Aiginger*) JEL No F02,
F14, F15, F16, F40
Die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs in der erweiterten EU
Die Erweiterung der EU auf 25 Mitglieder bringt für Österreich eine
verstärkte Konkurrenz bei Produkten, die mit einfacher und mittlerer
Technologie erzeugt werden. Auf der anderen Seite werden die Erweiterungsländer
ein dynamischer Wachstumskern sein, der für Österreich Marktchancen öffnet,
und österreichische Firmen können zu Regionalzentren und zum
Technologieführer werden. Die Kombination von einfachen Inputs aus Ländern mit
niedrigeren Arbeitskosten mit höherwertigen Elementen und unternehmerischen
Dienstleistungen aus Österreich stärkt auch die preisliche
Wettbewerbsfähigkeit.
The competitiveness of Austria in the extended EU
The extension of the European Union to 25 members brings an intensified
competition for Austria with products, which are produced with simple and middle
technology. On the other side the extension countries will be a dynamic growth
core, which opens market chances for Austria, and Austrian companies can become
regional centers and the technology leader. The combination of simple inputs
from countries with lower labor costs with high order elements and business
services from Austria also strengthens the price competitiveness.
*) Prof. Dr. Karl Aiginger, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
(Wifo), Wien
Breuss*) JEL No F150, F170, F200
EU-Erweiterung: Wirtschaftliche Auswirkungen
Die EU-Erweiterung von 2004, ein welthistorisches Ereignis, vereinigt vorwiegend
arme Länder mit einer Gemeinschaft reicher Länder. Alle bisherigen Studien
kommen zum Ergebnis, dass es einen "Erweiterungsbonus" in Form eines
Anstiegs des realen BIP gibt und dass die neuen Mitglieder überproportional von
der Erweiterung profitieren dürften. Die Erweiterung wird in der EU einen
vorübergehenden Wachstumsimpuls von rund 1/10 Prozentpunkt mehr realem BIP pro
Jahr bringen, in den neuen Mitgliedsländern könnte der Impuls rund 10 mal so
hoch ausfallen und länger anhalten. Dabei sollten die Gefahren einer möglichen
Desintegration nicht vernachlässigt werden, da die Neuen mit zahlreichen
Ausnahme- und Übergangsregelungen der EU beitreten.
EU enlargement: economic effects
EU enlargement 2004 – an event of world-historic dimension – brings together
mostly poor countries with a community of rich countries. All studies so far
forecast an "enlargement bonus" in terms of an increase in real GDP.
The new member states will profit more than proportional from enlargement.
Enlargement will stimulate real GDP only temporarily by 1/10 of a percentage
point annually. In the new member states the growth impulse might be ten times
larger and could also sustain over a longer period. The fact that the new member
states enter the EU with several derogations may contribute more to
disintegration than foster further economic integration.
*) Univ. Prof. Dr. Fritz Breuss, Forschungsinstitut für Europafragen,
Wirtschaftsuniversität Wien; Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
(Wifo), Wien
Hildebrandt/Wörz*)
JEL No C21, F14, F15, L60
Explaining Industrial Location Patterns in CEECs
In this paper we study recent trends in industrial concentration patterns in
Central and Eastern Europe, using output data for 13 manufacturing industries
over the years 1993-2000. We observe a tendency towards an increasing
concentration of industrial activity running counter to the general trend that
prevailed in Western Europe over the same period. Further, we explain these
developments by factors derived from traditional trade theory (differences in
endowments or technologies), new trade theory (expenditure patterns, scale
economies) and new economic geography (backward and forward linkages, transport
costs). While relative concentration levels (i.e. adjusted for differences in
country sizes) are driven by differences in FDI levels, productivity
differentials as well as domestic demand patterns, absolute concentration is
determined more strongly by differences in human capital levels and, again, the
location of domestic demand.
