Gleißner: Flexiblere Arbeitszeiten schaffen notwendigen Bewegungsspielraum für Wirtschaft

Wachstumsanreize setzen, um Beschäftigung zu generieren – Eingliederungsbeihilfen statt Beschäftigungs-Quoten

„Auch wenn es die Arbeitnehmervertreter versuchen schlechtzureden: Flexible Arbeitszeiten sind eine wichtige Möglichkeit für unsere Betriebe, um auf immer kurzfristigere Nachfrageschwankungen zu reagieren. Und dies ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund unserer schwächer werdenden Wettbewerbsposition im internationalen Vergleich unerlässlich“, kritisiert Rolf Gleißner, stv. Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die ablehnende Haltung von Gewerkschaft-Vertretern zu flexibleren Arbeitszeiten. 

Gleißner verweist in diesem Zusammenhang auf Deutschland: „Österreichs Haupthandelspartner hat flexiblere Arbeitszeiten als wir – und ist damit sichtlich erfolgreich im internationalen Wettbewerb unterwegs.“ So gilt in Deutschland zum Beispiel eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 60 Stunden – in Österreich sind es 50.

Mehr Bewegungsspielraum für Betriebe

„Geben wir unseren Betrieben mehr Bewegungsspielraum, denn nur dann können sie Beschäftigung halten und neue schaffen. Neue Vorschriften, Strafen oder Verbote sind da kontraproduktiv und sogar schädlich“, lehnt Gleißner die Forderungen der Arbeitnehmer-Seite nach Quotenregelungen für die Beschäftigung Älterer ab.

Die heute, Dienstag, präsentierte IHS-Studie zu Seniorität in Kollektivverträgen und zur Beschäftigung Älterer bestätigt, dass die Kollektivverträge nicht pauschal für die Probleme Älterer am Arbeitsmarkt verantwortlich sind.

Die höheren Kosten Älterer spielen aber eine Rolle, weshalb auch einige Branchen in den letzten Jahren die Seniorität in den Kollektivverträgen reduziert haben.

Eingliederungsbeihilfe ist das wirksamste Mittel

Als wirksam bei der Beschäftigung Älterer hat sich die Eingliederungsbeihilfe erwiesen: „Sie ist und bleibt das wirksamste Mittel, um arbeitslose Personen der Altersgruppe 50+ wieder in Beschäftigung zu bringen. Daher ist es notwendig, dass die Arbeitsmarktpolitik in Zukunft spezifisch auf erfolgreiche Instrumente wie diese fokussiert. Wer dagegen Betriebe mit einem Malus bestrafen will, nur weil sie Jüngeren eine Chance geben, gefährdet Arbeitsplätze.“

Nach den Zahlen des Sozialministeriums sind Ältere am Arbeitsmarkt nicht viel massiver betroffen als andere Gruppen: So ist die Beschäftigung der 50+ zwischen Juni 2014 und Juni 2015 um 55.000 gestiegen – in den anderen Altersgruppen ist sie um 39.000 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote Älterer liegt mit 8,9% nur geringfügig über dem allgemeinen Wert mit 8,3% und ist zuletzt weniger stark angestiegen als die generelle Quote. Das Risiko Älterer, arbeitslos zu werden, ist nach der heute vorgelegten Studie von Sozialminister Hundstorfer sogar unter dem Durchschnitt.

Gleißner: „Wir haben ein generelles Wachstums- und Beschäftigungsproblem. Generell aber muss es jetzt darum gehen, Wachstumsturbos für die heimische Wirtschaft zu zünden und damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe gegenüber internationaler Konkurrenz zu stärken. Deshalb brauchen wir niedrigere Lohnnebenkosten und flexiblere Arbeitszeiten. Denn ohne Wachstum gibt es keine zusätzliche Beschäftigung.“ (PWK580/PM)

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 5 90 900 4288
Mail: rolf.gleissner@wko.at
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