Gewerkschaft verweigert konstruktive Gespräche über notwendige Anpassungen durch den digitalen Wandel.

Anfang des Monats war ich als Leiter der Arbeitgeber mit dem Verhandlungsteam noch zuversichtlich, dass wir mit der Gewerkschaft eine Einigung erzielen können. Doch nach dem weiteren Gespräch am 12. November 2015 sind die Verhandlungen ins Stocken geraten. Die Gewerkschaft zeigt kein Verständnis und verweigert konstruktive Gespräche über notwendige Anpassungen. Es wird sogar verlangt, dass die Arbeitgeberseite ihre Forderungen zurückzieht und die Forderungen der Arbeitnehmer umsetzt. Um was geht es dabei genau?

Was fordern die Arbeitnehmer?

Die Arbeitnehmer fordern eine Erhöhung der Gehälter, Lehrlingsentschädigungen und Zulagen um 3 Prozent. Es soll für Mitarbeiter die ohnehin über den gesetzlichen Mindestgehältern entlohnt werden, ein Mindestbetrag im Ausmaß von 50 Prozent der durchschnittlichen Erhöhung eingeführt und die Ausnahmen auf fünf Mitarbeiter und 5 Prozent der Belegschaft halbiert werden. Weiters wird die Einführung von einer zusätzlichen Tätigkeitsfamilie ST3, einer Vorrückungsstufe Expertenstufe gefordert. Karenzzeiten sollen für alle entgelt- und dienstzeitabhängigen Bestimmungen angerechnet werden, genauso wie alle Lehr- und Arbeitsjahre für den Urlaub. Dienstnehmer sollen Anspruch auf bezahlte Aus- und Weiterbildung haben – und das alles sollte nach den Vorstellungen der Gewerkschaft ab 1. Jänner 2016 in Kraft treten.

Keine Bewegung seit zehn Jahren

Seit der Festlegung des Kollektivvertrages vor zehn Jahren hat sich durch den digitalen Wandel viel verändert. Es ist also an der Zeit den Kollektivvertrag zukunftsorientiert weiterzuentwickeln, um damit auch langfristig den IKT-Standort in Österreich und damit eine Vielzahl von Arbeitsplätzen abzusichern. Daher haben wir der Gewerkschaft eine Reihe von Anpassungen vorgeschlagen, zum Beispiel die Ausdehnung der Normalarbeitszeit bei Arbeitsbereitschaft auf 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche, eine ausbildungsfördernde Weiterentwicklung bei der Praktikantenregelung, Evaluierung des Weiterqualifizierungsbonus, Erhöhung der individuellen Gestaltungsspielräume bei der IST-Erhöhung und vieles mehr. All diese Anregungen wurden ohne Diskussion vom Tisch gefegt.

Nicht mit uns!

Ich nehme meinen Auftrag als Verhandlungsleiter der Arbeitgeber sehr ernst. Gerade in Zeiten der angespannten Wirtschaftslage wächst der Druck auf die Unternehmen und einseitige Verschlechterungen im Kollektivvertrag würden diesen Druck noch weiter erhöhen. Daher ist mein Standpunkt klar: Unter diesen Bedingungen wird es keinen Abschluss des IT-Kollektivvertrages geben.
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Kommentare (18)
  1. Profile
    Zurück ins 19. Jahrhundert!

    Die verschiedenen Texte der AG-Seite - die offensichtlich jetzt auch mal mobilisiert - sind durchaus erschreckend zu lesen, zeugen sie doch einem Arbeitsrechtsverständnis, das tief im letzten (oder vorletzten) Jahrhundert verankert scheint. Die Ablehnung
    * der Arbeitszeitgesetze: "wieso darf man um 4 Uhr früh nicht arbeiten mimimi", "wieso darf der MA nicht arbeiten so lang er will" (plötzlich "will" jeder Mitarbeiter 12 Stunden oder mehr am Tag arbeiten, nicht wahr? Sonst findet sich schon jemand anderer, der "will")
    * der KV-Löhne: "Muss Mitarbeiter kündigen, weil sie durch den Mindest-KV schon sooooo viel verdienen"
    * des Arbeitsrechts: "wenn sie kündigen, kommen sie plötzlich drauf wo sie beschissen wurden" - nona, wenn man vorher Angst um den Arbeitsplatz haben muss, wenn man sich aufregt.

