Pendlerpauschale - FAQ

Kriterien für das Pendlerpauschale und Zweck des Pendlerrechners

1. Wozu dient der Pendlerrechner?

Der Pendlerrechner, der in der überarbeiteten Version 2.0 seit 25.Juni 2014 auf der Homepage des BMF zur Verfügung steht, dient der Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sowie zur Beurteilung, ob die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels zumutbar oder unzumutbar ist. Basierend auf diesen Ergebnissen wird die Höhe eines etwaig zustehenden Pendlerpauschales und des Pendlereuros ermittelt. Der vom Dienstnehmer unterschriebene Pendlerrechnerausdruck bildet die Grundlage für die Berücksichtigung bei der Berechnung der Lohnsteuer.

 

2. Wann steht ein Pendlerpauschale zu? 

Das volle Pendlerpauschale steht zu, wenn die Strecke Wohnung - Arbeitsstätte an mehr als 10 Tagen zurückgelegt wird (dh. im Lohnzahlungszeitraum in zeitlicher Hinsicht überwiegend) und

  • der Arbeitsweg eine Entfernung von mindestens 20 km umfasst (kleines

      Pendlerpauschale) oder

  • bei der Entfernung von mindestens 2 km die Benützung eines

      Massenbeförderungsmittels zumindest hinsichtlich der halben Wegstrecke nicht

      zumutbar ist (großes Pendlerpauschale)

Legt der Arbeitnehmer die Strecke Wohnung- Arbeitsstätte

  • an mindestens 4, aber nicht mehr als 7 Tagen im Kalendermonat zurück,  besteht Anspruch auf 1/3 des Pendlerpauschales,
  • an mindestens 8, aber nicht mehr als 10 Tagen im Kalendermonat zurück,  besteht Anspruch auf 2 /3 des Pendlerpauschales.


3. Wie hoch ist das volle Pendlerpauschale?

Das volle Pendlerpauschale beträgt seit 1.1.2011 bei einer einfachen Fahrtstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte von:

Einfache Fahrtstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittel zumutbar

Benutzung eines öffentlichen Verkehrs-mittels nicht zumutbar

 

jährlich

monatlich

jährlich

monatlich

 0 bis    2 km

---

---

---

---

 2 bis 20 km

 

 

      372,--

€     31,--

20 bis 40 km

     696,--

      58,--

   1.476,--

   123,--

40 bis 60 km

€ 1.356,--

    113,--

   2.568,--

   214,--

über   60 km

€ 2.016,--

    168,--

   3.672,--

   306,--

4. Wie profitiert man vom  Pendlereuro?

Zusätzlich zum großen oder kleinen Pendlerpauschale hat der Pendler Anspruch auf den Pendlereuro. Der Pendlereuro ist ein Absetzbetrag, das heißt, er reduziert die Lohnsteuer. Pro Jahr steht ein Betrag von € 2,-- mal Anzahl der Kilometer Distanz zwischen Wohnung und Arbeitsplatz zu. (Beispiel:  Entfernung von 40 Kilometern zwischen Wohnung und Arbeitsplatz: Der Pendlereuro beträgt € 80,-- pro Jahr). Auf den Pendlereuro haben Bezieher sowohl des großen als auch des kleinen Pendlerpauschales Anspruch. Bei Teilzeitkräften wird der Pendlereuro wie beim Pendlerpauschale aliquotiert. 


5. Wie kann man Pendlerpauschale und Pendlereuro beantragen?

Die Berücksichtigung hat direkt durch den Dienstgeber zu erfolgen, wenn der Dienstnehmer mittels amtlichen Formulars L34-EDV (=Ausdruck des Pendlerrechners) eine Erklärung über das Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen abgibt. Für Lohnzahlungszeiträume ab 1.1.2015 sind nur mehr Pendlerrechnerausdrucke mit Abfragedatum ab dem 25.6.2014 gültig.
Bei eindeutig und offensichtlich unrichtigen Angaben darf der Dienstgeber Pendlerpauschale und Pendlereuro nicht berücksichtigen, da er sonst haftbar gemacht werden kann. Hat der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz im benachbarten Ausland, ist der Pendlerrechner nicht anwendbar. In diesem Fall ist ein Formular L 33 abzugeben. 

  

6. Wie erfolgt die Berücksichtigung des Pendlerpauschales und des Pendlereuros?

Pendlerpauschale und Pendlereuro werden grundsätzlich bereits bei der laufenden Gehaltsabrechnung (monatlich) berücksichtigt. Erfolgt keine Berücksichtigung durch den Dienstgeber können Pendlerpauschale und Pendlereuro im Rahmen des Veranlagungsverfahrens (Arbeitnehmerveranlagung L1) geltend gemacht werden.

  

7. Steht ein Pendlerpauschale auch bei Privatnutzung eines Firmenfahrzeuges zu, für das ein Sachbezug verrechnet wird? 

Seit 1.5.2013 steht kein Pendlerpauschale mehr zu, wenn Dienstnehmern ein arbeitgebereigenes Fahrzeug für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung gestellt wird.


8. Was versteht man unter dem „Jobticket“? 

Unter „Jobticket“ versteht man eine nicht übertragbare Strecken- bzw. Netzkarte für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel (Massenbeförderungsmittel). Dieses Jobticket kann allen oder auch nur einzelnen Dienstnehmern steuerfrei zur Verfügung gestellt werden, somit auch jenen, die dem Grunde nach keinen Anspruch auf Pendlerpauschale haben. Die Rechnung für das Ticket muss auf den Dienstgeber lauten und den Namen des Dienstnehmers aufweisen. Für jene Strecke, für die ein Jobticket gewährt wird, stehen Pendlerpauschale und Pendlereuro nicht zu.

  

Stand: 01.01.2017

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