and private money. On the other hand there must be a political consensus on targets, strategies, and acitivities. In addition, new models of cooperation between government and industry have to be developed. Since other small countries like Finland and Sweden have been successful in fostering R&D despite budgetary problems there is reason to be optimistic for Austria.
Zukunftsinvestitionen für den Standort Österreich
Die zukünftige Wettbewerbsposition Österreichs benötigt beachtliche Investitionen in die Bereiche Forschung, Ausbildung und Informationstechnologien. Nur auf diese Weise kann sich Österreich erfolgreich in der New Economy positionieren. Das erfordert hohe Geldbeträge, neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft und einen politischen Konsens über Ziele und Maßnahmen. Da aber auch andere kleine Volkswirtschaften diesen Weg erfolgreich gegangen sind, kann auch Österreich durchaus erfolgreich sein.

*) Karl Aiginger, Professor für Wirtschaftspolitik und Industrieökonomie an der Universität Linz und Industriereferent des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Wien.

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Audretsch*)
Knowledge in the New Economy
The emergence of knowledge as a factor of production is the distinguishing feature of the New Economy. Globalization has rendered the comparative advantage in traditional moderate technology industries incompatible with high wage levels, but the comparative advantage that is compatible with high wage levels is knowledge-based economic activity. Thus a new economic policy approach is needed which focuses on enabling the creation and commercialisation of knowledge (e.g. such policies include encouraging R&D, venture capital, and new-firm startups).
Wissen in der New Economy

Die Entwicklung des Wissens zu einem zentralen Produktionsfaktor ist eines der wesentlichsten Merkmale der
New Economy. Die Globalisierung hat dazu geführt, daß die traditionellen Industrien der Industrieländer angesichts eines hohen Lohnniveaus nicht mehr wettbewerbsfähig sind, aber es ist ein neuer komparativer Wettbewerbsvorteil entstanden, der durchaus kompatibel mit den hohen Lohnniveaus ist, nämlich der immer stärker steigende Anteil wissensbasierter Aktivitäten. Aus diesem Grund ist auch eine neue Wirtschaftspolitik gefragt, die sich auf die Umsetzung dieses Wissens in wirtschaftliche Erfolge konzentriert (etwa im Wege der Förderung von F&E, Wagnisfinanzierung und wissensbasierten Firmengründungen).

*) David B. Audretsch, Ameritech Chair of Economic Development, and Director, Institute for Development Strategies, School of Public and Environmental Affairs, Indiana University, Bloomington IN.

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Bellak/Maschek*)
Strategy Choices in Regional Economic Policy
Adequate regional economic policy requires information on the relationship between the locational factors that are defined as public investment on one hand and private investment on the other. However, empirical evidence regarding this issue is scarce. This paper argues that location policy should be industry and sector specific rather than focusing on an over-all aggregate level. The lack of information established by this paper implies that there is considerable uncertainty about the choice of location factors to which public investment should be directed.
Standortpolitische Weichenstellungen
Rationale Standortpolitik erfordert Information über den Zusammenhang zwischen Standortfaktoren als öffentliche Investitionen und privaten Investitionen. Darüber besteht jedoch kaum empirische Evidenz. Dieser Beitrag argumentiert, daß Standortpolitik nicht generell, sondern branchenspezifisch betrieben werden soll. Das erwähnte Informationsdefizit bedeutet, daß unklar ist, in welche Standortfaktoren für welche Branchen investiert werden soll.

*) Christian Bellak, Assistent am Institut für Volkswirtschaftstheorie und -politik, Wirtschaftsuniversität Wien;
Wolfgang Maschek, Oesterreichische Nationalbank, Wien.

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Bieta/Siebe*)
What Drives Financial Market Risks in Today’s World?

Financial market phenomena like the LTCM-hedge fund debacle can not at all be understood as a purely statistical phenomenon but should be put into a strategic perspective. Classical risk models in the tradition of Brownian motion can no longer be considered as the sole adequate gateway to foresee critical risks in financial systems. The article argues that the adequate language for discussing the implications of modern derivate products for financial markets‘ risk profiles will be the language of game theory. In focusing on the strategic behaviour of financial market participants the game-theoretic approach to financial market risks will help to foresee those risks that statistical indicators cannot capture because of the lack of a well-defined history for many modern financial products. The game-theoretic perspective adds a behavior-based mathematics to the traditional Brownian motion approach to risk management, thereby generalizing the traditional way of dealing with financial market risks since Brownian motion games as games against a non-strategically acting nature are always special cases of the more general strategic games of game theory.
Die Wahl von Mathematik und Perspektive im Risikomanagement
Innovative Produkte erhöhen auf offenen, integrierten Finanzmärkten das Risiko von Kalamitäten. Dabei erklären in der Logik der Brownschen Bewegung stehende traditionelle Risikomodelle Phänomene wie das LTCM-Debakel durch das Argument, daß mit großen Kursschwankungen auch extreme Ereignisse unwahrscheinlich sind, zu ungenau. Der Beitrag illustriert, daß strategisches Denken im Sinne der Spieltheorie durch eine ganzheitliche Erweiterung der mathematischen Perspektive auch den Umgang mit den Ereignissen verbessert, die ohne Ankündigung durch Vorläuferereignisse plötzlich eintreten.
*) Volker Bieta, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre / Finanzierung, Universität Trier;
Wilfried Siebe, Lehrstuhl für Mikroökonomie, Universität Rostock.