    - das alles feiert hier fröhliche Urständ.

    Eines aber stimmt mich sehr froh: Die Forderungen der AG resultieren in einem gesteigerten Bewusstsein, dass die Gewerkschaftsmitgliedschaft auch in der IT-Branche empfehlenswert ist. Und vielleicht kommen auch noch ein paar Leute drauf, dass ein Betriebsrat nicht so schlecht ist - wer sonst kann die gesetzeskonforme IST-Erhöhung denn sonst überprüfen?

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      23.12.2015 01:44:33

      Zurück ins 19. Jahrhundert

      Herr "Anonym",
      ich versuche zu vestehen, dass sie verschreckt sind, Angst haben, schlechte Erfahrungen gemacht haben, vielleicht auch Vorurteile haben und wohl Gewerkschaftsmitglied sind.

      Ich versuche in meinem Blog sehr transparent zu agieren und würde es begrüßen, wenn sich zumindest Funktionäre egal ob AG oder AN mit ihrer tatsächlichen Identität zu erkennen geben.

      In diesem Sinne ein frohes Fest und auf ein Déjà-vu im neuen Jahr
      Ihr Martin Zandonella

  2. Profile
    Gerne Anonym Antworten

    16.12.2015 12:08:56

    Firmengröße

    Addendum: Weil unten auf die Firmengrößen abgestellt wurde. Mein Unternehmen beschäftigt mehr als 100 MA, und wir stehen nicht nur bei den Eigentümern, sondern auch auf Managementebene meiner wichtigsten Mitarbeiter klar hinter den Forderungen der Ubit. Das eine oder andere ist für uns im Speziellen nicht ganz so wichtig (wir haben wenig Praktikanten), aber die Kernpunkte sind wirklich essenziell.

    Ich möchte die Gewerkschaft wirklich einladen einmal selbst ein Business Modell für einen IT Betrieb in Österreich aufzustellen, bei dem man eine Chance hat sich mit seinen Produkten international durchzusetzen und so die Jobs dauerhaft zu erhalten. Liebe Gewerkschaftsverhandler, macht dann bitte die mentale Übung euch vorzustellen ihr sollt diesen Plan dann wirklich selbst mit eigenem Geld und Risiko (!) durchziehen. Ich glaube, das wäre wirklich wichtig, um von der völlig abstrusen Vorstellung wegzukommen dass es der AG Seite eh so super geht.

    Danke!

  3. Profile
    Gerne Anonym Antworten

    16.12.2015 11:59:50

    Die Gewerkschaft lebt echt hinterm Mond

    Ich kann dem vorigen Kommentar von MK nur vollinhaltlich zustimmen. Ich muss meine über-KV bezahlten Mitarbeiter heimschicken wenn sie im Flow sind und weitermachen wollen. Manche wollen eben um 10 am Abend arbeiten, und erst zu Mittag auftauchen. Als GF steh ich ständig mit einem Fuß im Kriminal, und das obwohl so gut wie alle meiner Mitarbeiter jederzeit sogar einen besser bezahlten Job annehmen können wenn sie wollen (so gefragt sind die nämlich, die Headhunter rufen jede Woche an um die Leute abzuwerben). Mir kommt es vor als ob die Gewerkschaft erst zufrieden ist wenn alle wieder bei der ÖBB arbeiten, sie das Füllhorn der Steuergelder endlich wieder selbst steuern, und es hier keine modernen IT Unternehmen mit mündigen, intelligenten Mitarbeitern mehr gibt. Wozu auch, wenn man keine Steuereinnahmen mehr von erfolgreichen Unternehmen mehr hat, kann man sich ja locker flockig einfach verschulden und dieses Geld verteilen. Greece, we're on our way...

    Es heißt dringend aufwachen, weil wir nicht mal mehr mit Deutschland mithalten können, von wirklich großen IT Nationen (auch in Asien!) oder Skandinavien (Neoliberales Paradies, bekannterweise) rede ich gar nicht.

