Prüfungen - allgemeine bundesweite Informationen

Meisterprüfung - Befähigungsprüfung - Unternehmerprüfung - Ausbilderprüfung

Mit der Gewerberechtsnovelle 2002 wurde eine einheitliche Liste aller Handwerke und sonstigen reglementierten Gewerbe geschaffen, für die es Gewerbezugangsvoraussetzungen gibt. Bei den meisten dieser Gewerbe ist die Meisterprüfung oder die Befähigungsprüfung als eine Variante des Gewerbezugangs vorgesehen.

  • Liste der Gewerbe und Handwerke mit Gewerbezugang und Prüfung

Arten der Prüfungen

Meisterprüfung 

Mit der Gewerberechtsnovelle 2002 wurde das modulare Prüfungssystem eingeführt. Die Meisterprüfungen bestehen damit aus fünf Modulen.

Die fünf Module sind 

Modul 1

fachlich-praktischer Teil A und B

Modul 2

fachlich-mündlicher Teil A und B

Modul 3

fachlich-schriftlicher Teil

Teil A wird durch eine einschlägige Lehrabschlussprüfung ersetzt Teil A wird durch eine einschlägige Lehrabschlussprüfung ersetzt Modul 3 wird durch bestimmte in der Prüfungsordnung genannte Studienrichtungen, Fachhochschul-Studiengänge oder berufsbildende höheren Schulen* ersetzt

Ausbilderprüfung oder Ersatz der Ausbilderprüfung

Unternehmerprüfung oder Ersatz der Unternehmerprüfung

 

Jede Person, die das 18. Lebensjahr vollendet hat, also eigenberechtigt ist, darf zur Meisterprüfung antreten.


Befähigungsprüfung

Für eine große Anzahl von reglementierten Gewerbe kann der Gewerbezugang ebenfalls in einer Prüfung (Befähigungsprüfung) bestehen. Jede Person, die das 18. Lebensjahr vollendet hat, also eigenberechtigt ist, darf zur Prüfung antreten.


Unternehmerprüfung

Die Unternehmerprüfung soll das Basiswissen vermitteln, das für eine erfolgreiche kaufmännische Unternehmensführung vorausgesetzt wird. Sie ist für alle Gewerbe gleich. Das bedeutet, wenn einmal die Unternehmerprüfung abgelegt wurde, ist sie bei allen Meister- oder Befähigungsprüfungen anzurechnen.

Die Unternehmerprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

Die Aufgabenstellung umfaßt eine Projektarbeit, Fallbeispiele und Fragen aus den Bereichen unternehmerische Rechtskunde, Marketing, Rechnungswesen, Kommunikation und Verhalten innerhalb des Unternehmens und gegenüber nicht dem Unternehmen angehörigen Personen und Institutionen, Organisation, Mitarbeiterführung und Personalmanagement. Für die Unternehmerprüfung gibt es keine Zulassungsvoraussetzungen!

Für die selbstständige Ausübung eines Handwerkes und einiger reglementierter Gewerbe ist die Unternehmerprüfung als Modul Voraussetzung. Wurde die Unternehmerprüfung bereits abgelegt, so ist sie bei jeder weiteren Meister- oder Befähigungsprüfung anzurechnen.

Achtung: Die erfolgreich bestandene Unternehmerprüfung ersetzt die Ausbilderprüfung.

Die Unternehmerprüfung wird durch einige andere Ausbildungen ersetzt. Diese Ausbildungen ersetzen nicht automatisch auch die Ausbilderprüfung.

Ausbilderpüfung

Die Ausbilderprüfung soll das pädagogische und rechtliche Basiswissen für die Lehrlingsausbildung vermitteln. Soll im Betrieb ein Lehrling ausgebildet werden, so hat zumindest ein Ausbilder die Ausbilderprüfung nachzuweisen. Zur Ausbilderprüfung darf jede Person, die eigenberechtigt ist, also die das 18. Lebensjahr vollendet hat, antreten.

Bei den Meisterprüfungen ist die Ausbilderprüfung als Modul 4 verpflichtend vorgesehen.
Bei den Befähigungsprüfungen ist die Ausbilderprüfung verpflichtend abzulegen, sofern es einen einschlägigen Lehrberuf gibt. Gibt es keinen einschlägigen Lehrberufe, so kann auf die Ablegung der Ausbilderprüfung in der Befähigungsprüfungsordnung verzichtet werden.

Wurde die Ausbilderprüfung bereits abgelegt, so ist sie bei jeder weiteren Meister- oder Befähigungsprüfung anzurechnen.

Ersatz oder Entfall der Ausbilderprüfung

Die erfolgreich abgelegte Unternehmerprüfung ersetzt die Ausbilderprüfung. Ersätze der Unternehmerprüfung ersetzten nicht automatisch die Ausbilderprüfung. Die Ausbilderprüfung kann auch durch einen Ausbilderkurs ersetzt werden, der mindestens 40 Unterrichtseinheiten dauern und mit einem Fachgespräch abgeschlossen werden muss.

Welche anderen Ausbildungen die Ausbilderprüfung bzw. den Ausbilderkurs ersetzten, können Sie dem Thema Ausbilderprüfung entnehmen.