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Binder/Consemüller/Mesner*)
Knowledge as a Factor of Production
In the future knowledge will be more important than energy, raw materials, even more important than labour and capital. Knowledge has become the real key to competitiveness. This is the reason why cooperation between universities and firms has to be intensified. The permanent change in valid knowledge induces lifelong learning and the use of teleteaching and telelearning. Within firms new forms of more systematic knowledge management have to be implemented. For the newly established Council for Research and Technology Development the great importance of knowledge in the context of research, technology, and innovation will be the starting-point of its advisory activities.
Wissen als Produktionsfaktor
Wissen wird in seiner Bedeutung in Zukunft die Produktionsfaktoren Energie und Rohstoffe, aber auch Arbeit und Kapital übertreffen. Selbst in die Fertigung einfachster Güter wird immer stärker Wissen einfließen. Wissen wird somit auch zum zentralen Wettbewerbsfaktor. Aus diesem Grund muß der Wissensstrom zwischen Universitäten und Wirtschaft durch noch intensivere Kooperation verstärkt werden. Die rasche Veränderung des aktuellen Wissens erfordert einerseits lebenslanges Lernen, andererseits aber auch Nutzung der neuen Medien im Lernprozeß. In den Unternehmen muß man systematischer mit dem erarbeiteten und erworbenen Wissen umgehen. Auch auf EU-Ebene wurde dies erkannt, was zu dem Aktionsplan E-Europe führte. Für den neugeschaffenen Rat für Forschung und Technologieentwicklung stellt die zentrale Bedeutung des Wissens für die weitere wirtschaftliche Entwicklung einen wesentlichen Baustein bei der Erarbeitung künftiger Politikberatung dar.

*) Michael Binder, Generalsekretär des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Wien;
Knut Consemüller, Vorsitzender des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Wien;
Simone Mesner, Generalsekretariat des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Wien.

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Christl/Klein*)
The Implications of the New Economy
According to a Delphi study commissioned by Creditanstalt, in the next ten years Europe’s economy will undergo an enduring transformation governed by the laws of the New Economy. At present Europe is lagging three to five years behind the USA with respect to the implementation of the New Economy. But in the years to come the Old Continent has the chance to catch up and see a sustainable increase in its growth potential. This chance, however, will only be realized if European politicians succeed in accomplishing the necessary changes in education and research policy, labour market policy, and tax policy.
Die Auswirkungen der New Economy – Erste Ergebnisse einer CA-Delphi-Studie
Die europäische Wirtschaft wird in der kommenden Dekade nachhaltig nach den Gesetzen der New Economy umgebaut. Dies lassen jedenfalls erste Ergebnisse einer von der Creditanstalt in Auftrag gegebenen Delphi-Studie erwarten. Europa weist derzeit gegenüber den USA im Bereich der New Economy einen Rückstand von etwa drei bis fünf Jahren auf, hat dafür nun aber die Chance, einen nachhaltigen Anstieg seines Wachstumspotentials zu erreichen. Diese Chance wird Europa nach Auffassung der Delphi-Teilnehmer allerdings nur realisieren können, wenn die notwendigen Weichenstellungen in der Bildungs- und Forschungspolitik, der Arbeitsmarktpolitik und der Steuerpolitik vorgenommen werden.

*) Josef Christl, Volkswirtschaftliche Abteilung, Creditanstalt-Bankverein, Wien;
Sonja Klein, Volkswirtschaftliche Abteilung, Creditanstalt-Bankverein, Wien.

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Fallows*)
The Best of Bad Times
Some economic downturns are worse than others. This is one of the good ones. There are several reasons why: For people who are now unemployed, 12 weeks is the average time they are out, in the 1980s it was 20 weeks. The layoffs have hit people best-positioned to adapt. There has been an astonishing period of material progress. The U.S. is now clearly closer to the beginning than the end of a cycle in which technological breakthroughs create new industries and sources of wealth.

Die Beste der schlechten Zeiten
Manche wirtschaftliche Schwächeperioden sind schlechter als andere. Die derzeitige Schwäche der USA gehört eher zu den guten, und das aus mehreren Gründen: So ist etwa die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit mit 12 Wochen viel kürzer als in den 80er Jahren (20 Wochen). Außerdem sind derzeit vor allem Personen aus dem zuvor extrem boomenden Technologiebereich betroffen (Jüngere, Hochqualifizierte, Flexible), die viel leichter mit dieser Situation fertig werden als die Arbeitslosen früherer Schwächeperioden (Ältere, schlecht Ausgebildete usw.). Alle Pessimisten übersehen aber auch, welch materieller Fortschritt in den letzten Jahrzehnten geschaffen worden ist, der natürlich nach wie vor wirksam ist, und daß wir eher am Beginn als am Ende einer neuen Reihe von technischen Durchbrüchen stehen, die wieder neue Unternehmer und neuen Wohlstand schaffen.

*) James Fallows, Author, National Correspondent to The Atlantic Monthly, Boston MA.

