Export stellt Weichen auf Wachstum

Der steirische Außenhandel verzeichnet ein Plus von 200 Millionen Euro. 

19,3 Milliarden Euro, so viel exportierte die steirische Wirtschaft 2014. Das zeigt die brandaktuelle Exportstatistik. Sie weist dem Steirerland im Vorjahr ein Außenhandelsplus von 1,1 Prozent oder 200 Millionen Euro aus - und das, obwohl viele europäische Märkte noch immer unter Druck sind. Wichtigen Exportmärkten wie Italien, Frankreich oder Slowenien fehlt schlicht das Geld, um weißgrüne Produkte kaufen zu können. Hinzu kommt, dass durch die Sanktionen der Export nach Russland um 28 Prozent eingebrochen ist.

Große Chance
Trotzdem ist und bleibt der Außenhandel die große Chance für Steiermarks Wirtschaft, ist WKO-Präsident Josef Herk überzeugt: "Unser aktuelles Wirtschaftsbarometer zeigt, dass gerade die Exporterfolge den dringend benötigten Silberstreifen am Konjunkturhorizont darstellen. Das belegen jetzt auch die Exportzahlen." Und hier ist es vor allem das Geschäft außerhalb Europas, das noch viel Potenzial birgt. So stieg das Business mit den USA im Vorjahr um stolze 8,6 Prozent. Damit überholen die Amerikaner in der aktuellen steirischen Exportstatistik sogar Italien und sind neuer zweitwichtigster Außenhandelspartner des Landes. "Gefördert wird diese Entwicklung auch durch den günstigen Wechselkurs zum US-Dollar", erklärt Claus Tüchler, Geschäftsführer des Internationalisierungscenters Steiermark. Umso spannender sind für die steirische Wirtschaft auch die Fortschritte der Verhandlungen rund um das Freihandelsabkommen TTIP. Denn wie Michael Friedl, Wirtschaftsdelegierter in New York, im Kurzinterview bestätigt, ist die USA jenes Land, das Österreich den höchsten bilateralen Handelsüberschuss überhaupt beschert. Das heißt, gerade die Alpenrepublik würde besonders vom leichteren US-Export durch TTIP profitieren. Das zeigt auch ein kleiner Rundruf bei verschiedenen steirischen Unternehmen, die in den USA tätig sind.

Positive Stimmung
Die Stimmung ist gut, denn die US-Exporte wachsen weiter stark an, könnten aber mit TTIP einen weiteren Anschub erhalten. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres hat Österreich schon fast drei Milliarden Euro über den Atlantik verkauft. "Von benzinsparenden Motoren über Schalungstechnik für Wolkenkratzer bis zu steirischem Wein. Wir exportieren eine breite Produktpalette", berichtet Friedl. Die Debatte rund um TTIP scheint in Europa jedenfalls emotional verfahren zu sein. "Dabei findet sie in den USA gar nicht statt. Dort hat der Präsident eine Vollmacht vom Kongress erhalten, das Abkommen fertigzuverhandeln. Erst nach dem Abschluss soll das amerikanische Parlament über das Abkommen abstimmen dürfen", gibt Friedl zu bedenken.

Bilanz im Überblick
Aber zurück zur neuen Exportbilanz: Ähnlich wie in den USA entwickelt sich auch das Exportgeschäft mit China (+9,8 Prozent). Die Werkbank der Welt setzt immer mehr auf Qualität aus Europa. Doch nicht nur die USA und China erweisen sich als absolute Wachstumsmärkte. Auch unter den exotischeren Ländern findet sich so mancher statistischer Ausreißer in der Exportstatistik. So stieg etwa der Export nach Nordkorea sogar um unglaubliche 5.630 Prozent. Freilich ausgehend von äußerst niedrigem Niveau. Während 2013 nur Waren im Wert von gerade einmal 13 Euro in das isolierteste Land der Welt geschickt wurden, waren es 2014 immerhin schon 732 Euro Warenwert.

Rückfragen:
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16.7.2015
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