Christoph Leitl
Editorial
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Thomas Heberer
JEL No P 26
Der Wirtschaftsreformprozess in China als Motor der Pluralisierung und Liberalisierung
Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, welche gesellschaftlichen und politischen Veränderungen der gewaltige Umbau von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft mit sich gebracht hat. Häufig wird die Auffassung geäußert, in China vollziehe sich lediglich ökonomischer Wandel, bei gleichzeitiger Zementierung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Nun ist es richtig, dass an der Herrschaft der KP derzeit nicht gerüttelt wird und werden darf. Gleichwohl verändert sich aber das gesellschaftliche und damit auch das politische System. Diese Interdependenz soll im Folgenden verdeutlicht werden. Es soll gezeigt werden, dass die Reformen aus der Gesellschaft heraus entstanden sind, aber von einer reformorientierten Führung als Zeichen der Zeit erkannt und unterstützt wurden. Der folgende Umbau zu einer Marktwirtschaft hat nicht nur eine neue Unternehmerschaft hervorgebracht, sondern auch zu einer Ökonomisierung der politischen Strukturen geführt: durch wachsende Verflechtungen von Politik und Wirtschaft auf den lokalen Ebenen. Vor allem auf Grund der Korruption wächst nicht nur innerhalb der Gesellschaft, sondern auch in der Partei der Druck zu weitgehenderen politisch-orientierten Reformen. Dies sowie der historische Pragmatismus der chinesischen politischen Kultur könnten zu einem Wandel von innen heraus führen, nicht zuletzt im Namen einer sozialdemokratischen Volkspartei.
The Process of Economic Reforms as a Motor of China’s Pluralization and Liberalization
This article examines the social and political consequences resulting out of a tremendous transformation from a planned to a market economy in China. It is frequently argued that we find merely economic change within China, but no political alterations. Yet, in turn, this transformation has not only engendered a new entrepreneurship, but also an economization of politics and of political structures. This is demonstrated by the examples of collective action in rural areas, the emerging of private entrepreneurship and the interconnection between economy, Party and administration in rural areas.
Currently, there exists a high pressure towards far-reaching political reforms both within society and in the Party itself. In his conclusion the author argues that Chinese pragmatism might lead to a regime change from within the Party, for instance under the label of a Social Democratic People’s Party.
Carsten Herrmann Pillath
JEL No O 10, P 27
Vom Wirtschaftswunder zur Weltwirtschaftsmacht: Chinas Wirtschaft in zwanzig Jahren
China wird bis 2025 zu einer weltwirtschaftlichen „soft power“ reifen. Seine Bevölkerung wird maßvoll, aber wieder kräftiger expandieren, so dass die künftige Verknappung von Arbeitskräften und Alterung der Bevölkerung verlangsamt wird. Sein rasch zunehmender Energiebedarf wird weiter vornehmlich durch Kohle, mit einem großen Defizit der Erdöl-Bilanz, abgedeckt werden. China wird in Schlüsseltechnologien des 21. Jhs. (IT, Biotechnologie) in die Spitzenriege vorstoßen, mit Rückwirkungen auf andere Industrien wie den Automobilbau. Diese Entwicklung ist krisensicher, da die fiskalischen Potenziale zur Lösung insbesondere einer Bankenkrise vorhanden sind. China wird in diesem Zeitraum eine eigentümliche Governance Struktur entwickeln, die zwar weitestgehend auf Privateigentum aufbaut, gleichzeitig aber wirtschaftliche Eliten über die Nomenklatura der Kommunistischen Partei kontrolliert.
From an economic miracle to world economic power: Chinas economy in 20 years
In the coming two decades China will emerge as a ‚soft power’ of the world economy. Population growth will resume a higher, yet still low rate, so that the effects of the greying of the economy and the tightening of the labour market will be eased. Her energy needs continue to be mainly covered by coal, with a large and increasing deficit of the oil balance. China will join the top league in key technologies of the 21st century (IT, biotechnology), which will also affect other industries such as car production. These developments are crisisproof, because there is a sound fiscal basis for coping with a financial crisis. During this period, a peculiar governance structure will emerge, which is mainly based of private ownership, yet with a tight control of economic elites by the Communist Party’s nomenclature.
