Elisabeth und Martha in Paris

Als vor Monaten dieses Foto entstand, lag noch völlig im Dunklen, an wen Elisabeth 2019 den Posten bei der „Dame de Fer“ übergeben würde. Dieser Beitrag erzählt von ihrem Abschiedsmonat in Paris und den rasanten ersten vier Wochen im 9.260 km entfernten „Paris des Ostens“: Shanghai.


Adieu! - Der letzte Monat in Frankreich

Irgendwann gingen sie dann los, die „letzten Male“ in Paris. Die letzte Messe, das letzte Team-Meeting, der letzte Besuch von Freunden und der letzte französische Apéro. Nur auf das vermeintlich letzte Event mit einer österreichischen Firma im AußenwirtschaftsCenter Paris folgte danach kurzfristig noch die wirklich allerletzte Veranstaltung.

Obwohl ich schon mitten in der Organisation von Übersiedlung, Visum und einem chinesischen Namen war, kam es irgendwie unerwartet, als mich der österreichische Botschafter in Paris, Michael Linhart, als erstes offiziell verabschiedete. Ein Rückblick – auf die gute, kollegiale Zusammenarbeit über Institutionen hinweg zu jenen Themen, bei denen sich unsere Aufgaben überschneiden und Kräfte bündeln lassen (mehr dazu in meinem letzten Blogbeitrag).

Österreichische Botschaft Paris

Erste offizielle Verabschiedung in der österreichischen Botschaft in Paris

Wenig später kam auch schon der Abend, an dem es den österreichischen Niederlassungsleitern und französischen Partnern des AußenwirtschaftsCenters Paris auf Wiedersehen zu sagen galt. Wahrscheinlich auch, weil ich den Abschied noch immer nicht realisierte, überwog das schöne Gefühl, gemeinsam auf die getane Arbeit der letzten drei Jahre zurückzublicken. Die Überraschungspräsentation von Christian H. Schierer, „meinem“ Wirtschaftsdelegierten der letzten drei Jahre, führte vor Augen, wie viel in dieser Zeit eigentlich passiert war. Eines steht fest: Es waren wohl die intensivsten und lehrreichsten drei Jahre meines Lebens.

Abschiedsabend am AC Paris

 Rückblick auf drei Jahre Einsatz mit WD Christian H. Schierer und dem Team des AC Paris

Abschiedsabend Paris

Frankreich ist ohne Zweifel ein Land, das kulturell und kulinarisch immens viel zu bieten hat. Vor allem aber ist es für österreichische Unternehmen der viertwichtigste Markt weltweit, in dem das AußenwirtschaftsCenter jedes Jahr fast 2.000 Unternehmen begleitet. Mit schrumpfenden Ressourcen, steigenden Anforderungen und der Motivation, Neues auszuprobieren sowie Herkömmliches weiter zu verbessern, ist man da als Team ganz schön gefordert.  

Team des AC Paris

Der letzte Arbeitstag –  MERCI an die Kolleginnen und Kollegen in Paris für die gemeinsame Zeit!

Schließlich war er da, der letzte Arbeitstag. Am Ende meines Einsatzes stehen eine Vielzahl von Gedanken und Erfahrungen, Höhen und Tiefen, Herausforderungen und Erfolgen. Schwierig, dazu passende Worte zu finden. Einfach, bunte Erinnerungen zu behalten. Ein herzliches Dankeschön für die gemeinsame Zeit an meine Kolleginnen und Kollegen im AußenwirtschaftsCenter Paris. Bühne frei und bonne chance an… Martha!

Abfahrt aus Paris

Ein letzter Blick auf Triumphbogen und Champs-Élysées bei der Abfahrt zum Flughafen

Die letzte Fahrt vorbei am Eiffelturm, der in Frankreich weiblich ist und liebevoll "Dame de fer" - die eiserne Lady genannt wird, entlang der Champs-Élysées und rund um den Triumphbogen steht am Anfang einer langen Reise in eine (noch) unbekannte Welt.


Ni Hao! - Der erste Monat in China

Der erste bewusste Blick auf Shanghai haut mich um. Fast komme ich mir vor, wie in einem Sci-Fi-Film, so sehr unterscheidet sich die Landschaft vor meinem Fenster von den Haussmann-Straßen in Paris.

