Nachlese: Nachhaltigkeit im Waldviertel

Wertvolle Inputs von und für Unternehmen

Über 50 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit um sich in der Wirtschaftskammer-Bezirksstelle Krems am 26. Jänner 2016 rund um das Thema „Nachhaltigkeit“ zu informieren, mit Experten auszutauschen und konkrete Tipps aus und für die Praxis mitzunehmen. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich stellte gemeinsam mit dem Wirtschaftsforum Waldviertel ein abwechslungsreiches Programm zusammen, das den Bogen von der Wissenschaft bis zur Unternehmenspraxis spannte.

 

DI Roman Mesicek, Studiengangsleiter für Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement an der IMC FH Krems, arbeitete in seinem Beitrag den wirtschaftlichen Nutzen und Chancen für Unternehmen heraus, wenn sie sich vertieft mit dem Thema Nachhaltigkeit im Betrieb beschäftigen. Dieser reicht von finanziellen Vorteilen wie zum Beispiel Umsatzsteigerung oder Kostensenkungen, bis hin zu kulturellen Wirkungen wie etwa eine höhere Zufriedenheit der MitarbeiterInnen (die sich auch auf die Leistung auswirkt) bzw. einer strategischen Wirkung wie zum Beispiel ein besseres Image und Vertrauen in den Betrieb.

 

Im Anschluss präsentierte DI Elisabeth Manhart, MA, die sogenannte „Nachhaltigkeitsprofilmatrix für das Waldviertel“, die von ihr im Rahmen ihrer Master-Arbeit entwickelt wurde, und die die oben angeführten möglichen Auswirkungen von Nachhaltigkeit für Unternehmer messbar machen soll.  Besonders interessant war dabei, dass der Faktor „Handschlagqualität“ eine außerordentlich hohe Ausprägung hatte. Die Nutzung von regionalen Netzwerken ist für Waldviertler Betriebe ebenfalls von großer Wichtigkeit.

 

Welche Angebote es für Unternehmen gibt, die sich zukünftig verstärkt mit dem Umweltaspekt, konkret mit der Biodiversität, auseinandersetzen wollen, erzählte Mag. Jasmine Bachmann von der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ. Die Palette reicht hier von der Möglichkeit geförderte Beratungen für Unternehmen in Anspruch zu nehmen, mit Mitarbeitern gemeinsam Projekte in der Natur umzusetzen (Corporate Volunteering) bis hin zu  klassischen Sponsoringangeboten.

 

Abschließend präsentierten die Waldviertler Vorzeigeunternehmen Gartenleben GmbH, Eaton Industries (Austria) GmbH und Schrenk GmbH eindrucksvoll, was es heißt Nachhaltigkeit nicht nur in der Unternehmensstrategie verankert zu haben, sondern diese auch im betrieblichen Alltag zu leben!.

Elisabeth Koppensteiner, MSc von der Gartenleben GmbH berichtete beispielsweise von ihrer jüngsten Bio-Produktinnovation für Hunde und Katzen, dem „Schnurrefroh“ und „Wedelfroh“-Vitaldrink. Aber nicht nur mit ihren besonderen Produkten ist Gartenleben erfolgreich, auch im Umgang mit ihren Mitarbeiterinnen geht Frau Koppensteiner neue Wege, wie zum Beispiel beim Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

DI Christian Aspöck und Ing. Josef Hackl von Eaton Industries (Austria) GmbH, dem Elektroindustriebetrieb in Schrems, präsentierten das umfassende Energieeffizienz-Engagement des Unternehmens und die hervorragende Lehrlingsausbildung, die weit über die Grenzen des Waldviertels bekannt ist. Beeindruckende Zahlen kann das Unternehmen auch in der Arbeitssicherheit vorweisen, so konnten die Unfälle von 19 im Jahr 2010 auf nur 3 reduziert werden. Innovative Mitarbeiter-Incentives führen im Betrieb nachweislich zu höherer Mitarbeiterzufriedenheit und geringerer Fluktuation. Auch im sozialen Bereich wird von Eaton sehr viel unternommen, wie zum Beispiel im Rahmen einer Kooperation mit der Caritas Tagesstätte in Schrems.

Stefan Schrenk, Geschäftsführer der gleichnamigen Tischlerei aus Vitis präsentierte seinen persönlichen Zugang zur Nachhaltigkeit. Besonders wichtig sind dem Unternehmer  zum Beispiel die Herkunft der Rohstoffe sowie die nachhaltige Produktion. Dies beweist auch die Auszeichnung der Schrenk-Produkte mit dem Österreichischen Umweltzeichen, womit die Tischlerei eine Vorreiterrolle in der Branche einnimmt.

 

Fazit: Nachhaltigkeit ist auf jeden Fall eine Chance um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Wie bei anderen Konzepten ist aber auch hier ein großes Maß an Engagement und Anstrengung der Geschäftsführung notwendig.

 
28.12.2016 Manuela Krendl
auf Facebook teilen | auf Twitter teilen | Teilen mit Google+ diese Seite per E-Mail versenden diese Seite drucken als PDF downloaden