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Chee Kong Wong
JEL No O 40, O 53
Information Technology and Economic Growth in China
This paper presents an empirical assessment of the “New Economy” in China, drawing upon the linkage between information technology (IT) and economic growth. The aim of this paper is to examine the sources of China’s economic growth with particular emphasis on the contribution of IT capital for the period of 1984-2001. To account for the contribution from factor accumulation, the paper employs the neoclassical production function model that will segregate IT capital from other forms of capital as an input to production. A key contribution of this paper is the estimation of China’s IT capital stock, which has not been investigated previously. Preliminary empirical findings on the contribution of factor inputs to China’s economic growth in 1984-2001 suggest that IT capital contributes about 30% of the economic growth rate.
Informationstechnologie und Wirtschaftswachstum in China
Der Beitrag bietet eine empirische Bewertung der "New Economy" Chinas. Er zeigt den Link zwischen Informationstechnologie (IT) und Wirtschaftswachstum. Das Ziel ist es, die Quellen von Chinas Wirtschaftswachstum, mit besonderer Betonung des IT-Kapitaleinsatzes in der Zeit von 1984-2001, zu untersuchen. Zur Erklärung des Anteils der Faktorakkumulation wird das neoklassische Produktionsfunktionsmodell eingesetzt, das den IT-Kapitaleinsatz von anderen Formen des Kapitaleinsatzes als Vorleistung der Produktion trennt. Der wesentliche Beitrag des Artikels ist die Schätzung von Chinas IT-Kapitaleinsatz, der bis jetzt noch nicht untersucht wurde. Preliminare Schätzungen hinsichtlich des Beitrags des Faktoreinsatzes zu Chinas Wirtschaftswachstum in den Jahren 1984-2001 zeigen, dass der IT Kapitaleinsatz ungefähr zu 30% zum Wirtschaftswachstum beiträgt.
Bernhard Dachs/Jörg Mahlich
JEL No O 33, O 38, F 23
China als Standort für Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen multinationaler Unternehmen
China hat in den letzten Jahren auf wissenschaftlichem und technologischem Gebiet große Anstrengungen unternommen, um zu den führenden Ländern der Welt aufzuschließen. Die Erfolge dieser Politik lassen sich unter anderem in einer starken Zunahme von F&EAktivitäten ausländischer Unternehmen in China sehen. Wir analysieren diese Aktivitäten mit Patentdaten des chinesischen, europäischen und US-Patentamts. Die oftmals gehörte Befürchtung, dass westliche Unternehmen Forschung in großem Stil nach China auslagern, wird durch unsere Analyse nicht bestätigt. F&E-Aktivitäten ausländischer Unternehmen in China dienen derzeit noch vorrangig der Erschließung des chinesischen Marktes und der Unterstützung der Produktion vor Ort. Entwicklungen für den Weltmarkt bringen diese Niederlassungen derzeit nur wenige hervor. F&E in China ist für die allermeisten westlichen Unternehmen deshalb derzeit eine Ergänzung, aber kein Ersatz für F&E-Aktivitäten in Europa, Japan und den USA.
China as a location for R&D units of multinational enterprises
China is rapidly catching up to the world's leading countries in science and technology. One sign of China's success in this process is the substantial growth in R&D activities by foreign-owned firms. In this article we measure these activities using patent data from the Chinese, European and US patent offices. Contrary to fears often heard in the public debate, we find only little evidence of outsourcing R&D activities to China. Patent data suggests that most of the foreign-owned firms' R&D labs in China serve the Chinese market, and only a small share is geared toward the world market. Therefore, we suggest that R&D of foreign-owned enterprises in China is mostly a complement, and not a substitute for R&D activities in Europe, Japan or the US.
