Musik – ein kraftvoller Wirtschaftsfaktor

Die Salzburger Musikwirtschaft schafft beachtliche wirtschaftliche Werte und Arbeitsplätze. Speziell in der Festspielzeit rückt sie in den Mittelpunkt und zeigt, welche bedeutende Rolle sie in Salzburg einnimmt.

Die Salzburger Festspiele sind das Highlight des kulturellen Lebens in Salzburg. Sie verwandeln die Mozartstadt im Sommer in eine große Bühne und setzen wichtige Impulse für die Musikwirtschaft. Heuer stehen insgesamt 188 Aufführungen im Veranstaltungskalender. Unter der künstlerischen Leitung von Sven-Eric Bechtolf werden als Opern-Highlights „Die Eroberung von Mexico“ von Wolfgang Rihm und „Fidelio“ von Ludwig van Beethoven präsentiert. Beim Schauspiel stehen neben dem traditionellen „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal etwa „Clavigo“ von Johann Wolfgang von Goethe und „Die Komödie der Irrungen“ von William Shakespeare auf dem Programm.

Probenfoto Fidelio mit Jonas Kaufmann

Ein Höhepunkt der diesjährigen Festspiele ist sicher die Oper „Fidelio“ (Probenfoto) von Ludwig van Beethoven mit Jonas Kaufmann als „Florestan“. Foto: Neumayr

Die wirtschaftliche Strahlkraft der Festspiele reicht in die verschiedensten Bereiche. Dazu zählen unter anderem der gesamte Sektor der Musikproduktion, die Musikausbildung, der Handel mit Musikprodukten und Instrumenten, die technische Betreuung von Musikveranstaltungen und die Erzeugung von Musikinstrumenten. Zu den Instrumentenbauern gehört Robert Brown aus Oberndorf. Er hat sich auf den Bau und die Restaurierung von historischen Fortepianos spezialisiert. Das sind Hammerflügel aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. „Die Instrumente sind leichter gebaut, die Saiten sind dünner, die Hammerkörper sind kleiner und haben einen ganz anderen Klangkörper.“

Die Werkstatt in Oberndorf führt er seit 1998. Hier werden die Instrumente mit drei Mitarbeitern gebaut oder restauriert. Zu seinen Kunden zählen Hochschulen, Privatkunden und Museen. „Seit einigen Jahren vermieten wir unsere Fortepianos auch bei verschiedenen Musikfestivals, Opernaufführungen und Konzerten. Bei den Salzburger Festspielen kommt z. B. ein Hammerflügel von uns bei ‚Le nozze di Figaro‘ und bei Haydns ‚Die Schöpfung‘ zum Einsatz.“ 

Musikbegeistertes Publikum in Salzburg


Die Musikwirtschaft entwickle sich laut Brown in seinem Bereich positiv. Er verzeichnet zunehmende Aufträge: „Die Vermietung von Instrumenten hat zuletzt stark zugenommen, aber auch die private Nachfrage. In Salzburg gibt es viele musikbegeisterte Kunden und Kunstsammler, die bei mir Instrumente bauen lassen. Im Zuge der Salzburger Festspiele kommen viele Künstler nach Salzburg, die sich hier austauschen. Dabei entstehen immer größere Netzwerke und das wirkt sich insgesamt auf sämtliche Bereiche der Musikwirtschaft positiv aus.“

Ein Spezialist in Sachen Blasinstrumente und Akustikgitarren ist Musik Wimmer in der Innsbrucker Bundesstraße 56. Geschäftsinhaber Martin Wimmer blickt auf eine 40-jährige Firmengeschichte zurück. Nach der Ausbildung zum Instrumentenbauer und der Meisterprüfung hat er 1975 seinen eigenen Betrieb gegründet. Schon seit der Lehrzeit hat er eine besondere Vorliebe für Holz- und Blechblasinstrumente entwickelt, insbesondere für Klarinetten, Saxophone, Querflöten, Trompeten, Flügelhörner und Tubas.

Bekannte Größen der Salzburger Jazz-Szene vertrauen seit vielen Jahren auf sein Angebot und Fachwissen. Musiker und Kunden aus dem regionalen Salzburger Umfeld und dem benachbarten bayrischen Raum zählen zur Stammkundschaft. „Denn sie wissen, dass es bei uns nicht nur ein breites Angebot an Instrumenten, sondern auch einen guten Service gibt.“ Während im Geschäft früher auch Akkordeons und Keyboards verkauft wurden, hat sich Wimmer seit vier Jahren auf Blasinstrumente und Akustikgitarren spezialisiert.

Die Musikwirtschaft in Salzburg sei durchaus noch ausbaufähig, ist Wimmer überzeugt: „Wir Instrumenten-Händler treffen uns österreichweit regelmäßig und tauschen uns aus. Dabei fällt auf, dass Salzburg etwa in der Musikerziehung hinter anderen Bundesländern hinterherhinkt. Oberösterreich hat – bemessen an der Einwohnerzahl – doppelt so viele Musikschüler wie Salzburg. Der Musikunterricht könnte daher durchaus mehr gefördert werden. Auch die Beschäftigung der Jugendlichen mit anderen Medien, wie Computer, Facebook und Co sorgt für rückgängige Zahlen bei den Musikschülern.“

Die älteste Buchhandlung Österreichs – die Buchhandlung Höllrigl in der Sigmund-Haffner-Gasse in der Stadt Salzburg – führt auch Musikliteratur und Musikfachbücher. Vor allem in der Festspielzeit herrscht in diesem Segment eine große Nachfrage, schildert Mitarbeiterin Roswitha Fuchs: „Bei den Musikbüchern steigt mit Beginn der Festspielzeit der Umsatz enorm an und hört mit 31. August wieder auf. Man merkt, dass in diesen sechs Wochen ein extrem kulturinteressiertes Publikum in Salzburg ist. Wir verkaufen dann anspruchsvolle Literatur in großer Menge, sei es Musik- oder Philosophiegeschichte, Biografien über Komponisten, Musiker und Schauspieler oder Textbücher zu Opern. Österreichweit ist Salzburg nach Wien sicher der zweitwichtigste Standort in der Musikwirtschaft. Hier sorgen die Salzburger Festspiele für ganz wesentliche Impulse.“

Rückfragen: 
Mag. Helmut Eymannsberger
Leiter der Stabstelle Wirtschafts- und Standortpolitik
Tel: 0662/8888-340
E-Mail: wirtschaftspolitik@wks.at
30.7.2015 Robert Etter
auf Facebook teilen | auf Twitter teilen | Teilen mit Google+ diese Seite per E-Mail versenden diese Seite drucken als PDF downloaden