Wirtschaftspolitische Blätter

Die Beiträge kurz skizziert in alphabetischer Reihenfolge in englischer und deutscher Sprache

Wirtschaftspolitische Blätter

Brandner/Frisch/Hauth*)
Is Austria´s Balanced Budget Stable?
This paper analyzes Austria´s updated stability program and its implied path of public debt for 2000–2004, as presented in December 2000. We examine the budgetary developments by means of a new fiscal indicator, following an idea of Braconier/Holden (Measuring Changes in Fiscal Policy, mimeo, 2001). This concept decomposes changes in the budget balance into induced and discretionary ones. Induced changes are due to changes in the economy while discretionary changes are due to changes in fiscal policy. The discretionary fiscal indicator, representing the net effect of discretionary revenue and expenditure measures, is used to assess the stance of Austria´s fiscal policy. According to the fiscal indicator, induced revenues lie systematically above the projections of the consolidation program, reflecting some leeway on the revenue side. Induced expenditures, however, exceed the projections of the stability program, signalling a built-in pressure to increase spending. The necessity of frequent adoptions of discretionary measures (especially on the expenditure side) indicates that the general government’s zero deficit does not imply a structural fiscal balance. We conclude that sustainability of the zero deficit must be improved mainly on the expenditure side.
Ist das Nulldefizit von Österreich stabil?
Der vorliegende Artikel analysiert die Defizit- und Verschuldungsentwicklung aller öffentlichen Haushalte in Österreich auf Basis des aktualisierten Stabilitätsprogramms 2000 bis 2004, das im Dezember 2000 präsentiert wurde. Für die Analyse wurde ein neuer methodischer Ansatz gewählt, der die Budgetgebarung in eine "induzierte" und in eine "diskretionäre" Komponente zerlegt (Braconier/Holden, Managing Changes in Fiscal Policy, mimeo, 2001). Induzierte Veränderungen der öffentlichen Einnahmen und Ausgaben ergeben sich durch die ökonomischen Rahmenbedingung, während fiskalpolitische Maßnahmen unter der diskretionären Komponente subsumiert sind. Mit Hilfe des "diskretionären Saldos" der Gesamteinnahmen- und -ausgabenentwicklung können Aussagen über die Fiskalpolitik im Hinblick auf ihre makrökonomische Ausrichtung (restriktiv versus expansiv) abgeleitet werden. Die Berechnungen ergeben, daß die "induzierten Budgeteinnahmen" tendenziell über den Einnahmen des Stabilitätsprogramms liegen, was einen budgetären Polster auf der Einnahmenseite signalisiert. Demgegenüber überschreiten die "induzierten Ausgaben" systematisch den vorgesehenen Konsolidierungspfad, was die Nachhaltigkeit des angestrebten Nulldefizits in Frage stellt. Für eine Absicherung des Konsolidierungspfades dürften daher weitere Maßnahmen primär in bezug auf die Ausgaben zu setzen sein.
*) Peter Brandner, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung, Wien;
Helmut Frisch, Staatsschuldenausschuß; Institut für Volkswirtschaftslehre der TU-Wien;
Eva Hauth, Staatsschuldenausschuß; Oesterreichische Nationalbank, Wien.

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Bruni*)
On the Quality and Sustainability of Fiscal Consolidation in Italy
This paper discusses the process of fiscal adjustment that has taken place in Italy during the last 15 years. It analyses how and why fiscal consolidation has been obtained, looking at the different stages in which it can be divided. It argues that it has been stimulated mostly by external discipline. It examines the quality and the sustainability of the consolidation both from a short and from a long-run perspective. In the long-run sustainability requires that external discipline does not weaken and that the country is able to deal with the consequences of its rapidly ageing population, which has a crucial impact on public finances.
Die Qualität und Nachhaltigkeit der Budgetsanierung in Italien
In diesem Aufsatz wird der Prozeß der Sanierung des Staatshaushaltes während der vergangenen 15 Jahre diskutiert. Es wird gezeigt, warum die einzelnen Schritte notwendig waren und wie man versuchte, die jeweiligen Probleme zu lösen. Die Nachhaltigkeit wird dabei sowohl aus kurzfristiger als auch aus langfristiger Perspektive untersucht. Auf lange Sicht wird es unbedingt notwendig sein, daß die Fiskaldisziplin auch weiterhin anhält und daß man die Probleme der alternden Bevölkerung in den Griff bekommt, die eine wesentliche Belastung der öffentlichen Finanzen darstellen (damit befaßt sich ein eigener Beitrag).
*) Franco Bruni, Institut für Wirtschaftspolitik, Bocconi Universität, Mailand.

