Wirtschaftspolitische Blätter

Die Beiträge kurz skizziert in alphabetischer Reihenfolge in englischer und deutscher Sprache

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Achatz*)
The Austrian Tax Law for Foundations
Austrian tax law grants a preferential tax status to legal entities, that promote public, charitable or church purposes. Also foundations established according to the rules of the Privatstiftungs-Act or according to the Bundesstiftungs- und Fonds-Actz enjoy the preferential status. This article deals with capital transfer tax exemptions and reductions that are granted when creating a foundation. Furthermore the limited tax liability for corporate income is described. Compared to other favoured entities (e.g. registered societies) special questions in the field of capital transfer tax with grants to beneficiaries and revoking a foundation are discussed.
Die gemeinnützige Stiftung im Abgabenrecht
Der Beitrag behandelt die steuerlichen Konsequenzen der gemeinnützigen Stiftung. Dargestellt werden die steuerlichen Folgen bei Vermögenszufuhr an die Stiftung, die laufende Besteuerung im Bereich der Körperschaftsteuer, die Besteuerung der Zuwendungen durch die Stiftung sowie die steuerlichen Konsequenzen der Aufhebung einer gemeinnützigen Stiftung. Der Beitrag bezieht sich dabei sowohl auf die gemeinnützige Privatstiftung wie auch auf die gemeinnützige Stiftung nach dem Bundesstiftungsrecht. Im Vergleich zu anderen gemeinnützigen Rechtsträgern stellen sich insbesondere Fragen der Erbschafts- und Schenkungssteuer bei Vermögenszufuhr an die Stiftung, bei Zuwendung an Begünstigte und im Fall der Aufhebung der Stiftung. Im Vergleich zur nicht gemeinnützigen Stiftung genießt die gemeinnützige Stiftung jedenfalls einen abgabenrechtlich begünstigten Status, sieht man von der Kapitalveranlagung in bestimmte endbesteuerte Werte ab.
*) Markus Achatz, Abteilung Finanz- und Steuerrecht, Universität Linz.

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Badelt*)
Nonprofit Organizations and the State – Mutual Expectations and Conflicts
The paper starts by drawing an empirical picture of the size and the composition of the nonprofit sector in Austria. Thus, the significant economic and social role of the nonprofit sector in Austria is illustrated, a fact, wich has not received sufficient recognition in the public so far. Yet, the nonprofit sector is strongly tied with the state, expecially with regard to the financing sources of nonprofit organizations (NPOs). Given this background the paper describes the various expectations public policy has towards the nonprofit sector. In particular, NPOs are expected to provide public services on behalf of the state, they are pressed to increase efficiency and they are expected to create new employment. On the other side, also NPOs formulate expectations towards the state, they hope to receive reliable financing, but, at the same time, insist on staying as independent as possible.
Nonprofit Organisationen und der Staat – Wechselseitige Ansprüche und Widersprüche
Im Beitrag wird zunächst ein empirisches Bild des Nonprofit Sektors in Österreich gezeichnet. Der Nonprofit Sektor stellt sich dabei als sozial und wirtschaftlich relevantes Teilgebiet der Ökonomie dar, das bisher zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat. Allerdings ist der Nonprofit Sektor auf vielfache Weise mit dem Staat verbunden: insbesondere kommt ein großer Teil der Einnahmen von Nonprofit Organisationen direkt oder indirekt von der öffentlichen Hand. Vor diesem Hintergrund werden die wichtigsten Ansprüche formuliert, die die Wirtschaftspolitik an die Nonprofit Organisation richtet. Dazu zählen die Übernahme staatlicher Aufgaben, die Steigerung der Effizienz in der Leistungserstellung und die Schaffung von Beschäftigung. Diesen Ansprüchen stehen die Hoffnungen der Nonprofit Organisationen gegenüber, einerseits eine verläßliche Finanzierung ihrer Aktivitäten durch den Staat zu besitzen, andererseits aber auch ein hohes Maß an Unabhängigkeit zu erhalten.
*) Christoph Badelt, Abteilung für Sozialpolitik, Wirtschaftsuniversität Wien.

