Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Kurzinformation zur Gesellschaftsgründung

Die GmbH ist eine Gesellschaft, deren Stammkapital in Geschäftsanteile mit Stammeinlagen zerlegt ist. Die Stammeinlagen sind die Beiträge der Gesellschafter zur Bildung des Stammkapitals. Die Gesellschaft ist juristische Person mit eigener Rechtspersönlichkeit. Sie kann Rechte erwerben, Verbindlichkeiten eingehen, klagen und geklagt werden. Anders als Personengesellschaften (OG, KG, etc.) kann eine GmbH auch nur durch eine Person errichtet werden.

Das Stammkapital, das durch die Gesellschafter aufzubringen ist, muss mindestens EURO 35.000,- betragen. Davon ist die Hälfte in bar einzuzahlen (ausgenommen zB besondere Fälle der Umgründung zur Fortführung eines mindestens seit fünf Jahren bestehenden Unternehmens). Von diesen Bareinlagen müssen wenigstens EURO 17.500,- sofort eingezahlt werden.

Ausnahmen für bestehende Gesellschaften:

Für GmbHs, die zwischen 1.7.2013 und 28.2.2014 gegründet und zur Eintragung in das Firmenbuch angemeldet wurden, muss das Stammkapital vorerst lediglich EURO 10.000,- betragen, davon müssen wenigstens EURO 5.000,- bar auf die Gesellschaft eingezahlt sein. Das gilt auch für Gesellschaften, deren Stammkapital zwischen 1.7.2013 und 28.2.2014 auf unter EURO 35.000,- herabgesetzt und zur Eintragung in das Firmenbuch angemeldet wurde.

Spätestens bis 1.3.2024 haben alle Gesellschaften, deren Stammkapital EURO 35.000,- nicht erreicht, eine Kapitalerhöhung auf diesen oder einen höheren Betrag durchzuführen.

Gründungsprivileg ab 1.3.2014:

GmbHs, die ab dem 1.3.2014 NEU gegründet und zur Eintragung in das Firmenbuch angemeldet werden, können das sogenannte Gründungsprivileg in Anspruch nehmen: Das Stammkapital beträgt zwar EURO 35.000,-. Im (Gründungs)Gesellschaftsvertrag kann aber vorgesehen werden, dass die gründungsprivilegierten Stammeinlagen auf EURO 10.000,- beschränkt werden. Davon ist die Hälfte in bar einzuzahlen; Sacheinlagen sind ausgeschlossen. Von diesen Bareinlagen müssen wenigstens EURO 5.000,- sofort eingezahlt werden. Dieses Gründungsprivileg besteht für maximal 10 Jahre ab Eintragung der Gesellschaft in das Firmenbuch. Es führt in der Praxis dazu, dass die Gesellschafter (trotz des nominellen Stammkapitals von EURO 35.000,-) innerhalb dieser Frist höchstens EURO 10.000,- auf die Gesellschaft einzuzahlen haben; das gilt auch für den Fall, dass ein Insolvenzverfahren eröffnet wird.

ACHTUNG: Das Gründungsprivileg muss bereits bei der Gründung im Gesellschaftsvertrag bzw. der Erklärung über die Errichtung einer GmbH enthalten sein und kann NICHT nachträglich durch eine Änderung des Gesellschaftsvertrages eingefügt werden.


 

Gründung

  • Abschluss eines Gesellschaftsvertrags bzw. Erklärung über die Errichtung der Gesellschaft bei der 1-Personengründung, jeweils in Notariatsaktform. Mindestinhalt: Firma und Sitz der Gesellschaft, Gegenstand des Unternehmens, Höhe des Stammkapitals, Betrag der von jedem Gesellschafter auf das Stammkapital zu leistenden Einlage (Stammeinlage). Optionaler Inhalt: Gründungsprivileg, Regelungen zur Geschäftsführung und Vertretung, zur Generalversammlung, zur Beschlussfassung der Gesellschafter, zur Gewinnverwendung, Aufgriffsrechte bezüglich Geschäftsanteilen, Minderheitenrechte, etc. 
  • Beschluss über die Bestellung der ersten Geschäftsführer, sofern nicht bereits im Gesellschaftsvertrag vorgenommen.
  • Anmeldung zum Firmenbuch durch sämtliche Geschäftsführer (notarielle oder gerichtliche Beglaubigung der Unterschriften). Die GmbH entsteht durch Eintragung in das Firmenbuch (konstitutive Eintragung). Dem Firmenbuchgesuch sind beizulegen: Gesellschaftsvertrag/Erklärung über die Errichtung einer GmbH in notarieller Aus­fertigung, Gesellschafterliste, Geschäftsführerverzeichnis, Bestellungsbeschluss der Geschäftsführer (soweit nicht bereits im Gesellschaftsvertrag erfolgt), Musterzeichnungen der Geschäftsführer, Bankbestätigung über die Einzahlung der bar zu leistenden Einlagen, Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts, eventuell Gutachten der Wirtschaftskammer über den Firmenwortlaut. Bei Eintragung einer GmbH mit 2 Gesellschaftern und 1 Geschäftsführer in das Firmenbuch fallen EURO 36,- Eingabe- und EURO 313,- Eintragungsgebühren an; diese Gebühren entfallen, wenn das Neugründungsförderungsgesetz anwendbar ist.
 