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Bruni/Rizza*)
The Ageing Problem and the State Budget – The Case of Italy
The population of Italy is expected to experience substantial changes in its size and structure during the next fifty years. This could have a very strong impact on public expenditure for pensions and health care as well as on the level of aggregate life-cycle-based saving. The problem is particularly serious also because both pension and health care expenditures have already been for many years among the main causes of increase of the burden of the Italian public debt. Therefore the paper deals with the problems of reforming the pension and health-care systems as well as with the consequences of ageing for the availability of national saving.
Die Alterung der Bevölkerung als Budgetproblem (Italien)
Im Laufe der nächsten 50 Jahre wird sich sowohl die Größe als auch die Struktur der italienischen Bevölkerung beachtlich verändern. Das wird durch steigende öffentliche Ausgaben für Pensionen und das Gesundheitssystem das Budget stark belasten. Dazu kommt der Einfluß des Alterungsprozesses auf das Sparverhalten im Lebenszyklus. Da Pension und Gesundheit schon in der Vergangenheit zu den Hauptursachen der italienischen Staatsverschuldung zählten, müssen die Reformen in diesen Bereichen die Budgetsanierung sichern.
*) Franco Bruni, Institut für Wirtschaftspolitik, Bocconi Universität, Mailand; Pietro Rizza, Italian Ministry of the Treasury, Rome.

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Buti*)
Strategies for Sound Public Finances – A Euro Area Perspective
Public finances in Europe have been characterised by three fiscal failures: persistent structural deficits feeding into a mounting stock of debt, a rising tax burden and a pro-cyclical fiscal stance. The Maastricht-induced retrenchment of the last decade has put public budgets on a sounder footing. The major threat to the long run sustainability of public finances is the ageing of populations. The Stability and Growth Pact will ensure a steady fall in the stock of public debt. However, the offsetting effects of lower interest payments will be far from sufficient to defuse the budgetary impact of the demographic shock.
Strategien für gesunde öffentliche Finanzen: Eine Perspektive für die Euro-Zone
Die öffentlichen Finanzen in Europa waren in der Vergangenheit durch drei Arten von fiskalischem Versagen gekennzeichnet: anhaltende strukturelle Defizite mit einer daraus resultierenden beachtlichen Staatsschuld, steigende Steuerbelastung der Bevölkerung und prozyklisches Verhalten der Fiskalpolitik. Die Beschränkungen durch die Maastricht-Kriterien haben im letzten Jahrzehnt dazu beigetragen, die öffentlichen Finanzen auf eine gesündere Basis zu stellen. Die Nachhaltigkeit der Finanzsysteme wird am stärksten vom Altern der Bevölkerung bedroht. Die Verringerung der Zinsenlast durch die in allen Staaten vorgesehene Reduktion der Staatsschuld gleicht zwar tendenziell die zu erwartenden weiteren Belastungen aus, man ist aber weit davon entfernt, daß diese Verringerung der Ausgaben die zunehmenden Probleme durch die demographischen Veränderungen tatsächlich wirkungsvoll entschärfen wird können.
*) Marco Buti, GD Wirtschaft und Finanzen (ECFIN-C-2), Europäische Kommission, Brüssel.