Ruperta Lichtenecker
JEL No Q 01, Q 42, Q 53, Q 55, Q 56, Q 58
Umwelttechnikindustrie – Zukunftsmarkt China
China, das Reich der Mitte, ist mit schwerwiegenden Umweltproblemen konfrontiert, die hohe Kosten verursachen. Mit der zunehmenden Anwendung der Umwelttechnik kann der Herausforderung diese Problemfelder zu beheben sinnvoll begegnet werden. Die Indikatoren Wirtschaftswachstum, notwendiger Schutz der natürlichen Ressourcen, externe Kosten, politische und institutionelle Faktoren prognostizieren einen stark wachsenden Absatzmarkt für Umwelttechnik in China. Um dieses Marktpotenzial tatsächlich auszuschöpfen, ist es notwendig, in China und in Österreich verschiedene Anforderungen zu erfüllen, die in diesem Artikel erörtert werden.
Environmental Technology Industry – Future Market China
China increasingly finds itself confronted with profound and costly environmental problems. However, identified environmental issues can be tackled by increased utilization of environmental technologies. Indicators like economic growth, necessary protection of natural resources, external costs, and political as well as institutional factors point to a strongly expanding market for environmental technologies. I discuss distinct requirements Austria and China need to satisfy to guarantee successful exploitation of identified market potentials.
Jörg Mahlich/Jia Ming Zhu
JEL No G 15, G 18, G 21, G 28, G 32
Finanzierung und „Corporate Governance” in China
Der chinesische Finanzmarkt wird von staatseigenen Banken dominiert, die zwar mittlerweile als profitorientierte Geschäftsbanken aufgestellt sind, die aber in der Vergangenheit aufgrund ihrer Nähe zur Politik vor allem die verstaatlichten Industriebetriebe mit Liquidität versorgen mussten. Da sich ein Großteil dieser Kredite als uneinbringbar erwiesen hat, kann das chinesische Bankensystem nur durch massive Interventionen des Staates vor dem Kollaps bewahrt werden. Auch die Situation an Chinas Börsen ist von Strukturproblemen geprägt, da der Staat bei den meisten börsennotierten Aktiengesellschaften Mehrheitseigentümer ist und ein Großteil der Aktien nicht handelbar ist. Chinas Regierung ist sich allerdings der Strukturprobleme im Finanzsektor bewusst und versucht sie durch eine Reihe von wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu lösen.
Finance and „corporate governance“ in China
The Chinese financial market is still dominated by state-owned banks. Although they were transformed into profit-oriented commercial credit institutions in the mid 90s, they still suffer from non-performing loans to stateowned enterprises. Market observers estimate that as much as 45% of outstanding loans might turn out to be nonperforming, which is noticeably more than the level observed in Japan. In order to prevent the insolvency of Chinese banks the government must supply banks with liquidity well in excess of the USD 500 billion in foreign currency reserves accumulated by the Chinese central bank. The situation with China's equity markets is no less challenging since most corporations are majority owned by the government and only a small number of shares is actually traded on stock exchanges. On the other hand, China's government is evidently aware of some of its structural problems and numerous measures have been taken to improve the efficiency of China's capital market.
Markus Taube
JEL No F 21, F 23
Ausländische Direktinvestitionen – Triebkraft wirtschaftlicher Entwicklung in der VR China
Der vorliegende Beitrag betrachtet den Zustrom ausländischer Direktinvestitionen (ADI) in die VR China und stellt dessen Strukturmerkmale dar. China ist innerhalb eines Jahrzehnts zur wichtigsten Zielregion von ADI weltweit avanciert. Diese Zuflüsse konzentrieren sich jedoch nur auf wenige Regionen des Landes und haben dabei die Ausbildung von Industrieclustern vorangetrieben, die den Kern des aktuellen chinesischen „Wirtschaftsbooms“ darstellen. Auslandschinesische Unternehmungen stellen weiterhin den Großteil der nach China einfließenden ADI. Europäische Investoren spielen demgegenüber nur eine untergeordnete Rolle. Dessen ungeachtet spielen mit ausländischem Kapital geführte Unternehmungen in China jedoch eine entscheidende Rolle für die chinesisch-europäischen Handelsbeziehungen.
