Urlaubsverbrauch

Vereinbarung - Arbeitsverhinderung - Erkrankung - Einseitiger Urlaubsantritt - Urlaubsablöse

Urlaubsvereinbarung:

Der Zeitpunkt des Urlaubsantrittes und die Urlaubsdauer sind zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter Berücksichtigung 

  • der betrieblichen Interessen und

  • der Erholungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers

konkret zu vereinbaren.

Ein Betriebsurlaub sollte bereits im Vorhinein schriftlich im Arbeitsvertrag vereinbart werden, wobei allerdings nicht der gesamte Jahresurlaub vom Betriebsurlaub erfasst sein darf!

Rücktritt von der Urlaubsvereinbarung:

Nur bei Vorliegen besonders schwerwiegender Gründe kann der Arbeitgeber einseitig von einer Urlaubsvereinbarung zurücktreten. Dies ist zB dann der Fall, wenn der Dienst gerade dieses Arbeitnehmers unbedingt und unumgänglich zur Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile für das Unternehmen notwendig ist, also etwa ein Betriebsnotstand. In solchen Ausnahmefällen hat der Arbeitgeber die Ausgaben wie etwa Stornogebühren für Urlaubsbuchungen zu übernehmen.

Umgekehrt kann der Arbeitnehmer die Urlaubsvereinbarung einseitig widerrufen, wenn beispielsweise wegen Verfehlen des Erholungszwecks ein Urlaub unzumutbar wäre.

Urlaub und Arbeitsverhinderung:

Für Arbeitsverhinderungen, bei denen Entgeltfortzahlungsanspruch besteht (z.B. Krankenstände, Pflegefreistellungen, Kuraufenthalte, sonstige wichtige Hinderungsgründe), kann ein Urlaub rechtswirksam nicht vereinbart werden.

Erkrankung während des Urlaubes:

Erkrankt der Arbeitnehmer während des Urlaubes für mehr als drei Kalendertage, gelten die während des Urlaubes liegenden Krankenstandstage nicht als Urlaubstage, wenn der Arbeitnehmer 

  • den Arbeitgeber nach dreitägiger Krankheitsdauer unverzüglich von der Erkrankung verständigt, und

  • nach Wiederantritt der Arbeit eine ärztliche Krankenstandsbestätigung (inklusive Bestätigung über die Zulassung des Arztes bei Erkrankung während eines Urlaubes im Ausland)

Grundsätze des Urlaubsverbrauches: 

Grundsätzlich sollte der Jahresurlaub möglichst bis zum Ende des jeweiligen Urlaubsjahres verbraucht werden. Unverbrauchte Urlaube (bzw. Urlaubsteile) werden in das nächste Urlaubsjahr übertragen.

Der Urlaubsanspruch verjährt nach Ablauf von zwei Jahren ab dem Ende des Urlaubsjahres, in dem er entstanden ist. 

Einseitiger Urlaubsantritt:

In folgenden Fällen kann der Arbeitnehmer den Urlaub einseitig antreten: 

  • bei notwendiger Pflege eines erkrankten, im gemeinsamen Haushalt lebenden maximal 12-jährigen Kindes, soweit der Anspruch auf Pflegefreistellung (maximal 2 Wochen pro Arbeitsjahr) bereits verbraucht ist,

  • in Betrieben mit gewähltem Betriebsrat, wenn der Arbeitnehmer seinen Urlaubswunsch von mindestens 12 Werktagen 3 Monate vorher bekannt gegeben hat und auch nach Einbindung des Betriebsrates keine Einigung erzielt werden konnte.

Urlaubsablöse: 

Vereinbarungen über den Verzicht des Arbeitnehmers auf den Jahresurlaub bei gleichzeitiger Ablöse in Geld widersprechen dem Urlaubszweck und sind daher rechtsunwirksam.

Informationen:

Wirtschaftskammer Kärnten

Rechtsservice

T 05 90 90 4 - 275

E rechtsservice@wkk.or.at

1.8.2016 Eva Kreutz
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