Erklärung industrieller Positionsmuster in den Mittel- und Osteuropäischen
Ländern (MOEL)
Der Artikel behandelt neue Trends hinsichtlich industrieller Positionsmuster in
Mittel- und Osteuropa anhand von Produktionsdaten für 13 verarbeitende
Industrien für die Jahre 1993-2000. Wir beobachten eine Tendenz zunehmender
Konzentration industrieller Aktivität, gleichsam einem generellen Trend der
auch in Westeuropa, über dieselbe Zeitperiode hinweg, vorherrschte. Weiters
erklären wir diese Entwicklungen aufgrund von Faktoren, abgeleitet von einer
traditionellen Handelstheorie (Unterschiede hinsichtlich der Ausstattung oder
der Technologien), von neuer Handelstheorie (Ausgabenstruktur, Skalenertrag) und
von neuer Wirtschaftsgeographie (Rückwärts- und Vorwärtsverflechtungen,
Transportkosten). Während relative Konzentrationsniveaus (d.h. den
Unterschieden bezüglich der Landesgrößen angepasst) durch Unterschiede
hinsichtlich der Höhe ausländischer Direktinvestitionen,
Produktivitätsgefälle sowie Inlandsnachfragemuster bestimmt werden, wird das
absolute Konzentrationsniveau stärker durch Unterschiede bezüglich des Levels
an Humankapital und auch wieder aufgrund der Höhe der Inlandsnachfrage
gesteuert.
*) Antje Hildebrandt, Österreichische Nationalbank (OeNB), Foreign Research
Division, Wien
Dr. Julia Wörz, Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), Wien
Hofmarcher/Weichselbaumer*)
JEL N° I 10, I 11, I 18, J 18
The impact of Austria’s EU-accession on the health sector labour market
This paper aims at investigating the impact of EU-accession on training and on
working time for doctors and nurses in Austria. With respect to training minor
adjustments were necessary. In addition we do not see a particular effect on
labour demand due to the implementation of the EU-directive on working time.
Rather, we found a stronger relative growth of labour demand in Austrian
hospitals already prior to EU-accession. This may be due to the traditionally
high public appreciation of hospitals attracting both patients and health care
workers, which has been likely reinforced by technical progress. Health sector
labour force migration from candidate countries is likely to be postponed even
though cross border migration may gain importance.
Die Auswirkungen des österreichischen EU-Beitritts auf den Arbeitsmarkt im
Gesundheitssektor
Ziel des Beitrags ist es die Auswirkungen des EU-Beitritts auf Ausbildung und
Arbeitszeit von Ärzten und Krankenschwestern in Österreich zu untersuchen.
Hinsichtlich der Ausbildung waren kleinere Anpassungen notwendig. Darüber
hinaus ist, aufgrund der Implementierung von EU-Richtlinien auf die Arbeitszeit,
kein ausdrücklicher Effekt auf die Arbeitsnachfrage zu sehen. Eher fanden wir
ein stärkeres relatives Wachstum der Arbeitsnachfrage in den österreichischen
Krankenhäusern bereits vor dem EU-Beitritt. Dies kann an der traditionsgemäß
allgemein hohen Anerkennung der Krankenhäuser liegen, die Patienten und
Pflegepersonal gleichermaßen anzieht, die vermutlich durch den technischen
Fortschritt noch verstärkt wurde. Im Gesundheitssektor wird
Arbeitskräftemigration aus Bewerberländern wahrscheinlich noch verzögert
auftreten, obwohl grenzüberschreitende Migration an Bedeutung gewinnen kann.
