go-international: Export-Schecks für Dienstleister 3.5

Kofinanzierung von Markteintrittskosten für Dienstleistungs-Exporteure in neue Märkte

Details der Förderung

Geltungsdauer 

1.4.2015 - 31.3.2019

Standort Österreichweit
Förderungswerber 

Antragsberechtigt sind alle Unternehmen, die entweder aktive Mitglieder der Wirtschaftskammern Österreichs oder der Kammern der Freien Berufe (mit Ausnahme der Heilberufe) sind, über deren Vermögen kein Insolvenzverfahren eröffnet ist und deren Tätigkeit einem der folgenden ÖNACE-Codes unterliegt:

  • 58.2 Verlegen von Software
  • 62 Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie
  • 63 Informationsdienstleistungen
  • 69 Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung
  • 70 Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung
  • 71.1 Architektur- und Ingenieurbüros
  • 72 Forschung und Entwicklung
  • 73 Werbung und Marktforschung
  • 74.9 Sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten a.n.g.

Bei Wegfall einer dieser Voraussetzungen während des Förderzeitraums erlischt der Anspruch auf die Förderung.

Bei Unternehmen die nicht im Firmenbuch eingetragen sind, ist die „Feststellung der klassifikatorischen Zuordnung“ bei der Statistik Austria einzuholen und dem Antrag beizulegen. Weitere Informationen dazu sind auf der Website der Statistik Austria verfügbar. 

Unternehmen die nicht in eine der oben angeführten ÖNACE-Klassen fallen, können für ihr Dienstleistungsangebot, das zu einer substantiellen Wertschöpfung in Österreich führen muss, ebenfalls einen Antrag für Export-Schecks für Dienstleister stellen. In diesem Fall muss der Förderungswerber vor Antragstellung die geplanten Markteintrittsaktivitäten direkt mit dem regional zuständigen AußenwirtschaftsCenter im Rahmen eines Beratungsgesprächs erarbeiten.  Die geplanten Aktivitäten im Zielmarkt dürfen sich nicht auf die bloße Bereitstellung von Logistikleistungen für Gütertransporte beschränken.

Ebenfalls antragsberechtigt sind alle Unternehmen (aktive Kammermitgliedschaft notwendig), die ihr Wissen in Form von Kursen zur Aus- und Weiterbildung (bei Sprachen: nur Deutschkursanbieter) weitergeben sowie:

  • Österreichische Universitäten gem. Universitätsgesetz (UG 2002)
  • Österreichische Fachhochschulen gem. Fachhochschul-Studiengesetz (FHStG)

  • Österreichische Privatuniversitäten gem. Privatuniversitätsgesetz (PUG)

  • Österreichische Schulen gem. Schulunterrichtsgesetz (SchUG)

Bei Wegfall einer der genannten Voraussetzungen während des Förderzeitraums erlischt der Anspruch auf die Förderung.

Export-Schecks für Dienstleister können vor allem von Unternehmen, die erstmalig (bisher keine regelmäßigen Lieferungen/kein abgeschlossenes Projekt) oder mit einem neuen Produkt in einem Markt auftreten, in Anspruch genommen werden (Definition von „new to market“ siehe unter 7.2 Definitionen und sonstige Förderungsbedingungen).

KMU  (Definition siehe unter 7.2 Definitionen und Förderungsbedingungen) können diese Förderung für Europa und Fernmärkte beantragen, GU steht diese Förderung nur in Fernmärkten sowie in Russland, Weißrussland, Ukraine, Türkei und der Republik Moldau zur Verfügung. 

Förderungszweck 

Dienstleister als Wegbereiter für Waren-, Anlagen- und Infrastrukturlieferungen, Erbringer wissensbasierter Dienstleistungen und Bildungsanbieter sind von besonderer Bedeutung für die Internationalisierung der österreichischen Volkswirtschaft. Die Kofinanzierung von direkten Markteintrittskosten schafft Anreize für Dienstleistungs-Exporteure und hilft Bildungsanbietern den globalen Bildungsmarkt zu erschließen und österreichische Bildungsangebote international zu vermarkten, wobei die Förderung für Europa-Aktivitäten KMU vorbehalten ist.

Förderungsgegenstand 

Kofinanziert werden die nachstehenden Kostenarten ab Antragstellung, die dem Zielmarkt eindeutig zuordenbar sind. Es ist ein ausgewogener Mix an Aktivitäten bzw. eine plausible Begründung für eine Einzelmaßnahme notwendig. Die eingereichten Rechnungen müssen eindeutig einer der folgenden Kostenarten zuordenbar sein. Die in Anspruch genommenen Leistungen müssen plausibel sein und zu marktüblichen Preisen erbracht werden.