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Grasenick/Ploder*)
Knowledge Accounting – A Useful Tool for Firms and Regions?
It has been shown that knowledge is of increasing importance for firms and regions. Its creation and utilisation is closely related to so called intangible assets. Potential instruments to account for knowledge and intangible assets are explained, focusing mainly on knowledge accounting systems, their possible applications, and limits.
Die Wissensbilanz – Ein Instrument für Betriebe und Regionen?
Der Artikel erklärt die Bedeutung von Wissen für Unternehmen, um darauf aufbauend ein besseres Verständnis für potentielle Instrumente zur Quantifizierung und strategischen Planung von erfolgsrelevanten immateriellen Faktoren (Intangible Assets) zu ermöglichen. In diesem Kontext wird insbesondere die Wissensbilanzierung mit ihren Einsatzmöglichkeiten und deren Grenzen dargestellt. Die Bedeutung sogenannter Intangible Assets hat auf internationaler Ebene zu Bemühungen der Erhebung und des Monitorings geführt, welche auf europäischer Ebene in der Revision der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berücksichtigt wurden. Die Zusammenhänge zu den betrieblichen Ausgangsüberlegungen werden daher erläutert.
*) Karin Grasenick, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technologie- und Regionalpolitik, Joanneum Research, Graz;
Michael Ploder, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technologie- und Regionalpolitik, Joanneum Research, Graz.

Hal R. Varian, Professor and Dean, School of Information Management and Systems, University of California, Berkeley CA.

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Helmenstein/Zagler*)
U.S. and EU Economic Performance – Between A New Economy Boom and Bust
This paper provides a non-technical presentation of a macroeconomic model to account for the empirical regularities of a new economy, viz, the emergence of a innovative and fast-growing information and communication technology-related service sector that is characterized by networked rather than traditionally organized firms, unemployment figures below the natural rate despite GDP above potential output, an intrinsic inertia in the rate of inflation, and an unparalleled asset price boom, ensued by a similarly drastic correction. We identify a new economy threshold that depends on productivity growth in manufacturing, the growth rate of the relative expenditure share of services, the rate of innovation, and the degree of coordinated interaction within the service sector, leading to the testable hypothesis that low profit rates are a detrimental factor to the development of a new economy. In turn, in its capacity as a growth accelerating condition, an new economy threshold may also account for internationally divergent growth paths and the associated changes in stock market capitalization.
US- und EU-Wirtschaftsleistung – Zwischen Hoch und Tief einer New Economy
Der vorliegende Beitrag präsentiert in nicht-technischer Weise ein makroökonomisches Modell, welches die empirischen Regelmäßigkeiten einer New Economy zutreffend abzubilden vermag. Im einzelnen sind zu nennen: die Entstehung eines innovativen und schnellwachsenden, informations- und telekommunikations-technologisch ausgerichteten Dienstleistungssektors mit netzwerkartig untereinander verbundenen, statt traditionell miteinander interagierenden Unternehmungen, ein rascher als das Produktionspotential wachsendes BIP in Verbindung mit einer unterhalb der natürlichen Arbeitslosigkeit liegenden Arbeitslosenquote bei einer inhärent niedrigen (Kern-)Inflationsrate; sowie eine beispiellose Aktienhausse, gefolgt von einem kaum minder drastischen Kursverfall. Wir identifizieren eine New Economy-Schwelle, die von Produktivitätswachstum im sekundären Sektor, der Wachstumsrate des Anteiles der Dienstleistungsausgaben, der Innovationsrate und dem Grad der Verflechtung innerhalb des Dienstleistungssektors abhängt. Die Analyse führt zu der testbaren Hypothese, daß niedrige Profitraten einen der Entwicklung einer New Economy abträglichen Faktor darstellen. In ihrer Eigenschaft als Bedingung für eine Wachstumsbeschleunigung fungiert die New Economy-Schwelle als mögliche Erklärung für die Divergenz der jeweiligen nationalen Wachstumsraten und die entsprechenden Veränderungen der jeweiligen Börsenkapitalisierungen.

*) Christian Helmenstein, Leiter der Abteilung für Ökonomie und Finanzwirtschaft am Institut für Höhere Studien, Wien;
Martin Zagler, Universitätsassistent am Institut für Volkswirtschaftstheorie und -politik der Wirtschaftsuniversität Wien.

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Heshmati/Lööf*)
On the Impacts of Innovation on a Firm’s Performance
This paper analyses data on the knowledge production function from a large sample of representative Swedish manufacturing and service-producing firms. The data were obtained from an experimental enlargement of the Community Innovation Survey questionnaire merged with extensive register data from Statistics Sweden. The objective is to investigate the sensitivity of the estimated relationship between innovativeness and firm performance in a multidimensional framework. We compare the sensitivity of results with regards to different types of models, estimation methods, measures of firm performance, sub-populations of business sectors, and factor-use intensities. The results show significant heterogeneity in the estimated relationship.
Der Einfluß von Innovationen auf den Unternehmenserfolg
In diesem Beitrag werden Daten aus einem großen Sample schwedischer Produktions- und Dienstleistungsunternehmen in Hinblick auf ihre Wissens-Produktionsfunktion analysiert. Es ging in erster Linie darum, den Zusammenhang zwischen der Innovationstätigkeit in einem Unternehmen mit dem wirtschaftlichen Erfolg festzustellen (dieser Zusammenhang hat sich erwartungsgemäß als positiv herausgestellt). Dabei werden sowohl verschiedene theoretische Modelle berechnet als auch unterschiedliche Unternehmenskategorien durchleuchtet, was zu eher heterogenen Ergebnissen führt. So ist etwa der Einfluß interner F&E-Aufwendungen im Produktionsbereich eher festzustellen als im Dienstleistungsbereich.