*) Mag. Maria M. Hofmarcher MPH, Institut für Höhere Studien (IHS) ,IHS HealthEcon,
Abteilung für Ökonomie und Finanzwirtschaft, Wien
Mag. Michael Weichselbaumer, Institut für Höhere Studien (IHS), IHS HealthEcon,
Abteilung für Ökonomie und Finanzwirtschaft, Wien
Janger*) JEL No O57, B40
Der Beitrag des World Economic Forum zur wirtschaftspolitischen
Wachstumsdiskussion
Der Aufsatz untersucht die Wettbewerbsberichte des World Economic Forums (WEF)
auf ihre Relevanz für die wirtschaftspolitische Wachstumsdiskussion, die zu
fördern erklärtes Ziel des WEF ist: Der Fokus des WEF hat sich von der
Standort- auf die Wachstumspolitik verlagert. Österreich müsste nach der
Entwicklung seiner Platzierungen im ersten Index (dem Growth Competitiveness
Index GCI) danach trachten, vermehrt Anstrengungen in der Forschungs- und
Technologiepolitik zu unternehmen. Eine sich ständig verändernde
Wachstumstheorie, länderspezifische Probleme und Institutionen sowie eine
Mischung aus Umfrage- und Statistik-Daten mahnen aber zur Vorsicht bei der
Ergebnis-Interpretation. Der zweite Index (Business Competitiveness Index)
stützt sich teilweise auf GCI-Indikatoren und bewertet einen Bereich, der
außerhalb der politischen Gestaltungsmöglichkeiten liegt. Seine Aussagekraft
ist daher sehr gering zu bewerten.
The contribution of the World Economic Forum to economic growth policies
The article examines the competitiveness reports of the World Economic Forum (WEF).
The WEF’s rankings are supposed to foster the international discussion of
growth-enhancing economic policies and not to provide help with firm location
decisions. Austria should improve its research investment policies as shown by
its position in the first index, the Growth Competitiveness Index (GCI). The
results of the latter should be interpreted with caution because they are a
mixture of hard and survey data, economic growth theory constantly changes and
country specific problems and institutions limit the relevance of
one-size-fits-all rankings. The second index, the Business Competitiveness Index
(BCI) does not add highly relevant information to the GCI results: partly it
uses the same indicators, partly it evaluates fields outside the competence of
governments.
*) Dr. Jürgen Janger, Österreichische Nationalbank (OeNB), Strukturpolitik,
Abteilung für volkswirtschaftliche Analysen der OeNB, Wien
Kronberger/Wörz*)
JEL No F13, F14, F21
Die österreichische Außenwirtschaft mit den MOEL im Vorfeld der Erweiterung
Mit der EU-Osterweiterung werden auch 4 österreichische Nachbarstaaten am
Binnenmarkt teilnehmen. Dadurch geht ein wesentlicher Anteil des
österreichischen Außenhandels in den Binnenhandel über. Beim Handel mit den
für die österreichische Außenwirtschaft überdurchschnittlich wichtigen
östlichen Handelspartnern war während der letzten Jahre bereits in Ansätzen
eine Konvergenz der Handelsstruktur zu erkennen. Die Teilnahme der mittel- und
osteuropäischen Länder am Binnenmarkt bedeutet den Wegfall von tarifären
Handelsbarrieren vor allem im Agrar- und Nahrungsmittelbereich sowie von
nicht-tarifären Barrieren im gesamten Warenhandel. Sowohl dadurch, als auch
durch eine stärker integrierte Dienstleistungswirtschaft sind nach wie vor
deutliche Anstiege im Handelsvolumen mit den Beitrittsländern zu erwarten. Für
die österreichische Exportwirtschaft besteht also nach wie vor hohes
Exportpotenzial in die Beitrittsländer. Der Zufluss weiterer österreichischer
Direktinvestitionen in die Beitrittsländer dürfte das Niveau der letzten Jahre
nicht mehr halten.
A Snapshot of Austria’s Foreign Trade in the Forefront of EU Enlargement
With EU enlargement 4 Austrian neighbour countries will participate in the
Single Market of the European Union. A significant share of Austria’s external
trade will be converted into intra-EU trade. Already during the last years the
trade structure with the acceding countries has shown some convergence with the
trade structure with respect to the old member countries. The accession of the
new members will bring about the elimination of tariff barriers in the
agricultural and food sector and the elimination of non tariff barriers for all
sectors of merchandise trade. The single market will also lead to further
integration of the service sectors. A further increase in merchandise and
services trade can be expected. Therefore, further potential for enhancing
Austrian exports to the new member countries exists. The level of outward flows
of foreign direct investment to the new member countries will probably be lower
than in the recent past.