  • Beratungskosten:
    Das Beratungsunternehmen muss im Antragsformular genannt und vom zuständigen AußenwirtschaftsCenter approbiert werden. Eine Approbation ist nur möglich, wenn das gewählte Beratungsunternehmen über langjährige Erfahrung und erfolgreiche Referenzen im Zielmarkt verfügt. Wird dieses erst im Zuge des Markteinstiegs ausgewählt bzw. geändert, müssen seine Kontaktdaten der genehmigenden Stelle (Förderungsmanager) bekannt gegeben und um Zustimmung angesucht werden. Das Beratungsunternehmen muss im Zielmarkt ansässig sein.

    • Für den Markteintritt in Form einer umfassenden Projektbetreuung. Darüber hinaus werden Dolmetschkosten durch ein im Zielmarkt ansässiges Unternehmen gefördert.

    • Rechts- und Steuerberatungskosten zu den Themen Firmengründung (bis 3 Monate nach erfolgter Firmengründung/Akquisition), Zertifizierungen, Lizenzen oder gewerblicher Rechtsschutz im Ausland. Kosten für  Risikoanalysen, die durch Vertreter wirtschaftlicher Berufe oder AußenwirtschaftsCenter erstellt werden, sind ebenso förderbar. Wenn bereits ein Tochterunternehmen im Zielmarkt besteht bzw. seit 2011 eine go-international Förderung zu Rechts- und Steuerberatungskosten für diesen Zielmarkt ausgezahlt wurde, ist eine Förderung dieser Kosten nicht möglich.

    • Operative Studies: Firmenspezifische Studien für Branchen, in denen seit 2011 bereits eine Branchenfokus- bzw. Dienstleistungsfokusstudie durch das AußenwirtschaftsCenter erstellt wurde (siehe Liste Branchenfokus- bzw. Dienstleistungsfokusstudie). Wenn seit 2011 eine go-international Förderung zu Operative Studies für diesen Zielmarkt ausgezahlt wurde, ist eine Förderung dieser Kosten nicht möglich.

  • Reisekosten: Flug- oder Bahnkosten von Unternehmern, Mitarbeitern bzw. Werkvertragsnehmern in den Zielmarkt und retour, die dem Markteintritt dienen.

  • Veranstaltungskosten im Zielmarkt: Teilnahme-/Standgebühren als Aussteller bei Messen und Fachkongressen: Transport von Messegütern durch ein Transportunternehmen (inkl. Abwicklungskosten für Verzollung),  Aufbau,  Miete (auch für Säle) und Dolmetscher/Standhilfen aus dem Zielmarkt. Der Versand von Ausstellungsware/ Mustermaschinen zu einer Messe wird nur gefördert, wenn der Rücktransport belegt ist. Bei Fachkongressen kann nur die Teilnahme an ausländischen Kongressen und Symposien gefördert werden. Der Fördernehmer muss aktiv beteiligt sein, z.B. Stand für Verkaufspräsentationen und Kundenakquise; Fachvortrag eines Firmenvertreters oder eines durch den Fördernehmer nominierten Vortragenden (Kooperation mit Universitäten etc.).

  • Marketingkosten in der Amtssprache des ausgewählten Zielmarktes: Übersetzung, Gestaltung und Druck von Werbemitteln und Etiketten, Produktion, Synchronisation und Übersetzung von Werbefilmen, Kosten für Suchmaschinenoptimierung, Übersetzung von Websites, Schaltung von Inseraten und Werbekampagnen im Zielmarkt, Online- und Social Media Werbung via Google, Facebook etc., Versandkosten für Mustersendungen, Listinggebühren.

  • Inkubatorbürokosten (für max. 6 Monate): Wenn ein Büro für die nachhaltige Verankerung im Markt unerlässlich ist und es bei einem professionellen Anbieter (Business Center) angemietet wird; dies muss klar aus dem Markteintrittsplan hervorgehen und in ein Gesamtkonzept eingebettet sein. Allerdings darf diese Büroräumlichkeit aus EU-rechtlichen Gründen nicht zum Aufbau oder Betrieb eines Vertriebsnetzes im betroffenen Mitgliedsstaat bzw. Drittland verwendet werden. Von der Förderung umfasst sind beispielsweise Miete für Büroräumlichkeiten, Büromöbel, PC/Drucker, Betriebskosten für Heizung, Klimaanlage und Elektrizität, Reinigungskosten, Rezeptions-Service bzw. Empfangs-Service, Installationsgebühren Fax/Telefon/Internet.

Weiters berechtigt die Förderung zu einer kostenlosen Firmenpräsentation
(= Firmenbeschreibung und Geschäftswunsch) für 1 Jahr auf dem Auslandsportal der österreichischen Wirtschaft advantageaustria.org in den gewählten Märkten (max. 2 Länder) inkl. Übersetzung in alle verfügbaren Anzeigesprachen der gewählten Märkte.

Art und Ausmaß der Förderung 
  • Es werden die Markteintrittskosten für die im Punkt 5 angeführten Aufwendungen mit 50 % der nachgewiesenen Nettokosten, d.h. ohne Umsatzsteuer, gefördert.

