Wirtschaftspolitische Blätter   4/2003

Die Beiträge kurz skizziert in englischer und deutscher Sprache

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Chaloupek*) JEL No F16, F22, J61
Kommentar: Globalisierung und Arbeitsmärkte – Verteilungs- und Beschäftigungswirkungen
Der Beitrag behandelt mögliche Auswirkungen der Globalisierung auf die Arbeitsmärkte über den internationalen Warenhandel sowie über Wanderungsbewegungen. Bei wechselseitig einigermaßen gleichgewichtiger Expansion des Außenhandels sollten Beschäftigung, Lebensstandard und Wettbewerbsfähigkeit in den Industrieländern generell nicht negativ betroffen sein. Hingegen wären die negativen Auswikungen einer Liberalisierung der internationalen Arbeitskräftewanderung auf Beschäftigung und Lohnhöhe in den Hochlohnländern beträchtlich.
Commentary: Globalisation and Labour Markets - Effects on Distribution and Employment. A Survey of the Theoretic Literature.
This paper deals with various effects of globalisation on the labour market, trade and migration flows. A balanced growth of trade should not have a negative impact on economic growth, employment, living standards and competitiveness. On the other hand a free movement of labour would have strong effects on employment and wages in industrial countries.
*) Dr. Günther Chaloupek, Leiter, Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik, Bundesarbeiterkammer (BAK), Wien

Karayiannis*) JEL N° B31, M13
Entrepreneurial functions and characteristics in a proto-capitalist economy: The Xenophonian entrepreneur
The present paper analyzes the various ideas, arguments and policy suggestions of Xenophon on the issue of entrepreneurship, and demonstrates that he had already recognized the role of the entrepreneur as a leading force in the free market economy that existed in the proto-capitalist environment of ancient Greece. While not actually using modern economic terminology, Xenophon nonetheless adequately described the fundamental role of the head of enterprise and distinguished it from those roles played by other economic agents, such as the labourer and the pure capitalist. Moreover, several modern concepts and theories regarding the appropriate treatment of labourers, under the function of specific material motives, in order to increase voluntarily their work effort, can be seen to have Xenophon as their real predecessor.
Aufgabe und Charakteristika von Unternehmern in einer protokapitalistischen Wirtschaft: Das Unternehmerbild nach Xenophon.
Dieser Beitrag analysiert die verschiedenen Ideen und wirtschaftspolitischen Empfehlungen von Xenophon in Bezug auf die Rolle des Unternehmers in der Gesellschaft. Er zeigt in seinem Arbeiten deutlich die Bedeutung des Unternehmers und seiner Rolle in einer freien Marktwirtschaft, in dem es um ein gesellschaftliches Miteinander, aber auch deutliche Abgrenzungen zu anderen Marktteilnehmern wie der Arbeitnehmer und den reinen Kapitalisten geht. Es wird gezeigt, dass viele moderne Managementtheorien der Mitarbeitermotivation und –steuerung auf Xenophon zurück gehen.
*) Prof. Dr. Anastassios D. Karayiannis, University of Piraeus, Greece

Kronberger*) JEL No F16, F22, J61
Kommentar: Globalisierung und Arbeitsmärkte – Verteilungs- und Beschäftigungswirkungen
Internationaler Dienstleistungshandel und temporäre Migration
Die Mainstream-Diskussion zu internationalem Handel und Faktorbewegungen hat ihren Schwerpunkt primär auf Warenhandel und permanenter Migration. In diesem Beitrag wird auf die besondere Form der temporären Migration im Zusammenhang mit dem Dienstleistungshandel Bezug genommen, die im General Agreement on Trade in Services (GATS) der Welthandelsorganisation unter der Erbringungsart "Präsenz natürlicher Personen" erfasst ist. Bislang vorliegende ökonomische Modelle vermögen es nicht, die Effekte der GATS-Liberalisierung umfassend abzubilden, da u.a. die betrachteten Märkte sehr segmentiert sind. Die Politik sollte ihr Augenmerk zuerst auf den erfolgreichen Abschluss von Übergangsregelungen für den freien Personenverkehr zwischen Österreich und den EU-Beitrittsländern richten, bevor weitere Liberalisierungen im Personenverkehr unter GATS angegangen werden.
Commentary on globalisation and Labour Markets: International Trade in Services and Temporary Migration
The mainstream on international trade and factor movements concentrates on trade in goods and permanent migration. The comment deals with trade in services and temporary migration. This trade form is also covered by the General Agreement on Trade in Services within the multilateral framework of WTO under mode 4. Accurate and concise economic models on mode 4 are not yet available, since - inter alia - markets are too segmented. Therefore, the policy advice of such models has to be interpreted cautiously. Politicians should focus on the closing of an adequate transitional regulation of the movement of persons between Austria and the new EU members before taking further steps of mode-4 liberalization.
*) Dr. Ralf Kronberger, Abteilung für Finanz- und Handelspolitik, Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Wien

