go-international: Joint Activities/Exportkooperation 2.3

Kofinanzierung von Markteintrittskosten für Exportkooperationen in neue Fernmärkte

Details der Förderung

Geltungsdauer 

1.4.2015 - 31.3.2019

Standort Österreichweit
Förderungswerber 

Antragsberechtigt sind alle Unternehmen, die entweder aktive Mitglieder der Wirtschaftskammern Österreichs oder der Kammern der Freien Berufe (mit Ausnahme der Heilberufe) sind und über deren Vermögen kein Insolvenzverfahren eröffnet ist. Bei Wegfall einer dieser Voraussetzungen während des Förderzeitraums erlischt der Anspruch auf die Förderung.

Folgende Voraussetzungen müssen für die Teilnahme an Exportkooperationen erfüllt sein:

  • Mindestens drei österreichische Unternehmen bilden eine Exportkooperation. Die beteiligten Unternehmen können einen anderen Unternehmensgegenstand verfolgen als das antragstellende Unternehmen (z.B. Produktionsbetrieb, Ingenieurbüro, Graphiker etc.). In einem Konzern verbundene Unternehmen dürfen sich nicht gemeinsam an einer Exportkooperation beteiligen. Es ist darauf zu achten, dass KMU einen repräsentativen Anteil an einer Exportkooperation ausmachen.

  • Mindestens 50 % der Unternehmen müssen „new to market“ im gewählten Land sein, dh. erstmalig (bisher keine regelmäßigen Lieferungen/kein abgeschlossenes Projekt) oder mit einem neuen Produkt/einer Dienstleistung in diesem Markt auftreten (Definition von „new to market“ siehe unter 7.2 Definitionen und sonstige Förderungsbedingungen).

Förderungszweck 

Exportkooperationen bewirken positive Struktureffekte (Konsortienbildung usw.) unter Firmen und führen Unternehmen effizient und effektiv an Geschäfte in Neumärkten heran. Abgestellt wird auf die rasche zielgruppenorientierte Vernetzung kooperierender heimischer Firmen, wobei mindestens drei Unternehmen, möglichst unter Einschluss von KMU, gemeinsam einen neuen Fernmarkt erobern (Kofinanzierung von direkten Markteintrittskosten).

Gefördert werden alle Fernmärkte (Afrika, Amerika, Asien, Australien) sowie folgende Länder in Europa: Russland, Weißrussland, Ukraine, Türkei und die Republik Moldau.

Förderungsgegenstand 

Innerhalb von 18 Monaten ab Genehmigungsdatum müssen mindestens eine gemeinsame Veranstaltung sowie eine weitere gemeinsame Aktivität/Projekt im Zielmarkt stattfinden. Bei der ersten Veranstaltung müssen alle Kooperationsteilnehmer anwesend sein.

Kofinanziert werden die nachstehenden Kostenarten ab Antragstellung, die dem Zielmarkt eindeutig zuordenbar sind. Es ist ein ausgewogener Mix an Aktivitäten bzw. eine plausible Begründung für eine Einzelmaßnahme notwendig. Die eingereichten Rechnungen müssen eindeutig einer der folgenden Kostenarten zuordenbar sein. Die in Anspruch genommenen Leistungen müssen plausibel sein und zu marktüblichen Preisen erbracht werden.

  • Beratungskosten:
    Das Beratungsunternehmen muss im Antragsformular genannt und vom zuständigen AußenwirtschaftsCenter approbiert werden. Eine Approbation ist nur möglich, wenn das gewählte Beratungsunternehmen über langjährige Erfahrung und erfolgreiche Referenzen im Zielmarkt verfügt. Wird dieses erst im Zuge des Markteinstiegs ausgewählt bzw. geändert, müssen seine Kontaktdaten der genehmigenden Stelle (Förderungsmanager) bekannt gegeben und um Zustimmung angesucht werden. Das Beratungsunternehmen muss im Zielmarkt ansässig sein.

    • Für den Markteintritt in Form einer umfassenden Projektbetreuung. Des Weiteren werden Dolmetschkosten durch ein im Zielmarkt ansässiges Unternehmen gefördert.

    • Rechts- und Steuerberatungskosten zu den Themen Firmengründung (bis 3 Monate nach erfolgter Firmengründung/Akquisition), Zertifizierungen, Lizenzen oder gewerblicher Rechtsschutz im Ausland. Kosten für  Risikoanalysen, die durch Vertreter wirtschaftlicher Berufe oder AußenwirtschaftsCenter erstellt werden, sind ebenso förderbar. Wenn bereits ein Tochterunternehmen im Zielmarkt besteht bzw. seit 2011 eine go-international Förderung zu Rechts- und Steuerberatungskosten für diesen Zielmarkt ausgezahlt wurde, ist eine Förderung dieser Kosten nicht möglich.