    Und noch was: Ich werde 2016 die ersten 'durchaus brauchbaren' Mitarbeiter kündigen müssen, weil sie auf Grund der KV Progression so hoch im Gehalt steigen, dass dieses Gehalt nicht mehr gerechtfertigt ist (v.a. ggü ihren KollegInnen). Ich darf sie nicht auf einem Gehalt lassen dass ihrem Können und Einsatz entspricht, und mit dem die fraglichen MA auch durchaus zufrieden wären (ist ja nicht jeder Leistungsträger). Mir bleibt nur die Kündigung wenn ich mich nicht strafbar machen möchte, oder mein Gehaltsgefüge zerstören will.

    Dieses Prinzip, dass je länger man am Sessel sitzt, desto mehr verdient man, das muss einfach aufhören - es ist schließlich auch die Basis der Altersarbeitslosigkeit. Wozu brauch ich mit 60 wenn die Kids aus dem Haus sind und der Kredit abbezahlt ist mehr Geld als wenn ich mir die erste Wohnung miete, die Schule finanzieren muss, und auch voll im Job stehe und mir deshalb wenig selbst basteln kann?

    Der WKO Verhandlerseite wünsche ich viel Sitzfleisch und Überzeugungskraft, um die Gewerkschaft zur Bewegung zu bringen! Irgendwann müssen die ja auch in der Realität ankommen. Ich weiß, das Prinzip Hoffnung...

  4. Profile
    Michael Kraeftner Antworten

    16.12.2015 11:20:13

    Steinzeitmentalität und Ignorieren der Wünsche der Mitarbeiter

    Als erstmaliges Mitglied im Verhandlungsteam und ein Unternehmen repräsentierend, dass mit rund 80 Mitarbeitern weder klein noch groß aber in der Aufstellung viel eher ein Startup ist, waren für mich die Verhandlungen ein wirklich traumatisierendes Erlebnis (auf Anfrage dazu gerne mehr). Mein Unternehmen (wie die meisten IT Unternehmen die sich die besten Leute holen wollen auch) zahlt im Schnitt 30% (in Spitzen aber weit mehr) ÜBER KV, der KV und seine Lohnsummen und seine zum Teil steinzeitlichen "Absicherungen" sind für uns also reine Makulatur und das wirkt wie aus einem anderen Jahrtausend. Ja, Mitarbeiter können sich in unserer Branche dank Fachkräftemangel UNBESCHRÄNKT aussuchen bei wem sie arbeiten. "Ausbeuterunternehmen" die MA schlecht behandeln finden sich schnell ohne Leute die sie ausbeuten könnten, dass ist denke ich unbestritten. Und ja Ich persönlich finde regelmäßig 60h (oder mehr) pro Woche zu arbeiten zu viel - ich mache das seit Jahren, aber deswegen bin ich selbständig und ob es gut ist wird sich weisen. Also keine Frage wenn das nicht sein muss muss es nicht sein. Aber wenn es sein muss, muss es möglich sein. Ich habe Kollegen denen ich permanent mit Kündigung drohen muss weil sie sich nicht an die gesetztlichen Vorschriften halten wollen - mittlerweile geht mal als Geschäftsführer nämlich ins Gefängnis wenn man "Sozialdumping" (super Formulierung wenn es Leute mit 4000bto betrifft) ZU LÄSST. Wenn wer um 4 in der früh aufsteht und eine Eingebung hat dann soll er auch um 4 Uhr Coden dürfen WENN ER/SIE WILL. ABER darum geht es aktuell nicht mal. Es geht im Kontext der KV Verhandlungen nicht darum das Gesetz aufzuweichen. Es geht darum eine Klausel die für ganz wenige Szenarien erlaubt wäre und dort wirklich Sinn macht und im Gesetz ausdrücklich vorgesehen ist, zu erlauben. Und dann auch nur mit Zustimmung des Mitarbeiters (der es sich ja wie oben erwähnt echt aussuchen kann). Praktikantenvergütungen zu reduzieren war ein Vorschlag der UNIs und FHs. Wir zahlen unseren Paraktikanten weit mehr als das heutige Minimum, wie wohl alle Unternehmen die gute Leute als Praktikanten wollen. Aber es gibt Gegenden in denen nicht Milch und Honig fließen und junge Leute einfach kein Praktikum finden weil es bei einem kleinen Unternehmen mit 3 Leuten, echt einen Unterschied macht. Und dass Praktikanten statt "echten" Mitarbeitern eingesetzt werden (ist in unserer Branche) ein Märchen - da mal lieber bei den Werbeagenturen, multinationalen Konzernen, etc. anklopfen. Können wir also bitte aufhören so zu tun als ob hier über Zwangsarbeiter in einer sowjetischen Kolchose oder schuftende anonyme Massen in den Manufakturen des 19. Jahrhunderts geredet wird? Die Forderungen der AG sind fair und der fast angenommene Vorschlag ein sinnvoller Kompromiss. Klassenkämpferisches Getöse in einer Branche wie der unseren, ist eine Respektlosigkeit den Menschen gegenüber die in ihr arbeiten.