Kubin/Rosner*) JEL No F11, F16, F22
Globalisierung und Arbeitsmärkte: Verteilungs- und Beschäftigungswirkungen
Thesen zur theoretischen Literatur

Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über Beschäftigungs- und Verteilungswirkungen, die sich bei verstärktem Güterhandel und/oder bei verstärkter Faktormobilität ergeben können. Theoretischer Bezugsrahmen ist dabei die neoklassische Außenhandeltheorie und ihre modernen Erweiterungen, die insbesondere auch Arbeitsmarktunvollkommenheiten berücksichtigen. Abschließend werden auch stilisierte Schlussfolgerungen für Österreich gezogen.
Globalisation and labour markets: Effects on distribution and employment. A survey of the theoretic literature
The present contribution surveys possible employment and distribution effects of intensified international trade and/or stronger factor mobility. The argumentation is set within the frame of neoclassical trade theory and its modern extension which explicitly account for labour market rigidities. Finally, some stylized conclusions for Austria are drawn.
*) Univ. Prof. DDr. Ingrid Kubin, Institut für Volkswirtschaftslehre und Politik, Abteilung für Außenwirtschaft und Entwicklungsplanung, Wirtschaftsuniversität Wien
Ao Univ. Prof. Mag. Dr. Peter Rosner, Institut für Wirtschaftswissenschaften, Universität Wien, Wien

Lehner*) JEL No L16, F23, F43
Globalisierung und Unternehmen
Die Globalisierung wird immer stärker zum bestimmenden Faktor für die weltwirtschaftliche Gesamtsituation. Sie ist für ein Unternehmen immer mehr gleichzeitig eine schmerzhafte Herausforderung und eine positive Chance. Dies wird im vorliegenden Beitrag am Beispiel des Textilkonzerns Linz Textil Holding AG gezeigt.
Globalisation and Enterprises
Globalisation is becoming the determining factor for universal economic developments around the world. It is increasingly emerging as a combination of challenge and opportunity at the enterprise level. The following article describes these shifting conditions by using an example from the textile sector; namely, Linz Textil Holding AG in Austria.
*) Konsul Dr. Dionys Lehner, CEO, Linz Textil Holding AG, Linz

Nauschnigg*) JEL No E42, F32, F33, F34, F43, G15, H26, O16
Globalisierung und Kapitalverkehr: Kapitalverkehrsliberalisierung
Entwicklung und Rahmenbedingungen der internationalen Finanzströme seit dem 19. Jahrhundert und die Zu- und Abnahme der globalen Integration werden kurz dargestellt. Auf die wirtschaftlichen Effekte der Kapitalverkehrsliberalisierung wird eingegangen. Probleme bestehen durch ungleiche regionale und zeitliche Verteilung der Finanzströme sowie Instabilitäten auf den Finanzmärkten, mit einem Anstieg der Zahl der Finanzkrisen. Zur Lösung des Problems des Steuerwettbewerbs wird eine "Steueroasen-Transaktionsteuer" vorgeschlagen. Einige Reformvorschläge zur Prävention und Lösung von Finanzkrisen werden vorgestellt.
Globalisation and Capital Movement: Capital Movement Liberalisation
The development and framework for international capital flows and the ups and downs of global integration since the nineteenth century are presented. The economic effects of capital movement liberalisation are shown. Problems exist because of the uneven distribution of capital flows in time and space, as well as increased instability in the financial markets with an increase in financial crisis. A "transaction tax for tax heavens" as a solution for the problem of tax competition is proposed. Some Reform proposals for preventing and solving financial crisis are mentioned.
*) Franz Nauschnigg, Abteilungsleiter, Abteilung für Integrationsangelegenheiten und internationale Finanzorganisationen, Österreichische Nationalbank (ÖNB), Wien