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Dornbusch*)
Fewer Monies, Better Monies

In the aftermath of emerging market crises from Russia to Asia and Latin America, there is a quest for better monetary arrangements that are more crisis-proof. Fixed rates are out, flexible rates are in with a policy focus on inflation targeting. But there is, of course, the alternative of abolishing exchange rates altogether. This paper revisits the issue of dollarization or currency boards to review what arguments in the debate stand up. The case for flexible exchange rates emphasizes the need for a tool to accomplish relative price adjustment. This paper argues that in an intertemporal perspective most shocks require financing in the capital market rather than adjustment. Moreover, countries frequently do not use their flexible rate to play a cyclical role and, as a result, only pay a premium for the option to depreciate but do not take advantage of the flexibility; on the contrary, they engineer systematic overvaluation in the context of inflation targeting.
Ist es günstiger, weniger Währungen zu haben?
Die Krisen der Emerging Markets von Rußland, Asien und Lateinamerika haben den Ruf nach krisenfesteren Wechselkursregimen laut werden lassen. Fixe Wechselkurse sind out, flexible Wechselkurse mit inflation targeting sind in. Nicht zuletzt existiert aber auch die Möglichkeit, auf den Wechselkurs als Instrument komplett zu verzichten. In diesem Artikel werden das Für und Wider von currency boards und Dollarisierung beleuchtet. Der Vorteil eines flexiblen Wechselkursregimes wird darin gesehen, daß es ein Instrument zur Anpassung der relativen Preise darstellt. In diesem Artikel wird argumentiert, daß – aus intertemporaler Sicht – die meisten Schocks vielmehr einer Finanzierung durch die Kapitalmärkte bedürfen als einer Anpassung. Zudem zahlen viele Länder eine hohe Prämie auf die Option abzuwerten, ohne jedoch einen Nutzen aus der Flexibilität zu ziehen. Im Gegenteil, die betroffenen Länder erkaufen sich eine systematische Überbewertung ihres Wechselkurses durch den Einsatz des inflation targeting.
*) Rudi Dornbusch, Massachusetts Institute of Technology, Cambridge, MA.

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Jörg/Pointner/Zinöcker*)
Encouragement of Technology Transfer – Part I: Evaluation Results
Enhancing technology transfer has become one of the top issues on the agenda of technology policies on regional, national and European level. This article highlights some of the challenges policy makers have to face when translating a widely accepted mission into concrete actions. The first part of the article identifies those areas where policy action is eventually needed. The second part presents the main results of the evaluation of the Austrian technology transfer programme (ITF-Impulsprogramm Technologietransfer). Both were inputs for the design of the new technology transfer programme just launched by the Ministry of Economic Affairs and Labour.
Technologietransfer-Förderung - Teil I: Die Weiterentwicklung von Förderinstrumenten vor dem Hintergrund der Evaluierung des ITF-Impulsprogramms
Die Förderung von Technologietransfer ist zu einem wichtigen Aktionsfeld regionaler, nationaler und europäischer Innovationspolitik geworden. Österreich hat Mitte der 90er Jahre das Thema mit dem ITF-Impulsprogramm Technologietransfer erstmals mit einem eigenen Förderprogramm adressiert. Das Auslaufen des Programms war Anlaß für die Weiterentwicklung des technologiepolitischen Instrumentariums zur Förderung von Technologietransfers. Einen wichtigen Input dazu lieferte die Evaluierung des Programms. Dieser Beitrag präzisiert den technologiepolitischen Handlungsbedarf in der Förderung von Technologietransfer und gibt die wichtigsten Evaluierungsergebnisse wieder. Beides waren wichtige Inputs für das Design des neuen Programms zur Förderung von Technologietransfer.
*) Leonhard Jörg, Technolpolis Austria Forschungs- und Beratungs GesmbH, Wien; Wolfgang Pointner, Institut für Technolgie- und Regionalpolitik, Joanneum Research, Wien; Klaus Zinöcker, Institut für Technologie- und Regionalpoliti, Joanneum Research, Wien.