*) Almas Heshmati, Associate Professor, Department of Economic Statistics, Stockholm School of Economics;
Hans Lööf, PhD Student, Industrial Economics and Management, Royal Institute of Technology, Stockholm.

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Lamberton*)
Information and Productivity
The Knowledge Based Economy (KBE) is not a new world free of uncertainty – even if many management experts are trying to sell the notion that knowledge management overcomes all difficulties. Our theories have never succeeded in finding a central, integrated role for new knowledge. In the KBE, knowledge is the key asset. All participants have a vested interest in its optimum use: CEOs, government ministers, employees, consumers. Economic policy may well have to shift from preoccupation with static imperfections to devising new institutions that open up great possibilities. This calls for a very high level of collaboration and that in turn requires persuasion. It requires honesty, including refraining from unwise claims that are tantamount to saying uncertainty can be eliminated.
Information und Produktivität
Die wissensbasierte Wirtschaft ist keineswegs eine Welt frei von jeglicher Unsicherheit – auch wenn Managementexperten die Meinung verbreiten, Wissensmanagement könnte alle Probleme lösen. Noch hat die Wirtschaftswissenschaft keine zentrale, integrale Rolle für neues Wissen in ihren Modellen gefunden, wenngleich unbestritten ist, daß heute das Wissen einen grundlegenden Wert darstellt. An der optimalen Nutzung des Wissens haben alle großes Interesse: Manager, Minister, Arbeitnehmer, Konsumenten. Die Wirtschaftspolitik wird sich daher vom Beseitigen verschiedener Unzukömmlichkeiten mehr zur Ausnützung künftiger Chancen hinwenden müssen. Das verlangt aber ein hohes Ausmaß an Kooperation und in weiterer Folge an Überzeugungsarbeit, aber auch Ehrlichkeit und das Unterlassen von Behauptungen, daß in diesem Zusammenhang alle Risken beseitigt werden könnten.

*) Don Lamberton, Visiting Fellow, Graduate Program in Public Policy, Asia Pacific School of Economics and Management, Australian National University, Canberra.

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Lettmayr/Sheikh*)
SMEs and Globalization – The Participation of SMEs in Community Programmes

European Integration is a big challenge and frequently a threat to SMEs. As their importance is undisputed, it is easy to argue for specific promotional programmes, which intend to support enterprises, SMEs in particular, to master these challenges. As this contribution and figures show, participation of SMEs in community programmes is still low. On the one hand this is caused by a poor awareness of such programmes among SMEs, on the other hand there are a number of other reasons which hinder a higher SME participation. Prejudice is still one of these factors. Apart from continued efforts to facilitate SME participation this paper recommends consistent monitoring and the general use of evaluations covering the question how well target groups are reached in order to better judge the success of failure of such programmes.

KMU im Globalisierungsprozeß – Die Teilnahme von KMU an europäischen Förderprogrammen
Der europäische Integrationsprozeß stellt eine große Herausforderung und vielfach auch eine Bedrohung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dar. Die Bedeutung dieser Betriebe für die europäischen Volkswirtschaften ist unbestritten und legitimiert spezifische Förderprogramme, die den Unternehmen und insbesondere den KMU helfen sollen, diese Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Wie die vorliegenden Zahlen belegen, ist die Teilnahme von KMU an solchen Programmen nach wie vor unbefriedigend. Dies ist zum einen darin zu begründen, daß der Bekanntheitsgrad derartiger Programme bei KMU relativ niedrig ist und daß zum anderen – selbst wenn diese Barriere überwunden ist – andere Faktoren hemmend wirken. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem auch besondere Vorurteile gegenüber den europäischen Förderprogrammen. Neben fortgesetzten Bemühungen, den KMU eine Teilnahme zu erleichtern, wäre auch ein konsistenteres Monitoring und eine durchgängige Evaluierung der Zielgruppenerreichung wünschenswert, um den Erfolg dieser Programme besser beurteilen zu können.
*) Christian F. Lettmayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH), Wien;
Sonja Sheikh, Economist im Österreichischen Institut für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH), Wien.

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Lichtmannegger*)
Entrepreneurial Choices in a Knowledge-Based Economy and Society
Knowledge and its exploitation in business have become a precondition for economic success, competitive advantage, and the long-term existence of firms. Using and managing knowledge requires deliberate choices in a number of areas: employees, training, consulting services, documentation, principles for the handling of information, and the use of information technology. The Austrian Economic Chamber has taylored its services to meet the challenges of knowledge management.
Unternehmerische Disposition in einer wissensbasierten Wirtschaft und Gesellschaft
Wissen und der Umgang damit in der Wirtschaft sind heute Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg, die Wettbewerbsfähigkeit und den langfristigen Bestand von Betrieben. Die Nutzung und Organisation von Wissen definiert die Handlungsbereiche: Mitarbeiter, Ausbildung, Beratung, Dokumentation, den Umgang mit Information und den Einsatz elektronischer Hilfsmittel. Die Interessenvertretung der Wirtschaft hat ihr Serviceangebot den Herausforderungen des Wissensmanagements angepaßt.