Noll*) JEL No K2
Strategische Interaktionen bei Konventionalstrafen
Angesichts der enormen Verbreitung in der Vertragspraxis sowie der Fülle an Entscheidungen der Rechtsprechung ist es verwunderlich, wie wenig sich sowohl die juristische als auch (zumindest deutschsprachige) ökonomische Forschung mit Konventionalstrafen beschäftigt. Als Fortsetzung eines früheren Beitrags (Noll, 2002a) soll das Augenmerk der Analyse nunmehr weniger auf die jeweils eigene Gewinnmaximierung der beteiligten Parteien gelegt werden, sondern eher auf die strategische Situation, die daraus entsteht, dass die Interessen der Parteien einander im Extremfall diametral entgegengesetzt sein mögen. Grundlage der Analyse wird ein spieltheoretisches Modell sein, aus welchem in gleicher Weise rechtspolitische Empfehlungen wie auch Hinweise für die Wirtschaftspraxis gefolgert werden können.
Strategic interactions with conventional penalties
Considering the widespread use of conventional penalty agreements as well as the amount of case law it surprises that there hardly is research on that subject (at least in the german-speaking branch of economics). In this paper we continue the analysis started in a former issue. We have already found that contractual penalties increase incentives for diligence and lead to higher prices. Both can be beneficial as an indiviual means of risk-allocation. But now we use a game-theoretic approach to analyse possibilities for strategic behaviour. Several constellations of parameters are considered in order to determine each player's optimal strategy. Even some political conclusions regarding optimal adjucation will be drawn since the model makes up for the circumstance that legally granted indemnities could be used instead of contractual penalties.
*) Univ. Ass. Mag. DDr. Jürgen Noll, Lehrstuhl für Industrie, Energie und Umwelt, Institut für Betriebswirtschaftslehre, Universität Wien, Wien

Raffer*) JEL No F0, B5
Kommentar: Globalisierung und internationaler Handel
Die widersprüchliche Argumentationslinie Prof. Sieberts wird kritisiert, die ein und dasselbe Modell je nach Bedarf als realistisch oder unrealistisch bezeichnet, stets um einen ideologischen Freihandelsoptimismus "stützen" zu können. Das Papier präsentiert logische Argumente und theoretische Vorbehalte gegen die unkritische, neoliberale These, der real existierende Weltmarkt entspräche dem Lehrbuchmarkt und man könne daher aus diesem einfach wirtschaftspolitisch sinnvolle Handlungsanweisungen ableiten, zeigt die Schwächen und Doppelstandards der WTO auf, die diese als Regelsystem disqualifizieren, sowie die durch Liberalisierung des Kapitalverkehrs ausgelösten Katastrophen. Es zeigt, dass sich die These globaler Konvergenz nicht aus Sieberts Argumenten ableiten läßt.
Globalisation and International Trade: Some Critical Remarks
The contradictory way of Prof. Siebert’s argumentation is criticised. Depending on his needs he declares one and the same model to represent reality or to be totally unrealistic, always in order to "support" an ideologically determined freetradism. This paper presents logical arguments and theoretical caveats against the uncritical neoliberal assertion really existing global markets would be identical with textbook markets, which would thus be useful blueprints for prudent economic policies. It shows the deficiencies and double standards of the WTO that disqualify it to be an appropriate rule based framework for the global economy, and it discusses the crashes brought about by capital account liberalisation. It shows that the thesis of global convergence is not proved by Siebert’s arguments.
*) Ao Univ. Prof. DDr. Kunibert Raffer, Institut für Wirtschaftswissenschaften, Universität Wien, Wien

