COVID 19 in Südafrika

Die globale Corona Pandemie hat Südafrika gegenüber Europa mit etwas Verspätung erreicht. Wie sieht die Situation aktuell aus? Wie hat die südafrikanische Regierung bisher agiert und wie könnte die weitere Entwicklung aussehen? Andreas berichtet aus Johannesburg.

Wie alles begann...
Wie kam COVID-19 eigentlich überhaupt nach Südafrika? Der erste COVID-19 Patient in Südafrika war ein 38-jähriger Mann, der mit seiner Frau nach Italien gereist war. Die beiden waren Teil einer Reisegruppe von 10 Personen die am 1. März 2020 nach ihrer Italienreise wieder in Südafrika ankam. Aufgrund von Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Halsschmerzen und Husten suchte der Patient am 3. März einen Allgemeinarzt auf. Das positive Testergebnis lag rasch vor und die Behandlung konnte gestartet werden. Laut Medienberichten hat sich der Mann mittlerweile vollständig erholt.

...und wo wir heute stehen
403.018 durchgeführte Tests auf COVID-19. 
  12.739 bestätigte Infektionen mit COVID-19. 
    5.676 genesene Patienten und bedauerlicherweise 238 Todesfälle. 
So sieht der aktuelle Stand der Dinge in Südafrika per 15.05.2020 aus.

Wie hat Südafrika auf die Krise reagiert?
Seit 27.3. gilt in Südafrika der Ausnahmezustand.  Praktisch die gesamte Wirtschaft (Ausnahme: Nahrungsmittel- und Gesundheitsversorgung) steht zunächst komplett Still. Diese drastischen Maßnahmen, die zunächst von der südafrikanischen Bevölkerung mit viel Unverständnis begrüßt wurden, haben bereits Wirkung gezeigt und einen großen Teil dazu beigetragen, die offiziellen COVID-19 Infektionszahlen in Südafrika niedrig zu halten. Gleichzeitig muss darauf hingewiesen werden, dass die Gesundheitsexperten übereinstimmen: Der Höhepunkt der Viruskrise wird in Südafrika erst in einigen Monaten erwartet. 

Wie läuft das Leben heute?
Am 23.04.2020 präsentiere der südafrikanische Staatspräsident Cyril Ramaphosa den nationalen Plan zur Eindämmung der Pandemie. Ein fünfstufiger Plan, der die diversen Beschränkungen die aufgrund von COVID-19 eingeführt wurden, schrittweise zurücknehmen soll. Soweit so gut. 
Ein zeitlicher Ablauf, oder auch nur eine vorsichtige Prognose, wann die Bevölkerung und die Wirtschaft Südafrikas wieder in einigermaßen geordneten Bahnen arbeiten können, wurde bisher nicht präsentiert. Die Devise lautet: abwarten.

Wie reagiert die südafrikanische Regierung?
Die südafrikanische Regierung hat ein massives soziales und wirtschaftliches Hilfsprogramm in Höhe von rund 500 Mrd. Rand (entspricht 05/2020 ca. 25 Mrd. Euro) geschnürt. Dies entspricht gut 10 Prozent des südafrikanischen Bruttoinlandsprodukts. 
Der größte Teil dieses Pakets soll in ein Darlehensgarantiesystem fließen. So soll Unternehmen geholfen werden, Cash-Flow Engpässe zu überwinden.
Steuergutschriften für Arbeitnehmerinnen im niedrigen Einkommensbereich sowie verlängerte Fristen bei der Abfuhr von Abgaben sind ebenso Teil des Unterstützungspakets der südafrikanischen Regierung. 
Um diese Unterstützungsmaßnahmen umsetzten zu können, muss nicht nur regierungsintern das ein- oder andere Budget umgeschichtet werden, auch Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wurden bereits geführt. Unweigerlich wahr bleibt: Das Hilfspaket wird den bereits vor COVID-19 angespannten Staatshaushalt stark belasten.

Was bedeutet COVID-19 für die österreichischen Firmen in der Region?
Die Wirtschaftsprognosen sagen für Südafrika für 2020 eine Rezession von bis zu 10 % voraus. Diese Entwicklung wird aller Voraussicht nach auch substantielle Effekte auf die ohnehin bereits hohe Arbeitslosigkeit in Südafrika haben. Der Staat plant seinen Beitrag zu leisten – durch eine vorzeitige Umsetzung etwaiger notwendiger Infrastrukturprojekten im Energie- und Transportsektor.  Hilfsprogramme der internationalen Entwicklungsbanken für Südafrikas Nachbarländer bzw. ein eventueller Schuldenerlass für die ärmsten Länder wie Mosambik und Simbabwe geben der Region ebenso Hoffnung.
Die meisten der ca. 70 österreichischen Niederlassungen in Südafrika mussten aufgrund der neuen Bestimmungen im April geschlossen bleiben. Lediglich Unternehmen im Nahrungsmittel- und Verpackungssektor durften unter dem Mantel der „Essential Services“ (unbedingt notwendige Dienstleistungen und Produkte) weiter produzieren. 

Was die Zukunft wohl bringt...
Obwohl eine zielgenaue Einschätzung, wann die COVID-19-Pandemie überstanden sein wird nicht möglich ist, bringt die aktuelle Situation unbestritten auch Chancen mit sich.
Wir informieren Sie am Mittwoch, 20.05.2020 um 13:00 Uhr MESZ, bei unserem Webinar „Africa can Crisis!“ - Aktuelle Lage, Trends & Chancen mit und nach Covid-19.

Die österreichischen Wirtschaftsdelegierten in ÄgyptenAlgerienKeniaMarokkoNigeria und Südafrika geben einen aktuellen und praxisbezogenen Überblick über die Lage, die Perspektiven und die neuen Chancen die sich aus der aktuellen Situation ergeben.

Eine Anmeldung zu dem kostenfreien Webinar ist bis 18.05.2020 hier möglich
Das Webinar wird auch aufgezeichnet und nach dem Veranstaltungsdatum auf dem Youtube Kanal der Aussenwirtschaft Austria publiziert.

Diesen Bericht hat Andreas für euch verfasst. Habt ihr Fragen zum Thema Covid-19 und Wirtschaft in Südafrika? Dann schreibt an den Corona-Virus Infopoint der WKÖ oder an das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg.

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