WKOÖ-Präsident Trauner: Vollendung des Strombinnen-marktes darf nicht auf halbem Weg stecken bleiben

Diskussion über Umgestaltung bestehender Preiszonen für Strommärkte
Wirtschaft organisiert breite Allianz für Beibehaltung der deutsch-österreichischen Preiszone

Der rasante Ausbau erneuerbarer Energieträger hat insbesondere in Deutschland zu einer deutlichen Zunahme von ungeplanten Lastflüssen geführt, die sich durch den schleppenden Ausbau leistungsfähiger Nord-Süd-Verbindungen auch auf die Netze der Nachbarländer auswirken. Bei hoher Windeinspeisung im Norden oder hoher PV-Einspeisung im Süden kommt es immer häufiger zu Netzengpässen. Durch die zeitliche und räumliche Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage treten insbesondere im Dreiländereck Frankreich-Deutschland-Schweiz, aber auch in Polen und Tschechien fallweise ungewollte Ringflüsse auf, die Eingriffe der Netzbetreiber erfordern. Derartige Ringflüsse lassen sich nicht gänzlich vermeiden, können aber durch effektive technische Stabilisierungsmaßnahmen begrenzt werden.

 

Dessen ungeachtet haben Polen und Tschechien die Forderung erhoben, das deutsch-österreichi­sche Marktgebiet aufzuspalten und einen künstlichen Engpass zwischen den beiden Ländern zu definieren. Ob diese Maßnahme tatsächlich eine Lösung zur Vermeidung der Ringflüsse darstellt, ist jedoch umstritten. Das vorgeschlagene Marktsplitting würde Europa teuer zu stehen kommen und die Vollendung des Energiebinnenmarktes gefährden. Der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E sowie die europäische Energieregulierungsbehörde ACER prüfen daher zurzeit mögliche Optionen eines neuen Marktdesigns.

 

Neue Marktgrenzen können Problem nicht lösen

„Europa steht vor der Frage, mit welchen Maßnahmen bei wachsenden Anteilen von Wind- und Sonnenenergie die Versorgungssicherheit dauerhaft gewährleistet und wettbewerbsfähig gestaltet werden kann“, verweist WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner auf diese strategisch wichtige Entscheidung für den Wirtschaftsstandort. „Die Vollendung des Energiebinnenmarktes sowie die Modernisierung und der rasche Ausbau der Energie-Infrastruktur sind schon seit Jahren zentrale Forderungen der Wirtschaftsvertretung zur Verwirklichung der Energieunion.“


... lesen Sie mehr im Medienservice vom 17. Juli 2015

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