Foreign Direct Investment – Driving Force of Economic Development in China
The article deals with the inflow of FDI into China and describes its structural characteristics. In the run of one decade China has risen to the no. 1 destination for FDI in the global economy. These FDI inflows, however, are concentrated in a selected number of regions, where they have promoted the creation of industry agglomerations – industry clusters, which are the key to China’s present economic boom. The Chinese business community outside the PR China stands behind the greatest FDI activities in the Chinese mainland. European investors, in comparison, are only playing a moderate role for China’s FDI attraction. Nonetheless, foreign invested enterprises are playing a dominant role for the Chinese-European trade relations.
Gunther Schnabl
JEL No F 15, F 31, F 33
Der Festkurs als merkantilistische Handelspolitik – Chinas Währungs- und Geldpolitik im Umfeld globaler Ungleichgewichte
Der Druck auf die chinesische Regierung, die Wechselkursbindung des chinesischen Yuan an den US Dollar aufzugeben, ist groß. Seitdem der Dollar unter kontinuierlichem Abwertungsdruck steht, wird in den westlichen Industriestaaten Chinas Festkurs einer merkantilistischen Handelspolitik gleichgesetzt. Aus der Sicht Chinas erscheint der Festkurs hingegen vorteilhaft. Aufgrund der Dollarisierung internationaler Zahlungsströme in Ostasien und eines hohen Bestandes an Dollar- Auslandsvermögen trägt die Wechselkursbindung zur makroökonomischen Stabilität Chinas und ganz Ostasiens bei. Es bleibt die Gefahr der Inflation, die über den Festkurs importiert wird. Der Überhitzung könnten eine Aufwertung des Yuan oder eine restriktivere Finanz- und Geldpolitik in den USA entgegen wirken.
The Hard Peg as Mercantilist Trade Policy – China’s Exchange Rate and Monetary Policy within a World of Global Imbalances
The pressure on the Chinese government to appreciate the Chinese Yuan is large. Since the start of the dollar’s sustained depreciation in early 2002 the western industrialized countries including Japan argue that China’s fixed peg is equivalent to a mercantilist trade policy. From the Chinese perspective the peg seems beneficial. Due to the dollarization of international capital flows in East Asia and due to high international assets denominated in US dollars, exchange rate stability against the US dollar contributes to macroeconomic stability in China and East Asia as a whole. There remains the danger of overheating which is imported via the dollar parity. This threat of inflation could be curtailed by both a Yuan appreciation or a more restrictive fiscal and monetary policy in the United States.
Margot Schüller
JEL No F 130, F 140
Chinas Aufstieg zur globalen Handelsmacht: Erfolgsfaktoren und Perspektiven
Der Beitrag untersucht die Faktoren, die den Außenhandelserfolg Chinas begründen. Die Einbindung Chinas in die regionalen und globalen Wertschöpfungsketten ausländischer Unternehmen wird von der Autorin als wichtigste Ursache angesehen. Allerdings war diese Entwicklung erst möglich durch die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für ausländische Direktinvestitionen im Rahmen der außenwirtschaftlich orientierten Transformationspolitik der chinesischen Regierung. Im Außenhandel wurde eine aktive Politik der Integration in die Weltwirtschaft verfolgt, die den Abbau von Außenhandelsbarrieren und die Übernahme internationaler Standards umfasste. Die langjährigen Verhandlungen über die Aufnahmebedingungen für die Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO) waren mit einer schrittweisen Anpassung des Außenhandelsregimes verbunden und weisen nach der Aufnahme Chinas den Weg für die noch ausstehenden Liberalisierungsmaßnahmen. Ob China seine Erfolge im Außenhandel fortsetzen kann, wird allerdings davon abhängen, ob offene Konflikte mit den wichtigsten Handelspartnern vermieden werden können.
China’s Emergence as a Global Trading Power
This contribution analyses the factors underlying China’s foreign trade development. The integration of the country into global and regional production networks is regarded by the author as the main reason for China’s emergence as a global trading power. China's inclusion into the value chain of foreign companies was only made possible after the government allowed a fundamental transition of its economic system into a market economy and the adjustment of its foreign trade regime to international standards. During the long process of China’s admission to the WTO, the country was able to gradually adapt to WTO-compatible structures and has committed itself to further liberalisation over the next few years. Whether China will be able to continue its successful foreign trade development will largely depend on its ability to solve conflicts with its main trading partners.