*) Dr. Ralf Kronberger, Abteilung für Finanz- und Handelspolitik,
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Wien
Dr. Julia Wörz, Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), Wien
Kühnelt*) JEL No H 2, H 5, R 1
Regionalpolitik im erweiterten Europa – Zur Zukunft der Struktur- und
Kohäsionspolitik der EU
Die Erweiterung stellt für die EU-Regionalpolitik, aber auch die nationale
Regionalpolitik einen Strukturbruch und eine Herausforderung dar, da durch die
Erweiterung vorwiegend strukturschwache und wirtschaftlich, gegenüber dem
EU-Schnitt, im Rückstand befindliche Regionen in die EU aufgenommen werden.
Der Beitrag widmet sich der künftigen Ausgestaltung der Struktur- und
Kohäsionspolitik der EU, die, was den Anteil am EU-Gesamthaushalt betrifft,
neben der Agrarpolitik weiterhin das wichtigste Politikfeld der EU sein wird.
Regional Policy in an enlarged Europe – The Future of the EU Structural and
Cohesion Policy
Enlargement is a significant challenge for both the national and the EU regional
policy, because through enlargement especially poor regions lagging behind, that
will mostly be beneficiaries of EU’s structural funds, will become part of the
EU. The article concentrates on the future of the EU’s cohesion policy which
will remain one of the two most important policy instruments of the EU (beside
the Common Agricultural Policy).
*) Mag. Erich Kühnelt, Abteilung für Finanz- und Handelspolitik, Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ), Wien
Leitl*) F02, F13, F15, F16
Die EU-Erweiterung aus Arbeitgebersicht
Die am 1. Mai 2004 stattfindende EU-Erweiterung ist in der Geschichte der
europäischen Integration ein historischer Meilenstein. Nicht wegen der Größe
der aufgenommenen Länder oder der zusätzlichen Wirtschaftskraft, sondern
aufgrund der politischen Dimension dieser "Wiedervereinigung Europas".
Die österreichische Wirtschaft hat die sich aus der Ostöffnung ergebenden
Chancen seit dem Jahre 1989 bestmöglich genützt. Die Exporte boomten und der
Anteil der heimischen Warenlieferungen in die Beitrittsländer stieg von 3,9%
auf nunmehr 13% der gesamten österreichischen Exporte. Der bilaterale Handel
mit den neuen EU-Mitgliedern ist fast durchwegs durch einen
Handelsbilanzüberschuss gekennzeichnet, Österreich ist in den Nachbarländern
unter den TOP-3 Ländern bei den Direktinvestitionen. Obwohl der Wettbewerb in
den neuen Mitgliedsländern steigen wird, erwarten wir uns große Marktchancen
in den Bereichen Infrastruktur, Umwelttechnologien und im Automobilsektor. In
einigen Bereichen gibt es auch die Möglichkeit, Projekte mit EU-Fördergeldern
abzuwickeln. Die WKÖ fordert den Abschluss bilateraler Abkommen mit den neuen
EU-Ländern, um die vereinbarten Übergangsfristen im Bereich der
Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Dienstleistungen graduell zu liberalisieren.
"EU-enlargement – the employer's perspective"
Enlargement of the European Union on May 1st 2004, is a historical milestone in
the history of European integration not because of the size of all acceding
countries or because of additional GDP but due to the political dimension of the
"reunification of Europe". The Austrian economy already succeeded in
making use of the opening-up of the CEEC-markets in 1989. Exports boomed and the
CEEC's total share in total Austrian exports reached 13% (3,9% in 1989). The
bilateral trade balance with most of the acceding countries is very positive and
Austria is within the TOP 3 countries in investment in the neighbouring
countries. Although competition in the new EU-members will increase we do expect
huge market opportunities in the fields of infrastructure and environmental
technologies as well as in the automotive sector. In some areas there is also
the opportunity to use EU-funds for projects. The Austrian Federal Economic
Chamber supports bilateral agreements with the new EU-members to gradually
liberalise the transitional periods for the free movement of labour and the
provision of services.
