Arbeitsplätze in Gefahr

Überstunden – Strafeuro 

AK und ÖGB wollen durch die Einführung eines Strafeuro für Überstunden, die Anzahl der Überstunden reduzieren und dadurch das bestehende Arbeitsvolumen auf mehr Beschäftigte verteilen. Diese Milchmädchenrechnung funktioniert jedoch leider nicht und hätte sowohl für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber negative Auswirkung.  

Fakt ist:  

  • Die „Bekämpfung“ von „qualifizierten Überstunden“ durch einen Strafeuro schafft nicht die dringend notwendigen Arbeitsplätze im mittleren und niedrigen Qualifizierungssegment

  • Eine Verteuerung der Überstunden erhöht die Lohn- und Produktionskosten am Wirtschaftsstandort Österreich. Dadurch leidet die Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsbereitschaft der Betriebe – das kostet bestehende Arbeitsplätze und verhindert neue Arbeitsplätze!

  • Die meisten Überstunden werden im qualifizierten Bereich geleistet – dort ist die Arbeitslosigkeit sehr niedrig.  

Zudem kommt: 

  • Überstunden sind für Unternehmen teuer – und für Arbeitnehmer lukrativ

  • Die gesetzlich und kollektivvertraglich verankerten Überstundenzuschläge gewährleisten vielen Haushalten ein lukratives Einkommen und schaffen Wohlstand und Lebensqualität

  • 80 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit ihrer aktuellen Arbeitszeit zufrieden

  • Fast ¾ aller Beschäftigten sind mit ihrer derzeitigen Überstundensituation zufrieden

Starre und praxisfremde Arbeitszeitgesetze 

Flexibilität ist die wesentliche Kernanforderung der heutigen Arbeitswelt. Durch eine praxisnahe und faire Arbeitszeitflexibilisierung könnte eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschaffen werden. Die aktuellen restriktiven und veralteten Rahmenbedingungen entsprechen leider nicht mehr den Anforderungen einer modernen Arbeitswelt. Zudem lassen sich viele praxisrelevante Arbeitszeitmodelle – auch im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – derzeit nicht realisieren.  

Musterbeispiel: Sie sind als Familienvater auf Dienstreise und möchten am Abend zu ihrer Familie nach Hause fahren. Leider ist die tägliche Höchstarbeitszeit überschreiten, deshalb müssen Sie sich ein Hotel nehmen und können erst am nächsten Morgen die Heimreise antreten. Dies verursacht hohe Kosten für den Dienstgeber und ist auch nicht im Interesse der betroffenen Dienstnehmer. 

Im Sinne aller beteiligten braucht es dringend eine Anpassung der aktuellen Rahmenbedingungen. Nach der Formal 12 – 60 – 24: 12 Stunden maximale Arbeitszeit in maximal 60 Wochenstunden und die Möglichkeit, 24 Monate durchzurechnen, könnte die gewünschte Win-Win-Situation erreicht werden. 

Überzogener Arbeitnehmerschutz 

Die Gesundheit und Sicherheit der heimischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat oberste Priorität. Sowohl Umfragen als auch die Entwicklung von Arbeitsunfällen und Krankenständen bestätigten, dass die Sicherheit auf Österreichs Arbeitsplätzen im internationalen Spitzenfeld liegt. Die rechtlichen Rahmenbedingungen im Arbeitnehmerschutz sind jedoch sehr komplex, bürokratisch und überschießend.  

Derartige Belastungen, die keine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten haben, gehören deshalb dringend beseitigt. Durch eine nachhaltige Entbürokratisierung und Entkriminalisierung der Arbeitnehmerschutzbestimmungen kann die Produktivität und Wertschöpfung der heimischen Wirtschaft maßgeblich gesteigert werden. Dadurch werden – ohne Ihre Gesundheit und Sicherheit zu gefährden - Ihre Arbeitsplätze gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen!  

6. Urlaubswoche 

Bedenken Sie immer die Auswirkungen derartigen Maßnahmen. Aktuelle Erhebungen aus Deutschland zeigen, dass die Einführung einer verbindlichen sechsten Urlaubswoche für Personen im Alter von über 40 bzw. 45 Jahren eine Belastung zwischen 900 Millionen und 1,5 Milliarden Euro bedeutet. Diese Belastung würde die Wertschöpfung um rund 2,8 Mrd. Euro reduzieren und mindestens 4.500 Arbeitsplätze kosten. Für mindestens 4.500 zusätzliche Arbeitslose – die auch zu 50 Prozent von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern finanziert werden – ist eine 6. Urlaubswoche wohl ein schwacher Trost.  