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Dullinger/Haider*)
Position, Function and Qualification of Environmental Managers
According to the EMAS-regulation every validated enterprise has to install a so-called environmental manager responsible for the implementation as well as maintenance of the scheme. An evaluation within all Austrian validated companies aimed at describing their ability to fulfil these requirements. The main issues were the position of these environmental managers – are they in a high or low hierarchical level, do they hold a panel or line function. A second topic was the function, treating the main tasks like controlling, information, coodination, documentation and/or innovation. last but not least was qualification with the major questions concerning the kinds of education of environmental managers and the different ways they keep themselves up to date in thematic and social competence.
Umweltmanagementvertreter – Position, Funktion und Qualifkation in Österreich
Das Umweltmanagementsystem nach der EMAS-VO wurde erst kürzlich umfassenden Änderungen unterzogen. Es stellt sich daher die Frage, wer in den validierten Unternehmen in Österreich die Zuständigkeit für dieses System innehat und wie es um die Kompetenz und den Einfluß dieser Managementvertreter im Unternehmen bestellt ist. Im Zuge einer Untersuchung des Institutes für Betriebliche und Regionale Umweltwirtschaft der Universität Linz wurden die Position, Funktion und Qualifikation von Umweltmanagementvertetern erhoben, um zu ermitteln, wie weit die zuständigen Personen geeignet sind, die an sie gerichteten Aufgaben zu erfüllen.
*) Martina Dullinger, Institut für Betriebliche und Regionale Umweltwirtschaft, Universität Linz;
Petra Haider, Institut für Betriebliche und Regionale Umweltwirtschaft, Universität Linz.

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Kraus*)
The Rules for Take Over in Family Businesses in the Light of the Austrian Law for Private Foundations
The influence of the Austrian law for private foundations on the take over in family businesses is analysed theoretically as well as practically. Important aspects for the analysis are: continuity, the large variety of take over solutions, the maintenance of the enterpreneurial vision, family harmony vs. business success, the objective selection of the succeeding management, and psychological resistance against the take over.
Die österreichische Privatstiftung in den Nachfolgeregelungen von Familienunternehmen – Praktische Erfahrungen
Die Rolle der österreichischen Privattiftung für Nachfolgeregelungen wird unter mehreren Aspekten zuerst theoretisch und dann praktisch beleuchtet. Das Nachfolgeproblem wird aus dem Blickwinkel der Kontinuität der Vielfalt der Nachfolgemöglichkeiten, der Fortführung der unternehmerischen Vision, dem Spannungsfeld aus Familienharmonie und Unternehmenserfolg, der objektiven Wahl eines Unternehmensnachfolgers und den psychologischen Widerständen betrachtet.
*) Christoph Kraus, Kathrein & Co Privatgeschäftsbank AG; Wien.

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Mrsic/Kocher/Sutter*)
Publish or Perish – The Status of Single Countries in Economic Research
We analyse the status of single countries in economic research by comparing publications in leading journals of economics. Concentrating on research productivity and taking ten leading yournals, we find that nearly 80% of all articles are published by economists that are affiliated with U.S. institutions. The United Kingdom and Canada each account for 5%, and the remaining 10% is mainly contributed by continental European and Israeli economists. When input factors of resarch are taken into account in order to arrive at measures of productivity, the picture that emerges changes completely. Israel clearly takes the lead and many smaller European countries, among them also Austria, fare excellently.
Publish or Perish – Der Anteil einzelner Staaten an der ökonomischen Forschung
Der vorliegende Beitrag analysiert den Stellenwert einzelner Staaten in der internationalen ökonomischen Forschung anhand von Publikationen in führenden Fachzeitschriften, wobei das Hauptaugenmerk auf der Forschungsproduktivität liegt. Betrachtet man die letzten 20 Jahre, so stammen fast 80% aller Artikel in zehn führenden ökonomischen Zeitschriften von Ökonomen, die an einer US-amerikanischen Universität beschäftigt sind. Weitere 5% entfallen jeweils auf das Vereinigte Königreich und Kanada, die restlichen 10% auf den Rest der Welt (vor allem Kontinentaleuropa und Israel). Gewichtet man allerdings diese Ergebnisse mit Imputgrößen, um ein Maß für die Forschungsproduktivität zu erhalten, so ergibt sich ein völlig anderes Bild. Israel wird zum führenden Staat in ökonomischer Forschung und viele kleinere europäische Staaten, unter ihnen auch Österreich, schneiden ausgezeichnet ab.
*) Martin Kocher, Institut für Finanzwissenschaft, Universität Innsbruck;
Robert Mrsic, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Universität Innsbruck;
Matthias Sutter, Institut für Finanzwissenschaft, Universität Innsbruck.

