Wirtschaftspolitische Blätter

Die Beiträge kurz skizziert in alphabetischer Reihenfolge in englischer und deutscher Sprache

Wirtschaftspolitische Blätter

Brunner/Pech*)
The 3rd Pillar of Old-Age Provision – Savings and Life Annuities?
Life annuities provide periodic payouts for the duration of life. A specific tax relief is granted to induce individuals to build up such a supplement to the public pension system, since the latter will allow presumably only lower replacement rates in the future. This paper describes the functioning of life annuities and investigates the adequacy of the specific tax relief for this type of old-age provision. Furthermore, the phenomenon of adverse selection is discussed, which entails that persons with low life-expectancy cannot buy an appropriate annuity contract.
Die 3. Säule der Altersvorsorge – Sparen und Versichern?
Die private Pensionsversicherung, bei der dem Versicherungsnehmer regelmäßige Auszahlungen bis an das Lebensende garantiert werden, ist Gegenstand einer spezifischen steuerlichen Förderung. Dahinter steht die Überlegung, daß eine Ergänzung zum öffentlichen Pensionssystem erreicht werden soll, weil letzteres in Zukunft vermutlich geringere Ersatzquoten bieten wird. Im vorliegenden Beitrag wird die Funktionsweise dieser Versicherung dargestellt und der Frage nach der Adäquatheit der besonderen Förderung dieser einen Form der Altersvorsorge nachgegangen. Weiters wird das Phänomen der adversen Selektion erörtert, das dazu führt, daß Personen mit einer geringen Lebenserwartung keinen geeigneten Pensionsversicherungsvertrag erhalten.
*) Johann K. Brunner, Institut für Volkswirtschaftslehre, Abteilung Finanzwissenschaft, Universität Linz;
Susanne Pech, Institut für Volkswirtschaftslehre, Abteilung Finanzwissenschaft, Universität Linz

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Buczolich/Felderer/Koman/Schuh*)
Considerations for a Pension Reform in Austria
The Institute for Advanced Studies presents a reform proposal for the Austrian pension system which would transform the current system into a multi-pillar model, based on the principles of sustainability, transparency, intergenerational fairness, and credibility. The central idea of the reform proposal would be the introduction of individual pension accounts as already envisaged in the program of the Federal Government. As a supplement to this pay-as-you-go defined contribution system, we suggest the introduction of a fully-funded pillar. A social safety net for the elderly would be provided by an extended system of means-tested equalization supplements and by explicit transfers from other funds for fictitious qualifying periods.
Überlegungen zu einer Reform des österreichischen Pensionssystems
Das Institut für Höhere Studien (IHS) stellt einen Vorschlag zur umfassenden Reform des österreichischen Pensionssystems vor, der das derzeitige System in ein modernes, transparentes und faires Modell der Alterssicherung transformieren würde. Herzstück der Reform wäre die Einrichtung von streng nach dem Versicherungsprinzip konzipierten individuellen Pensionskonten, wie sie schon im Arbeitsprogramm der Bundesregierung vorgesehen sind. Als Ergänzung zu diesem weiterhin nach dem Umlageverfahren konzipierten System wird ferner vorgeschlagen, zusätzlich eine nach dem Kapitaldeckungsverfahren organisierte Säule aufzubauen. Eine soziale Mindestabsicherung im Alter würde durch ein erweitertes Ausgleichszulagensystem sowie die externe Finanzierung von Ersatzzeiten gewährleistet werden. Im Interesse der Transparenz wird ein vollständiger, wohlvorbereiteter Übergang ohne Ausnahmeregelungen und Übergangsfristen vorgeschlagen. Die Sicherung der finanziellen Nachhaltigkeit erfolgt unter Beachtung der Grundsätze der Transparenz, der intergenerativen Gerechtigkeit und des Vertrauensschutzes.
*) Gerhard Buczolich, Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen, Wien;
Bernhard Felderer, Institut für Höhere Studien, Wien;
Reinhard Koman, Institut für Höhere Studien, Wien;
Andreas Ulrich Schuh, Institut für Höhere Studien, Abteilung Ökonomie und Finanzwirtschaft, Wien.

