Steppe

Schlussendlich hieß es für Lisa „ab nach Kasachstan“. Hier erfahrt ihr alles über ihren neuen Einsatzort in Zentralasien und was im Büro so alles auf sie zukommt. 

Almaty, Bischkek, Duschanbe, Taschkent… all das sind Städtenamen, die einem irgendwie bekannt sind. Zuordnen können sie jedoch die wenigsten Menschen. Denn für viele ist Zentralasien ein weißer Fleck auf der Landkarte. In diesem Blogartikel präsentiert euch Lisa einige Fakten über ihre neue Heimat Zentralasien. 

Zu den Ländern Zentralasiens zählen Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Diese Region deckt insgesamt mehr als 4 Millionen km² Landmasse ab, aber „nur“ rund 70 Mio. Menschen bevölkern diese gewaltige Fläche. Ihre strategisch wichtige Lage zwischen China, Russland und Europa macht diese Region zu einer der spannendsten geografischen Schnittstellen der heutigen Zeit – vor allem was die Bereiche Logistik, Transportlösungen und Infrastruktur betrifft. Stichwort Seidenstraße! Aber mehr dazu später.

Kasachstan – mein neues Zuhause für drei Jahre - ist mit seinen fast 3 Millionen km² Fläche das neuntgrößte Land der Welt und das weltgrößte Binnenland. Fun Fact: Kasachstan ist sogar so groß, dass Menschen, die an der westlichen Grenze des Landes leben, näher zu Wien sind, als zu ihrer eigenen ehemaligen Hauptstadt Almaty. Apropos Hauptstadt: bis März 2019 hieß die Hauptstadt im Norden des Landes noch Astana. Seither heißt sie – benannt nach dem ersten Präsidenten des Landes – Nur-Sultan. Kasachstan ist ebenso Heimat einer der weltweit ältesten und größten Raketen-Startanlagen namens Baikonur. Sputnik, der erste umlaufende Satellit der Welt, wurde im Jahr 1957 von dort aus gestartet und auch der erste bemannte Raumflug mit Yuri Gagarin startete 1961 von hier.  

Landschaft

Kind auf Pferd

Was, Zentralasien? Echt? 

Niemals hätte ich gedacht, je Gelegenheit zu haben, in diese Region der Welt zu kommen. Und doch bin ich hier. Dabei scheint es mir, als wäre es erst gestern gewesen, als ich von meinen ersten Erfahrungen und meinem Büroalltag in Shanghai berichtet habe. So schnell vergeht die Zeit. Dort sitzt jetzt übrigens seit August meine Kollegin Elisabeth in meinem ehemaligen Bürostuhl und hat ihre bisherigen China-Erfahrungen bereits in ihrem ersten Blogbeitrag aus Shanghai geteilt.  

Geografisch habe ich mich nur knappe 4.000 Kilometer quer durch China gen Westen entlang der Seidenstraße bewegt. Noch bin ich in Asien, und nach wie vor bin ich in einem Nachbarland Chinas. Trotzdem ist es eine ganz schöne Umstellung. Hier ist einfach doch alles irgendwie anders – nicht nur die Sprache. Aber apropos Sprache: die Herkunft des Wortes Kasachstan ist eine alte persische Wortkombination – „Stan“ geht auf den Ursprung des Wortes "Land" oder "Nation" zurück und das Wort „Kasach“ kann als "Wanderer" oder "Abenteurer" interpretiert werden. Kasachstan ist also das „Land der Abenteurer“. Und wie ihr ja bereits aus meinem allerersten Blogartikel wisst, bin ich ein abenteuerlustiger Mensch. Insofern bin ich hier ja vielleicht doch richtig. Jedoch hat sich mein Leben im Vergleich zu Shanghai um 180 Grad gedreht: ich tausche Großstadt-Dschungel gegen Steppen-Abenteuer, City-Scooter gegen Geländewagen und Pandabär gegen Kamel.  

Canyon

Auto

Menschen

Aber auch im Büro muss ich mich umstellen, denn hier ist viel Flexibilität gefragt. Hier tausche ich mein Automotive-, Medizintechnik- und IKT-Branchenwissen aus Shanghai gegen Energiewirtschaft, Bergbau, Infrastrukturentwicklung und Landwirtschaft ein – alles Bereiche, in denen das AußenwirtschaftsCenter Almaty unter anderem seine Schwerpunkte hat. Auch mein Betreuungsbereich wächst nun auf insgesamt fünf Länder an (ihr erinnert euch: Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan), während das Team des AußewirtschaftsCenter Almaty jedoch um mehr als die Hälfte kleiner ist als in Shanghai. Aber mein neuer Chef hier in Almaty – der österreichische Wirtschaftsdelegierte Rudolf Thaler – hat nach Einsätzen in Stockholm, Abu Dhabi, Warschau, Kiew und Los Angeles einen reichen Erfahrungsschatz, von dem auch ich profitiere.  