*) Rudolf Lichtmannegger, Referent der wirtschaftspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, Wien.

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List*)
Research, Knowledge, and Innovation
In an industrialised high-wage country employment can only be increased by firms that have successfully entered the global market. This requires competitive products based on competitive technologies. There is not only worldwide competition between firms but also worldwide competition between locations, aimed at attracting growth-bound firms. The better the Innovation System of a location, the more knowledge-based firms will make investments at this location and offer a lot of high-wage jobs and wealth. It is the task of the government to create an ideal framework for a competitive Innovation System and to provide a system of matching funds to foster the transformation of the country’s stock of knowledge into a host of successful innovations.
Forschung, Wissen und Innovation
Zusätzliche Beschäftigung in einem Hochlohnland kann nur durch Unternehmen geschaffen werden, die im globalen Wettbewerb erfolgreich sind. Dies setzt wettbewerbsfähige Produkte aufgrund von wettbewerbsfähigen Technologien voraus. So wie Firmen im Wettbewerb um ihre Kunden stehen, befinden sich Standorte im Wettbewerb um erfolgreiche, innovative Firmen. Je attraktiver das Innovationssystem eines Standortes ist, desto mehr Firmen werden sich ansiedeln bzw. positiv entwickeln und hochwertige Arbeitsplätze mit hohen Löhnen anbieten und somit den Wohlstand des Landes sichern. Der Staat ist aufgefordert, sowohl die optimalen Rahmenbedingungen für dieses Innovationssystem zu schaffen als auch jene (nicht zuletzt finanziellen) Anreize anzubieten, die es den Unternehmen durch ein System der matching funds erleichtern, gemeinsam mit der Wissenschaft das schöpferische Potential erfolgreich in chancenreiche Innovationen umzusetzen.

*) Helmut List, Geschäftsführer der AVL List GmbH, Graz.

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Lyman/Varian*)
How Much Information?
The world produces between 1 and 2 exabytes of unique information per year, which is roughly 250 megabytes for every man, woman, and child on earth. An exabyte is a billion gigabytes, or 1018 bytes. Printed documents of all kinds comprise only. 003% of the total. Magnetic storage is by far the largest medium for storing information and is the most rapidly growing, with shipped hard drive capacity doubling evey year. Magnetic storage is rapidly becoming the universal medium for information storage.
Wieviel Information gibt es weltweit?
Jährlich werden auf der Welt ein bis zwei Exabytes an neuen Informationen produziert, das sind rund 250 Megabytes pro Kopf (Kinder eingeschlossen). Druckwerke aller Art umfassen nur 0,003% der Gesamtmenge. Magnetische Speicherung ist das bei weitem größte und am stärksten wachsende Medium zur Informationsspeicherung, was dazu führt, daß sich die Festplattenkapazität jedes Jahr verdoppelt. Es ist naheliegend, daß wir alle in diesem Meer an Informationen zu ertrinken drohen. Diese Flut ist jedoch nicht aufzuhalten, daher müssen wir lernen, in ihr zu schwimmen und die Vorteile dieser Informationsflut zu nutzen.

*) Peter Lyman, Professor, School of Information Management and Systems, University of California, Berkeley CA;
Hal R. Varian, Professor and Dean, School of Information Management and Systems, University of California, Berkeley CA.

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Marterbauer*)
Drop in U.S.-Growth Rates – How Does Europe React
After several years of robust expansion the U.S. economy faces marked cyclical downturn. It is yet not clear, whether this remains a short period of stagnation or whether we face a phase of persistent slow growth. This depends on the further development of financial and real estate markets. The European economy is negatively affected primarily by a deterioration of export growth. In the case of a sharp appreciation of the Euro, accompanied by restrictive monetary and fiscal policy marked dampening effects on demand and production are to be expected. European economic policy has, however, the opportunity of actively promotive consumption and investment. And the potential to become the growth engine of the world economy exists.
Wachstumseinbruch in den USA – Wie reagiert Europa?
Nach der lang anhaltenden Wirtschaftsexpansion in den USA erfolgte Ende des Jahres 2000 ein Konjunktureinbruch. Derzeit ist offen, ob es bei einer kurzen Phase der konjunkturellen Stagnation bleibt oder ob eine länger dauernde Wachstumsabschwächung bevorsteht. Dies hängt vor allem von der weiteren Entwicklung der Finanz- und Immobilienmärkte ab. Die europäische Wirtschaft ist unmittelbar durch die Beeinträchtigung des Exports betroffen. Bei starker Aufwertung des Euro sowie restriktiver Zins- und Budgetpolitik würde die Wachstumsdämpfung jedoch deutlich stärker ausfallen. Allerdings stehen der Wirtschaftspolitik der EU-Länder eine aktive Förderung von Konsum- und Investitionsnachfrage und damit die Übernahme der Rolle eines Wachstumsmotors für die Weltwirtschaft grundsätzlich offen.

*) Markus Marterbauer, Referent für Konjunktur und Makroökonomie, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien.

