Neue Ökodesign-Verordnung mit Auswirkungen auf den gewerblichen Kälteanlagenbau

Seit 1. Juli 2016 gelten neue Anforderungen an die Energieeffizienz und umfangreiche Informationsverpflichtungen für die gewerbliche und industrielle Kühlung

Mit der knapp bemessenen Übergangsfrist von nur einem Jahr regelt eine Ökodesign-Verordnung die Anforderungen an die Energieeffizienz von gewerblich und industriell verwendeten Kühleinrichtungen.


Gewerbliche Kühllagerschränke

Für diese Produktgruppe werden Mindestanforderungen an den Energieeffizienzindex festgelegt und stufenweise erhöht. Die Informationsverpflichtungen beziehen sich u.a. auf Angaben zum Kältemittel. Für Fachkräfte müssen Informationen zu Einbau, Demontage und Entsorgung im Internet veröffentlicht werden.

Gleichzeitig wird - mit getrennter Verordnung - auch ein Energielabel eingeführt.

Die zahlreichen Ausnahmen aus dem Geltungsbereich dienen vor allem auch der Abgrenzung zu einer geplanten weiteren Verordnung, die Kühlgeräte für die Präsentation und den Verkauf von Lebensmitteln behandeln wird (ENER Los 12). Entgegen der urspünglichen Absicht werden begehbare Kühllagerräume derzeit nicht erfasst.


Schnellkühler/-froster

Die Regelungen beschränken sich auf bestimmte Angaben in Broschüren und im Internet, die seit Juli 2016 erforderlich sind.


Verflüssigungssätze

Verflüssigungssätze werden in großer Bandbreite in Gewerbe-, Handels- und Tourismusbetrieben installiert. Für diese Kältemaschinen werden die Limits betreffend Energieeffizienz anhand von Leistungszahl oder Jahresarbeitszahl festgelegt. Als Anreiz für die Verwendung von Kältemitteln mit geringerem Treibhauspotenzial sind gegebenenfalls um 15 % niedrigere Werte für die Energieeffizienz zulässig.


Prozesskühler

Für diese Produktgruppe gibt es bei den Energieeffizienz-Bestimmungen eine ähnliche Bonusregelung (10 %) betreffend Jahresarbeitszahl.

CE-Kennzeichnung

Die Einhaltung der Vorschriften wird, wie bei allen Ökodesign-Verordnungen, mit der CE-Kennzeichnung zum Ausdruck gebracht. Produkte, die den Anforderungen nicht genügen, dürfen nach Ablauf der Übergangsfrist in der EU nicht in Verkehr gebracht werden. Zulässig ist nur noch der Abverkauf bereits vorher in Verkehr gebrachter Ware.

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