Präsident Trump

Der Iran kommt nicht zur Ruhe. Ein großer Faktor ist der derzeitige amerikanische Präsident Donald J. Trump. Doch auch die iranische Regierung tut ihr Übriges dazu. Derzeit ist es für Firmen nicht leicht im Iran, doch warum ist das so und was heißt das für die tägliche Arbeit?


Der Iran ist derzeit in allen Medien präsent und die weitere Vorgehensweise gegenüber der Iranischen Republik spaltet die Welt. Auf der einen Seite stehen die Regierungen und Länder, die den derzeitigen Kurs der Entspannung und Kooperation fortführen wollen. Auf der anderen sind Personen – ich will ja keine Namen nennen, aber dennoch: Trump – die die Vereinbarung mit dem Iran als den schlechtesten Deal aller Zeiten beurteilen. Diese Aussagen bzw. kommunizierten Absichten der US-Regierung hinsichtlich des Iran beeinflussen mich persönlich und unsere Arbeite am AußenwirtschaftsCenter Teheran stark. Folgend eine kurze Darstellung der Situation:

Was hat sich in den vergangenen Jahren seit der Unterzeichnung des JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action – Details HIER) geändert? Die westliche Welt (außer USA) darf wieder direkte Geschäfte mit dem Iran durchführen. Dies zeigt sich im Land selbst vor allem durch neue Geschäfte, internationale Marken und große Projekte mit internationaler Beteiligung die abgeschlossen wurden. US-amerikanischen Personen und Firmen ist dies weiterhin verwehrt. Dies liegt allerdings an der US-Regierung und deren Entscheidung diesen Weg noch nicht zu öffnen. Nun steht im Weißen Haus zur Debatte den JCPOA aufzukündigen. Was würde dies bedeuten?

Plakatwand

Die Meinung der Iraner über die USA ist klar…(Postergalerie in der ehemaligen US Botschaft in Teheran)

Wirtschaftlich: Die bisher abgeschlossenen Projekte sind alle legal und können auch durchgeführt werden. Keine weiteren Geschäfte dürfen/sollten vor Klärung der neuen Sachlage abschlossen werden. Dies würde alle Bemühungen stark in ihren Möglichkeiten einschränken und den Iran – und seinen enormen Markt – weiter isolieren. Wie genau eine Zusammenarbeit danach funktionieren könnte ist nicht klar.

Die Arbeit am AC: Es ist eine Zeit der Unsicherheit in der wir versuchen den Überblick zu behalten und die österreichischen Firmen ob der richtigen Schritte zu beraten. Zusätzlich zu der Unsicherheit die Trump verbreitet, tut auch die Iranische Regierung ihr übriges um die Bearbeitung des Marktes durch internationale Unternehmen zu erschweren (Wechselkurs, Importbestimmungen, Resistance Economy, etc – für Detailinformationen steht das AC Teheran unter teheran@wko.at zur Verfügung). Die Chancen im Land sind dennoch erheblich und wir koordinieren und vernetzten die österreichischen und iranischen Firmen um starke Partnerschaften zu schaffen.

Wirtschaftsmission Teheran

 Das Interesse der AT Firmen besteht weiter – eine Aufnahme aus der letzten Wirtschaftsmission Schienen-Infrastruktur

Persönlich: Derzeit können keine Euro in die lokale Währung zu einem akzeptablen Kurs gewechselt werden. Dies bedeutet, dass meine derzeitigen Ausgaben – und natürlich die der anderen Personen im Iran – stark gestiegen sind. Zudem muss ich immer ein Auge auf meinen Geldbestand haben und schon vorzeitig die nächste Quelle suchen um nicht plötzlich zwar mit Euro, aber ohne Rial dazustehen. Zudem können Touristen – also auch meine Familie und Freunde die kommen – kein Geld wechseln was das Reisen im Land zusätzlich erschwert. Die Hoffnung meiner iranischen Freunde war in den letzten Jahren hoch, dass es einen wirtschaftlichen Aufschwung geben wird. Diese Hoffnungen haben nun einen neuen Tiefpunkt erreicht und wer kann, verlässt das Land. Das schöne ist, dass dies dem täglichen Leben dennoch keinen Abbruch tut und zB derzeit ein internationales Filmfestival abgehalten wird und Pläne für Ausflüge geschmiedet werden.

Teheran

 Die Millionenstadt Teheran wartet auf die Entscheidung aus den USA. Die Ruhe vor dem Sturm?

Sollte Trump am 12. Mai entscheiden aus dem JCPOA auszusteigen, dann kann derzeit niemand absehen was genau passieren wird. Vieles wird auch von der Entscheidung bzw. dem weiteren Vorgehen der EU abhängen. Allerdings herrscht dort noch Uneinigkeit über die weiteren Schritte, bzw. gibt es große Bemühungen Trump dazu zu bewegen den Vertrag nicht aufzukündigen. Ob dies allerdings gelingen wird, welche Zugeständnisse notwendig sein werden und ob der Iran überhaupt bereit ist den JCPOA neu zu verhandeln ist fraglich. Ab dem 13. Mai steht das AC Teheran bei Fragen gerne zur Verfügung und wir hoffen, diese so akkurat wie möglich beantworten zu können.

Besuch aus der Heimat

Das Interesse an Ausländern/dem Westen ist ungebrochen und meine Familie wurde bei Ihrem Besuch immer wieder von Iranern aufgehalten und zu ihren Eindrücken befragt.

Für mich bedeutet die derzeitige Situation, dass die tägliche Arbeit diverse, spannend und auch frustrierend sein kann da man selbst keine Änderungen herbeiführen kann. Allerdings ist es unglaublich interessant in Mitten dieses Geschehens zu sein und zu erleben wie wesentlich die Rolle der Wirtschaft in der Politik ist. Meine Arbeit für Aussenwirtschaft Austria hat mir so eine Menge an neuen Informationen, Erkenntnissen und Zukunftsperspektiven verschafft. Es zeigt mir zudem, dass unsere Aufgaben in den jeweiligen Ländern wesentlich sind um den österreichischen Firmen wirklich tagesaktuelle Informationen zu geben damit die, die besten Entscheidungen für ihre Geschäfte treffen können.

Wer also Lust auf Herausforderungen, Abenteuer und neue Erkenntnisse hat, der ist in unserer Organisation richtig. 

Dieser Artikel wurde von Johanna verfasst und sie freut sich auf zahlreiche Kommentare.

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