    • Operative Studies: Firmenspezifische Studien für Branchen, in denen seit 2011 bereits eine Branchenfokus- bzw. Dienstleistungsfokusstudie durch das AußenwirtschaftsCenter erstellt wurde (siehe Liste Branchenfokus- bzw. Dienstleistungsfokusstudie). Wenn seit 2011 eine go-international Förderung zu Operative Studies für diesen Zielmarkt ausgezahlt wurde, ist eine Förderung dieser Kosten nicht möglich.

  • Reisekosten: Flug- oder Bahnkosten von Unternehmern, Mitarbeitern bzw. Werkvertragsnehmern in den Zielmarkt und retour, die dem Markteintritt dienen.

  • Veranstaltungskosten im Zielmarkt: Teilnahme-/Standgebühren als Aussteller bei Messen und Fachkongressen: Transport von Messegütern durch ein Transportunternehmen (inkl. Abwicklungskosten für Verzollung),  Aufbau,  Miete (auch für Säle) und Dolmetscher/Standhilfen aus dem Zielmarkt. Der Versand von Ausstellungsware/ Mustermaschinen zu einer Messe wird nur gefördert, wenn der Rücktransport belegt ist. Bei Fachkongressen kann nur die Teilnahme an ausländischen Kongressen und Symposien gefördert werden. Der Fördernehmer muss aktiv beteiligt sein, z.B. Stand für Verkaufspräsentationen und Kundenakquise; Fachvortrag eines Firmenvertreters oder eines durch den Fördernehmer nominierten Vortragenden (Kooperation mit Universitäten etc.).

  • Marketingkosten in der Amtssprache des ausgewählten Zielmarktes: Übersetzung, Gestaltung und Druck von Werbemitteln und Etiketten, Produktion, Synchronisation und Übersetzung von Werbefilmen, Kosten für Suchmaschinenoptimierung, Übersetzung von Websites, Schaltung von Inseraten und Werbekampagnen im Zielmarkt, Online- und Social Media Werbung via Google, Facebook etc., Versandkosten für Mustersendungen, Listinggebühren.

  • Inkubatorbürokosten (für max. 6 Monate): Wenn ein Büro für die nachhaltige Verankerung im Markt unerlässlich ist und es bei einem professionellen Anbieter (Business Center) angemietet wird; dies muss klar aus dem Markteintrittsplan hervorgehen und in ein Gesamtkonzept eingebettet sein. Allerdings darf diese Büroräumlichkeit aus EU-rechtlichen Gründen nicht zum Aufbau oder Betrieb eines Vertriebsnetzes im betroffenen Mitgliedsstaat bzw. Drittland verwendet werden. Von der Förderung umfasst sind beispielsweise Miete für Büroräumlichkeiten, Büromöbel, PC/Drucker, Betriebskosten für Heizung, Klimaanlage und Elektrizität, Reinigungskosten, Rezeptions-Service bzw. Empfangs-Service, Installationsgebühren Fax/Telefon/Internet.

  • Kosten für organisatorische Leistungen im Zielmarkt durch ein in Österreich ansässiges Beratungsunternehmen, die im Zusammenhang mit einer Exportkooperation entstehen (inkl. Reisekosten).

Weiters berechtigt die Förderung zu einer kostenlosen Firmenpräsentation
(= Firmenbeschreibung und Geschäftswunsch) für 1 Jahr auf dem Auslandsportal der österreichischen Wirtschaft advantageaustria.org in den gewählten Märkten (max. 2 Länder) inkl. Übersetzung in alle verfügbaren Anzeigesprachen der gewählten Märkte.

Art und Ausmaß der Förderung 
  • Kofinanzierung: Es werden die Markteintrittskosten für die im Punkt 5 angeführten Aufwendungen mit 50 % der nachgewiesenen Nettokosten, d.h. ohne Umsatzsteuer, gefördert.

