"Zuviele glauben, dass Wohlstand ohne Unternehmer möglich ist"

Auf Einladung der Wirtschaftskammer Wien – Sebastian Kurz: „Brauchen mehr Unternehmer, die sich öffentlich zu Wort melden“ – Ruck: „Politische Entscheidungen dürfen Standort nicht gefährden“

„Wir brauchen den Hunger nach Erfolg, mehr Unternehmergeist“, appelliert Sebastian Kurz an die rund 2.000 Besucher, die in die Messe Wien gekommen sind. Unter dem Titel ´dynamisch-offen-richtungsweisend. Wiens Position in einem globalisierten Umfeld´ lud die Wirtschaftskammer Wien gestern Abend zu einer Diskussion mit dem österreichischen Außenminister. Gastgeber und Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck betonte in seiner Begrüßung, dass Wirtschaft und Politik immer gemeinsam gedacht werden müssen: „Politische Entscheidungen sollen Rücksicht auf die Wirtschaft nehmen.“ Bisher habe der Standort Wien die Herausforderungen immer gut gemeistert – Stichwort Fall des Eisernen Vorhangs, EU-Beitritt, EU-Erweiterung. Auf dem Erreichten dürfe man sich aber nicht ausruhen.

Walter Ruck und Sebastian Kurz

Walter Ruck und Sebastian Kurz

















„Gerade die aktuelle Entscheidung zur dritten Piste und die damit verbundenen kritischen Stimmen zeigen, wie wenig die Wirtschaft berücksichtigt wird. Ohne Wirtschaft aber kein Wohlstand und kein Wachstum. Für Kurz steht fest, dass es „in Österreich zu viele Menschen gibt, die glauben, dass Wohlstand auch ohne die Unternehmer möglich ist“. Um dem Unternehmertum seinen verdienten Stellenwert wiederzugeben, wünscht sich Kurz einerseits mehr Selbständige, „die sich in medialen Debatten zu Wort melden und Probleme aufzeigen“, und andererseits einen engeren Kontakt von Unternehmern und Schülern. „Unternehmergeist kann nur geweckt werden, wenn Jugendliche aus erster Hand erfahren, was Wirtschaft ist uns leistet“, so Kurz Auf die internationale Ebene angesprochen, spricht sich Kurz für weniger Bürokratie und mehr Subsidiarität in der EU aus. Damit würde Europa deutlich an Stärke gewinnen. Außerdem würden weltweit immer mehr Wirtschaftsräume rasch aufholen und Europa teilweise schon überflügeln: „Wir dürfen keine Zeit verlieren.“

Diskussionsrunde mit Unternehmer

Weniger Bürokratie wünscht sich auch Katia Wagner, Inhaberin von The Beauty Bar: „Viele Politiker wollen mehr Start-ups haben. Fordern aber im selben Atemzug eine sechste Urlaubswoche, weniger Arbeitszeit und einen Mindestlohn. Das passt nicht zusammen.“
Karl Pisec, CEO der Pisec Group und Obmann des Wiener Außenhandels, sieht Wiens Drehscheibenfunktion nach der Absage an die dritte Flughafenpiste in Gefahr: „Jede zusätzliche Exportmilliarde bedeutet 15.000 neue Jobs. Außenhandel lebt aber von guten Außenkontakten. Ohne leistungsfähigen Airport wird das nicht gehen.“

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