Ruan Zongze
Jel No F 020
China’s peaceful rise: Opportunity and Challenge
The practice of China’s reform and opening up over the past 26 years shows that China has found a road suited to its own development over years of exploration. China is a big country with a population of 1.3 billion people. China’s “peaceful rise” has indicated in particular such a historical process and other hold-out roads of development for China to basically realize the modernization through the reform and opening up under the theme of the times of peace and development, in the sustainable, rapid, coordinated, and sound development since the end of 1978. China’s development stems from the rapid growth of the economy, which is largely based on its domestic market. This differs fundamentally from the mode of rise of other powers in history. As a matter of fact, China’s peaceful rise means the process of China’s rise must be proceeded in a peaceful way or its realization is achieved through peaceful means. To achieve such a goal, China should build stable and constructive relations with the Asia Pacific region, and major powers in the world. It is also important that China will play a constructive role in international organizations. Nevertheless, there is no shortage of sources of challenges ahead.
Chinas friedlicher Aufstieg: Gelegenheit und Herausforderung
Chinas Reformen und seine Öffnung während der letzten 26 Jahre haben gezeigt, dass China nach Jahren der Suche einen passenden Weg zur eigenen Entwicklung gefunden hat. China stellt ein großes Land mit einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen dar. Mit Chinas „ friedlichem Aufstieg“ wurde ein historischer Prozess der Entwicklung eingeleitet, in dessen Rahmen eine Modernisierung stattfindet, die auf Frieden und Entwicklung aufbaut. Das hat zu einer schnellen, aber dennoch koordinierten und nachhaltigen Entwicklung seit Ende 1978 geführt. Die wirtschaftliche Entwicklung Chinas basiert auf dem hohen Wirtschaftswachstum, das wesentlich vom Binnenmarkt getrieben ist. Diese Entwicklung unterscheidet sich grundlegend vom Aufstieg anderer Großmächte in der Geschichte. In der Tat zeigt Chinas Aufstieg, dass dieser Prozess in einer friedlichen Weise fortgesetzt und durch friedliche Mittel realisiert werden muss. Um ein solches Ziel zu erreichen, sollte China stabile und konstruktive Beziehungen mit dem pazifischen Asien und bedeutenden Großmächten in der Welt aufbauen. Wichtig ist auch, dass China eine konstruktive Rolle in internationalen Organisationen spielt. Für die Zukunft mangelt es also nicht an Herausforderungen.
Ralf Kronberger/Robert Schediwy
Zeitzeugen und Gestalter: Hans Seidl - Ein konstruktiver Mittler
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Martin Zagler/Michael M. Pichler
JEL No J 51, O 41
Economic Performance, Unions and Long Term Wage Accords
This paper presents case study evidence on the impact of long-run wage accords on economic performance, in particular on economic growth and unemployment. When unions focus on issues other than short-term wage increases, they may even outperform the non-unionized economy, as they can induce knowledge formation and innovation through long-term wage moderation accords. Evidently, as the number of wage accords is low and the time span long, we cannot adopt econometric evidence. This paper is restricted to case study evidence on wage accords, unemployment, and economic growth for a series of European countries which recently or in the past negotiated explicit or implicit wage accords, namely Ireland, the Netherlands, Sweden and Germany.
Wirtschaftliche Leistung, Gewerkschaften und langfristige Lohnvereinbarungen
Diese Arbeit präsentiert Fallstudien zur Auswirkung von langfristigen Lohnvereinbarungen auf die wirtschaftliche Leistung, im Speziellen auf das Wirtschaftswachstum und die Arbeitslosigkeit. Wenn die Gewerkschaften kurzfristige Lohnerhöhungen durch langfristige Vereinbarungen zur Lohnmäßigung ersetzen, können sie Wissensschaffung und Innovation induzieren. Somit ist es sogar möglich, dass sich der gewerkschaftlich organisierte Wirtschaftssektor besser entwickelt als der nicht gewerkschaftlich organisierte. Auf Grund der geringen Anzahl der Lohnvereinbarungen und der langen Zeitspanne kann eine ökonometrische Überprüfung nicht angestellt werden. Daher beschränkt sich die Beweisführung dieser Arbeit auf Fallstudien zu Lohnvereinbarungen, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum einer Reihe europäischer Länder, die kürzlich oder in der Vergangenheit explizite oder implizite Lohnvereinbarungen geschlossen haben, nämlich Irland, die Niederlande, Schweden und Deutschland.
