Was im Urlaub alles rechtens ist

Die schönste Zeit des Jahres - der Urlaub - wirft viele rechtliche Fragen auf. Wir liefern die Antworten. Ein Überblick.

Sommer und Sonnenschein: Mit den Schulferien ist auch die Urlaubszeit angebrochen, was vielfach für eine Auszeit vom Alltag genutzt wird, um sich zu erholen und die Seele baumeln zu lassen. Gleichzeitig wirft der Urlaub aber auch eine Vielzahl an juristischen Fragen auf. Karin Hörmann, Juristin im WKO-Rechtsservice, erklärt, was dabei zu beachten ist:

Urlaubsanspruch
Der Anspruch gebührt jeweils für ein Urlaubsjahr und entspricht dem Arbeitsjahr (Beginn ist also das Eintrittsdatum). "In den ersten sechs Monaten besteht ein Urlaubsanspruch im Verhältnis zu der im Arbeitsjahr zurückgelegten Dienstzeit, nach sechs Monaten in voller Höhe", erklärt die Expertin: "Ab dem zweiten Arbeitsjahr entsteht der Anspruch mit Beginn des Arbeitsjahres in voller Höhe."

Urlaubsausmaß
Für jedes Arbeitsjahr hat der Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Urlaub. "Das Urlaubsausmaß beträgt fünf Wochen (30 Werktage bzw. 25 Arbeitstage) bei einer Dienstzeit von weniger als 25 Dienstjahren bzw. sechs Wochen (36 Werktage bzw. 30 Arbeitstage) nach Vollendung des 25. Dienstjahres", so Hörmann. Wird der Arbeitnehmer regelmäßig nur fünf oder weniger Wochentage beschäftigt, ist der Urlaubsanspruch in entsprechende Arbeitstage umzurechnen. Für das Urlaubsausmaß müssen auch Vor(dienst)zeiten, Schul- oder/und Studienzeiten berücksichtigt werden.

Urlaubsverbrauch
Der Zeitpunkt des Antrittes und die Dauer sind zwischen Chef und Mitarbeiter zu vereinbaren. "Es besteht weder ein einseitiges Anordnungsrecht des Arbeitgebers noch ein einseitiges Antrittsrecht des Arbeitnehmers", erklärt die Expertin, verweist jedoch auf Ausnahmen. Generell gilt: Ein Betriebsurlaub sollte bereits im Vorhinein schriftlich im Arbeitsvertrag vereinbart werden, wobei allerdings nicht der gesamte Jahresurlaub vom Betriebsurlaub erfasst sein darf. Übrigens: Die Urlaubsvereinbarung ist an keine besondere Form gebunden und kann daher schriftlich, mündlich, aber auch schlüssig zustande kommen. Allerdings rät die Expertin zur Schriftlichkeit, allein schon aus Gründen der Beweisbarkeit. Interessantes Detail am Rande: Das Schweigen des Arbeitgebers auf einen Urlaubswunsch kann unter Umständen als Zustimmung gewertet werden.

Erkrankung im Urlaub
"Dauert die Erkrankung länger als drei Tage, gilt das nicht als Urlaub, wenn der Arbeitnehmer den Arbeitgeber spätestens nach den drei Tagen verständigt und nach Wiederantritt der Arbeit unaufgefordert eine Krankenstandsbestätigung vorlegt", so Hörmann. Bei Auslandsaufenthalten muss die Zulassung des Arztes bestätigt werden.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Steiermark
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16.7.2015
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