Schuh*) JEL No F02, F23, L19
Kommentar: Globalisierung und Unternehmen -Reaktionsstrategien von Unternehmen auf Chancen und Herausforderungen in globalen Märkten
Im vorliegenden Kommentar zum Beitrag von Springer und Rufera wird eine differenziertere Sichtweise bei der Behandlung von Globalisierungsstrategien eingefordert. Das Umwelt-Strategie-Struktur-Paradigma wird als Leitkonzept für die betriebswirtschaftliche Globalisierungsforschung vorgestellt. Konzepte wie das Integration-Responsiveness-Grid und das der Globalisierungstreiber erlauben eine differenzierte Analyse der Globalisierungsbetroffenheit auf Geschäftsebene. Zur Abgrenzung der Globalisierungsstrategie von traditionellen Internationalisierungsstrategien ist auf ein mehrdimensionales Konstrukt zurückzugreifen. Im Gegensatz zur vorherrschenden Meinung steht dem Management im multinationalen Unternehmen (MNU) eine Vielfalt an Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Die organisatorische Umsetzung von Globalisierungsstrategien wird als größte aktuelle Herausforderung erkannt.
Commentary: Globalization and Firms - Reactive strategies of firms to cope with chances and challenges in global markets
Springer and Rufera offer a general framework to explain the response strategies of firms towards globalization – at the expense of a more differentiated view. This article adds a few key concepts and gives comments upon statements of the authors. The "environment – strategy – structure"-paradigm is presented as the dominant inquiry perspective of international business and management researchers when studying globalization. Frameworks such as the "integration – responsiveness"-grid or the "globalization drivers" allow a profound analysis of the impact of globalization at the level of the single business. In order to distinguish between the global and the common international strategy a multi-dimensional construct is necessary. In contrast to the opinion of the authors, management can choose among a variety of responses to the increasing globalization of industries. The implementation of a global strategy is currently seen as the largest challenge for the management in MNCs.
*) Ass. Prof. Mag. Dr. Arnold Schuh, Institut für Absatzwirtschaft – Abteilung Marketing, Wirtschaftsuniversität Wien, Wien

Siebert*) JEL No F0
Globalisierung und Internationaler Handel: Dimensionen, Ängste und Chancen
Der Artikel analysiert die Dimensionen der Globalisierung und setzt sich mit den fünf prominentesten Ängsten der Globalisierungsgegner auseinander, nämlich, dass internationaler Handel mit Wohlstandsverlusten einhergeht, dass die Arbeitnehmer verlieren, dass die Entwicklungsländer Wohlstand einbüßen, dass der Nationalstaat verschwindet und dass die Globalisierung zwangsläufig mit Währungs- und Finanzkrisen verbunden ist. Ferner zeichnet der Beitrag die Konturen einer zukünftigen "global governance" auf.
Globalization - Dimensions, Fears and Opportunities
The paper analyzes the dimensions of globalization and discusses the five most prominent fears of anti-globalizationers, namely that the international division of labor implies a welfare loss, that workers lose, that the well-being of developing countries is reduced, that the national state vanishes and that globalization necessarily leads to currency and financial crises. Furthermore, the outline of a future system of governance for the world economy is drawn.
*) Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Siebert, Institut für Weltwirtschaft, Universität Kiel, Deutschland

Spahn*) JEL No E6, F2, F3, H2, H3
Globalisierung und Kapitalverkehr: Devisentransaktionssteuer - Wechselkursstabilisierung oder "neues Finanzinstrument"?
Eine Devisentransaktionssteuer soll zwei Zielen dienen: der Wechselkursstabilisierung und der Erschließung neuer Finanzierungsquellen für "globale öffentliche Güter". Dieser Zielkonflikt lässt sich auflösen, indem der klassischen Tobin-Steuer, die zur Stabilisierung von Wechselkursen ungeeignet ist, eine speziell auf die Stabilisierung von Preisschwankungen zugeschnittene Zusatzsteuer zugeordnet wird. Die Tobin-Steuer hat dann rein fiskalische Ziele. Der Aufsatz diskutiert einige der mehr technisch-administrativen Probleme, die bei der Konzeption und Implementierung einer Devisentransaktionssteuer auftreten.
Globalisation and Capital Movement: Tax on foreign exchange transactions - Exchange-rate stability, or "new financial instrument"?
A tax on foreign exchange transactions is supposed to serve two purposes: the stabilization of exchange rates, and the exploitation of new sources of finance for "global public goods". This conflict of objectives could be resolved by supplementing the Tobin tax, unsuited for the stabilization of exchange rates, by a surcharge that is tailored to stabilizing prices in foreign exchange markets. The Tobin tax would then assume purely fiscal purposes. The paper discusses some of the more technical and administrative problems that must be considered when implementing a tax on foreign exchange transactions.
*) Prof. Dr. Paul Bernd Spahn, Universitätsprofessor, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Goethe-Universität, Frankfurt, Deutschland