Hans-Joachim Bodenhöfer/Norbert Wohlgemuth/Markus Bliem/Anneliese Michael/Klaus Weyerstraß
JEL No Q 42, Q 43
Ziele und Grenzen der Ökostromförderung in Österreich
Mit der Förderung erneuerbarer Energieträger zur Stromerzeugung werden energie-,
umwelt- und wirtschaftspolitische Ziele verfolgt. Im Mittelpunkt des Interesses
stehen zumeist der Beitrag erneuerbarer Energieformen zum Klima- und
Umweltschutz sowie die erwarteten positiven volkswirtschaftlichen Effekte.
Insbesondere die Schaffung von Beschäftigung dient oftmals als Rechtfertigung
für die Gewährung von Subventionen. Die Verfolgung mehrerer Ziele mit nur einem
Instrument ist jedoch nicht möglich, wenn die Ziele in Konflikt zueinander
stehen. Zudem ist die Förderung erneuerbarer Energieträger mit einer zunehmenden
Belastung der Stromabnehmer verbunden. Dies, sowie Mitnahme- und
Verdrängungseffekte, sind Argumente gegen eine unbegrenzte Ausweitung der
Ökostromförderung. Im Hinblick auf Emissionsreduktionsziele zeigt sich, dass die
Ökostromförderung im Vergleich zu alternativen Maßnahmen ein sehr teures
Instrument des Klimaschutzes darstellt.
Aims and Limits of Promotion Schemes for Green Electricity
The promotion of renewable energy is typically motivated by energy policy, environmental and economic goals. Of relevance is the contribution of renewable energy to environmental and climate protection as well as the expected positive economic effects, such as employment and value added creation. In the case of trade-offs between different objectives, the attainment of several goals with only one policy instrument is impossible. Furthermore the promotion of renewable energy sources leads to increasing financial burden on electricity consumers. Together with windfall gains and crowdingout effects, these are arguments against an unlimited expansion of the promotion of green electricity. The use of renewable energy sources is a costly matter to achieve emission reduction targets, as there are cheaper options available.
Peter Egger
JEL No F 21, F 23
Die Rolle von bilateralen Investitionsschutzabkommen für Österreichs Direktinvestitionen
Bilaterale Investitionsschutzabkommen sind ein Instrument der Stimulation von Direktinvestitionen seitens der Industrieländer in weniger entwickelten Ländern. Das dramatische Anwachsen ihrer Zahl im letzten Jahrzehnt unterstreicht ihre potentiell wichtige Rolle als Triebkraft solcher Direktinvestitionen. In der vorliegenden Arbeit wird eine Bestandsaufnahme für Österreich vorgenommen und eine Zusammenfassung der empirischen direkten Effekte auf die Direktinvestitionen im Ausland erstellt. Abschließend wird ein kurzer Ausblick versucht, in dem auf die zu erwartenden Wirkungen auf andere österreichische Aggregate wie Beschäftigung, Arbeitsproduktivität und Waren-Exporte eingegangen wird.
Bilateral investment treaties and their impact on Austria’s foreign direct investment
Bilateral investment treaties are intended to stimulate foreign direct investment by the industrialized economies in less developed countries. The tremendous increase in the number of treaties over the last decade points to their potentially important role for the growth of bilateral foreign direct investment. It is this paper’s aim to discuss the issue of bilateral investment treaties from the Austrian perspective. I give a summary of their direct effects on foreign direct investment as well as brief outline of the expected effects on Austrian economic aggregates such as employment, labor productivity, or goods exports.
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