Stadtautobahn Shanghai

Das Straßenbild in Shanghai erscheint zuerst wie aus einem Sci-Fi-Film

Meine Chefin in Shanghai, die österreichische Wirtschaftsdeligierte Christina Schösser, kennt Shanghai in- und auswendig (mehr dazu in ihrem letzten Blogartikel) und beantwortet geduldig meine vielen Fragen. Das Team des AußenwirtschaftsCenters Shanghai bemüht sich , mir den Einstieg zu erleichtern. Selbst die alltäglichsten Dinge des Lebens wie U-Bahn-Tickets kaufen, Stromrechnung bezahlen oder Lebensmittel einkaufen sind plötzlich eine kleine Herausforderung. Auch von der Arbeit bin ich überrascht: Die Aufgaben eines AußenwirtschaftsCenters kenne ich zwar eigentlich schon recht gut und doch unterscheidet sich die Arbeitsweise hier so sehr, dass man von einem echten Neubeginn sprechen kann.

Büro im AC Shanghai

 Mein Büro in Shanghai – der Blick aus dem Fenster unterscheidet sich sehr von dem in Paris

Gerade im neuen Büro eingerichtet, ist in den ersten Wochen auch gleich einiges los. Neben Vorstellungsterminen bei Stakeholdern und Beratungsgesprächen mit Firmen – bei denen ich im Moment nur zuhören kann – stehen auch schon erste Netzwerk-Veranstaltungen mit österreichischen Niederlassungsleitern in Shanghai und in der 10-Millionen-Provinzhauptstadt Hangzhou an.

UNIDO Büro Shanghai

Erster Auswärtstermin mit WD Christina Schösser im UNIDO-Büro von Shanghai

Gleich Anfang September findet der von BMVIT und AußenwirtschaftsCenter Shanghai initiierte Round Table zu Nanotechnologie an der Universität Shanghai statt. Zumindest ein paar Tage länger als die österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bin ich schon in China. Während der Veranstaltung präsentieren Experten aus Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Hochschulen ihre neuesten Erkenntnisse sowie ihre aktuellen Forschungsvorhaben. Die vorgestellten Projekte sollen in Anwendungsbereichen wie 3D-Druck und Materialien, Elektronik und Sensorik oder Mikroskopie und Gesundheit in naher Zukunft weitere Fortschritte bringen.

Nanotechnologie Shanghai

Erstes „chinese-style“ Gruppenfoto beim Round Table zu Nanotechnologie in Shanghai

 Auch Vertreterinnen und Vertreter von BMDW, BMVIT und österreichischen Unternehmen kommen in meinen ersten Wochen nach Shanghai und Nantong. Ziel ist es, die österreichisch-chinesischen Kontakte im Bereich Wirtschaft, Innovation, Film und Umwelttechnik zu erweitern. Für den innovationsinteressierten Teil der Delegation hat das AußenwirtschaftsCenter Shanghai Termine bei Start-up Hubs, Investoren und KI-Spezialisten organisiert. Ich darf die Delegationsteilnehmerinnen und -teilnehmer der österreichischen Filmwirtschaft zwei Tage lang zu ihren Gesprächsterminen mit möglichen Partnern und Kunden begleiten.

Filmwirtschaft in Shanghai

Klappe die Erste: Auf der Suche nach österreichisch-chinesischen Film-Kooperationen

Und wie sieht es mit der Exportfähigkeit von Filmen eigentlich aus? Actionfilme sind grenzübergreifend, meint ein Vertreter von SMG (Shanghai Media Group). Bei Komödien und Liebesfilmen hingegen sind die Geschmäcker unterschiedlich und Horrorfilme sind in China gar nicht zugelassen. Die Stärke Österreichs liegt aber ohnehin bei Natur- und Dokumentarfilmen. Mögliche Co-Produktionen wurden bei den Besuchsterminen jedenfalls bereits besprochen – und vielleicht sehe ich ja bald ein bisschen heimatliche Natur im chinesischen Fernsehen.

Diesen Blogartikel hat Elisabeth für euch verfasst. Fortsetzung und Episode 2 folgen… bleibt dran! 

auf Facebook teilen auf Twitter teilen Teilen mit Google+ diese Seite per E-Mail versenden diese Seite drucken als PDF downloaden
Kommentar hinterlassen

Kommentare (2)
  1. Profile
    Maria Zeilinger-Creton Antworten

    03.10.2019 15:58:32

    Petit coucou de Paris

    Liebe Elisabeth,

    Schön, Ihren Blog-Beitrag zu lesen und zu sehen, dass es Ihnen gut geht.
    Fast könnte ich ein bisschen fernweh bekommen.

    Alles Gute und viel Freude in Shanghai.

    Herzlichst,
    Maria

  2. Profile
    Traudi Bruxelle Antworten

    30.09.2019 18:07:20

    Viel Glück in Shanghai

    Liebe Elisabeth,

    Alles Gute für die zahlreichen Herausforderungen in China. Das hört sich ja alles sehr spannend an.
    GLG aus Paris
    Traudi