  5. Profile
    Christian Bickel Antworten

    16.12.2015 10:59:44

    Gewerkschaft hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt

    In ALLEN IT-Betrieben, die ich kenne, herrscht ein sehr gutes Verhältnis zwischen der Geschäftsleitung und den Angestellten.

    Problematisch wird es manchmal, wenn ein Mitarbeiter die Firma verlässt (warum auch immer) und dann "plötzlich" draufkommt, dass etwas an der Arbeitsweise, mit der er oder sie jahrelang sehr gut umgehen konnte, irgend einen Paragraphen verletzt hat.

    Dann werden plötzlich "unmenschliche Zustände" - oft gemeinsam mit der AK - bekämpft und rückwirkend horrende Forderungen gestellt.

    Lasst die Unternehmen vernünftig arbeiten, dann bleiben uns auch die Arbeitsplätze erhalten.

    Mit Bürokratie und gesetzlichen Eingriffen in die unternehmerische Freiheit wurde noch nie etwas konstruktives geschaffen!

  6. Profile
    Georg Farngruber Antworten

    16.12.2015 10:20:33

    12 Stunden Arbeitsbereitschaft

    Mit einer individuell vereinbarten Arbeitsbereitschaft per KV oder Einzelvereinbarung können sicher viele AN leben - aber nicht mit einer 'angeordneten' ... das ist nicht zumutbar!

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      16.12.2015 13:17:06

      12 Stunden Arbeitsbereitschaft

      Bitte lesen sie in meinem aktuellsten Blogeintrag nach, es gibt keine Forderungen der AG die nicht akzeptabel wäre, aber ein breites Entgegenkommen gegenüber den Forderungen der AN (Mindestbetrag bei IST-Erhöhungen).
      Wer einen Grund findet dieses Angbeot abzulehnen und unseren MitarbeiterInnen die Erhöhung ab Jänner vorzuenthalten, der möge sich bitte melden!

  7. Profile
    Alex IchBinSauer Antworten

    15.12.2015 11:19:33

    AG Forderungen sind ein Witz

    Herr Zandonella,

    Eine Ausdehnung der Normalarbeitszeit ist durchaus kein Muss, dass haben Sie bereits mehrfach erwähnt, doch glauben Sie nicht, dass wenn man Arbeitgebern die Möglichkeit gibt, diese Zeit voll auszuschöpfen, dass diese es nicht tun werden. Das ist überhaupt nicht komisch. Natürlich wird es darauf hinauslaufen.

    Die Entschädigung für Praktikanten auf 25% zu reduzieren *lach* Wie absurd ist das denn. Es werden schon jetzt in manchen Unternehmen überwiegend Praktikanten eingesetzt, weil sie "günstiger" sind. Diese dann noch beim Lohn zu beschneiden ist echt die Höhe ;-(

    Erhöhung der Ausnahmen auf 20 Mitarbeiter. Wie vielen Mitarbeitern mussten sie dieses Jahr eine IST-Erhöhung zusprechen? Diese Forderung ist nur dazu da, dass kleine Unternehmen wie Sie eines haben, ALLE Mitarbeiter ausnehmen können. Träumen Sie?

    Was Sie versuchen zu fördern ist ein Abwandern der qualifizierten IT-Fachkräfte ins Ausland und Lohn-Dumping.

    Mfg

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      16.12.2015 00:14:33

      Ich mache zu ernsten Themen keine Witze!

      Wie schon kommentiert, bitte nachlesen was Arbeitsbereitschaft bedeutet und dann überlegen was die AG-Forderung bedeutet!