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Kronberger*)
Dollar or Euro for Argentina?
10 years ago Argentina implemented a currency board that led to a successful stabilization of the Argentinean economy. The resulting real appreciation of the Argentinean Peso followed by a series of negative exogenous shocks to the Argentinean economy paved the way for a deep recession, as predicted by the optimum currency area theory. The exchange rate splitting recently introduced by the adidtional inclusion of the Euro will not provide sufficient room for exchange rate adjustment. Furthermore, in the near future the Euro will not play a similar role to the dollar in the Argentinean economy.
Dollar oder Euro für Argentinien?
Das vor rund 10 Jahren eingeführte Currency Board brachte anfänglich eine wirksame Stabilisierung der argentinischen Wirtschaft. Eine durch das Stabilitätsprogramm bedingte reale Wechselkursaufwertung sowie eine Reihe negativer exogener Schocks resultierten in einem nachhaltigen Beschäftigungsrückgang auf Grund wenig flexibler Löhne und relativ immobiler Faktoren; ein Ergebnis, wie es die Theorie der optimalen Währungsgebiete vorhersagt. Das jüngst vorgenommene Wechselkurssplitting mit zusätzlicher Einbindung des Euro verspricht demgemäß noch immer nicht ausreichend Anpassungspotential durch den Wechselkurs. Zudem hat der Euro gegenwärtig nur geringe Chancen, auch annähernd die Rolle des Dollar in Argentinien einzunehmen.
*) Ralf Kronberger, Abteilung für Bildung und Wissenschaft, Wirtschaftskammer Österreich, Wien.

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Leibfritz*)
Tax Reform in Germany and Budgetary Constraints in the EMU
This paper discusses first some conceptual issues of fiscal consolidation in the European Monetary Union. It argues that fiscal consolidation has to be assessed in a broader framework and current deficits or medium-term fiscal balances are not sufficient to assess fiscal sustainability. The paper then looks at fiscal trends in Germany and discusses the various risks involved to reach the balanced budget goal of the government in the near future.
Steuerreform in Deutschland und Budgetdisziplin in der Europäischen Währungsunion
Im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspakts und der nationalen Stabilitätsprogramme spielt die Höhe des staatlichen Finanzierungsdefizits eine große Rolle. Die Auswirkungen von Konjunkturschwankungen auf das Staatsbudget (die sogenannten automatischen Stabilisatoren), qualitative Aspekte, also auf welche Weise der Defizitabbau erreicht wird und die Budgetbelastungen, die sich aufgrund der demographischen Verschlechterung ohne entsprechende Reformen längerfristig ergeben, sollten bei der Politikgestaltung aber ebenfalls berücksichtigt werden. Im Falle Deutschlands steigt das Defizit nach einer Konsolidierungsphase aufgrund der jüngsten Steuerreform zwar temporär, doch wird es – bei anhaltender Ausgabendisziplin – mittelfristig wieder sinken. Allerdings dürften Konjunkturrisiken die geplante Erreichung des Haushaltsausgleichs zeitlich verzögern. Ob die jetzt geplante Rentenreform die Haushaltskonsolidierung langfristig d.h. nachhaltig sichert, ist ebenfalls offen.
*) Willi Leibfritz, Forschungsbereich Konjunktur und Finanzmärkte, ifo Institut für Wirtschaftsforschung, München.