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Burger/Handler*)
Do we need national balances of payments in the Euro area?
In the European monetary union national balances of payments lose their monetary significance. The current account balances retain their importance, because they mirror a country’s income position and competitiveness. The same is true for certain components of the capital account, which on balance is only relevant at the EMU level as changes of the currency reserves have no immediate impact on the national circulation of European money. In EMU the need to hold currency reserves will be lower than before, the difference could well be invested in longer term projects. However, this will not be a new source of financing but will only earmark those funds that are currently transferred to the federal budget anyway.
Brauchen wir nationale Zahlungsbilanzen im Euroraum?

Die nationalen Zahlungsbilanzen verlieren in der Währungsunion ihre frühere monetäre Bedeutung. Weiterhin wichtig bleibt aber die Leistungsbilanz, die die Einkommensposition eines Landes beeinflußt und damit einen Indikator für Wettbewerbsfähigkeit darstellt. Dies gilt auch für einzelne Komponenten der nationalen Kapitalbilanzen. Insgesamt sind diese jedoch nur noch auf WWU-Ebene bedeutsam, weil die Veränderung der Währungsreserven keine unmittelbaren Auswirkungen auf die nationale Geldmenge hat. Ein Teil der bisher gehaltenen Währungsreserven muß in der Währungsunion nicht mehr aus Liquiditätsüberlegungen gehalten und kann in längerfristigen Projekten angelegt werden. Dadurch würden aber nicht neue Finanzmittel erschlossen, sondern nur Mittel der Nationalbank zweckgebunden, die auch bisher schon ins Budget geflossen sind.
*) Christina Burger, Abteilung Wirtschaftspolitik, Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Wien;
Heinz Handler, Sektion Grundsatzfragen, Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Wien.

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Fehr/Jess*)
The Red-Green Pension Reform in Germany – A First Step Towards a Funded Pension System
This paper deals with the recent pension reform in Germany. We first explain the computation of the pension level and discuss the problems under the previous system. Then we describe the central modifications introduced by the current reform. Finally we present some simulation results which quantify the impact on the reform on contribution rates, the intra- und intergenerational distribution effects and the aggregate efficiency effects.
Die rot-grüne Rentenreform in Deutschland – Ein erster Schritt in Richtung Kapitaldeckung
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der aktuellen Rentenreform in Deutschland. Wir beschreiben zunächst das bisherige System und diskutieren die damit verbundenen Probleme anhand der zentralen Rentenformeln. Daran anschließend wird gezeigt, wie die wichtigsten Maßnahmen der Rentenreform die Rentenanpassung verändern. Schließlich werden die Wirkungen der Reform auf Beitragssätze, die inter- und intragenerative Belastungsverteilung sowie die volkswirtschaftliche Effizienz im Rahmen einer dynamischen Simulationsstudie illustriert. Dabei zeigt sich, daß die Reform zwar zu einer signifikanten Effizienzsteigerung führen kann, aber möglicherweise auch mit unsozialen Verteilungswirkungen verbunden ist.
*) Hans Fehr, Lehrstuhl für Finanzwissenschaft, Universität Würzburg;
Heinrich Jess, Dezernat Finanzmathematik, Abteilung Finanzen und Vermögen, Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, Berlin.

