Schwarzer: Erfolgsmodell Sanierungsoffensive ausbauen statt kürzen

Wirtschaftskammer fordert zusätzliche Mittel für die thermische Sanierung, um Wachstums- und Beschäftigungseffekte zu entfachen

Auch in diesem Jahr reichen die Mittel für den Sanierungsscheck des Bundes, mit dem die thermische Sanierung bundesweit gefördert wird, nur bis in den Hochsommer. Die erfolgreiche Aktion, die erst Ende Februar startete, lief somit nicht einmal ein halbes Jahr. Das liegt einerseits an der ungebrochen hohen Nachfrage bei Betrieben und Privatpersonen, die ihren Energieverbrauch senken und Kosten sparen wollen, und anderseits an den gedrosselten Mittel – statt 100 Millionen Euro in den Vorjahren standen heuer nur 80 Millionen zur Verfügung.

Stephan Schwarzer, Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), kritisiert die Diskontinuität der Sanierungsoffensive: „Wenn die Aktion immer kürzer wird und immer mehr mühsam vorbereitete Projekte nicht realisiert werden können, dann wird aus einer Win-Win-Win Situation, also einem Gewinn für Wachstum, Beschäftigung und Klimaschutz, schnell eine Lose-Lose-Lose-Situation. Derzeit gibt es hier mehr ‚Stop‘ als ‚Go‘.“

Sanierungsoffensive bringt mehr als sie kostet

Schwarzer weiter: „Insbesondere in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und schleppender Investitionen, wäre diese konjunkturpolitische Maßnahme auszubauen statt zu dezimieren. Noch dazu ist die energetische Verbesserung des österreichischen Gebäudestandes eine Grundvoraussetzung zur Erreichung unserer ambitionierten Klima- und Energieziele. Und darüber hinaus bringt die Sanierungsoffensive dem Finanzminister mehr als sie ihn kostet.“

Deshalb fordert die WKÖ die Wiederaufstockung der Mittel für die Neuauflage des Sanierungsschecks im nächsten Jahr. „Als absolutes Minimum müssen 2016 wieder 100 Millionen für die thermische Sanierung zur Verfügung stehen, davon 30 Millionen für die Betriebe“, so der Umwelt- und Energieexperte und erinnert an die jahrelange Forderung der Wirtschaftskammer, die jährliche Sanierungsquote von derzeit 1% auf 3% zu erhöhen. Denn nur so werden dringend notwendige Investitionen angereizt, die nachhaltig Beschäftigungseffekte entfachen und die Energieeffizienz unserer Gebäude rascher erhöhen. (PWK601/SR)

Rückfragen:
Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik
Eli Widecki, MSc
Telefon: +43 5 90 900 3581
Mail: eli.widecki@wko.at
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