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Reiterer*)
Europe and Asia after September 11, 2001 – New Challenges
The terrorist attacks on the United States created additional political and economic challenges for Europe in Asia, these challenges are analysed using a few selected economic parameters. Taking into account the successful launch of the WTO development agenda in Doha the importance of growing cooperation and integration especially in East Asia, useing ASEAN as a nucleus, is examined. The need for a common European foreign and foreign trade policy is underlined.
Europa und Asien nach dem 11. September 2001 – Neue Herausforderungen
Die sich für Europa in Asien ergebenden politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen werden vor dem Hintergrund der Terrorattacken auf die USA anhand ausgewählter wirtschaftlicher Indikatoren analysiert. Die Bedeutung der sich speziell in Ostasien verdichtenden Zusammenarbeit der Staaten, fokussiert um ASEAN, wird angesichts des erfolgreichen Starts einer WTO-Entwicklungsagenda in Doha untersucht und die Notwendigkeit einer einheitlichen europäischen Außen- und Außenwirtschaftspolitik unterstrichen.
*) Michael Reiterer, Europäische Kommission, GD für Auswärtige Beziehungen, Brüssel.

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Schneeberger*)
Highest Rate of Young Persons in Vocational and Technical Education and Training (VOTEC) Due to Institutional Diversification
The comments to Stoeger/Winter-Ebmer Fewer Apprentice Positions in Austria: Are Structural Effects Responsible? start with the empirical evidence of the long term declining rates of appreticeship training places in companies in Austria and deal with explanations and consequences of this trend. The author underlines the impact of the strongly expanding institutional offer of vocational and technical upper secondary colleges and the ongoing high rate of young persons attending and completing VOTEC.
Höchster Anteil von Jugendlichen in beruflicher Bildung durch Diversifikation – Kommentar zu "Weniger Lehrplätze in Österreich – sind Struktureffekte verantwortlich?" (Stöger/Winter-Ebmer)
Der Kommentar setzt beim Befund langfristig rückläufiger Ausbildungsbetriebsquoten an und thematisiert im Anschluß an von Stöger/Winter-Ebmer aufgeworfene Fragen Ursachen und Auswirkungen dieser Veränderungen. Aufgrund institutioneller Diversifikation des Berufsbildungsangebotes sinkt die berufliche Abschlußquote seit den 70er Jahren nicht, sondern markiert einen internationalen Spitzenwert.
*) Arthur Schneeberger, IBW – Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, Wien.

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Steindl*)
Foundations Seen From A Legal Historical View
In the face of rising social tensions and collapsing family structures in traditional urban and rural communities some strategists suggest a revival of an old institutional model: public foundations and trusts. These are expected to engender a new type of self-organization on the local level. A look back suggests that such normative blueprints cannot meet expectations as they tend to shore-up existing patterns and do not nurture the social and public entrepreneurship and good governance necessary in times of great change.
"Armaturen der Moderne" – Ein rechtshistorischer Kommentar
Angesichts der wachsenden sozialen Spannungen und des Zerfalls traditioneller Gemeinschaften in Stadt und Land wird von vielen Seiten eine Renaissance der Organisationsform Stiftung propagiert. Community Foundations sollen die lokale Selbstverwaltung erneuern und zukunftsträchtige Modelle solidarischen Zusammenlebens entwickeln. Das gemeinnützige, gemeinrechtliche Erbstück aus dem Fundus der mittelalterlichen Kanonistik scheint sich, so vermutet der Rechts- und Wirtschaftshistoriker, für Blaupausen wenig zu eignen. Denn es verstärkt die Beharrungstendenzen und blockiert Innovationen. Wer einen Kompaß für Reisen in die Zukunft sucht, kann auf Orientierungshilfe hoffen.
*) Harald Steindl, Abteilung für Rechtspolitik, Wirtschaftskammer Österreich, Wien.