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Feldstein/Samwick*)
Allocating Payroll Tax Revenue to Personal Retirement Accounts to Maintain Social Security Benefits and the Payroll Tax Rate
This paper shows that a program of Personal Retirement Accounts (PRAs) funded by allocating 2% of the 12.4% payroll tax collections can maintain the retirement income projected in current law while avoiding any increase in the 12.4% payroll tax. The combination of the higher return on the assets in the Personal Retirement Accounts and the use of the additional corporate profits taxes that result from the increased national saving in Personal Retirement Accounts is sufficient to maintain the solvency of the Social Security Trust Fund even though the tax payments to the fund are reduced from 12.4% of taxable payroll to 10.4% of taxable payroll. Although there is a period of years when the Trust Fund must borrow, it is able to repay this borrowing with interest out of future tax collections. In the long run, the Trust Fund becomes very large, implying that it would be possible to reduce the payroll tax further or to increase retirement incomes above the levels projected in current law.
Ein Vorschlag für die USAUmschichtung von Pensionsversicherungsbeiträgen zu persönlichen Pensionskonten
Bereits in einem früheren Papier haben wir die Kombination des derzeitigen steuerfinanzierten Umlageverfahrens der amerikanischen Pensionsversicherung (Social Security) mit einem System Persönlicher Pensionskonten (PPK) analysiert und dabei festgestellt, daß das Leistungsniveau beibehalten werden könnte, ohne daß es zu Erhöhungen der gesamten Beitragszahlungen kommen müßte. In diesem Aufsatz weisen wir nach, daß es ausreichen würde, 2% des bisherigen Pensionsbeitrages in der Höhe von 12,4% vom Umlageverfahren zu Persönlichen Pensionskonten umzuschichten. Die höheren Veranlagungserträge dieser Persönlichen Pensionskonten würden ausreichen, die Zahlungsfähigkeit der Pensionsversicherung (Social Security Trust Fund) trotz der dann auf 10,4% der Löhne reduzierten Beitragszahlungen zu gewährleisten. Es würde zwar einige Jahre geben, in denen sich der Social Security Trust Fund vorübergehend verschulden müßte, aber diese Kredite könnten in der Folge problemlos zurückgezahlt werden. Das Fondsvolumen würde sogar so stark ansteigen, daß man daran denken könnte, entweder die Beiträge zu senken oder die Leistungen zu erhöhen.
*) Martin Feldstein, Harvard University, National Bureau of Economic Research, Cambridge MA;
Andrew Samwick, Dartmouth College, Hanover NH.

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Guger*)
Perspectives of the Austrian Pension System
The discussion of public pension systems currently focuses on demographic trends and changes in the performance of the pension system to justify the need for a reform of the system. But the financial stability of the (public) pension system depends not only on demographics and system factors, but also on developments of the labour market. The shrinking labour force projected for the next decades is expected to cause growing demand on the labour market and a rise in the participation rate. The higher that rate and the employment level in general, the greater will be the number of contributors and the lower the pension dependency ratio. Looking at the labour market perspectives realistically, we can expect pension dependency ratios to be markedly lower in the long term than have been projected by current studies.
Perspektiven des österreichischen Pensionssystems
Die Pensionsreformdiskussion beschränkte sich bisher auf die Demographie und Änderungen im Leistungsrecht des Pensionssystems. Die finanzielle Stabilität des Alterssicherungssystems wird aber nicht nur durch die Demographie und das Pensionssystem, sondern auch durch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bestimmt. Die Perspektive einer schrumpfenden Zahl von Erwerbspersonen läßt in den nächsten Jahrzehnten eine zunehmende Überschußnachfrage auf dem Arbeitsmarkt und einen Anstieg der Erwerbsquoten erwarten. Je höher die Erwerbsquote und das Beschäftigungsniveau sind, umso größer ist die Zahl der Beitragszahler und umso niedriger die Pensionsquote. Unter realistischen Arbeitsmarktperspektiven ist längerfristig mit deutlich geringeren Pensionsquoten zu rechnen, als in den bisher veröffentlichten Studien erwartet wurde.
*) Alois Guger, Referat für Einkommens- und Sozialpolitik, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien.

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Hauth*)
Enterprise start-ups in Austria – Start-up intensity and survival rates
This article deals with an empirically rather neglected topic in Austria. On the one hand, the reference is to the number of newly established enterprises per year and, on the other hand, with even more emphasis, to the number of these newly established enterprises that survive for a fixed period of time. A systematic evaluation of the Austrian Federal Economic Chamber membership data reveals a pronounced increase in enterprise start-ups, especially in particular sectors of the economy, during recent years. At the same time, evidence indicates the traditional longevity of Austria’s new enterprises is hardly inhibited by the overall very intensive start-up activities.
Unternehmensneugründungen in Österreich – Gründungsintensität und Überlebensquoten
Der vorliegende Beitrag widmet sich einem in Österreich empirisch bisher wenig abgesicherten Thema. Dies gilt einerseits für die Zahl der jährlich neugegründeten Unternehmen und andererseits – noch stärker ausgeprägt – hinsichtlich der Frage, wie viele dieser Neugründungen einen bestimmten Zeitraum überleben. Systematische Auswertungen der Mitgliederdateien der Wirtschaftskammern zeigen, daß die Zahl der Neugründungen in den letzten Jahren stark zugenommen hat, wobei eine starke Konzentration auf bestimmte Branchen festzustellen ist. Gleichzeitig kann belegt werden, daß das traditionell große Durchhaltevermögen der Neugründer in Österreich – trotz der insgesamt stark intensivierten Gründungstätigkeit – kaum in Mitleidenschaft gezogen ist.
*) Anton Hauth, Abteilung für Statistik, Wirtschaftskammer Österreich, Wien.