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Mandl*)
Encouragement of Technology Transfer – Part II: A New Programme
The last European innovation survey stated that Austrian companies are amongst the most innovative firms in Europe with regard to new or improved products. However, Austrian companies are below the European average concerning radical innovations. Therefore political efforts focus more and more on the support of technology transfer aiming at releasing the innovative potential of companies. In this context we have to take into account that successful innovations depend not only on technical issues but mostly on soft or non-technical matters and that effective collaboration between the relevant actors of the innovation system is one of the keys for radical innovation. The new technology transfer and innovation programme of the Ministry of Economic Affairs and Labour has the goal to promote radical innovation in Austria by stimulating interactions of several players.
Technologietransfer-Förderung – Teil II: Das Programm des Wirtschaftsministeriums
Die zuletzt durchgeführte Innovationserhebung der EU hat gezeigt, daß die österreichischen Unternehmen zu den innovativsten in bezug auf neue oder verbesserte Produkte in Europa zählen. Allerdings liegen die österreichischen Unternehmen unter dem EU-Durchschnitt, was radikale Innovationen anlangt. Deshalb richtet sich das Augenmerk der Politik mehr und mehr auf die Unterstützung des Technologietransfers, um das innovative Potential von Unternehmen auszuschöpfen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß Innovation nicht nur von den technischen Komponenten abhängt, sondern meist von weicheren oder nicht technischen Elementen bzw. daß das effektive Zusammenwirken der relevanten Akteure des Innovationssystems zu den Schlüsselgrößen für radikale Innovationen gehört. Das neue Technologietransfer- und Innovationsprogramm des Wirtschaftsministeriums hat sich zum Ziel gesetzt, radikale Innovationen zu fördern, indem die Interaktion der maßgeblichen Spieler forciert wird.
*) Josef Mandl, Abteilung Innovation und Technologietransfer, Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Wien.

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Pankov*)
Die Entwicklungsstrategie der russischen Außenwirtschaft – Die Beziehungen mit dem ferner Ausland bis 2015
Eines der wichtigsten Ergebnisse des Reformprozesses in der Russischen Föderation (RF) seit dem endgültigen Zerfall der UdSSR Ende 1991 ist die Transformation des Landes in eine offene Wirtschaft. Derzeit sind die Entstehung und Verwendung des russischen BIP mindestens zu 30 bis 35% mit der Außenwirtschaft verbunden. Es ist davon auszugehen, daß die Umgestaltung der Außenwirtschaft bisher tiefgreifender als die der Binnenwirtschaft war. Folglich hängen die aktuelle Situation der Volkswirtschaft und erst recht deren Perspektiven von exogenen, weltwirtschaftlichen Faktoren und Gegebenheiten ab. Vor diesem Hintergrund ist die Notwendigkeit der Ausarbeitung und konsequenten Durchsetzung einer langfristigen Entwicklungsstrategie der Außenwirtschaft der RF offensichtlich. Anfang 2000 erhielt das All-Russische Forschungsinstitut für Außenwirtschaftsbeziehungen (ARFIA) vom Wirtschaftsministerium der RF den Auftrag, einen Entwurf einer solchen Strategie zu entwickeln. Der Autor dieses Artikels war für den Teil des Entwurfs zuständig, in dem die Beziehungen der RF mit dem fernen Ausland (d.h. dem Ausland außerhalb des postsowjetischen Raumes) behandelt werden. Es soll nun seine Sicht dieser Problematik kurz skizziert werden.
Strategy for Trade Development in the Russian Federation
Approximately 35% of the national income of the Russian Federation is linked to international trade. Economic transition has advanced significantly more in the tradable sector that is exposed to international trade than in production directed toward national production and consumption. Thus, the economic situation of the Russian Federation depends heavily on exogenous factors. As a result a long-term vision for the development of external trade is crucial for the economic well-being of the Russian Federation. The author has participated in the engineering of such a strategy for the economic ministry of the Russian Federation.
*) Vladimir Pankov, Akademie für Außenhandel; Institut für Außenwirtschaftsbeziehungen im Ministerium für ökonomische Entwicklung und Handel der Russischen Föderation, Moskau.

