Die Maut landet beim Konsumenten

Mautgebühren für Lkw sind in Wahrheit kein Frächterthema, sondern indirekte Steuern, die sich letztendlich bei den Konsumenten niederschlagen.

Wenn sich die heimische Transportwirtschaft gegen neue Belastungen, beispielsweise durch Mauterhöhungen oder gar neue Mauten, zur Wehr setzt, dann tut sie das nicht in erster Linie im eigenen Interesse. „Wir sind gezwungen, Erhöhungen und neue Belastungen weiterzugeben - letztendlich zahlt der Konsument“, stellt Christoph Linder, Fachgruppenobmann für das Güterbeförderungsgewerbe in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, klar.  


Gerade bei der Einführung einer flächendeckenden Maut, die über die Autobahnen und Schnellstraßen hinaus geht und nach wie vor nicht wirklich vom Tisch ist, würde sich für den Endverbraucher das tägliche Leben verteuern. Linder warnt: „Es wird gern übersehen, dass alle Kfz über 3,5 Tonnen betroffen sind. Da geht es nicht nur um den Lkw, sondern es sind auch Busse und Zustellungen von Lebensmitteln einbezogen - alles würde plötzlich teurer.“ Das Argument, dass es in der Schweiz durch eine hohe Maut keine  Teuerung gegeben habe, lassen die Branchenvertreter nicht geltrn. Aus gutem Grund: Bei unseren Nachbarn wurde gleichzeitig das höchstzulässige Gesamtgewicht von Lkw auf 40 Tonnen erhöht, was einer deutlichen Produktionssteigerung gleichkommt.


Bei der Straßenfinanzierung sieht Linder übrigens alles andere als ein Einnahmenproblem: „Es gibt derzeit bereits ausreichend straßenaffine Steuern. Die sind in den vergangenen zehn Jahren um fast 130 Prozent gestiegen. Aber wofür werden sie letztendlich verwendet? Offensichtlich nicht für den eigentlich vorgesehenen Zweck.“


Fakt ist jedenfalls, dass es sich bei der flächendeckenden Maut um eine Konsumentensteuer handelt, die letztendlich die Bürger im Geldbörserl unangenehm bemerken. Und am bittersten in diesem Zusammenhang: Die Menschen würden diese indirekte Steuer sogar beim täglichen Einkauf an der Kasse des Supermarkts merklich spüren. 

Von Peter Freiberger
20.10.2016 Sabine Barbisch
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