Körperschaftsteuer (KÖSt)

Der Körperschaftsteuer iHv. 25% unterliegt das Einkommen von juristischen Personen

Das Steuerrecht unterscheidet zwischen natürlichen und juristischen Personen. Die natürlichen Personen unterliegen der Einkommensteuer, die juristischen Personen haben Körperschaftsteuer (KöSt) zu entrichten.

Die KöSt baut auf dem Einkommensteuergesetz (EStG) auf, wurde jedoch in einem eigenen Gesetz geregelt, da verschiedene Bestimmungen des EStG auf Körperschaften nicht anwendbar sind und die besonderen Rechtsverhältnisse auch besondere Regelungen erfordern.

Zum Begriff Körperschaften

Körperschaften sind Gebilde, die als solche selbstständig Träger von Rechten und Pflichten sind und über eine eigene Rechtspersönlichkeit verfügen. Sie handeln durch ihre Organe bzw. gesetzlichen Vertreter.

Als Körperschaften gelten:

  • Juristische Personen des privaten Rechts (dazu zählen insbesondere die AG, die GmbH, Genossenschaften, Vereine)
  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts (dazu zählen Gebietskörperschaften wie Bund, Länder und Gemeinden, Kammern, Sozialversicherungsträger, gesetzlich anerkannte Religionsgemeinschaften usw.)


Körperschaften öffentlichen Rechts sind grundsätzlich nicht steuerpflichtig. Sie unterliegen nur dann und insoweit der KöSt, als sie einen Betrieb gewerblicher Art unterhalten. Darunter versteht man jede Einrichtung, die

  • wirtschaftlich selbständig ist,
  • nachhaltig eine privatwirtschaftliche Tätigkeit von wirtschaftlichem Gewicht ausübt und
  • der Erzielung von Einnahmen dient. Eine Gewinnerzielungsabsicht ist nicht erforderlich.

Beispiele:
Eine Gemeinde betreibt ein Gasthaus, eine Stadt unterhält einen eigenen Verkehrsbetrieb.

Beschränkte und unbeschränkte Steuerpflicht

Die KöSt unterscheidet zwischen unbeschränkter und beschränkter Steuerpflicht.

Unbeschränkt steuerpflichtig sind Körperschaften, die im Inland ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz haben. Die unbeschränkte Steuerpflicht erfasst das gesamte Einkommen einer Körperschaft, ohne Rücksicht darauf, ob es im Inland oder im Ausland bezogen wird und aus welchen Einkünften es sich zusammensetzt.

Ihren Sitz haben Körperschaften, Personenvereinigungen sowie Vermögensmassen an dem Ort, der durch Gesetz, Vertrag, Satzung, Stiftungsbrief und dergleichen bestimmt ist.

Als Ort der Geschäftsleitung ist der Ort anzunehmen, an dem sich der Mittelpunkt der geschäftlichen Oberleitung befindet. Er muss mit dem Sitz der Körperschaft nicht übereinstimmen. Der Ort der Geschäftsleitung ist dort, wo der für die Geschäftsführung maßgebende Wille gebildet wird, wo also die für die Führung des Unternehmens notwendigen und wichtigen Maßnahmen angeordnet werden, wo die unternehmenslenkenden Dispositionen getroffen werden.

Somit kann es also sein, dass Körperschaften mit Sitz im Ausland dennoch in Österreich unbeschränkt steuerpflichtig sind, wenn sich die für die Leitung maßgeblichen Personen, z.B. Geschäftsführer, überwiegend in Österreich aufhalten und von hier aus die unternehmensleitenden Entscheidungen treffen.

Hinweis:
Durch Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Staaten oder durch Maßnahmen auf der nationalen Ebene Österreichs kann die unbeschränkte Steuerpflicht für ausländische Einkunftsquellen eingeschränkt werden. Vgl. dazu unsere Merkblätter "Konsequenzen grenzüberschreitender unternehmerischer Tätigkeit“ und "Maßnahmen zur Vermeidung der internationalen Doppelbesteuerung“.

Beschränkt steuerpflichtig sind Körperschaften, die im Inland weder ihre Geschäftsleitung noch ihren Sitz haben. Die beschränkte Steuerpflicht erstreckt sich nur auf bestimmte inländische Einkünfte.

Bemessungsgrundlage

Bemessungsgrundlage für die KöSt ist das Einkommen, das im Veranlagungszeitraum erzielt wurde. Was als Einkommen gilt, wie es ermittelt wird (Gewinnermittlungsvorschriften) und wie die Steuer zu entrichten ist, regelt das EStG.

Das KStG enthält zusätzliche Bestimmungen, die sich speziell aus der Eigenschaft der Körperschaft ergeben (z.B. Schachtelprivileg, Unternehmensgruppen, Organschaft, verdeckte Gewinnausschüttungen und diverse Sondervorschriften).

Basis für das Einkommen ist bei Kapitalgesellschaften der Gewinn, davon werden die Verluste aus Vorjahren (in der Regel) als einzige Sonderausgaben abgezogen.