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Rostowski*)
Unilateral Euroization in Central and Eastern Europe – Why the EU should support it
The paper sets out the benefits for the transition applicant countries of unilaterally adopting the euro before they join the EU. Arguments against euroization are considered and dismissed. The reasons given by the EU for being against euroization are analyzed and rejected. It is further argued that: (1) unilateral euroization by transition countries is preferable to the traditional route to EMU membership also from the point of view of the present members of EMU; and (2) that the Maastricht inflation criterion is unsuitable for fast growing countries and should be changed.
Warum die EU eine einseitige Euroisierung der Beitrittsländer unterstützen sollte
In diesem Beitrag werden die Vorteile für die Beitrittsländer aufgezeigt, würden sie einseitig noch vor dem Beitritt zur EU den Euro als Währung einführen. Die Argumente gegen eine solche Euroisierung werden dargelegt und verworfen. Auch die Gründe, warum die EU gegen diese Euroisierung sein sollte, werden widerlegt. Vielmehr wird gezeigt, daß auch aus der Sicht der derzeitigen EU-Mitglieder die Euroisierung der Beitrittsländer gewünscht werden müßte. In diesem Zusammenhang wird aber auch darauf hingewiesen, daß das Inflations-Kriterium von Maastricht für rasch wachsende Länder ungeeignet ist und geändert werden sollte.
*) Jacek Rostowski, Economics Department, Central European University, Budapest.

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Schneeberger*)
Austria’s Share of Highly Qualified Employees in International Benchmarking
Austria is at the bottom of the list of highly qualified employees with a share of 6.6%: this was one of the headlines on the occasion of the Stockholm European Summit. Top of the list was Sweden with a proportion of 21% higher-skilled workers. The main reason for Austria‘s poor result in this and other international comparisons of formal qualification structures is this country‘s adherence to university education in the sense of long and academically oriented study programmes (an average of seven years until the first degree is obtained). At an international level, highly diversified university systems as well as short study programmes with add-on character are predominant, for which reason other countries boast much higher university completion rates. In the future, however, it will be vital to achieve not only a more adequate formal classification of our study courses and programmes, but also structural adjustments of the post-secondary university system (e.g. by means of a credit transfer system) to safeguard a flexible labour market integration according to global standards in times of increasing university participation rates.
Österreichs Quote hochqualifizierter Beschäftigter im internationalen Benchmarking – Ein Zähl-, Image- oder ein Substandproblem?
Österreich sei EU-Schlußlicht bei hochqualifizierten Beschäftigten – so lauten Schlagzeilen. Hauptgrund für das schlechte Abschneiden Österreichs in formalen internationalen Qualifikationsstrukturvergleichen ist das Festhalten Österreichs an langen akademischen Studien. Weltweit dominieren hochdiversifizierte Universitätssysteme und kurze sowie gestaffelte Studien, wodurch sich viel höhere Quoten an Hochschulabsolventen ergeben. Es geht allerdings nicht nur um adäquatere formale Einstufungen unserer Bildungsgänge, sondern auch um Strukturanpassungen des postsekundären Studiensystems, um bei steigenden Studienquoten flexible Arbeitsmarktintegration nach globalen Standards zu gewährleisten.
*) Arthur Schneeberger, IBW - Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, Wien.

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Sennholz*)
The Languishing Euro
Economic fundamentals do not explain the weakness of the euro. There are other reasons that keep the euro in a state of chronic depression. First, the governments are using the introduction of the common currency as an opportunity to seize and confiscate funds acquired illegally. Savers of illicit savings may be seeking to avoid criminal prosecution by converting the savings into dollars. Second, millions of people outside the euro-zone are holding European currencies. A great part of these funds is circulating within the black-market economy. A lot of people holding European currencies are therefore trying to convert them into dollars. This significant stock of European currency is bound to depress the euro and lift the dollar.
Der ermattende Euro
Aus Unterschieden in den wirtschaftlichen Fundamentaldaten zwischen den USA und der EU läßt sich die anhaltende Schwäche des Euro gegenüber dem Dollar nicht erklären. Es gibt andere Gründe dafür. So bemühen sich die Staaten der Eurozone, die Umstellung dafür zu nützen, illegale Gelder in den Griff zu bekommen. Um dem zu entgehen, veranlagen viele Eigentümer solcher Gelder rechtzeitig in Dollar. Dazu kommt, daß Millionen Leute außerhalb der Euro-Zone derzeit beachtliche Geldmengen in verschiedenen europäischen Währungen (vor allem DM) besitzen. Mangelnde Information etwa in Osteuropa, die (vor allem außerhalb der Eurozone) kurzen Umtauschfristen und die Tatsache, daß ein Großteil dieser Mittel Bestandteil des Schwarzmarktes ist, verleiten ebenfalls zu einem Wechsel in den Dollar noch vor der Einführung des Euro-Bargeldes. All das drückt den Euro und stärkt den Dollar. Eine längere Umtauschfrist einerseits und eine großzügigere Handhabung betreffend die Meldepflicht der Banken (in Hinblick auf illegale Gelder) hätte hier dem Kurs des Euro helfen können.
*) Hans F. Sennholz, Consultant, Author, and Lecturer of Austrian Economics, Grove City, PA.