Österreich liegt zudem hinsichtlich der bezahlten freien Arbeitstage im internationalen Spitzenfeld. Durchschnittlich 38 vom Dienstgeber bezahlte Tage pro Jahr an denen keine Arbeitsleistung erbracht wird (Urlaub, Feiertage, Krankenstand etc.) bedeuten Platz 3 im weltweiten Vergleich. Belasten wir den Wirtschaftsstandort Österreich nicht noch zusätzlich – dies vernichtet Arbeitsplätze! Zudem ergibt eine aktuelle Erhebung, dass die überwiegende Mehrheit das jetzige Urlaubsausmaß für ausreichend erachtet bzw. den bestehenden Anspruch gar nicht ausschöpft.   

Malus für Nichtbeschäftigung Älterer 

Ein Quotensystem, das Pönalen je nach Altersstufe im Betrieb festsetzt ist bürokratisch, praxisfremd und gefährdet Arbeitsplätze. Es kann nicht sein, dass ein Betrieb, der Arbeitsplätze schafft und sich tagtäglich bemüht, diese auch zu sichern, dafür Strafe zahlen soll, nur weil seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schnitt zu jung sind. Für Beschäftigung Strafe zu zahlen ist einfach absurd. Bedenkt man, dass in vielen Branchen und Regionen der erforderliche Arbeitskräftebedarf durch das bestehende Potential nicht einmal abgedeckt werden kann, würde diese Sanktion zusätzliche negative Auswirkungen auf die Beschäftigung haben. 

Viel sinnvoller wäre ein Anreizsystem für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer bzw. eine beschäftigungsfördernde Entlastung dieser Personengruppe – beispielsweise durch eine Lohnnebenkostensenkung.  

35-Stunden-Woche 

Eine Arbeitszeitverkürzung verteilt die Arbeit nicht gerechter!  Dies beweisen die Erfahrungen in Frankreich. Vor Einführung der 35-Stunden-Woche in Frankreich lag die Arbeitslosenquote bei 8,6 Prozent. Nach Einführung der 35-Stunden-Woche kletterte die Arbeitslosenquote im Jahr 2014 bereits über 10,3 Prozent. Im Gegensatz dazu zeigt Deutschland, wie man durch eine praxisnahe Arbeitszeitflexibilisierung und eine zukunftsorientierte Arbeitsmarktpolitik die Arbeitslosenrate zwischen 2000 und 2014 – trotz Wirtschaftskrise – von 7,9 Prozent auf 5,0 Prozent reduzieren konnte.  

Eine generelle Arbeitszeitverkürzung bringt nicht den gewünschten Beschäftigungszuwachs, sondern Belastet die Arbeitgeber, die in konjunkturell schwierigen Zeiten Arbeitsplätze sichern und schaffen sollen, zusätzlich. Laut einer Schätzung würde die Senkung der Wochenarbeitszeit um nur eine Stunde bei vollem Lohnausgleich zu Kosten in der Höhe von 3,3 bis 4,5 Milliarden Euro führen. Diese Belastung kostet Arbeitsplätze! 

Milchmädchen-Rechnung: Weniger Normalarbeitszeit + teurere Überstunden = Mehr Kosten für den Arbeitgeber + Mehr Druck für den Arbeitnehmer  

Kriminalisierung der Wirtschaft 

Als Arbeitgeber bekommt man ununterbrochen saftige Strafen aufgebrummt – für die man persönlich haftet – weil beispielsweise die Dienstreise des Mitarbeiters ein paar Minuten zu lange gedauert hat, der neue Mitarbeiter wenige Minuten zu spät zur Sozialversicherung angemeldet wurde,  Mitarbeiter trotz Unterweisung die zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung nicht verwendet haben, formale Bestimmungen des komplexen Arbeitnehmerschutzes nicht eingehalten wurden, obwohl dies keinerlei negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Zusätzlich wird einem regelmäßig pauschal unterstellt, Abgaben zu hinterziehen, sowie Lohndumping und Sozialbetrug zu begehen.  

Diese Liste ist lang und könnte nahezu endlos fortgesetzt werden. Die heimischen Arbeitgeber möchten lediglich erfolgreich ihre Produkte und Dienstleistungen vermarkten und dadurch Wertschöpfung generieren. Dies schafft und sichert Arbeitsplätze und somit Wohlstand und soziale Sicherheit.  

Schaffen wir gemeinsam wieder Rahmenbedingungen, die im Interesse aller Beteiligten, Beschäftigung und somit Wohlstand und soziale Sicherheit in unserem Land gewährleisten!

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