Erbschafts- und Schenkungssteuer - FAQ

Die hier dargestellte Rechtslage gilt bis zum 31.07.2008
 

1. Was unterliegt der Erbschafts- und Schenkungssteuer?
Erbschafts- und Schenkungssteuer ist bei Erwerben von Todes wegen, Schenkungen unter Lebenden und sonstigen Zweckzuwendungen zu entrichten.

 

2. Wer unterliegt der Erbschaftssteuer?
Erbschaftssteuer ist vom Erben, dem Vermächtnisnehmer, Pflichtteilsberechtigten und Geschenknehmer auf den Todesfall sowie dem Begünstigten aus Versicherungs- oder Rentenverträgen auf Ableben, die der Erblasser als Versicherungsnehmer abschloss, zu entrichten.

 

3. Wann ist Schenkungssteuer zu entrichten?
Schenkungssteuer ist zu entrichten bei Erwerben durch Schenkung im Sinn des bürgerlichen Rechtes und jeder anderen  freigebigen Zuwendung unter Lebenden, das heißt, einer Zuwendung ohne rechtlichen Zwang und ohne Anspruch auf Gegenleistung. Gemischte Schenkungen, das sind Schenkungen, die mit einem anderen Rechtsgeschäft, häufig mit einem Kauf, verbunden sind und die Gegenleistung in einem offensichtlichen Missverhältnis zur Zuwendung steht. Auch sie unterliegen der Schenkungssteuer.

 

4. Wer ist persönlich steuerpflichtig?
Steuerpflicht besteht, wenn der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes oder der Erwerber zum Zeitpunkt des Eintrittes der Steuerpflicht als Inländer gelten.
Dies gilt für österreichische Staatsbürger, die im Inland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben, Ausländer mit inländischem Wohnsitz oder inländischem, gewöhnlichem Aufenthalt und juristischen Personen, Personenvereinigungen, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen, die ihren Sitz oder ihre Geschäftsleitung im Inland haben.

 

5. Was dient als Berechnungsbasis für die Erbschafts- und Schenkungssteuer?
Die Steuer wird vom Reinvermögen berechnet, wobei vom Aktivvermögen die Schulden abzuziehen sind.

 

6. Wie wird das Reinvermögen ermittelt?
Allgemein dient der gemeine Wert, dass ist der Verkehrswert bzw. erzielbare Einzelveräußerungspreis, als Berechnungsbasis für die Erbschafts- und Schenkungssteuer. Für inländische (Betriebs-)Grundstücke ist das Dreifache des Einheitswertes maßgebend; bei sonstigem Betriebsvermögen der Teilwert, dass ist jener Betrag, den ein Erwerber des ganzen Betriebes im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut ansetzen würde. Bei Wertpapieren und Anteilen an Kapitalgesellschaften richtet sich die Steuer nach dem Kurswert.

 

7. Wie hoch ist die Steuer im Einzelfall?
Je nach familienrechtlichem Naheverhältnis gibt es 5 Steuerklassen. Innerhalb jeder Steuerklasse beträgt die Steuer je nach Höhe des zugewendeten Reinvermögens einen definierten Prozentsatz (2-60%). Dieser Prozentsatz ist auf den gesamten Erwerb anzuwenden. Allgemein gesprochen ist die Steuer umso höher je entfernter der Verwandtschaftsgrad und je größer das erworbene Vermögen ist.

 

8. Was muss der Geschenknehmer bzw. Erbe tun?
Er hat den Erwerb innerhalb von 3 Monaten ab Kenntnis des Erwerbs beim Finanzamt für Gebühren und Verkehrssteuern anzumelden, worauf das Finanzamt zur Abgabe der Steuererklärung auffordert. Binnen eines Monates ab Zustellung des vom Finanzamt erlassenen Steuerbescheides tritt die Fälligkeit ein. Rechtsanwälte und Notare können die Schenkungssteuer selbst berechnen und anmelden.


Stand: 01.01.2015

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