Leben in der „Stadt der Äpfel“ 

Almaty selbst gefällt mir bislang. 1,8 Millionen Menschen leben hier. Es ist eine grüne Stadt mit vielen Freizeit- und Sportmöglichkeiten. Am Stadtrand ragen 4.000 Meter hohe vergletscherte Gipfel in die Höhe, als Kontrast dazu die Steppe direkt vor den Toren der Metropole. An vielen Orten der Stadt wird man direkt mit einer Besonderheit für Almaty begrüßt: dem Aport-Apfel. In sehr ursprünglicher Form handelte es sich einst um eine riesengroße Apfel-Sorte, die aber durch Züchtung sehr klein geworden ist, jedoch immer noch äußerst süß und aromatisch schmeckt (und duftet!). Demnach ist es nur allzu passend, dass Almaty übersetzt „Stadt der Äpfel“ bedeutet.  

Stadt der Äpfel










Almaty

Kirche

Zentralasien – eine Region mit viel Potential! 

An Arbeit mangelt es mir hier jedenfalls nicht: ich habe bereits eine Wirtschaftsmission nach Tadschikistan und Kirgistan, und eine österreichische Gruppenausstellung auf der Mining World Central Asia 2019 betreut (hier geht’s zum Video auf YouTube!). Anfang Dezember habe ich eine knapp 20-köpfige Wirtschaftsmission nach Turkmenistan begleitet. Das Land ist eines der verschlossensten weltweit und eine Einreise ist als Unternehmen oft gar nicht so einfach. Daher sind Wirtschaftsdelegationen wie diese umso wichtiger, um österreichische Unternehmen mit turkmenischen Partnern zu vernetzen. Wir haben über 100 Termine mit Behörden und maßgeschneiderte B2B-Termine mit lokalen Unternehmen organisiert. Hier geht's zum Video der Reise auf dem YouTube Kanal der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA. 

Messe

WIMI TM

Ich habe auch bereits ein Webinar zum Thema Usbekistan in Zusammenarbeit mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung organisiert, in dem wir knapp 120 österreichische Unternehmen über Ihre Marktchancen in Usbekistan informiert haben. Hier geht’s zur Nachschau auf YouTube für alle Interessierten.

Webinar

Außerdem haben wir im Dezember einen Austrian Business Circle im Almaty-Büro von Red Bull veranstaltet und sind nach Westkasachstan ans Kaspische Meer zu einem Treffen mit der OMV gereist, dem bislang größten österreichischen Investment in Kasachstan. Auch in Nur-Sultan war ich bereits zwei Mal um Botschaft, Stakeholder, Behörden und Unternehmen zu besuchen. Ein zentrales Thema bei vielen der Treffen ist das wirtschafts- und geopolitische Megaprojekt „Die neue Seidenstraße“, das mich ja auch in China bereits beschäftigt hat.  

ABC

Apropos Seidenstraße! Das AußenwirtschaftsCenter Almaty prämiert im Jahr 2020 zum zweiten Mal Spitzenleistungen österreichischer Unternehmen in Zentralasien mit dem „Silk Road Biz Award“. Ziel ist es, die vielfach unbekannten Erfolgsstorys österreichischer Unternehmen vor den Vorhang und in das mediale Rampenlicht zu holen und heimische Unternehmen anzuspornen, sich mit der Wachstumsregion Zentralasien auseinanderzusetzen. Wenn ihr also ein Unternehmen kennt (oder Unternehmer seid?!), dann bewerbt euch. Hier gibt’s mehr Infos zum Silk Road Biz Award.  

Pferderitt

Ich freue mich jedenfalls schon auf das Jahr 2020, denn wir sind schon eifrig am Planen unserer Wirtschaftsmission im Februar 2020 nach Taschkent und Samarkand, für die sich bereits über 30 Unternehmen angemeldet haben und die ausgebucht ist. Vielleicht erfahrt ihr also bei meinem nächsten Blogeintrag mehr zu Usbekistan oder einem anderen zentralasiatischen Land. Jetzt habe ich ja fünf davon zur Auswahl :-).

Wenn ihr mehr über Zentralasien wissen wollt, schreibt eine Nachricht an Lisa, die diesen Blogartikel in den unendlichen Weiten der kasachischen Steppe für euch verfasst hat.   

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Kommentare (1)
  1. Profile
    Manfred Biechl Mag. Antworten

    03.01.2020 18:39:49

    Blog Lisa

    Guter und Interessanter Bericht über das Land und die vielen Möglichkeiten, Alles Gute

    • Profile
      Lisa Kronreif Antworten

      06.01.2020 06:15:05

      Danke :)

      Vielen Dank für das nette Kommentar! Freut mich immer, wenn ich jemanden für Zentralasien begeistern kann :)
      Liebe Grüße, Lisa