  • Pro genehmigten Antrag wird eine Fördersumme von maximal EUR 12.000 ausgezahlt. Die tatsächliche Höhe der Förderung ist davon abhängig, welche der eingereichten Rechnungen/Kosten als förderwürdig anerkannt werden können.

  • Pro Unternehmen/Antragsteller sind folgende Konstellationen möglich:

 

Konstellation

Maximale Fördersumme

1 Land Europa und keine weiteren Länder

EUR 6.000

2 Länder Europa und kein weiteres Land

EUR 6.000

3 Länder Europa

EUR 6.000

1 Fernmarkt und keine weiteren Länder

EUR 12.000

2 Fernmärkte und kein weiteres Land

EUR 12.000

3 Fernmärkte

EUR 12.000

1 Land Europa und ein Fernmarkt

EUR 12.000

1 Land Europa und zwei Fernmärkte

EUR 12.000

1 Fernmarkt und zwei Länder Europa

EUR 12.000

Achtung: Bei Kombinationen Europa und Fernmarkt werden für das/die europäische/n Land/Länder pro Antrag maximal EUR 6.000 ausgezahlt.

 
  • Pro Antrag können bis zu drei Länder genannt werden, die bearbeitet werden sollen.

  • In der gesamten Förderperiode kann ein Unternehmen bis 31.12.2018 (sofern noch Fördermittel zur Verfügung stehen) maximal drei Anträge einreichen. Eine neue Antragstellung ist erst nach Abrechnung des zuvor genehmigten Antrags oder nach Ablehnung/Zurückziehung des Antrages möglich. Es kann entweder die gleiche oder eine andere Markteintrittsförderung (Voraussetzungen siehe: 1.4 Europa-Scheck für KMU, 2.3 Joint Activities, 2.5 Export-Schecks für Technologieunternehmen, 4.2 Export-Schecks für Fernmärkte) beantragt werden.

  • Teilnahme an Fachkongressen: Während der Förderperiode werden maximal
    4 Kongressteilnahmen gefördert, wobei die Förderung der Teilnahme am gleichen Kongress nur alle 2 Jahre möglich ist.

  • Wurde seit 01.04.2011 bereits eine der folgenden Förderungen im Rahmen von go-international in Anspruch genommen, ist eine zweite Förderung im selben Land nicht mehr möglich:

    • 1.8.1 Europaförderung (IO-III) ODER 1.4 Europa-Scheck für KMU (IO-V)

    • 1.8.2 Fernmarktförderung (IO-III) ODER 1.6 Export-Schecks für Fernmärkte (IO-IV) ODER 4.2 Export-Schecks für Fernmärkte (IO-V)

    • 1.8.3 Technologieförderung (IO-III) ODER 1.7 Export-Schecks für Technologieunternehmen (IO-IV) ODER 2.5 Export-Schecks für Technologieunternehmen (IO-V)

    • 2.6.2 Exportkooperationen (IO-III) ODER 2.6 Joint Activities (IO-IV) ODER 2.3 Joint Activities (IO-V)

    • 3.6.3 Cross Border Cooperation in Services (IO-III) ODER 3.8 Export-Schecks für Dienstleister (IO-IV) ODER 3.5 Export-Schecks für Dienstleister (IO-V)

    • 3.2.1 Fokus Bildungsexport (IO-III) ODER 3.3.2 Förderung Bildungsexport (IO-IV)

    • 6.1 Spezial Export-Schecks für Fernmärkte (IO-IV)

  • Pro Kostenart können maximal folgende Beträge ausgezahlt werden:

    • Kosten für Markteintrittsberatungen durch einen im Zielmarkt ansässigen Berater: max. EUR 6.000 in Fernmarkt und EUR 3.000 in Europa

    • Reisekosten: max. EUR 2.000 in Fernmarkt und EUR 1.000 in Europa

Kosten für Rechts- und Steuerberatung, Operative Studies, Marketing, Inkubatorbüros und Veranstaltungen: keine Deckelung

Einreichung 

Antragstellung beim regional zuständigen Landeskammer-Betreuer

 Mehr Infos unter http://www.go-international.at

Ansprechpartner in der Wirtschaftskammer 

Burgenland: Ruth Ecker
Kärnten: Sarah Paternnosto, Bakk.
Niederösterreich: Mag.(FH) Claudia Ziehaus
Oberösterreich: Sabine Schinagl, MIB
Salzburg: Mag. Adelheid Költringer
Steiermark: Mag. Claus Tüchler
Tirol: Mag. Mathias Tschiderer
Vorarlberg: Mag. Sandra Haid
Wien: Mag. Peter Mayrhofer

Richtlinientext als PDF 

Originaltext bei Förderstelle

Anmeldung bei Förderstelle

Disclaimer
Im vorliegenden Merkblatt wurden nur die bedeutendsten Merkmale der Förderungsaktion aufgrund der uns zugänglichen Quellen angeführt, weshalb wir keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen können. Bei konkreten Projekten muss immer erst im Detail geprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine Förderung vorliegen.
30.7.2015
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