  • Pro genehmigten Antrag wird eine Fördersumme von maximal EUR 6.000 pro Unternehmen ausgezahlt. Insgesamt wird eine Exportkooperation mit max. EUR 36.000 gefördert (z.B. 4 Unternehmen erhalten max. einen Förderbetrag von EUR 24.000; bei mehr als 6 Unternehmen erfolgt eine Aliquotierung des maximalen Förderbetrages pro Unternehmen). Die tatsächliche Höhe der Förderung ist davon abhängig, welche der eingereichten Rechnungen/Kosten als förderwürdig anerkannt werden können.

  • Pro Antrag können bis zu drei Länder genannt werden, die bearbeitet werden sollen.

  • In der gesamten Förderperiode kann ein Unternehmen bis 31.12.2018 (sofern noch Fördermittel zur Verfügung stehen) maximal drei Anträge einreichen. Eine neue Antragstellung ist erst nach Auszahlung des zuvor genehmigten Antrags oder nach Ablehnung/Zurückziehung des Antrages möglich. Es kann entweder die gleiche oder eine andere Markteintrittsförderung (Voraussetzungen siehe: 1.4 Europa-Scheck für KMU, 4.2 Export-Schecks für Fernmärkte, 2.5 Export-Schecks für Technologieunternehmen, 3.5 Export-Schecks für Dienstleister) beantragt werden.

  • Teilnahme an Fachkongressen: Während der Förderperiode werden maximal
    4 Kongressteilnahmen gefördert, wobei die Förderung der Teilnahme am gleichen Kongress nur alle 2 Jahre möglich ist.

  • Wurde seit 01.04.2011 bereits eine der folgenden Förderungen im Rahmen von go-international in Anspruch genommen, ist eine zweite Förderung im selben Land nicht mehr möglich:

    • 1.8.1 Europaförderung (IO-III) ODER 1.4 Europa-Scheck für KMU (IO-V)

    • 1.8.2 Fernmarktförderung (IO-III) ODER 1.6 Export-Schecks für Fernmärkte (IO-IV) ODER 4.2 Export-Schecks für Fernmärkte (IO-V)

    • 1.8.3 Technologieförderung (IO-III) ODER 1.7 Export-Schecks für Technologieunternehmen (IO-IV) ODER 2.5 Export-Schecks für Technologieunternehmen (IO-V)

    • 2.6.2 Exportkooperationen (IO-III) ODER 2.6 Joint Activities (IO-IV) ODER 2.3 Joint Activities (IO-V)

    • 3.6.3 Cross Border Cooperation in Services (IO-III) ODER 3.8 Export-Schecks für Dienstleister (IO-IV) ODER 3.5 Export-Schecks für Dienstleister (IO-V)

    • 3.2.1 Fokus Bildungsexport (IO-III) ODER 3.3.2 Förderung Bildungsexport (IO-IV)

    • 6.1 Spezial Export-Schecks für Fernmärkte (IO-IV)

  • Pro Kostenart können maximal folgende Beträge ausgezahlt werden:

    • Kosten für Markteintrittsberatungen durch einen im Zielmarkt ansässigen Berater: max. EUR 6.000

    • Reisekosten: max. EUR 2.000

    • Kosten für Rechts- und Steuerberatung, Operative Studies, Marketing, Inkubatorbüros und Veranstaltungen: keine Deckelung

    • Kosten für organisatorische Leistungen im Zielmarkt durch ein in Österreich ansässiges Beratungsunternehmen, die im Zusammenhang mit einer Exportkooperation entstehen (inkl. Reisekosten): maximal EUR 2.000

Einreichung 

Antragstellung beim regional zuständigen Landeskammer-Betreuer

 Mehr Infos unter http://www.go-international.at

Ansprechpartner in der Wirtschaftskammer Burgenland: Melanie Wagner-Deli 
Kärnten: Alessia Sasina
Niederösterreich: Mag.(FH) Claudia Ziehaus
Oberösterreich: Sabine Schinagl, MIB
Salzburg: Mag. Adelheid Költringer
Steiermark: Marie Peinsith 
Tirol: Patrick Schönauer
Vorarlberg: Pamela Treffer-Reis
Wien: Mag. Peter Mayrhofer
Richtlinientext als PDF 

Originaltext bei Förderstelle

Anmeldung bei Förderstelle: Partner

Anmeldung bei Förderstelle: Koordinator

Disclaimer
Im vorliegenden Merkblatt wurden nur die bedeutendsten Merkmale der Förderungsaktion aufgrund der uns zugänglichen Quellen angeführt, weshalb wir keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit übernehmen können. Bei konkreten Projekten muss immer erst im Detail geprüft werden, ob die Voraussetzungen für eine Förderung vorliegen.
28.11.2016
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