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Peneder*)
Market Competition versus Firm Organization

Firm organization and market competition are dual forms of social co-ordination which support the generation of economically relevant knowledge in different ways. Despite their largely complementary nature, trade-offs between the two modes exist. This explains an increasing number of hybrid arrangements, which try to combine the best of both worlds. (i) informational efficiency of market competition, and (ii) the potential for creating new knowledge within more complex organizational structures.
Unternehmensorganisation und Marktwettbewerb
Unternehmensorganisation und Marktwettbewerb sind zwei Grundtypen sozialer Koordination, die auf unterschiedliche Weise zur Schaffung ökonomisch relevanten Wissens beitragen. Obwohl grundsätzlich komplementär, gibt es auch einen wechselseitigen Abtausch spezifischer Vorteile. Hybride Organisationsformen versuchen deshalb, das Beste aus beiden Welten zu verbinden: (i) die Effizienz der Informationsverarbeitung wettbewerblicher Markttransaktionen und (ii) das Kreativitätspotential komplexer, mehrstufiger Organisation.

*) Michael Peneder, Referent für Industrieökonomie und Innovationsforschung, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien.

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Priddat*)
Chances and Risks of European Corporation
Corporatistic arrangements, i.e. co-governance of corporative associations, are in decline. In the process of globalization corporative associations (and labour unions) do no more represent all the interests of their members. Members use their exit-options and are forming new networks and informal arrangements. So the government looks for new partners in political e-networks, forcing e-democracy and e-government.
Chancen und Risiken des Korporatismus
Korporatistische Arrangements geraten in vielen Ländern in die Krise. Die Verbände repräsentieren in einer globalisierten Wirtschaft nicht mehr alle Mitgliederinteressen. Viele Mitglieder steigen aus und bilden eigene Netzwerke, informelle Arrangements. Dadurch werden die Verbände für die Regierungen weniger bedeutsam. Anstatt über die Verbände werden die Regierungen ihre spezifische Form der Kundenorientierung stärker über das Internet ausweiten: e-democracy und e-government sind die neuen politischen Netzwerkthemen.

*) Birger P. Priddat, Lehrstuhl für Volkswirtschaft und Philosophie, Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Universität Witten/Herdecke.

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Richebächer*)
The Worst in History (1929–1930 vs. 1999–2000)
Comparing present economic and financial conditions with those in the late 1920s is a shocking exercise. In the 1920 the U.S. economy had zero inflation surplus in savings and foreign trade, strong profit growth in 1928–30. Corporations had opulent cushions of liquidity. How do these fundamentals look today? We see the lowest domestic savings and the biggest trade deficit of all time. Corporate profits have been flat for more than two years, though the economy has been booming at record growth rates. Is the stock market boom a reflection of real value created in the economy, or is it a purely credit-driven paper bubble? Will the Fed be able to prevent a devastating crash of the stock market and engineer a soft landing of the economy?
Die schlechteste Situation in der Geschichte (ein Vergleich von 1929–1930 mit 1999–2000)
Wenn man die aktuellen wirtschaftlichen Daten der USA mit jenen der zwanziger Jahre vergleicht, kann man schockiert sein. Damals gab es keine Inflation, hohe Sparquoten und hohe außenwirtschaftliche Überschüsse. Die Unternehmen hatten hohe Gewinne und starke Liquiditätspolster. Und heute? Die Sparquote ist die niedrigste, die es je gab, und dafür ist das Außenhandelsdefizit größer als je zuvor. Die Unternehmensgewinne sind seit zwei Jahren auch nicht besonders hoch, obwohl die Wirtschaft Rekordwachstumsraten aufweisen kann. Basierte der nunmehr gebremste Börsenboom tatsächlich auf von der Wirtschaft geschaffenen realen Werten oder war er doch nur eine rein durch Kredite gestützte Blase? Es stellt sich daher die Frage, ob es der Notenbank gelingen wird, einen verheerenden Zusammenbruch des Aktienmarktes zu verhindern und ein sanftes Landen der Wirtschaft zu sichern.

*) Kurt Richebächer, a former central banker, now editor of The Richebächer Letters, Baltimore MD.

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Sennholz*)
The Bulls and The Bears
Though economists differ on the very nature of the present difficulties of the U.S. economy most of them foresee continuous economic growth. The present excesses in valuations, money and credit expansion, and economic fundamentals can be compared with those of 1929. It is unlikely that the Bush Administration will repeat the fateful blunders of the Hoover and Roosevelt Administration. But, guided by Keynesian and Monetarist thought, both major parties undoubtedly will want to inflate more, create credit at faster rates, and increase government spending.
Bulls und Bears
Obwohl sich die Ökonomen über die wahre Natur der Probleme der US-Wirtschaft nicht ganz einig sind, erwarten doch die meisten von ihnen auch weiterhin ein positives Wirtschaftswachstum. Die gegenwärtige Situation der wirtschaftlichen Fundamentaldaten sowie der Börsenkurse und der Kreditausweitung wird oft mit jener im Jahr 1929 verglichen, als es zu einem Börsenkrach und in der Folge zur Weltwirtschaftskrise kam. Es ist aber unwahrscheinlich, daß die Bush-Regierung dieselben fatalen Fehler macht wie damals die Hoover- und die Roosevelt-Administration. Aber – den Ratschlägen der Keynesianer und der Monetaristen folgend – werden die beiden großen Parteien inflationstreibende Maßnahmen verlangen, vor allem ein weiteres Kreditwachstum und die Ausweitung der Staatsausgaben.

*) Hans Sennholz, em. Professor of Economics, Consultant, Author, and Lecturer of Austrian Economics, Grove City PA.