Springer/Rufera*) JEL No F15, F21, F23
Globalisierung und Unternehmen: Reaktionsstrategien von Unternehmen auf Chancen und Herausforderungen in globalen Märkten
In diesem Beitrag wird die Globalisierung aus Sicht von Unternehmen bewertet. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass eine fortschreitende Globalisierung die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln grundsätzlich und nachhaltig ändert. Nach einer Definition der Globalisierung werden jene Faktoren diskutiert, welche die Globalisierung beschleunigen oder hemmen. Ein wesentliches Ergebnis der Wirkung dieser Faktoren ist eine verschärfte Wettbewerbssituation für Unternehmen. Aus globalisierungsbedingten Chancen und Risiken für Unternehmen werden Reaktionsstrategien abgeleitet und nach den Entscheidungsfeldern wettbewerbsstrategische Ausrichtung, Internationalisierungspfad, Standardisierung versus Differenzierung des Marketingkonzeptes und Organisation von Unternehmen besprochen.
Globalization and Firms: Reactive strategies of firms to cope with chances and challenges in global markets
In this article the globalization will be evaluated from a firm’s perspective. The authors assume that a progressing globalization will change the framework for firms in principle and sustainable. After having defined globalization those factors will be discussed which accelerate or decrease globalization. An essential result of the impact of these factors is a more intense competitive situation for firms. Chances and risks of globalization lead to reactive strategies which are going to be discussed according to the decision areas competitive positioning, internationalization track, standardization versus differentiation of the marketing conception and organization of the firm.
*) Prof. Dr. Reiner Springer, Leiter, Institut für Betriebswirtschaftslehre des Außenhandels, Wirtschaftsuniveristät Wien, Wien
Dr. Stefan Rufera, Universitätsassistent, Institut für Betriebswirtschaftslehre des Außenhandels, Wirtschaftsuniveristät Wien, Wien

Zotter*) JEL No E6, F2, F3, H2, H3
Kommentar: Globalisierung und Kapitalverkehr
Sowohl bei Integrations- und Liberalisierungsschritten als auch bei Reregulierungs- und Sta-bilisierungsschritten ist das Wie, der Weg für den Erfolg des Unterfangens von Bedeutung. Die Reihenfolge der Schritte und das makroökonomische Umfeld entscheiden darüber, ob die Umsetzungsmaßnahmen zur Stabilisierung beitragen können, oder ob sie zu mehr Krisenanfälligkeit führen. Je höher die makroökonomische Volatilität, desto kostenintensiver wird es, die Volatilität auf den Finanzmärkten wieder einzufangen. Gegenüber Interventionen der Zentralbank zur Stabilisierung von Wechselkursen erscheint eine modifizierte Tobinsteuer als die für die Realwirtschaft kostengünstigere Variante, wenn die technischen Einwände tatsächlich beherrschbar sind. Voraussetzung scheint aber eine zumindest bilaterale Lösung etwa in einem modifizierten EWS II im Zuge der Erweiterung der Europäischen Union. Die Diskussion um eine modifizierte Tobin-Steuer sollte jedoch nicht von anderen Themen ablenken, die vor allem im Zuge des europäischen Integrationsprozesses ein mindest eben so großes Potential bieten, exzessive Volatilitäten einzudämmen.
Commentary on Globalisation and Capital Movement
For both, integration and liberalisation as well as re-regulation and stabilisation measures, the way of the implementation is decisive for the success of the undertaking. The right sequence of the steps taken and the macroeconomic environment determine whether the measure eventually lead to more stability or whether they make the economy more susceptible for financial crises. The higher the macroeconomic volatility, the higher the costs of stabilisation. Compared to central bank interventions to stabilise exchange rates, a modified Tobin tax appears to be the less costly alternative for the economy, given the technical impediments can be mastered. A bilateral solution seems to be a minimum requirement for the implementation, the EMS II in the process of the enlargement of the EU being a possible "real laboratory". The discussion on the Tobin tax should not distract our interest in other fields bearing at least the same potential to dampen excess volatility - especially in the context of European integration.
*) Mag. Thomas Zotter, Referent, Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik, Bundesarbeiterkammer (BAK), Wien

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© Letzte Aktualisierung: 29.12.2004