*)
Dr. Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Wien
Noll*) JEL No K2
Vertragsstrafen in Praxis und experimenteller Empirie
Im Rahmen dieses Beitrags werden zwei empirische Studien zur Praxis von
Konventionalstrafen präsentiert. Beide wurden im Rahmen einer Onlinebefragung
via Internet durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass Pönalevereinbarungen
insbesondere in der Bauindustrie üblich sind und sich Verkäufer und Käufer
generell ökonomischen Modellen entsprechend verhalten. Qualitätsunsicherheit
senkt die Zahlungsbereitschaft, Konsumenten wollen sich durch Vertragsstrafen
voll (oder sogar darüber hinausgehend) gegen einen Schaden versichern und die
Zustimmung zu Konventionalstrafen stellt die Zahlungsbereitschaft wieder her
(oder kann sie sogar noch erhöhen). Von Verkäuferseite dagegen besteht eher
eine Tendenz zum Vereinbaren geringerer Vertragsstrafen und selbst dann kommt es
zu einer Erhöhung des Preises.
Contractual penalties in practice and experimental experience
The author conducted two empirical studies to determine the practical use of
conventional penalties and to gather data on consumer and seller behaviour in an
experimental setting. Both studies were conducted via internet with an online
questionnaire to be filled out. The main results are as follows: 1. Contractual
penalties are a common feature in some industry branches, especially the
construction industry. 2. Consumers and sellers generally behave according to
economic models described in earlier contributions: a. Quality uncertainties
lead to a lower willingness to pay which can be restored if a conventional
penalty is agreed upon. b. Sellers demand higher prices if such penalties are
included in the contract. c. Both buyer and seller do not base their decision on
the penalty’s amount on information of possible indemnities granted by court.
*) Univ. Ass. Mag. DDr. Jürgen Noll, Lehrstuhl für Industrie, Energie und Umwelt,
Institut für Betriebswirtschaftslehre, Universität Wien, Wien
Prettenthaler*)
JEL No C82, J10, O11, R12
Regionalökonomische Charakterisierung der Nachbarregionen Südösterreichs
Eine clusteranalytische Untersuchung von 77 Regionen Mittel- und Südosteuropas
Diese Arbeit verwendet sozio-ökonomische und sektorielle Daten von 77
Regionen Mittel- und Südosteuropas (im nordöstlichen Teil Italiens, in
Kroatien, Slowenien, im südwestlichen Teil Ungarns und im südlichen Teil Österreichs)
um jede Region einem Regionstyp (ländliche Gebiete in Randlage,
Industriegebiete mit hoher Branchenkonzentration, Industriegebiete mit hoher
Branchendiversität, Fremdenverkehrsgebiete, tertiär dominierte Gebiete und Großstädte)
zuzuordnen und eine Analyse der ökonomischen Performance dieser Regionstypen
vorzunehmen.
A Characterization of 77 Regions of Central and Southeast Europe
The paper shows how socio-economic and sectoral data of 77 regions in Central
and South-east Europe (Southern Austria, North-eastern Italy, Slovenia,
South-western Hungary and Croatia) can be used to characterise every region as
belonging to one specific type of regions (i.e. Peripheral Rural Regions, Highly
Specialised Industrial Areas, Highly Diversified Industrial Areas, Touristic
Regions, Service-Oriented Regions and Big Cities) by the means of Cluster
Analysis.
*) Mag. Dr. Franz Prettenthaler, Institut für Technologie- und
Regionalpolitik, Joanneum Research Graz, Graz
Schneider*) F02, F15,
N10, N14
Die Geschichte der EU-Erweiterung 2004
In wenigen Tagen wird die Europäische Union um zehn Mitglieder erweitert. Der
bisherige Erweiterungsprozess war geprägt von einem stetigen Blick nach vorne
– einem Streben in die Zukunft. Der folgende Beitrag bietet einen Blick
zurück auf die Anfänge und den Ausgangspunkt dieses Prozesses und soll die
Besonderheit dieser Wiedervereinigung Europas dadurch noch deutlicher
hervorheben. Ich habe daher eine Rückschau auf die Anfänge der Annäherung
zwischen Ost und Westeuropa und die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen
zwischen der EG/EU und Osteuropa – sowie Malta und Zypern skizziert und einen
Bogen bis heute gespannt; als Dokumentation eines wahrlich einzigartigen
historischen und politischen Prozesses.
