Beschäftigung von Ausländern

Was ist zu beachten?

Die Beschäftigung von Ausländern und Ausländerinnen in Österreich wird im Wesentlichen durch das Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) geregelt. Grundsätzlich gilt, dass eine Arbeit nur aufnehmen darf, wer auch zum Aufenthalt in Österreich berechtigt ist.
Aufgrund der Komplexität kann an dieser Stelle nur ganz grundsätzlich auf das Thema AusländerInnen-Beschäftigung eingegangen werden. Für Detailinformationen stehen Ihnen die MitarbeiterInnen des Arbeitsmarktservice gerne zur Verfügung.

Staatsangehörige der Europäischen Union


1. Arbeitnehmerfreizügigkeit


StaatsbürgerInnen der folgenden Staaten haben freien Zugang zum Arbeitsmarkt:

Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Nordirland, Irland, Island, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Portugal, Schweden, Spanien, Zypern, Schweiz
Die Staatsbürger der restlichen, neuen EU-Mitgliedsstaaten benötigen bis längstens 2011 bzw. 2013 eine Arbeitsgenehmigung, wenn sie in Österreich arbeiten möchten.
 

2. Familienangehörige

Familienangehörige von freizügigkeitsberechtigten ArbeitnehmerInnen sind vom AuslBG ausgenommen und brauchen daher keine Bewilligung zur Arbeitsaufnahme.

AsylwerberInnen, subsidiär Schutzberechtigte und Asylberechtigte


1. AsylwerberInnen 
sind AusländerInnen, die einen Antrag auf Asyl gestellt haben und deren Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.
AsylwerberInnen benötigen zur Arbeitsaufnahme eine Beschäftigungsbewilligung.


2. Subsidiär Schutzberechtigte
sind AusländerInnen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, die aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr in die Heimat zurückkehren können (zB weil dort Krieg herrscht).
Subsidiär Schutzberechtigte sind vom Geltungsbereich des AuslBG ausgenommen.


3. Asylberechtigte (Konventionsflüchtlinge) 
sind AusländerInnen, die in Österreich als Flüchtlinge anerkannt wurden. Konventionsflüchtlinge sind vom Geltungsbereich des AuslBG ebenfalls ausgenommen.
Auch für sie muss keine Beschäftigungsbewilligung beantragt werden.

Drittstaatsangehörige (Nicht-EU/EWR-BürgerInnen)


1.
Drittstaatsangehörige benötigen grundsätzlich einen der folgenden Aufenthaltstitel:
 

  • "Niederlassungsbewilligung unbeschränkt"
  • "Daueraufenthalt-EG"
  • "Daueraufenthalt-Familienangehöriger"
  • "Familienangehöriger": Eine Arbeitsaufnahme ohne weitere Bewilligung nach dem AuslBG ist nur erlaubt, wenn auf der Rückseite des Ausweises der freie Zugang zum Arbeitsmarkt ausdrücklich angeführt ist. Findet sich der Vermerk: "Arbeitsmarktzugang nur mit Arbeitsmarktdokument", ist eine Berechtigung nach dem AuslBG erforderlich!
     
  • "Niederlassungsnachweis": wurde zwischen 1.1.2003 und 31.12.2005 ausgestellt und zwischenzeitlich durch den Daueraufenthalt-EG ersetzt. Die in den Jahren 2003 - 2005 in der Regel für 10 Jahre ausgestellten Niederlassungsnachweise behalten aber ihre Gültigkeit.

Diese Aufenthaltstitel, die die Aufenthaltsbehörden als Lichtbildausweis ausstellen, berechtigen den Inhaber zur Aufnahme einer unselbständigen Erwerbstätigkeit ohne Beschäftigungsbewilligung.
 

2. AusländerInnen, die keine der oben angeführten Aufenthaltstitel besitzen, brauchen grundsätzlich eine Beschäftigungsbewilligung, eine Arbeitserlaubnis oder einen Befreiungsschein, wenn sie in Österreich unselbständig erwerbstätig sein wollen.

 

a) Die Beschäftigungsbewilligung wird vom Arbeitgeber an der für den Arbeitsort zuständigen regionalen Geschäftsstelle des AMS beantragt. Sie wird nicht dem/der AusländerIn selbst, sondern dem Arbeitgeber ausgestellt und gilt

  • für einen bestimmten Arbeitsort
  • für eine bestimmte berufliche Tätigkeit und
  • bei Lehrlingen höchstens für die Dauer der Lehrzeit plus der gesetzl. oder kollektivvertraglichen Behaltepflicht


WICHTIG FÜR DEN ARBEITGEBER:

  • Die Beschäftigung muss innerhalb von 6 Wochen ab Erteilung der Beschäftigungsbewilligung aufgenommen werden, sonst erlischt die Beschäftigungsbewilligung. 
  • Wird das Lehrverhältnis vorzeitig beendet, verliert die Beschäftigungsbewilligung mit vorzeitigem Endigungsdatum des Lehrverhältnisses die Gültigkeit.
     

 b) Die Arbeitserlaubnis berechtigt den/die AusländerIn zu jeglicher Beschäftigung in einem Bundesland, für das die Arbeitserlaubnis ausgestellt wurde. Der Geltungszeitraum beträgt 2 Jahre.
 

c) Befreiungsschein: AusländerInnen, die einen Befreiungsschein besitzen, sind berechtigt, jede unselbständige Erwerbstätigkeit in ganz Österreich aufzunehmen. Der Befreiungsschein wird für 5 Jahre ausgestellt. 

Stand: 10.07.2012
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