Firma

Die GmbH kann zwischen einer Namens-, Sachfirma oder einer Phantasiebezeichnung als Firma wählen. Sonstige Zusätze (Geschäftsbezeichnungen, Tätigkeitsangaben, Markenzeichen) können ebenfalls eingetragen werden, sofern sie nicht täuschend sind. Die Namen anderer Personen als der Gesellschafter dürfen in die Firma nicht aufgenommen werden. Die Firma der Gesellschaft muss jedenfalls den Rechtsformzusatz Gesellschaft mit beschränkter Haftung bzw entsprechend abgekürzt („GmbH“, „Ges.m.b.H.“ oder „Gesellschaft m.b.H.“).

 

Haftung

Grundsätzlich haftet nur die Gesellschaft mit ihrem gesamten Gesellschaftsvermögen, d.h., es besteht keine direkte oder persönliche Haftung der Gesellschafter. Die Gesellschafter haften nur für die Aufbringung des im Gesellschaftsvertrag vereinbarten Stammkapitals. Die Geschäftsführer haben bei der Geschäftsführung die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden und haften der Gesellschaft, wenn sie ihre Obliegenheiten verletzen.

 

Geschäftsführung und Vertretung

Die GmbH wird durch Geschäftsführer gerichtlich und außergerichtlich vertreten. Die GmbH muss mindestens einen Geschäftsführer haben. Die Geschäftsführer sind im Firmenbuch einzutragen. Die Geschäftsführerbestellung erfolgt durch Beschluss der Gesellschafter. Wenn im Gesellschaftsvertrag nicht etwas anderes bestimmt ist, wird die Gesellschaft durch alle Geschäftsführer gemeinsam vertreten (Gesamtvertretung). Der Gesellschaftsvertrag kann auch Einzelvertretung vorsehen.

 

Gewerbeberechtigung

Für Tätigkeiten, die der Gewerbeordnung unterliegen, ist eine auf die Gesellschaft lautende Gewerbeberechtigung erforderlich. Eine Gewerbeberechtigung eines Gesellschafters ist nicht ausreichend. Weiters ist die Bestellung eines gewerberechtlichen Geschäftsführers erforderlich, der alle gewerberechtlichen Voraussetzungen erfüllen muss. Zum gewerberechtlichen Geschäftsführer kann nur der handelsrechtliche Geschäftsführer oder ein mindestens zur Hälfte der wöchentlichen Normalarbeitszeit im Betrieb beschäftigter voll sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer bestellt werden. Weiters muss sich der gewerberechtliche Geschäftsführer im Betrieb entsprechend betätigen.


Rechnungslegung und Gewinnverteilung

Die GmbH unterliegt den handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften und muss daher einen Jahresabschluss (Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang und Lagebericht) aufstellen, der auch beim Firmenbuchgericht einzureichen ist.

An die Gesellschafter dürfen nur Bilanzgewinne ausgeschüttet werden. Die Verteilung des Bilanzgewinns erfolgt, mangels anderer Vereinbarung im Gesellschaftsvertrag, im Verhältnis der eingezahlten Stammeinlagen. Verluste sind grundsätzlich von der Gesellschaft zu tragen, d.h., es besteht keine Nachschusspflicht, sofern diese nicht gesellschaftsvertraglich vereinbart ist.

 

Beendigung der Gesellschaft

Die GmbH wird aufgelöst: Durch Ablauf der im Gesellschaftsvertrag bestimmten Zeit; durch Beschluss der Gesellschafter (notarielle Beurkundung); Verschmelzung mit einer AG oder einer anderen GmbH; durch Eröffnung des Konkurses oder Nichteröffnung oder Aufhebung des Insolvenzverfahrens mangels kostendeckenden Vermögens; durch Verfügung der Verwaltungsbehörde; durch Beschluss des Handelsgerichts.

Im Gesellschaftsvertrag können weitere Auflösungsgründe festgesetzt werden. Die Auflösung der Gesellschaft ist beim Firmenbuch anzumelden. Die Gesellschaft tritt danach in das Liquidationsstadium.

 

Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung

Die Gesellschaft ist eigenes Steuersubjekt. Die Gewinne werden mit 25 % Körperschaftsteuer besteuert. Für alle vor dem 1.7.2013 errichteten GmbHs beträgt die Mindestkörperschaftsteuer 5% des Stammkapitals, also mindestens EURO 1.750,-. Für alle nach dem 30.6.2013 errichteten GmbHs beträgt die Mindestkörperschaftsteuer für die ersten fünf Jahre EURO 500,- pro Jahr und für die folgenden fünf Jahre EURO 1.000,- pro Jahr (auch wenn die Gesellschaft Verluste macht). Von den Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter sind 25 % Kapitalertragsteuer einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen (Endbesteuerung).

Für Gewinnausschüttungen an Gesellschafter, die nicht zugleich auch Geschäftsführer sind, besteht keine Sozialversicherungspflicht. Gewinnausschüttungen an GSVG-versicherte geschäftsführende Gesellschafter sind sozialversicherungspflichtig. Für Entgelte von Geschäftsführern sind in der Regel Sozialversicherungsbeiträge zu leisten, wobei hinsichtlich der Versicherungsart zwischen Fremd- und Gesellschaftergeschäftsführern, und bei letzteren auch nach Beteiligungshöhe, differenziert wird.

Stand: 23.04.2015

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