The history of EU enlargement
In a few days the European Union will be enlarged by ten new member states. The
Enlargement process so far concentrated on a look forward – endeavouring the
future. The following essay takes a look at the beginning, at the starting point
of this process and point out the exceptionality of the reunification of Europe.
I took a glance backwards at the beginning of the rapprochement between Eastern
and Western Europe and the political and economical relations between the
European Community / Union and the Eastern European states – as well as Malta
and Cyprus - drawing the bow until now; as a documentation of a unique
historical and political process.
*) Mag. Andreas Schneider, Stabsabteilung Eu-Koordination, Wirtschaftskammer
Österreich (WKÖ), Wien
Schüssel*) F02, F13, F15
Erweiterung der Europäischen Union
Die Erweiterung der Europäischen Union am 1. Mai 2004 ist keine
"Osterweiterung" wie sie oft fälschlich und einschränkend bezeichnet
wird. Sie ist eine Erweiterung in alle Richtungen und Denkrichtungen, sie
bedeutet die Wiedervereinigung Europas und einen Aufbruch zu neuen Horizonten.
Noch nie zuvor hatte sich die Europäische Union so weit in den Osten, und durch
den Beitritt Maltas und Zyperns noch nie so weit in den Süden erstreckt, wie
sie es ab heuer tun wird. Veränderungen bringen Chancen, aber auch
Herausforderungen. Wollen wir die Veränderung aktiv gestalten, müssen wir die
Herausforderung annehmen und die Chancen nutzen.
Enlargement of the European Union
The enlargement of the European Union on May 1, 2004 ist not to be considered as
an "eastward expansion" - to which it is often erroneously referred.
It is acutally an enlargement in the cognitive and geographic sense; it is the
reunification of Europe and the beginning of a new era. Never before has the
European Union spanned so far east and south, as it will after May 1st. The
changes open doors to new opportunities, but also bring with them new challenges.
If we are to actively participate in the transformation, we must confront the
challenges and seize the opportunities.
*) Dr. Wolfgang Schüssel, Parteiobmann der Österreichischen Volkspartei, Bundeskanzler
der Republik Österreich, Wien
Schwarzböck*)
F02, Q17, Q18
Die Erweiterung der Europäischen Union aus Sicht der österreichischen
Landwirtschaft
Für Österreich insgesamt und die Landwirtschaft im besonderen hat die
Erweiterung eine herausragende Bedeutung, grenzen doch vier der acht MOEL direkt
an Österreich: die Grenze zu den MOEL Nachbarstaaten Tschechien, der Slowakei,
Ungarn und Slowenien ist mit 1.248 km länger als jene mit den EU
Mitgliedstaaten Deutschland und Italien (1.246 km). Diese Nähe hat natürlich
auf die österreichische Landwirtschaft andere Auswirkungen als zum Beispiel
für die Bauern in Portugal, Irland oder den Niederlanden.
The enlargement of the European Union from the view of the Austrian
agriculture
For Austria all in all and the agriculture in particular the extension has an
outstanding meaning, because four of the eight CEECs border directly on Austria:
the border to the CEEC neighbours Czech Republic, Slovakia, Hungary and Slovenia
is with 1.248 km longer than those with the European Union member states Germany
and Italy (1,246 km). This proximity naturally has other effects on the Austrian
agriculture than for example on farmers in Portugal, Ireland or the Netherlands.
