Christoph Leitl
JEL N0 M 13, M 14, Z 13
Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, eine Selbstverständlichkeit
nachhaltigen Unternehmertums
Der Begriff der "Corporate Social Responsibility (CSR)" erfreut sich
heute einer umfassenden Verwendung. Das Engagement der Europäischen Union im
Bereich des CSR zeigt, dass es sich hierbei um kein kurzfristiges Phänomen
handelt. Die Diskussion über CSR darf nicht mit überschießenden Hoffnungen
überfrachtet werden, ansonsten führt es zum Gegenteil dessen, was mit der
internationalen Diskussion intendiert wird. Grundvorrausetzung einer solchen
verantwortlichen Haltung bleibt die Ertragskraft eines Unternehmens.
Unternehmerische Verantwortung, und zwar gegenüber den Lieferanten, Kunden,
Mitarbeitern, Kreditgebern und den natürlichen Ressourcen, gehört zu den
Basisnotwendigkeiten nachhaltigen Wirtschaftens. Die CSR-Diskussion ist Kern
einer Rückbesinnung auf diese Werte.
Corporate Social Responsibility – a matter of course of sustainable
entrepreneurship
The term 'Corporate Social Responsibility (CSR)' has gained wide currency today.
The intense debate on the European level shows that this topic is far from being
short-lived. Expectations, however, must not be overbearing so as not to lead to
counterproductive results. Profitability remains the foundation for responsible
entrepreneurship. Other basic requirements for sustainable economic activity
concern entrepreneurial responsibility towards suppliers, customers, employees,
creditors, and natural resources. CSR makes up the core of a rediscovery of
these values.
Manfred Schwaiger/Markus Eberl
JEL No M 10, M 14
Was bringt Corporate Social Responsibility dem Unternehmen?
Von diversen Anspruchsgruppen wird gegenüber Unternehmen in jüngster Zeit eine
Politik der Corporate Social Responsibility (CSR) gefordert. Damit Unternehmen
auch Anreize haben, dieser Forderung nachzugeben, muss der Zusammenhang zwischen
einer derartigen, auf Verantwortungsübernahme ausgerichteten
Stakeholderorientierung und dem Unternehmenserfolg hergestellt werden. Der
vorliegende Beitrag untersucht anhand einer großzahligen repräsentativen
Stichprobe die Auswirkungen wahrgenommener Verantwortungsübernahme auf die
Unternehmensreputation, deren Stellenwert als intangible asset ebenso unstrittig
ist wie der damit zusammenhängende Einfluss auf den Unternehmenserfolg. Dabei
wird auch analysiert, ob CSR in verschiedenen Kulturkreisen und demographischen
Gruppen unterschiedlich wirkt.
How to measure the benefit of Corporate Social Responsibility?
Behaving in a socially responsible way is one of the demands companies are
confronted with by different stakeholder groups. In order to increase a company’s
willingness to practise corporate social responsibility (CSR) there is a need to
determine the impact of CSR on company’s success. This paper uses a large
multinational representative sample to analyse the relationship between
responsibility and corporate reputation which is widely accepted as the most
important intangible asset and as a major success factor. Moreover, we
investigate the impact of CSR in different cultural and demographic groups.
Bernhard Mark-Ungericht/Richard Weiskopf
Jel N0 M 10, M 14
Who defines Corporate Social Responsibility? Concepts, Interests and Spaces
of Responsibility – the emerging debate in Austria
This paper takes the current debate on CSR in Austria as an example to
demonstrate how the discourse of CSR is shaped by changes in the greater
socio-economic environment and is embedded in more general discourses. We argue
that globalization marks a turning point which opens a new dimension of
corporate societal responsibility and stimulates a new debate on the
"nature" of CSR. It will be shown, that CSR has to be analysed as a
political discourse and we will portray different positions on CSR in Austria,
which reflect a political contest for the "legitimate" interpretation
of corporate societal responsibility. Finally, in the last section we discuss
two aspects underlying the discourse on CSR: corporate societal embedding and
the ambivalent relation between law and justice, which weaves through the
CSR-concepts of the parties engaged.
Wer definiert Corporate Social Responsibility? Konzepte, Interessen und
Räume der Verantwortlichkeit – die auftauchende Debatte in Österreich.