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Holzer*)
Future of Pension Insurance in Austria
Austria’s well established social pension system has to be rebuilt because of demographic developments and problems within state’s budget. The goal must be to decrease the net compensation rate to 60% of the last contribution basis. Recommended measures are: the lengthening of contribution duration to 35 years, making allowance for a factor of 3% per generation decade to take into account the increasing life expectancy and the increased deduction percentage for early pensions to 5% for each year missing to age 65. It is the duty of the state to promote the introduction of investment based systems of the 2nd and 3rd pillar by tax relief to equal the decrease of pensions. Besides producing incentives for enterprises to make pension promises to their employees, the system of individual pension provisions has to be promoted. 4% of the salary up to 2 times the maximum social security contribution base should be taxable for pension insurance. Afterwards pensions should be fully taxed.
Anpassung der Pensionsversicherung an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts
Österreichs sehr gut ausgebildetes staatliches Pensionsversicherungssystem ist infolge der demographischen Entwicklung und damit verbundener budgetärer Probleme umzubauen. Ziel muß ein Absenken der Nettoersatzrate auf 60% der letzten Beitragsgrundlage sein. Als dafür erforderliche Maßnahmen werden die Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes auf 35 Jahre vorgeschlagen sowie die Einrechnung eines Lebenserwartungsfaktors in Höhe von 3% pro Generationsdekade und die Erhöhung der Abschlagsprozentpunkte für Frühpension auf 5% für jedes auf 65 fehlende Jahr. Der Staat hat die Aufgabe, die Einführung kapitalgedeckter Systeme der 2. und 3. Säule zur Egalisierung des damit verbundenen Sinkens der Ersatzrate steuerlich zu fördern. Neben der Schaffung von Anreizen für Unternehmen, verstärkt betrieblichen Vorsorge anzubieten, ist vor allem die Eigenvorsorge zu fördern. Zu diesem Zweck sollen 4% der Bezüge bis zur zweifachen Höchstbeitragsgrundlage des ASVG für den Aufbau einer Pensionsvorsorge steuerlich geltend gemacht werden können. Die zur Auszahlung kommenden Pensionen sind dafür voll zu versteuern.
*) Helmut Holzer, UNIQA Versicherungen AG, Wien.

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Judson/Porter*)
Overseas Dollar Holdings: What Do We Know?
A great deal of U.S. currency is believed to circulate outside the borders of the United States. We present a brief overview of the historical and economic motivations for people to hold U.S. dollars and the methods we have used in the past to estimate how many dollars might be circulating abroad, including the official series published by the Federal Reserve and the U.S. Department of Commerce. In addition, we present some newer findings on adjusting our estimates for Y2K effects, estimating the distribution of U.S. currency outside the United States. Finally, we give a brief overview of preliminary results from panel data regressions which may help us to better understand domestic currency demand and thus better identify the foreign component of U.S. currency demand.
Dollarnoten im Ausland: Was wissen wir darüber?
Man nimmt an, daß ein verhältnismäßig großer Teil von US-amerikanischem Bargeld (Dollarnoten) nicht in den USA, sondern außerhalb der Landesgrenzen zirkuliert. Eine kurze Übersicht über historische und wirtschaftliche Motive, warum US-Dollar im Ausland gehalten werden, gelangt zur Darstellung. Zudem werden zwei alternativen Methoden zur Schätzung der im Ausland zirkulierenden Dollarnoten kurz erläutert. Jüngste Schätzungen über die Verteilung der Auslandsdollar, welche erstmals um den Jahr-2000-Effekt bereinigt sind, werden ebenfalls vorgestellt. Abschließend werden die Ergebnisse einer Panelregression zur Schätzung der inländischen Nachfrage nach Dollarnoten präsentiert, welche erlaubt, Rückschlüsse auf die Auslandsnachfrage zu ziehen.
*) Ruth Judson, Division of Monetary Affairs, Board of Governors of the Federal Reserve System, Washington DC;
Richard Porter, Division of Monetary Affairs, Board of Governors of the Federal Reserve System, Washington DC.