Rund um die Prüfung

Prüfungsstellen

Meisterprüfungen für Handwerke und Prüfungen für reglementierte Gewerbe werden generell bei den Meisterprüfungsstellen der Landeskammern abgenommen. 

Achtung - Nicht bei jeder Meisterprüfungsstelle gibt es auch für jedes Gewerbe eine Prüfung.

→ Adressen und Ansprechpartner der Meisterprüfungsstellen.

Prüfungskommissionen

Nicht für jedes Gewerbe ist in jedem Bundesland eine Prüfungskommission vorgesehen. Prüfungskommissionen werden auf drei Jahre bestellt.

Fragen zu den Prüfungskommissionen sowie in welchem Bundesland welche Prüfung durchgeführt wird, beantworten die Meisterprüfungsstellen.

Liste der Prüfungskomissionen für die Prüfungsperiode 1.1.2014 bis 31.12.2018.

Prüfungsgebühren

Die Gebühren sind in der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO) geregelt.

Die Gebühren für eine Meisterprüfung (H) sind 14 % des Gehaltes eines Beamten des Allgemeinen Verwaltungsdienstes der Verwendungsgruppe A 1, Gehaltsstufe 6, gemäß § 28 Abs. 1 des Gehaltsgesetzes 1956. Die errechnete Gebühr ist auf einen ganzen Eurobetrag aufzurunden.

Bei allen Handwerken (H) ist das
Modul 4 die Ausbilderprüfung und
Modul 5 die Unternehmerprüfung.

Die Gebührenprozentsätze für die Prüfungen der reglementierten Gewerbe sind in der Anlage zur APO festgelegt. Sofern die Ausbilderprüfung und/oder die Unternehmerprüfung als Modul vorgesehen wurden, sind diese Prüfungen angeführt. Für Rechen- und Tippfehler auf dieser Seite gibt es keine Gewähr. Die Berechnung und Vorschreibung der Prüfungsgebühr liegt ausschließlich in der Verantwortung der jeweiligen Meisterprüfungsstelle.

Materialkosten/Werkstättenbenützungsgebühren

Der Prüfungskandidat hat die Kosten für die zur Durchführung der fachlichen Arbeiten benötigten Materialien und Einrichtungen zu tragen. Werden diese Materialien und Einrichtungen von der Meisterprüfungsstelle zur Verfügung gestellt, so sind sie dem Prüfungskandidaten gegen Bezahlung bei der Prüfung bereitzustellen. Stellt die Meisterprüfungsstelle die zur Durchführung der fachlichen Arbeiten benötigten Materialien nicht bei, so hat der Prüfungskandidat auf Grund der in der Einladung zur Prüfung enthaltenen diesbezüglichen Aufforderung die Materialien zu beschaffen und zur Prüfung mitzubringen.
Weiters können auch für die Benützung der Werkstätten anteilige Kosten anfallen.

Prüfungsgebühren


Prüfungstermine

Die Prüfungstermine sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Sie hängen von der Anzahl der potentiellen Prüfungskandidaten ab. Nicht in jedem Bundesland werden auch für alle Gewerbe Prüfungen abgehalten.

Mündliche Auskünfte zu den Prüfungsterminen erhalten Sie bei jeder Meisterprüfungsstelle Ihres Bundeslandes.

→ Adressen und Ansprechpartner der Meisterprüfungsstellen.


Vorbereitungskurse

Vorbereitungskurse sind freiwillig. 

Für einige Prüfungen werden von Landesinnungen der Landeskammern angeboten. Für welche Prüfung ein Vorbereitungskurs angeboten wird, können Sie bei der zuständigen Landesinnung oder der Bundesinnung erfragen. 

In vielen Bundesländern bieten auch die Wirtschaftsförderungsinstitute der Landeskammern (WIFI) Vorbereitungskurse an. Wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und die Zugangsvoraussetzungen erfüllt, kann in Vorbereitungskursen alles für die Prüfung lernen.

WIFI: Meisterprüfung - Ihre Unternehmer-Karriere beginnt!


Förderungen

Die Richtlinien, wer, wann und wofür Anspruch auf eine Förderung hat, sind sehr individuell geregelt. Es kann Förderungen des Bundes, des Landes, einer Gemeinde oder der EU geben. Abgewickelt werden diese Förderungen ebenfalls über verschiedene Organisationen. In der Regel sind die Förderungen zeitlich und finanziell begrenzt.

Nähere Auskünfte, ob es für eine bestimmte Person oder einen konkreten Sachverhalt, wie die Ablegung einer Meister- oder Befähigungsprüfung eine Förderung gibt, erhalten Sie bei der für Ihr Bundesland zuständigen Meisterprüfungsstelle.

Hinweis: Da sich im Bereich der Förderungen sehr rasch Veränderungen ergeben, wird für die Richtigkeit und die Aktualität der links keine Gewähr übernommen.

Die Wirtschaftskammerorganisation bietet in der Förderdatenbank die Möglichkeit, gezielt nach Förderungen zu suchen. Neuer Verweis

auf Facebook teilen | auf Twitter teilen | Teilen mit Google+ diese Seite per E-Mail versenden diese Seite drucken als PDF downloaden