      Bei der Entschädigung von Praktikanten geht es ausschließlich um PFLICHTpraktika, ich halte es für wesentlich sinnvoller wenn durch diese Maßnahme zusätzliche Praktikumsplätze geschaffen werden und möglichts alle HTL-Schüler ihre Diplomarbeiten in Betrieben durchführen und nicht in der Schule - mit NULL Cash übrigens!

      IST-Ausnahmen: Bitte nennen sie mir Argumente, warum ein AG Gehälter die er bereits über dem Mindestgehalt ansetzt, überhaupt verpflichtend weiter erhöhen muss?

      Abwanderung: Wissen sie, über dieses Thema sollte man nicht leichtfertig urteilen. Sie werden mit mir übereinstimmen, dass viele der besten Köpfe versuchen in den USA zu arbeiten, sehr interessant dort gibt es keine verpflichtenden IST-Erhöhungen!

    • Profile
      Reinhold Degenfellner Antworten

      16.12.2015 11:50:06

      Erhöhungen und Praktika

      Noch nie hat ein Unternehmen aus reinem Altruismus einen Praktikanten aufgenommen (vl mit Ausnahme von verstaatlichten Unternehmen).
      Auch bei keinem Pflichtpraktika, tun Sie das?
      In den USA verlieren Unternehmen übrigens genauso ihre Mitarbeiter wenn sie nicht jährlich erhöhen. Zumindest MS hat einen jährlichen Anpassungsprozess, zugegeben da kann man auch mit 0% aussteigen, üblich ist aber mehr als unsere Prozentsätze.
      Beim Einstieg in ein Unternehmen verpfichte ich mich meine Arbeitskraft gewinnbringend für das Unternehmen einzusetzen und der Unternehmer verpflichtet sich mir einen angemessen Gehalt zu zahlen. Da "angemessen" selbst bei gleichbleibender Leistung im nächsten Jahr höher ist braucht es IST Erhöhungen. Die Stundensätze in Consultingunternehmen werden auch angepasst, genauso wie die Preise der Produkte.
      So sieht das zumindest der Großteil der AN und auch viele andere Branchen wo es diese dubiosen Ausnahmeregelungen nicht gibt.
      Selbst Arbeitgeber in unser Branche scheinen es so zu sehen, wenn man sich die Praxis ansieht. Natürlich stört es diese AG nicht, wenn der Abschluss niedrig ist, aber es würde auch kaum einen Unterschied machen wenn der Abschluss besser wäre.

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      16.12.2015 19:12:52

      Erhöhungen und Praktika

      Danke Herr Degenfeldner,
      wir nähern uns an:-)
      Altruismus wäre dem Geschäftsführer eines Unternehmens nicht erlaubt und daher bekommen sehr viele Praktikumssuchende keine passende Stelle. Sie würden gerne für weniger Gehalt ihr Pflichtpraktikum absolvieren, aber das ist verboten!

      Ihr Beispiel mit Microsoft gefällt mir, genau das möchten wir Unternehmer auch in Österreich tun:
      Freiwillig Gehälter erhöhen die ohnehin schon über dem Mindestgehalt liegen. Und selbst beurteilen, ob die Leistung der Mitarbeiter gestiegen/gleichgeblieben oder auch gesunken ist.
      Es kann passieren dass jemand mit NULL aussteigt, aber das hat dann einen Grund und wenn man dadurch einen Mitarbeiter verliert, hat man das als Unternehmer selbst zu verantworten.

      Das die Stundensätze für IT-Dienstleistungen laufend erhöht werden ist leider völlig realitätesfern!
      In den letzten 3 Jahren konnten 52% der IT-Dienstleister ihre Stundensätze nicht erhöhen - ein Teil musste sie sogar senken!
      Nur 20,6% der Unternehmen konnten die Stundensätze in diesem Zeitraum um mehr als 5% erhöhen und somit in etwa die KV-Erhöhungen ausgleichen - Vorrückungen nicht eingerechnet!