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Shostak*)
Diversification and the Modern Portfolio Theory – An Austrian View
According to the of modern portfolio theory diversification is the key to the creation of the best possible consistent returns. We argue that one must focus on the profitability of the investments in a portfolio, before one considers their contribution to the portfolio’s diversification. Whilst we agree with the general principle of diversification, we believe that the profitability of an individual investment should be the primary consideration for the investor.
Diversifizierung und die moderne Portfoliotheorie
Vertreter der modernen Portfoliotheorie sehen in der Diversifizierung den Schlüssel für die optimale Sicherung nachhaltiger Erträge. Es erscheint aber als notwendig, daß man sich auf jeden Fall die Gewinnträchtigkeit der in einem Portfolio enthaltenen Geldanlagen/Investments genau ansieht, bevor man deren Beitrag zur Diversifizierung des Portfolios abschätzt. Auch wenn das Prinzip der Diversifizierung im Prinzip anerkannt wird, glauben wir, daß doch die Gewinnchancen der einzelnen Veranlagungen bei den Investitionsentscheidungen im Vordergrund stehen müssen.
*) Frank Shostak, Consulting economist, St.Ives/Sydney.

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Wagner*)
Why is Education Not Discussed?
If education in Austria is discussed at all, it is always in relation to teaching jobs, adult education and, recently, school discipline. Thorough reform towards the information society is not even considered. Especially important are the effects of holistic concentration on emotional cognitive and social intelligence in early childhood, since, in future, work, leisure and social integration will not be sparated. Future educational models will integrate self-organisation and institutional offers. A self-determining society has to prepare for this. Yet to do so it must now radically change its educational system both temporarily and structurally. And that from earliest childhood onwards.
Warum werden bildungspolitische Fragen nicht diskutiert?
Wenn überhaupt, wird Bildung in Österreich unter den Aspekten Lehrarbeitsplatzsicherung, Erwachsenenschulung und neuerdings Schuldisziplin diskutiert. Jedwede gründliche Reform in Richtung Informationsgesellschaft ist nicht einmal angedacht. Dabei ginge es vor allem um die frühkindlichen Prägungen mit einer holistischen Konzentration auf die emotionalen kognitiven und sozialen Intelligenzen, weil zukünftig Arbeit, Freizeit und soziale Integration nicht mehr als bisher auseinanderfallen. Das Bildungsmodell der Zukunft wird ein Integral von Selbstorganisation und Institutionenangebot darstellen, das Bildungsmärkte mit starken Eigeninteressen konkurrenzieren werden. Eine sich selbst bestimmende Gesellschaft müßte sich darauf vorbereiten. Das wird sie allerdings nur können, wenn sie umgehend ihr Bildungswesen radikal sowohl temporär als strukturell verändert. Und von früher Kindheit an.
*) Manfred Wagner, Institut für Kultur- und Geistesgeschichte, Universität für angewandte Kunst, Wien.

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© Letzte Aktualisierung: 29.12.2004