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Kronberger*)
Financing of Pension Systems – "Pay-as-you-go" versus "Investment-Based System"
This article discusses effects of the (partial) introduction of an investment-based pension system. The pros and cons, and possible macroeconomic effects as well as microeconomic effects, as for instance, the issue of administrative costs are presented. Benefits of the investment-based system which arise from an expected increased return have to be weighted against risk on return and transition costs. Transition costs may arise from undesired intergenerational distributional effects or from possibly increased administrative and regulatory costs.
Finanzierung von PensionssystemenUmlageverfahren versus Kapitaldeckungsverfahren
In diesem Beitrag werden mögliche Auswirkungen der (teilweisen) Einführung einer kapitalgedeckten Finanzierung des Pensionssystems diskutiert. Fragen makroökonomischer Auswirkung werden ebenso behandelt wie jene von Verwaltungskosten auf mikroökonomischer Ebene. Den zusätzlichen Erträgen aus einer kapitalgedeckten Pensionsfinanzierung stehen einerseits Kosten in Form von Ertragsrisiko und andererseits in Form von Umstellungskosten, sei es in Form ungünstiger intergenerativer Umverteilung oder möglicherweise höherer Verwaltungs- und Regulierungskosten, gegenüber.
*) Ralf Kronberger, Abteilung für Bildungspolitik und Wissenschaft, Wirtschaftskammer Österreich, Wien.

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Levy*)
Don’t Mix Monetary and Fiscal Policies – Why Return to an Old, Flawed Framework?
Monetary and fiscal policies have very different short and longrun impacts on the economy, and they are not substitutable. Prior attempts to achieve the right policy mix have destabilized the economy. The perceived willingness of a central bank to adjust monetary policy to fiscal policy changes may not only damage its credibility, but also adversely affect fiscal policy decisions. So the right mix of monetary and fiscal policy is recognition of their different effects and separate pursuit of their unique roles.
Geld- und Finanzpolitik soll man nicht vermischen
Glaubwürdigkeit ist wesentlich für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik. Verwirrende Signale müssen vermieden werden; sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Kreise der Wirtschaftspolitiker selbst. Die feststellbare Bereitschaft der US-Notenbank (Federal Reserve), die Geldpolitik an die Fiskalpolitik anzupassen, ist potentiell destabilisierend, nicht nur wegen der Ungewißheit über den Zeitpunkt, ab dem Änderungen in der Fiskalpolitik dann tatsächlich wirken, also Angebot und Nachfrage beeinflussen werden. Es wird auch die Glaubwürdigkeit der Fed an sich gefährdet, wodurch fiskalpolitische Entscheidungen gegenteilig beeinflußt werden können. Daher muß die richtige Mischung von Geldpolitik und Finanzpolitik stets deren unterschiedliche Wirkungen erkennen und auch berücksichtigen, daß jeder dieser Bereiche seine eigenen (einzigartigen) Aufgaben hat.
*) Mickey D. Levy, Bank of America, New York.

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Mankiw*)
The Inexorable and Mysterious Tradeoff Between Inflation and Unemployment
This paper discusses the short-run tradeoff between inflation and unemployment. Although this tradeoff remains a necessary building block of business cycle theory, economists have yet to provide a completely satisfactory explanation for it. According to the consensus view among central bankers and monetary economists, a contractionary monetary shock raises unemployment, at least temporarily, and leads to a delayed and gradual fall in inflation. Standard dynamic models of price adjustment, however, cannot explain this pattern of responses. Reconciling the consensus view about the effects of monetary policy with models of price adjustment remains an outstanding puzzle for business cycle theorists.
Inflation und Arbeitslosigkeit – Über den unerbittlichen und mysteriösen Zusammenhang
Dieser Beitrag diskutiert den kurzfristigen Tradeoff zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit. Obwohl diese Zusammenhänge nach wie vor zum festen Bestandteil der Konjunkturtheorie gehören, müssen die Ökonomen eine völlig zufriedenstellende Erklärung dafür erst formulieren. Gemäß der konsensualen Meinung von Notenbankexperten und Geldpolitikern führen kontraktive Veränderungen der Geldmenge zur Erhöhung der Arbeitslosigkeit (zumindest zeitweise) und verringern die Inflation. Die gängigen dynamischen Modelle der Preisanpassung können aber diese Reaktionen nicht erklären. Die Zusammenführung der gängigen Ansichten über die Auswirkungen der Geldpolitik mit den Preisanpassungsmodellen bleibt daher eine noch zu lösende Aufgabe der Konjunkturtheoretiker.
*) N. Gregory Mankiw, Department of Economics, Harvard University, Cambridge MA.