    • Profile
      Reinhold Degenfellner Antworten

      17.12.2015 12:29:25

      eine faire anpassung passiert halt leider oft genug nicht

      Das Problem an allzuviel Freizügigkeit ist aber, dass die durchaus verdienten Anpassungen einfach nicht stattfinden.
      Ich kenne da leider zuviele Beispiele dafür. Die Unternehmen neigen auch dazu jeden Cent an Erhöhung mit gesteigerter Leistung zu assozieren.
      Skalieren sie dieses Vorgehen mal auf eine Berufslaufbahn. Grob geschätzt in der Mitte der Laufbahn wird der Zenit der Produktivität erreicht. Nach 20 Jahren nicht Erhöhen, weils ja keine Leistungssteigerung mehr gab, haben sie dann seine effektive Finanzkraft um 25% Minimum geschwächt, sollte die Wirtschaftskraft des Unternehmens soweit sinken wäre das ja noch verständlich, aber das wird hoffentlich nicht der Fall sein sonst haben sie nämlich einen Erklärungsnotstand.
      Und wenn sie bereit wären Gehälter wie in US üblich zu zahlen dann wär das alles auch weniger Drama.
      Ich mach die Replik auf die US Gehälter gleich hier. Ich sprach von College Hire Gehältern, nicht von Leistungsträgern und schon gar nicht von Hochleistungsträgern, d.h. 3 Jahre College/Bachelor und dann bei MS anfangen. Btw auch MS stellt nicht nur Gurus ein, falls sie das annehmen, bei 40000 Mitarbeitern in z.b. Redmond haben sie da alles dabei. Das musste ich leider selbst feststellen.
      Ebenfalls noch die Replik auf Mitarbeiter die weniger wert sind. Wenn eine absolute und keine Relative Anzahl von IST-Erhöhungen ausgenommen werden, dann ist das eben faktisch eine geringere Bewertung der Ansprüche der Mitarbeiter in kleinen Unternehmen.
      Was lässt sie annehmen, dass der Anteil der "Nichtleistungsträger" bei einem 9 AN Unternehmen 100% sein kann?

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      23.12.2015 01:49:00

      was eine faire Anpassung bei IST-Gehältern ist, soll der AG entscheiden

      Warum müssen MitarbeiterInnen aus einem Senioritätsprinzip heraus Jahr für Jahr mehr verdienen, auch wenn ihre Leistung nicht steigt oder sogar sinkt?
      Warum ist es undenkbar, dass jemand mit 50 oder 60 weniger verdient als mit 40?
      Leider leben immer mehr Menschen bei uns mit einem Vollkaskodenken, das ist gefährlich und schwächt uns im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern.

      Das im KV Mindeststandards gesichert werden ist in unser aller Interesse, überzogene Forderungen die weit über das hinaus gehen, sind kontraproduktiv.
      Es war wohl ein Fehler im IT-KV IST-Erhöhungen einzuführen, dadurch sind Diskussionen aufgekommen, was eine gerechte IST-Erhöhung ist und was nicht! Sie möchten den AG sogar das Recht absprechen, die Leistung seiner MA zu beurteilen und auf dieser Basis Gehälter zu vereinbaren!?
      Meine Empfehlung: Gewerbe anmelden, selbst Unternehmer werden und nicht mehr über unfaire Anpassungen des AG ärgern!

  8. Profile
    Marian Laschober Antworten

    14.12.2015 15:56:33

    Kein Verständnis

    Herr zandonella,

    wenn Ihnen nicht selbst schon klar ist warum 12h/Tag bzw. 60h/Woche Arbeit auf Dauer (!) für einen Entwickler, und damit dessen Arbeitgeber, bestenfalls kontraproduktiv sind empfehle ich Ihnen ein klärendes Gespräch mit einem Projektleiter Ihrer Wahl oder eine kurze Auseinandersetzung mit der einschlägigen Lektüre (z.B. auch im Internet zu finden: http://blog.jpl-consulting.com/2011/12/why-i-will-never-feel-threatened-by-programmers-in-india/). Als "Verhandlungsleiter der seinen Auftrag sehr ernst nimmt" nehme ich aber an dass Sie mit der Materie bereits bestens vertraut sind.
    Mich würde daher interessieren warum sie dennoch Interessen vertreten die für Arbeitnehmer eine Zumutung und für Arbeitgeber eine mitunter deutliche Verschlechterung (in allen Belangen bis auf die unmittelbaren Personalkosten) darstellen.

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      14.12.2015 17:38:16

      12h Tage und 60h Wochen für Entwickler

      Herr Laschober,
      wir fordern keine Erhöhung der Normalarbeitszeit und damit auch keine 12h Tage oder 60h Wochen auf Dauer für Entwickler.
      Es geht um die Flexibilisierung der Arbeitszeit und um die Umsetzung der gesetzlichen Möglichkeiten für die Arbeitsbereitschaft - bitte im AZG nachlesen was darunter zu verstehen ist.