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Shostak*)
Boom Bust Cycles and Their Causes
Contrary to mainstream economic thinking, it is not a deficiency of demand that is at the root of an economic recession but the central bank policies aimed at managing the economy. The major catalyst that sets in motion a boom-bust economic cycle is the monetary pumping and artificial towering of interest rates by a central bank. A loose monetary stance by the central bank enables the diversion of resources away from wealth generating activities towards wealth consumption, thereby causing a depletion of the pool of funding.
Der Konjunktureinbruch und seine Ursachen

Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung ist nicht ein Konsumrückgang die primäre Ursache von Rezessionen, verantwotlich sind vielmehr die Maßnahmen der Zentralbanken, die darauf abzielen, die Wirtschaft zu steuern. Der den Boom beendende Anstoß kommt von der die Zinsen künstlich senkenden Geldpolitik der Notenbank. Eine derartige Geldpolitik führt dazu, daß die Ressourcen einer Wirtschaft von wohlstandsschaffenden Aktivitäten zu wohlstandssenkenden Aktivitäten hin gelenkt werden. Der Konjunktureinbruch wird umso stärker sein, je stärker der vorher durch geldpolitische Maßnahmen hervorgerufene künstliche Boom war. Wer die Zinssätze manipuliert, übersieht völlig, daß diese eigentlich Indikatoren der Knappheit sein sollen, wie eben andere Preise auch.

*) Frank Shostak, Consulting economist, St.Ives/Sydney.

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Steinwender*)
Knowledge and Education: Where We Are
Innovation is the long-term driver of economic growth. Even in the new economy the production and the export of old economy goods is the key to material wealth. Necessary pre-conditions are the access to knowledge and improving of skills and competences. Compared to other countries, in Austria we have a lack of skills in areas such as technology and science (including information and communication technologies). Political measures, thus, have to focus on education in these fields. The international success of the Austrian industry is i.a. based on the capability of employees and managers to exercise holistic thinking. It will be important to keep this central element of the Austrian educational system.
Wissen und Bildung, eine Standortbestimmung
Der Wohlstand von Volkswirtschaften hängt noch immer weitgehend vom Export materieller Güter ab. Es ist daher die Aufgabe der Politik, die naturwissenschaftliche Ausbildung zu fördern und den Zugang zum weltweiten Wissen sicherzustellen. Dies sind die wesentlichsten Voraussetzungen für die Entwicklung und die wirtschaftliche Produktion exportfähiger Güter. Österreich bildet im internationalen Vergleich wenig Naturwissenschafter aus und hat einen signifikanten Mangel an Kommunikationsfachleuten. Beide Mängel sind dringend zu beheben. Die internationalen Erfolge der österreichischen Industrie und des exportierenden Gewerbes können mit einer besonderen Ausbildung zum ganzheitlichen Denkansatz begründet werden, der als wichtiges inhaltliches Element des österreichischen Schulwesens erhalten bleiben soll.

*) Herbert Steinwender, Generalsekretär der Va Technologie AG, Linz.

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Straubhaar*)
East Enlargement of the EU and Labour Mobility – What Remains to Be Negotiated?
Theoretical assumptions and empirical experience of former enlargement processes lead to strong arguments that the freedom of East European workers will not generate the strong migration flows now frightening some Western Europeans. Even if there were a migration hump and more people than expected were to move west, the migration will not harm Western Europe. On the contrary, the free movement of persons is still the least used freedom of the single market in the EU. Less than 2% of EU citizens presently live in another EU country. In the immediate future it is therefore less likely that too much migration will cause problems for the EU than too little. More migration will help to overcome regional or sectoral labour market disequilibria and some of the demographic problems caused by the ageing of the EU population.
The German chancellor has revealed his preference for a transitional period of seven years as it has been the case by the Southern European countries. With regard to the Southern European experience and the basic mechanisms of economic integration processes, transitional periods are only a third best solution. It is much more favourable to implement free mobility the sooner the better but to set an upper limit beyond which the free movement of people is suspended.

Internationale Mobilität der Arbeit – Problem oder Chance der EU-Osterweiterung?
Teil 1: Theorie und empirische Erfahrungen aus der Süderweiterung
Der freie Personenverkehr und die Freizügigkeit der Arbeitskräfte erweisen sich bei den laufenden Verhandlungen um einen Beitritt der MOEL zur EU als ganz besonders sensitive Bereiche. Die in der deutschen und österreichischen Öffentlichkeit geäußerten Ängste vor einer zu starken Ost-West-Wanderung dürfte fälschlicherweise dazu führen, daß ein freier Personenverkehr und die Freizügigkeit der Arbeitskräfte mit der Aufnahme der Beitrittskandidaten zwar de jure sofort gewährt, de facto aber mit langen Übergangsfristen ausgesetzt werden. Dabei würden die historischen Erfahrungen der Süderweiterung erwarten lassen, daß auch eine offensivere Strategie keine großen Probleme böte. Eine rasche Gewährung der Arbeitskräftefreizügigkeit unter gleichzeitiger Liberalisierung des Güterhandels und des Kapitalverkehrs würde für alle beteiligten Vertragsparteien positive Impulse auslösen und sich damit als die effektivste Anti-Immigrationspolitik erweisen. Wenn den theoretischen Erkenntnissen und der empirischen Vergangenheit jedoch nicht getraut werden sollte, dann wären Schutzklauseln in Form von Obergrenzen die bessere Second-best-Lösung als Übergangsfristen. Sie würden rascher ermöglichen, zur First-best-Lösung überzugehen: der vollständigen Personenfreizügigkeit für alle MOEL-Bürger und -Bürgerinnen!

