Der ganz normale Wahnsinn

Der nächste Blogartikel muss raus. Da wird im Gedächtnis gekramt: Welches der Ereignisse aus den letzten Wochen war wohl das interessanteste? Vielleicht… wird es dieses Mal aber einfach eine Antwort auf die häufig gestellte Frage: „Was macht man in diesem Job so?“

Als Wirtschaftsdelegierte-Stellvertreterin bin ich üblicherweise in der Sandwichposition zwischen Führungs- und Mitarbeiterrolle.


Eigentlich ist die Antwort genauso kurz wie positiv: Das ist jeden Tag anders. Als Wirtschaftsdelegierte-Stellvertreterin bin ich üblicherweise in der Sandwichposition zwischen Führungs- und Mitarbeiterrolle. Das bedeutet, einerseits bei Recherchen, Beratungen und Veranstaltungsorganisation kräftig zuzupacken, andererseits den strategischen Überblick über den Bürobetrieb durch alle Branchen zu bewahren und viele kleinere und größere Entscheidungen, manchmal angesichts unterschiedlicher Meinungen, zu fällen.Wer bearbeitet welche Firmenanfrage? Wie ist mit der kurzfristigen Absage eines Vortragenden umzugehen? Sollen wir die Malerarbeiten trotz der kleinen durchscheinenden Stelle im Kopierraum als beendet akzeptieren?

 

Was passiert also typischerweise im Büro?

Im AußenwirtschaftsCenter dreht sich zuerst alles um Beratung und die Beantwortung von Anfragen, die genauso vielfältig sind, wie die österreichische Firmenlandschaft selbst. Da werden Kunden für Spritzgussmaschinen, Lieferanten von Tortenböden oder Handelsvertreter für Geschenkartikel gesucht, Interventionen bei Einkäufern in Großunternehmen und Vorsprachen in Ministerien geplant und die Beantragung einer Steuernummer oder Eröffnung einer Niederlassung in Frankreich in Angriff genommen. Dazu ist Flexibilität und viel akribische Recherche notwendig, die Branchenexpertise, Sprach- und Kulturkenntnisse und ein gutes Netzwerk voraussetzt.

Besprechung in der LandingZone

Manchmal ist auch ein branchenübergreifendes Brainstorming mit mehreren Teammitgliedern notwendig. Das trifft zum Beispiel auf den Markteintritt des ersten Start-ups zu, das die neue #AUTFRA LandingZone im AußenwirtschaftsCenter Paris bezieht. Wie passend, dass diese Besprechung aufgrund der Malerarbeiten gleich im dafür eigens eingerichteten Büro stattfinden musste.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem AußenwirtschaftsCenter und der Botschaft?

Während eine Botschaft die Republik Österreich repräsentiert, politische Beziehungen pflegt und konsularische Angelegenheiten regelt, kümmert sich das AußenwirtschaftsCenter um die Wirtschaft und ist Drehscheibe für Firmenkontakte und Marktinformationen. Überschneidungen gibt es da durchaus, zum Beispiel bei Interventionen im wirtschaftlichen Interesse in Ministerien oder bei manchen Veranstaltungen. Bei der Messe für Landwirtschaftsmaschinen SIMA diese Woche, konnte ich beispielsweise einige österreichische Unternehmen gemeinsam mit Herrn Botschafter Dr. Linhart besuchen und Gespräche aus unterschiedlichen Blickwinkeln führen. 

Landwirtschaftsmesse SIMA

Österreich legte bei dieser Messe mit einem 230.000-Personen-Fachpublikum einen starken Auftritt hin, unter anderem wurden jene österreichischen Spezialtraktoren präsentiert, mit denen in Frankreich 80% der Autobahnböschungen und Eisenbahntrassen gemäht werden.

 

Wozu dann überhaupt noch eigene Veranstaltungen?

Im Zuge der Digitalisierung, könnte man meinen, wäre die zeitintensive Veranstaltungsorganisation und die mit dem Überangebot immer schwieriger werdende Teilnehmermotivation schon längst überholt. Gleichzeitig zählt gerade in Frankreich auch im Geschäftsleben der persönliche Kontakt und das Schneeballprinzip. Veranstaltungen sind für KMUs die beste Gelegenheit, an Top-Kontakte in den Großunternehmen, die von Werbemails überflutet werden und sich von Einzelfirmenanfragen nicht mehr beeindrucken lassen, heranzukommen. Präsentiert sich eine Gruppe branchengleicher Unternehmen gemeinsam, stehen die Chancen darauf, Aufmerksamkeit zu erregen, schon viel besser. So konnten kürzlich Auto-Zulieferer aus den österreichischen Automobil-Clustern ihre Innovationen im Technocentre von Renault, in dem 13.000 Ingenieure an der Produktentwicklung arbeiten, vorstellen.

Schneeballprinzip bei Renault

 Umgekehrt öffnet das AußenwirtschaftsCenter auch immer wieder seine Türen für Kunden-Meetings, Schulungen oder Produktpräsentationen österreichischer Unternehmen in Paris. Dabei stellen wir nicht nur die zentralen Räume zur Verfügung, sondern unterstützen auch bei der Teilnehmerwerbung und der Organisation z.B. von Networking-Veranstaltungen.


Und zum Schluss: Ist Networking so ähnlich wie Feiern?

Die große Stärke der AußenwirtschaftsCenter ist es, in allen Branchen wertvolle Kontakte zu pflegen, die mit Rat & Tat zur Seite stehen. Networking-Veranstaltungen sind der beste Rahmen dafür, neue Ansprechpartner kennenzulernen und interessante Informationen aufzuschnappen, die Google noch gar nicht kennt. Das können neue Branchenentwicklungen, Produkt-Launches oder Mobiltelefonnummern von Einkäufern sein. Diese Informationen in einem Raum mit hundert unbekannten Personen aufzuspüren, ist Knochenarbeit und wie die Suche nach Trüffeln.

Networking

Feierstimmung kommt nicht beim Networking auf, sondern erst dann, wenn ein Projekt wie ein Markteintritt oder eine längere Handelsvertretersuche gelingt. Und Erfolge, so haben wir im Trainee-Ausbildungsjahr gelernt, die müssen gefeiert werden.

 

Was habt ihr zuletzt gefeiert? Schreibt uns!

Diesen Artikel hat Elisabeth für euch verfasst. Über Fragen & Kommentare freuen wir uns.

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