Der Artikel nimmt die gegenwärtige CSR-Debatte in Österreich als Beispiel,
um zu zeigen, wie die Darstellung von CSR durch Veränderungen in einem weiteren
sozioökonomischen Umfeld geformt wird und in allgemeinere Debatten eingebettet
ist. Wir sagen, dass Globalisierung einen Wendepunkt kennzeichnet, der eine neue
Dimension der gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen öffnet und eine
neue Debatte hinsichtlich der "Natur" von CSR anregt. Es wird gezeigt,
dass CSR als politischer Diskurs analysiert werden muss, und wir zeigen
unterschiedliche Positionen von CSR in Österreich, die einen politischen
Wettbewerb bezüglich der korrekten Deutung von gesellschaftlicher Verantwortung
der Unternehmen reflektieren. Schließlich besprechen wir im letzten Abschnitt
zwei der Diskussion über CSR zu Grunde liegende Aspekte: Gemeinsame
gesellschaftliche Eingebundenheit und die ambivalente Beziehung zwischen Gesetz
und Gerechtigkeit, die sich durch das CSR Konzept der beteiligten Parteien
zieht.
Theodor Faulhaber
JEL No G 34, M14, Z 13
Wirtschaftsethik: Der "Spagat" zwischen Theorie und Praxis
Ethische Normen sind so alt wie die Menschheit selbst, ebenso der Usus, sie
nicht oder nicht konsequent genug zu befolgen. Im Verlangen nach einer neuen
Unternehmer- und Wirtschaftsethik ist immer wieder ein Auseinanderklaffen von
Theorie und Praxis festzustellen. Eine Restrukturierung der Werteordnung fordern
aber inzwischen auch viele Unternehmer und Manager. "Holistisches
Management" ist der Versuch, möglichst viele Aspekte in die
Entscheidungsfindung einzubauen, also das Ganze zu sehen, nicht nur Teile.
Staats- und Unternehmensmanager stehen unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit
unter besonderer Verantwortung: unter Verantwortung nicht nur für ihr
Unternehmen/ihre Institution, sondern auch für deren Umfeld. Wenn das Umfeld
des Managers wächst, muss er seinen Blickwinkel erweitern. Damit wird
"Holistisches Management" letztlich vor allem auch zu einer Bildungs-
und Weltbildfrage.
Business ethics: the "balancing act" between theory and practice
Ethical standards are as old as mankind, just as the custom not to follow them,
or not following them consistently enough. A gap between theory and practice is
repeatedly detected concerning the demand for new corporate and economic ethics.
Nowadays even entrepreneurs and managers demand a restructuring of the value
order. " Holistic Management" is the attempt to include as many
aspects as possible into decision making, to see the whole, not only parts. When
it comes to sustainability, state and enterprise managers have a special
responsibility: responsibility not only for their enterprise/institution, but
also for their surrounding field. If the surrounding field of the manager grows,
he also has to extend his perspective. So after all " holistic management"
becomes a question of education and view of life.
Herwig W. Schneider/Julia Schindler
JEL No L 10, O 30, O 38, O 57
Österreich – Ein IKT-Land?
In diesem Artikel wird ein Überblick zum Status quo der Informations- und
Kommunikationstechnologien in Österreich geboten. Der IKT-Sektor wird
hinsichtlich einer Vielzahl von Aspekten beleuchtet: Patenttätigkeit,
Publikationen, Unternehmensgründungen, Außenhandel, F&E Ausgaben,
Ausbildung, Diffusion. Es ergibt sich, dass Österreich einen durchschnittlichen
IKT-Sektor aufweist. Schwächen zeigen sich beim Anteil der
IKT-Unternehmensgründungen und bei der unterdurchschnittlichen
IKT-Patenttätigkeit. Obwohl Österreich im internationalen Vergleich keine
Spezialisierung auf IKT aufweist, ist dieser Sektor dennoch bedeutend und ein
Motor für den technologischen Wandel. Bei der IKT-Diffusion ist Österreich im
europäischen Vergleich hingegen sehr gut positioniert.
Austria – An ICT-Country?
In this article we give an overview on the status quo of information and
communication technologies in Austria. The ICT-sector is investigated with
respect to patents, publications, business creation, trade, R&D expenditure,
labor market and diffusion. Comparative data show that Austria is characterised
by an average size and performance of the ICT-sector. Weaknesses exist in
ICT-business creation and ICT-patent activity. Despite the absence of
ICT-specialisation – when compared to other countries – ICT is an important
sector in and for Austria. With respect to ICT-diffusion, data show that Austria
is very well-positioned in European comparison.