*) Thomas Straubhaar, Präsident des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA), Hamburg.

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Tichy*)
Uncooked Thoughts On The "Production-Oriented" Knowledge Based Society
Our society is characterised by rather less knowledge than former generations, but has more specialised, technological and production-oriented information. This results from increasing complexity, differentiation of tasks and consumer demand as well as from an innovation process progressively changing into a scientific exercise. Increasing specialisation of information, however, impedes contemplation and reflection, i.e. the formation of real, deep knowledge. This necessitates a reaction by enterprises and society to avoid being caught in a specialisation trap. Enterprises will have to co-ordinate their specialised information by a conscious and explicit information management, and by accepting a certain amount of redundancy; most importantly they have to eagerly strive towards more stability of employment to enable acumulation of knowledge. Society has to strife for more interdisciplinary and liberal education, and, at the same time, for the formation of broad clusters to allow a critical mass. The narrow concept of production-oriented specialisation of information requires to be complemented by social, legal, political, cultural and ecological, especially long-term aspects, urgently needed to allow orientation.
Unfrisierte Gedanken zur "produktionsorientierten" Wissensgesellschaft
Die Bezeichnung unserer Gesellschaft als Wissensgesellschaft ist problematisch. Wissen als reflektierte Information ist für sie eher weniger charakteristisch als für frühere Generationen. Hingegen verfügt sie über mehr spezialisierte, technologische und produktionsnahe Information, sie benötigt diese auch als Folge der zunehmenden Komplexität, der Differenzierung der Aufgaben und Kundenbedürfnisse sowie der Verwissenschaftlichung der Innovation. Zunehmende Spezialisierung der Information erschwert jedoch die Reflexion – damit die Bildung von Wissen – und führt im Extrem zur Gesellschaft der Fachidioten. Es bedarf der Gegensteuerung: auf der Ebene der Firmen durch Koordinierung der Spezialistentätigkeit durch explizites Informationsmanagement, durch Zulassung eines gewissen Maßes an Redundanz und vor allem durch Stabilität der Belegschaft, um Wissensakkumulation zu ermöglichen. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene muß auf Breite und Interdisziplinarität der Ausbildung und zugleich – zwecks Erreichung kritischer Dichte – auf Bildung breiter Cluster geachtet werden, die Eindimensionalität wirtschaftlich-produktionsnaher Spezialisierung der Information bedarf der Ergänzung durch gesellschaftliche, rechtliche, politische, kulturelle oder ökologische und vor allem langfristige Sinnzusammenhänge, die Orientierung ermöglichen.

*) Gunther Tichy, Leiter des ITA-Institus für Technikfolgen-Abschätzung, Wien.

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Van den Hauwe*)
Hayek’s Accelerationism: A Rectification
The analogy between Hayekian monetary dynamics and the Friedman/Phelps accelerationist hypothesis is more problematic than some commentators have been ready to admit. Hayek’s presentation of the 1930s did not produce a convincing argument in defense of the proposition that accelerating inflation was the inevitable logical consequence of permitting a process of forced saving to continue. On the other hand the Austrian emphasis on the unsustainability of a policy-induced boom, which is logically implied by the model, remains quite appropriate.
Der Akzelerator bei Hayek: Eine Richtigstellung
Die Analyogie zwischen Hayeks monetärer Dynamik und der Akzelerator-Hypothese von Friedman und Phelps ist problematischer als manche Kommentatoren bereit waren zuzugeben. Hayeks Präsentation seiner Ideen in den 30er Jahren brachte kein überzeugendes Argument zur Verteidigung der Annahme, daß ein dauerhaftes Ansteigen des Sparens zwangsläufig zu einem Ansteigen der Inflation führen müsse. Andererseits gilt aber nach wie vor der Hinweis der Austrian Economics, daß ein durch wirtschaftspolitische Maßnahmen hervorgerufener Boom keineswegs nachhaltig sein kann.

*) Ludwig Van den Hauwe, Mises Fellow and Rothbard Graduate (summer 2000), Auburn AL.

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Zellenberg*)
The State and the Ethics of Economics
It depends on the design of the laws enacted by the state in which way and to what extent economic life can develop and moral convictions concerning the economic process can emerge, which can influence the enactment of laws. Because of this relationship an ethics of economics has to include the state among its objects.
Staat und Wirtschaftsethik
Von der Ausgestaltung der staatlichen Rechtsordnung hängt ab, in welcher Weise und in welchem Ausmaß sich wirtschaftliches Geschehen und im Rahmen desselben Moralvorstellungen ausbilden können, die auf den Staat zurückwirken und versuchen, die Gesetzgebung zu beeinflussen. Aufgrund dieser Wechselbeziehung muß eine Wirtschaftsethik auch den Staat zu ihrem Untersuchungsgegenstand machen.
*) Ulrich E. Zellenberg, Referent der Abteilung für Bildungspolitik und Wissenschaft, Wirtschaftskammer Österreich, Wien.

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© Letzte Aktualisierung: 29.12.2004