Körperschaftsteuersatz

Das Einkommen der Körperschaften wird seit 2005 mit dem fixen Steuersatz von 25% besteuert, unabhängig davon, ob der Gewinn im Unternehmen verbleibt oder an die Gesellschafter ausgeschüttet wird.

Sonderregelung für Wirtschaftsjahre

Weicht das Wirtschaftsjahr vom Kalenderjahr ab, wird das Einkommen für jenen Zeitraum veranlagt, in dem das Wirtschaftsjahr endet.

Beispiel:
Die GmbH A erstellt ihre Bilanz zum 31.03. Basis für die Veranlagung 2015 ist der Gewinn des Zeitraumes 01.04.2014 - 31.03.2015.

Besteuerung ausgeschütteter Gewinne

Das von einer Körperschaft erzielte Einkommen wird auf zwei Ebenen besteuert. Zunächst ist die KöSt zu entrichten. Wird der bereits mit der KöSt belastete Gewinn an die Gesellschafter ausgeschüttet, unterliegt er – sofern es sich dabei um natürliche Personen handelt - der Einkommensteuer in Form der Kapitalertragsteuer. Sie beträgt 25% und wird von der Körperschaft einbehalten, womit die Steuerpflicht endgültig abgegolten ist (Endbesteuerung).

Gültig bis 31.12.2015   Tarif (25%)

Gewinn

Körperschaftsteuer 25%

100,--

25,--

Gewinn nach Körperschaftsteuer

Kapitalertragsteuer 25% von 75,--

75,--

18,75

Ausschüttung nach Steuern (verbleibt den Gesellschaftern)

Gesamtbelastung bei Ausschüttung in%

56,25

43,75%

 

  Gültig ab 1.1.2016   Tarif (25%)

Gewinn

Körperschaftsteuer 25%

100,--

25,--

Gewinn nach Körperschaftsteuer

Kapitalertragsteuer 27,5% von 75,--

75,--

20,63,--

Ausschüttung nach Steuern (verbleibt den Gesellschaftern)

Gesamtbelastung bei Ausschüttung in%

54,37

45,63%

 

Hinweis:
Grundsätzlich besteht in allen Fällen der Endbesteuerung die Möglichkeit einen Antrag auf Veranlagung zur Einkommensteuer zu stellen. Dies wird vor allem dann von Vorteil sein, wenn der anzuwendende durchschnittliche Einkommensteuersatz - ausgehend vom gesamten steuerpflichtigen Jahreseinkommen - niedriger ist als der Satz von 25% (bis 31.12.2015) bzw. 27,5% (ab 1.1.2016).

Handelt es sich beim Gesellschafter nicht um eine natürliche Person sondern um eine inländische Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft, unterbleibt – um ein Mehrfachbe-lastung zu verhindern - der Steuerabzug (Beteiligungsertragsbefreiung). Erst bei Aus-schüttungen dieser Gesellschaft an natürliche Personen ist der Steuerabzug vorzunehmen.

Vorauszahlungen

Die Vorschriften des EStG über Veranlagung und Entrichtung der Abgabe sind analog anzuwenden. Das gilt insbesondere auch für die Bestimmungen über die Vorauszahlungen, die mit Bescheid festgesetzt werden und zu folgenden Terminen fällig sind: 15.2., 15.5., 15.8. und 15.11.

Es besteht die Möglichkeit bis zum 30.9. einen begründeten Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlung zu stellen. Als Nachweise für ein vermindertes Einkommen können z.B. Forderungsausfälle oder eine rückläufige Umsatzentwicklung angeführt werden.

Mindestkörperschaftsteuer (Mindest-KöSt)

Unbeschränkt steuerpflichtige inländische Kapitalgesellschaften und mit diesen vergleichbare unbeschränkt steuerpflichtige ausländische Körperschaften haben eine Mindest-KöSt zu entrichten.

Die Mindest-KöSt beträgt:

Rechtsform

Betrag für jedes volle Kalendervierteljahr

Betrag pro Jahr

GmbH *)

€ 437,50

€ 1.750,--

AG

€ 875,--

€ 3.500,--

Kreditinstitute und Versicherungen

€ 1.363,--

€ 5.452,--


*) Die Mindestkörperschaftsteuer für nach dem 30. Juni 2013 gegründete GmbHs beträgt in den ersten 5 Jahren € 500,-- pro Jahr bzw. € 125,-- pro Quartal und in den folgenden 5 Jahren € 1.000,-- pro Jahr bzw. € 250,-- pro Quartal. Ab dem 11. Jahr ist die volle Mindest-KöSt zu zahlen.


Die Mindest-KöSt ist in dem Umfang, in dem sie die tatsächliche Jahres-Körperschaft-steuerschuld übersteigt, wie eine Steuervorauszahlung zu behandeln und wird auf eine in den folgenden Jahren entstehende KöSt-Schuld angerechnet.

Hinweis:
Auch ausländische unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften, für die es keine gesetzliche Mindesthöhe des Kapitals gibt, müssen die gleiche Mindestkörperschaftsteuer wie inländische GmbHs bezahlen. Praktisch betroffen davon sind viele nach englischem Recht errichtete und ausschließlich in Österreich tätige private companies limited (ltd).

 

Stand: 01.01.2016

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