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Stöger/Winter-Ebmer*)
Fewer Apprentice Positions in Austria – Are Structural Effects Responsible?
The number of apprentice positions in Austrian firms as well as the number of training firms declined in the last two decades. Although there are significant differences between industries, regions and types of firms in terms of the demand for apprentices, the decline in apprenticeship positions cannot be explained by structural change in the economy. The reason lies rather with a general decline in attractiveness of apprenticeship training, be it from the part of the associated youths or the training firms.
Weniger Lehrplätze in Österreich – Sind Struktureffekte verantwortlich?
Die Anzahl an Lehrausbildungsplätzen sowie die Anzahl an Firmen, die in Österreich Lehrlinge ausbilden, ist in den letzten beiden Jahrzehnten zurückgegangen. Obwohl es starke Unterschiede in einzelnen Branchen, Regionen und Firmentypen gibt, können die Ursachen für den Rückgang nicht in Strukturverschiebungen der österreichischen Wirtschaft gesehen werden, sondern müssen mit einem Rückgang der Attraktivität von Lehrausbildung – sowohl seitens der Lehrbetriebe als auch der Lehrlinge selbst – in Zusammenhang stehen.
*) Klaus Stöger, Institut für Volkswirtschaftslehre, Universität Linz;
Rudolf Winter-Ebmer, Institut für Volkswirtschaftslehre, Universität Linz, und Wirtschaftsforschungsinstitut, Wien.

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Strachwitz*)
The German Foundations
Though they are not very well funded German foundations fulfil important tasks regarding public welfare. They provide sponsoring and grants, and in recent years initiated certain projects in particular areas. Several legal forms of foundations are authorized in Germany. Foundations can be set up by private entities, federal government, states, and municipalities alike. Only recently foundations did find some attention in the public debate. Public interest in foundations was relatively limited before.
Das Stiftungswesen in Deutschland
Die deutschen Stiftungen erfüllen wichtige Aufgaben für das Gemeinwohl, obwohl sie über vergleichsweise geringes Kapital verfügen. Der Trend geht hin zu Stiftungen, die fördern und Projekte selbst initiieren. Nicht nur Privatpersonen und Unternehmen, sondern auch der Bund, die Bundesländer und Städte gründen Stiftungen, die ganz unterschiedliche Rechtsformen haben können. In Deutschland hat es bislang wenig grundsätzliche Diskussion über die Existenzberechtigung von Stiftungen gegeben. Erst in den letzten Jahren erfahren sie die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, die ihnen zukommt.
*) Rupert Graf Strachwitz, Maecenata Institut, Berlin.

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Toepler*)
New Money, New Criticisms – Assessing the U.S. Foundation Debate in the 1990s
The U.S. foundation community has recently experienced a period of financial growth and expansion that is unparalleled in recent history. This growth has led to increased public interest and a surge of new criticism. At the heart of the current debate lies a battle over the roles that foundations should perform in society. So far, however, the new resources available to foundations are not being matched with new ideas about what foundations should be doing. This article details the current scope, reasons for recent growth and key strands of criticism before discussing four key social roles of foundations. The article concludes with a brief assessment of implications for the managerial orientation of foundations.
Neue Mittel, Neue Kritik – Zur aktuellen amerikanischen Stiftungsdiskussion
Das amerikanische Stiftungswesen hat besonders in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre eine ungewöhnliche finanzielle Expansionsphase durchschritten, die das öffentliche Interesse an Stiftungen wieder anstiegen ließ. Dies hat gleichsam aber ebenfalls zu einer neuen Welle kritischer Reflektion geführt, die darauf hindeutet, daß auch in den USA noch kein einheitlicher Konsens über die grundlegende gesellschaftliche Rolle von Stiftungen erreicht worden ist. Dieser Beitrag bespricht das Ausmaß und die Gründe für das Wachstum im Stiftungsbereich sowie die wesentlichsten Kritikstränge und schließt mit einer Diskussion der gesellschaftlichen Rollen, die gemeinhin angeführt werden, und einem Ausblick auf Anforderungen für das Stiftungsmanagement.
*) Stefan Toepler, Institute for Policy Studies, John Hopkins University, Baltimore, MD.

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© Letzte Aktualisierung: 29.12.2004