*) Rudolf Schwarzböck, Vorsitzender der Präsidentenkonferenz der
Landwirtschaftskammern Österreichs, Wien
Tumpel*) F02, F13, F15,
F16, F22
Der Weg zur Gemeinsamen Zukunft in der erweiterten Union
Mit der EU-Erweiterung werden die sozialen Herausforderungen in der Union enorm
steigen. Die Beitrittsländer haben mit wirtschaftlichen, budgetären aber
insbesondere mit arbeitsmarktpolitischen Problemen zu kämpfen und notwendige
Investitionen stoßen an Budgetrestriktionen. Der erweiterte Binnenmarkt wird
aber auch in Österreich zu einem massiven Strukturwandel führen. Die zu
erwartenden Pendler- und Migrationsbewegungen sind in Zusammenhang mit der
derzeit sehr schlechten Arbeitsmarktsmarktsituation zu setzen. Die
Übergangsfristen bei der Arbeitnehmerfreizügigkeit sind voll zu nutzen, um die
Möglichkeit zu haben, die "hausgemachten" Probleme zu bewältigen.
Forcierung von Steuerwettläufen und Sozialabbau ist kein gangbarer Weg, da der
Wirtschaftsstandort nachhaltig geschwächt wird. Es gilt vielmehr Mitteleuropa
auf die "High Road" der Entwicklung zu bringen.
The way to a common future in the extended union
With the extension of the European Union the social challenges in the Union will
enormously rise. The acceding countries have to fight with economical, budget
and in particular with labour market policy problems and necessary investments
run against budget restrictions. The extended domestic market will lead to a
substantial structural change in Austria as well. The commuter and migration
movements, which can be expected, have to be set in connection with the very bad
labour market situation at the moment. The interim periods with the employee
liberality have to be fully used, in order to have the possibility to master
those "home-made" problems. Forcing of tax races and welfare cuts is
not a passable way, since the economic location is lastingly weakened. It is
rather necessary to bring Central Europe back on "the high road" of
development.
*) Mag. Herbert Tumpel, Präsident der Bundesarbeitskammer, Wien
Woschnagg*) F02, F42
Der europäische Monitoring-Prozess
Die Europäische Union steht vor der größten Erweiterung ihrer Geschichte. Am
1. Mai 2004 wird sich die Zahl ihrer Mitgliedsstaaten von 15 auf 25 erhöhen.
Die Erweiterung wird die Stellung Österreichs in Europa und die Union insgesamt
tief greifend verändern. Ein EU-Beitritt verlangt aber auch von jedem einzelnen
der neuen Mitgliedstaaten große Anstrengungen: Waren es beim EU-Beitritt
Österreich 1995 noch 60.000 Seiten, so sind es inzwischen über 90.000 Seiten
des gemeinsamen rechtlichen Besitzstandes, des so genannten "acquis
communautaire", die von den neuen Mitgliedern umzusetzen sind. In ihrer
Eigenschaft als Hüterin der Verträge verfolgt die Kommission die Fortschritte
der beitretenden Länder bei der Einhaltung der Beitrittsanforderungen während
des gesamten Erweiterungsprozesses bis zum tatsächlichen Beitritt. Danach wird
sie, ebenso wie bisher in Bezug auf die derzeitigen Mitgliedstaaten, prüfen,
wie die neuen EU-Länder den Acquis umsetzen. Zu den Mitteln, die sie dabei
anwenden wird, zählen Benchmarking, jährliche Berichte über die Anwendung des
Gemeinschaftsrechts sowie gegebenenfalls die Einleitung von
Vertragsverletzungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.
The European monitoring process
The European Union stands before the largest extension of its history. On 1 May
2004 the number of their member states will increase from 15 to 25. The
extension will altogether profoundly change the position of Austria in Europe
and the union. In addition, an EU-entry requires large efforts of each new
member state: If there had been 1995 by the entry of Austria to the European
Union still 60,000 sides, then there are in the meantime over 90.000 sides of
the common legal possession conditions, so-called "acquis communautaire",
to be converted by the new members. In its characteristic as a guardian of the
contracts the commission pursues the progress of the joining countries with the
adherence to the entry requirements during the entire extension process up to
the actual entry. Thereafter she will examine how the new European Union
countries convert the Acquis, just as in the past regarding the present member
states. Among the means, which she will use, rank Benchmarking, annual reports
over the application of the Community law as well as if necessary the
introduction of violation of contract procedures before the European Court of
Justice.
*) Dr. Gregor Woschnagg, Ständiger Vertreter Österreichs bei der EU in
Brüssel, Brüssel