Geringfügige Beschäftigung (sozialrechtlich)

Begriff - Unfallversicherungsbeitrag - Dienstgeberabgabe - pauschalierter Dienstnehmerbeitrag - Meldungen

Begriff

Unter geringfügiger Beschäftigung versteht man ein Beschäftigungsverhältnis, dessen Entgelt die Geringfügigkeitsgrenze nicht übersteigt. Diese beträgt im Jahr 2015 € 405,98 monatlich bzw. € 31,17 täglich.

Anwendungsfälle

Ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis kann vorliegen, wenn Mitarbeiter in Teilzeitarbeit, fallweise oder in einem freien Dienstvertrag beschäftigt werden.

Unfallversicherungsbeitrag

Der Dienstgeber hat für alle bei ihm geringfügig beschäftigten Personen einen Unfallversicherungsbeitrag in Höhe von 1,3 % der allgemeinen Beitragsgrundlage zu leisten.

Dienstgeberabgabe

Der Dienstgeber hat für alle bei ihm geringfügig beschäftigten Personen eine Dienstgeberabgabe zu leisten, wenn

  • der Dienstgeber über mehr als einen geringfügig Beschäftigten verfügt und
  • die monatliche Lohnsumme (ohne Sonderzahlungen) aller geringfügig Beschäftigten das 1,5-fache der Geringfügigkeitsgrenze (für 2015: € 405,98 x 1,5 = € 608,97) übersteigt.

Beispiel:

Bei Beschäftigung von 5 geringfügig Beschäftigten zu je € 90,- pro Monat fällt keine Dienstgeberabgabe an (€ 90,- x 5 = € 450,-). Es ist nur jeweils der Unfallversicherungsbeitrag abzuführen.

Berechnung und Zahlung

Die Dienstgeberabgabe ist ein Pauschalbetrag zur Kranken- und Pensionsversicherung in der Höhe von insgesamt 16,4 % der Beitragsgrundlage.

Zusammen mit dem Unfallversicherungsbeitrag ergibt sich ein Gesamtbeitragssatz von 17,7 %.

Beitragsgrundlage ist die Summe der den betroffenen geringfügigen Beschäftigten bezahlten monatlichen Entgelte einschließlich der Sonderzahlungen. Der Beitrag ist mit Jahresende fällig und bis 15. Jänner des Folgejahres an die Krankenkasse einzuzahlen.

Pauschalierter Dienstnehmerbeitrag

Der Dienstnehmer hat selbst einen Dienstnehmerbeitrag an die Gebietskrankenkasse zu leisten, wenn

  • mehrere geringfügige Beschäftigungen zusammentreffen, die in Summe die Geringfügigkeitsgrenze (für 2015: € 405,98) übersteigen, oder
  • ein vollversichertes Dienstverhältnis mit einer geringfügigen Beschäftigung zusammentrifft.


Die Beitragspflicht besteht unabhängig von einer Beitragspflicht des Dienstgebers.

Berechnung und Zahlung

Der pauschalierte Dienstnehmerbeitrag beträgt 13,65 % für Angestellte und 14,2 % für Arbeiter. Die Dienstnehmer haben ihre Beiträge selbst an die Krankenkasse zu entrichten. Die Beiträge werden einmal jährlich mit Jahresende fällig.

Meldungen

Die An-, Ab- oder Änderungsmeldungen sind dieselben wie bei normalen Dienstverhältnissen.

Bei der Frage, ob die monatliche oder tägliche Geringfügigkeitsgrenze anzuwenden ist, kommt es darauf an,

  • ob ein auf unbestimmte Zeit abgeschlossenes durchgehendes Beschäftigungsverhältnis vorliegt, oder
  • ob es für höchstens eine Woche (meist tageweise) bestimmt ist.

Beispiel:

Benötigt ein Friseur eine Aushilfe und verpflichtet sich der Dienstnehmer, jeden Samstag zu arbeiten, ist die monatliche Geringfügigkeitsgrenze anzuwenden. Benötigt ein Wirt eine einmalige Aushilfe für eine bestimmte dreitägige Veranstaltung, ist die tägliche Geringfügigkeitsgrenze für jeden der Tage, an denen der Dienstnehmer tätig wird, heranzuziehen.

Vorsicht!

Wird das geringfügige Beschäftigungsverhältnis zu einem normalen Beschäftigungsverhältnis, so ist diese Änderung der Gebietskrankenkasse binnen sieben Tagen mitzuteilen.

Tipp!

Geringfügige Beschäftigungsverhältnisse begründen keine Arbeitslosenversicherungspflicht. Damit entsteht auch keine Anwartschaft auf Arbeitslosengeld. Geringfügig Beschäftigte, die nur unfallversichert sind, können sich aber in der Kranken- und Pensionsversicherung selbst versichern.

Vorsicht!

Geringfügig Beschäftigte unterliegen der Betrieblichen Mitarbeitervorsorge (Abfertigung Neu) mit einem Beitragssatz von 1,53 %.

 

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Stand: 01.01.2015

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