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      20.12.2015 21:32:52

      was eine faire Anpassung bei IST-Gehältern ist, soll der AG entscheiden

      Warum müssen MitarbeiterInnen aus einem Senioritätsprinzip heraus Jahr für Jahr mehr verdienen, auch wenn ihre Leistung nicht steigt oder sogar sinkt?
      Warum ist es undenkbar, dass jemand mit 50 oder 60 weniger verdient als mit 40?
      Leider leben immer mehr Menschen bei uns mit einem Vollkaskodenken, das ist gefährlich und schwächt uns im Vergleich zu den USA oder anderen Ländern.

      Das im KV Mindeststandards gesichert werden ist in unser aller Interesse, überzogene Forderungen die weit über das hinaus gehen, sind kontraproduktiv.
      Es war wohl ein Fehler im IT-KV IST-Erhöhungen einzuführen, dadurch sind Diskussionen aufgekommen, was eine gerechte IST-Erhöhung ist und was nicht! Sie möchten den AG sogar das Recht absprechen, die Leistung seiner MA zu beurteilen und auf dieser Basis Gehälter zu vereinbaren!?
      Meine Empfehlung: Gewerbe anmelden, selbst Unternehmer werden und nicht mehr über unfaire Anpassungen des AG ärgern!

  9. Profile
    Willi Stöckl Antworten

    14.12.2015 13:19:57

    Eigeninteressen

    Wenn man sich die Forderungen der AG-Seite genau ansieht, hat man das Gefühl, dass hier vieles an Eigeninteresse dahintersteht. Es gibt auch Reaktionen von geschäftsführern bedeutender Unternehmen aus der Branche, welche nicht wirklich einverstanden sind mit dieser Verhandlungsführung bzw. den Forderungen.

    • Profile
      martin Zando Antworten

      14.12.2015 17:54:12

      Arbeitgeberinteressen

      Herr Stöckl,
      ich vertrete Arbeitgeberinteressen das ist mein Job, das aber immer mit dem Hintergrund für die Branche in Summe etwas Vernünftiges zu erreichen. Ich bin mit vielen Arbeitgebern in engen Kontakt, freue mich aber über jeden weiteren Input von den von ihnen angesprochenen Geschäftsführern!

    • Profile
      Reinhold Degenfellner Antworten

      15.12.2015 11:44:00

      Eigeninteressen

      Einige der unbeweglichen Verhandlungspunkte lassen einfach keinen anderen Schluss zu als, dass die Eigeninteressen der Verhandler dominant sind.
      Eine Ausnahme für die IST-Lohnerhöhungen, die nicht ausschließlich prozentuell formuliert ist sondern eine Mindestanzahl erlaubt, legt nahe, dass hier klar die Interessen der kleineren Betriebe im Vordergrund stehen.
      Ebenso lässt die Weigerung Interessen von Arbeitnehmern in Betrieben ohne Betriebsrat ähnlich zu schützen wie in Betrieben mit Betriebsrat eine Tendenz erkennen.

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      16.12.2015 00:19:27

      Arbeitgeberinteressen

      Siehe Kommentar zu "Firmengröße"

  10. Profile
    Fredl Fesl Antworten

    14.12.2015 12:22:56

    Tranzparenz

    Fassen Sie Mut und veröffentlichen Sie mal hier auch ihre Forderungen an die Arbeitnehmer.

    • Profile
      Martin Zandonella Antworten

      14.12.2015 17:05:15

      Forderungen Arbeitgeber

      Die Forderungen der Arbeitgeber wurden im November auf der UBIT Homepage veröffentlicht:
      https://www.wko.at/Content.Node/branchen/k/sparte_iuc/Unternehmensberatung-und-Informationstechnologie/IT-KV-Verhandlungen-ergebnislos-vertagt.html

      Inzwischen wurden die Verhandlungen weiter geführt - heute endete die 4. Verhandlungsrunde leider ohne Abschluss.
      Die gegenseitigen Forderungen wurden wie es bei Verhandlungen üblich ist adaptiert und werden morgen im Kreise der Arbeitgeber diskutiert.