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Modigliani/Ceprini/Muralidhar*)
A Better Solution to the Social Security Crisis – Funding with a Common Portfolio
The Social Security crisis – the danger that the public pension system will not be able to pay the benefits that it has promised – has been discussed ad nauseam. But all the solutions offered so far require a combination of: (i) a prospective rise in contributions; (ii) a cut in benefits; and (iii) an increase in investment risk to be borne by participants. This paper shows that currently the U.S. has a unique opportunity to adopt an alternative solution that would ensure the indefinite maintenance of the existing, popular social security benefits, and in addition, would make it possible to reduce, gradually, social security payroll taxes by a large amount.
Eine bessere Lösung der Pensionsversicherungskrise für die USA
Die Krise der Pensionsversicherung (die Gefahr, daß das öffentliche Pensionsversicherungssystem nicht die versprochenen Pensionen wird zahlen können) ist in den USA bis zum Überdruß diskutiert worden. Aber alle bisher vorgeschlagenen Lösungen machten eine Kombination folgender Faktoren notwendig: (1) eine künftige Erhöhung der Beiträge, (2) eine Senkung der Pensionen und (3) eine Erhöhung des Risikos aller Teilnehmer des Systems.
Der Aufsatz zeigt, daß es in den USA gegenwärtig die einmalige Chance gibt, eine alternative Lösung einzuführen, bei der die derzeit vorgesehenen Pensionszahlungen auf Dauer aufrechterhalten werden können und die zusätzlich die Möglichkeit bietet, stufenweise die Beiträge ganz beträchtlich zu senken.

*) Marialuisa Ceprini, Sloan School of Management, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge MA;
Franco Modigliani, Nobelpreisträger 1985, Sloan School of Management, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge MA;
Arun Muralidhar, J. P. Morgan, New York,

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Rose*)
EMU’s Potential Effect on British Trade – A Quantitative Assessment
This paper estimates the effect of joining European Economic and Monetary Union (EMU) on British Trade. The United Kingdom is very open to international trade: exports and imports combined together amount to two-thirds of British GDP. About half of this trade is with the Euro-zone. The empirical evidence presented here shows that currency unions are associated with substantially higher trade. There is also evidence that higher trade results in higher economic output. I estimate that British trade with the Euro-zone could increase considerably if the UK joins EMU. The UK’s trade with the Euro-zone may conceivably triple, eventually leading to an overall doubling of British trade. A trade increase of this magnitude could result in a substantial boost to British GDP.
Die möglichen Auswirkungen der Europäischen Währungsunion auf den britischen Außenhandel
Das Vereinigte Königreich ist sehr offen gegenüber dem internationalen Handel: Exporte und Importe zusammengenommen machen etwa zwei Drittel des britischen BIP aus. Die Hälfte davon betrifft die Euro-Zone. Empirische Analysen zeigen, daß Währungsunionen zu einer deutlichen Zunahme des zwischenstaatlichen Handels führen. Es ist ebenfalls festzustellen daß mehr Handel zu mehr Output führt. Ich erwarte, daß ein Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EWWU zu einer beträchtlichen Steigerung des britischen Handels mit der Euro-Zone führen wird. Möglicherweise könnte sich der Handel mit der Euro-Zone verdreifachen, was zu einer Verdoppelung des britischen Außenhandels insgesamt führen würde. Handelszunahmen in dieser Größenordnung könnten auch das britische BIP ganz beachtlich steigern.
*) Andrew K.Rose, Haas School of Business, Berkeley CA.