Maria Stückler
JEL N0 G 11, G 13, G 14
Der Terminkontraktmarkt und seine Funktion
Nach Skizzierung der Gemeinsamkeiten der auf Terminkontraktmärkten gehandelten
Güter wird eingehend auf das Bonitätsproblem nichtorganisierter
Termingeschäfte in Waren mit großen Preisschwankungen eingegangen, um vor
diesem Hintergrund sodann die Funktionsweise von Terminkontraktmärkten,
insbesondere die Eigenschaften von Terminkontrakten, die Preisbildung und den
Prozess des täglichen "marking to markets" zu erklären.
Terminkontrakte dienen kaum dem Kauf und Verkauf der Ware selbst, sondern sind
Instrumente zur Erleichterung von Spekulation und Hedging. Hedging wird zu
unterschiedlichen Zwecken vorgenommen; und es ist die dominante Form des Hedging,
die die Rolle der Spekulation sowie des Terminkontraktmarktes definiert.
The futures market and its function
After characterizing the commodities traded on futures markets, the problem of
moral hazard in trading commodities with highly volatile prices on non-organized
forward markets is discussed. The organization of futures exchanges, especially
the features of futures contracts, the price formation and the daily process of
marking to markets are explained. Futures contracts are rarely instruments of
buying and selling the commodity itself, but to facilitate speculation and
hedging by promoting exceptional convenience and economy of the transactions.
Hedging is done for a variety of different purposes; and it is the dominant form
of hedging that defines the role of speculation and futures markets as well.
Richard Hennessey/Roland Mangold
JEL N0 I 21, I 22, I 28
Educational Controlling – Auf dem Weg zur Produktiven Schule
Die mangelnde Effizienz und Effektivität unseres Schulwesens ist in erster
Linie keine Frage des Geldes, sondern der richtigen Institutionen und der damit
verbundenen Anreize. Im vorliegenden Aufsatz soll Educational Controlling
vorgestellt werden, welches eine marktorientierte und sozial faire Regulierung
des Schulwesens ermöglicht. Es unterstützt auch die Schulbehörde in ihrer
Rolle als Befähiger. Sinnvolle Rahmenbedingungen wären eine rationale
Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern, eine Finanzierung der Schulen
vorwiegend über eigene Vermögenssteuern der Länder sowie Deregulierung im
Hinblick auf Privatisierung und home schooling. Für den Bildungsgutschein
wären Elemente des Educational Controllings eine notwendige Vorleistung.
Educational Controlling – On the way to a productive school
The lack of efficiency and effectiveness of our school system is primarily not a
question of money. It is mainly a matter of the right institutions and
incentives. In this article the idea of Educational Controlling will be
introduced. It enables us a market-oriented and socially fair regulation of the
school system. It strengthens the supervisory school authority in its role as a
supporting system. Reasonable global conditions would be a rational sharing of
competencies between the federation and the states, financing the school system
with regional property taxes and deregulation in view of facilitating
privatization and home schooling. Educational Controlling contains basic inputs
for introducing the future voucher.
Matthias Weber/Helmut Gassler/Wolfgang Polt/Bernhard Dachs/Gerhard
Streicher
JEL N0 O 3, H 8
Ansätze und Befunde zur Schwerpunktsetzung in der österreichischen
Forschungs- und Technologiepolitik
Im vorliegenden Artikel wird die jüngste Diskussion in der österreichischen
Forschungs- und Technologiepolitik hinsichtlich der Auswahl und Forcierung
thematischer Schwerpunkte aufgegriffen. Zunächst werden einige theoretische
Aspekte vor dem Hintergrund möglicher Vor- und Nachteile von Spezialisierung
diskutiert sowie paradigmatische Argumentationsmuster in der Politikpraxis
identifiziert. Anhand von einigen ausgewählten Indikatoren wird ein Bild von
der derzeitigen Spezialisierung bzw. den potenziellen thematischen Stärken (und
Schwächen) Österreichs im internationalen Vergleich gezeichnet. Die Ergebnisse
legen den Schluss nahe, dass einer aus der empirischen Situation analytisch
ableitbaren Schwerpunktsetzung auf einem diskriminierenden Aggregationsniveau
enge Grenzen gesetzt sind.
Some notes on priority setting in Austrian technology policy
In recent years increasing efforts have been made by Austrian technology policy
makers to define and promote thematic technological priorities based upon
perceived technological and/or scientific strengths. This paper starts with a
short discussion of possible advantages as well as some risks associated with
such a strategy of priority setting. Using some international available data the
scientific as well as technological specialisation of Austria is overviewed. The
paper concludes that the strict derivation of thematic priorities on a
meaningful level of aggregation is beyond analytical approaches.