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Settergren*)
The Automatic Balance Mechanism of the Swedish Pension System – A Non-Technical Introduction
The new Swedish pay-as-you-go pension system has an asymmetric design of its indexing rules. As one main social objective of the system is to provide for a stable relationship between the average pension and the average income, the base for its indexation is the growth in average income. The growth in average income will normally deviate from the internal rate of return of the system. Hence assets may grow faster than liabilities or vice versa. If and when the liability has grown to be larger than the assets the system automatically switches indexing to an approximation of its internal rate of return. It automatically re-establishes the pension level and switches back to indexing with the growth in average income as soon as this is possible without violating the financial balance of the system. The calculation of the liability and the asset follows an accounting principle in that only historic transactions are used to perform the valuations. The valuation of assets is achieved by a new measure, expected turnover duration. The design secures the system’s financial stability with a fixed contribution rate while emphasising the stability of the relation between the average pension and the average income.
Der Automatic Balance Mechanism des schwedischen Pensionssystems
Ein wesentlicher Bestandteil der jüngst beschlossenen schwedischen Pensionsreform ist der sogenannte Automatic Balance Mechanism. Dabei handelt es sich um ein asymmetrisches Finanzierungsinstrument, welches nur kurzfristig zuläßt, daß die Differenz aus der Summe der Pensionsbeiträge und dem Pufferfonds und den Rentenansprüchen negativ wird. Bei drohendem Defizit erfolgt eine Indizierung der Rentenbezüge am Bilanzindex, der in der Regel langsamer wächst als der Einkommensindex. Der Bilanzindex bleibt so lang in Kraft, bis die Bilanz wieder ausgeglichen ist. Überschüsse im Pensionssystem werden nicht automatisch in Form von Pensionserhöhungen weitergegeben.
*) Ole Settergren, Riksförsäkringsverket, Stockholm.

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Straubhaar*)
International Labour Mobility – Problem or Opportunity in EU-Expansion? – Part 2: East-West Migration, Labour Market and Economic Policy Issues
Theoretical assumptions and empirical experience of former enlargement processes strongly support the argument that the freedom of East European workers will not generate the strong migration flows that frightens some Western Europeans. And even if there might be a migration hump and more people than expected might move West, this migration will not harm Western Europe. In the contrary, the free movement of persons is still the least used freedom of the single market in the EU. Less than 2% of EU citizens presently live in another EU country. In the immediate future there is less likely to be too much migration causing a problem for the EU than too little. More migration will help to overcome regional or sectoral labour market disequilibria and some of the demographic problems caused by the ageing EU population.
The German chancellor has revealed his preference for a transitional period of seven years as it has been the case by the Southern European countries. With regard to the Southern European experience and the basic mechanisms of economic integration processes transitional periods are only third best solutions. It is much more favourable to implement free mobility, the sooner the better, than to set an upper limit beyond which the free movement of people is suspended.
Internationale Mobilität der Arbeit – Problem oder Chance der EU-Osterweiterung? – Teil 2: Ost-West-Migrationspotential, Arbeitsmarkt und wirtschaftspolitische Überlegungen
Der freie Personenverkehr und die Freizügigkeit der Arbeitskräfte erweisen sich bei den laufenden Verhandlungen um einen Beitritt der MOEL zur EU als ganz besonders sensitive Bereiche. Die in der deutschen und österreichischen Öffentlichkeit geäußerten Ängste vor einer zu starken Ost-West-Wanderung dürften fälschlicherweise dazu führen, daß ein freier Personenverkehr und die Freizügigkeit der Arbeitskräfte mit der Aufnahme der Beitrittskandidaten zwar de jure sofort gewährt, de facto aber mit langen Übergangsfristen ausgesetzt werden. Dabei würden die historischen Erfahrungen der Süderweiterung erwarten lassen, daß auch eine offensivere Strategie keine großen Probleme böte. Eine rasche Gewährung der Arbeitskräftefreizügigkeit unter gleichzeitiger Liberalisierung des Güterhandels und des Kapitalverkehrs würde für alle beteiligten Vertragsparteien positive Impulse auslösen und sich damit als die effektivste Anti-Immigrationspolitik erweisen.
*) Thomas Straubhaar, Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA), Hamburg.

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© Letzte Aktualisierung: 29.12.2004