Zum Betreuungsbereich des AC Mexiko gehört auch Kuba. Nach ersten Annäherungen mit den USA haben auch Österreichs Firmen ihre Chance im Inselstaat gewittert...

...Besonders beliebt sind Geschäftsreisen im Windschatten von offiziellen Delegationen. Ich war zwei Tage mit einer solchen unterwegs:

Kubas schöne, nostalgische Seite

Kuba – dieses Land löst in mir eine mir unerklärliche Faszination aus. Wie viele andere hatte ich nach den ersten Annäherungen zwischen Kuba und den USA den Gedanken: Da muss ich schnell noch mal hin, um zu sehen wie es „wirklich“ ist. In dieser Denke war bereits ein großer Fehler: SCHNELL geht in Kuba gar nichts. Ich fühle mich dort wie in der Zeit zurückversetzt. Es beginnt schon bei der Landung – bei der die Leute auf einmal wieder klatschen. Raus aus dem Flughafen gleich das nächste Aha-Erlebnis: Die Straßen wirken auf mich wie eine permanente Oldtimer-Show. Weiter geht’s im Hotel: WIFI-Code? Kann um 10 CUC (=10 US$) gekauft werden – für 12 Stunden Internet-Nutzung innerhalb der nächsten zwei Tage. Die Qualität reicht zum E-Mails checken. Der Anruf in Mexiko via WhatsApp war ein zu ambitionierter Versuch. 

offizielle Delegation und Firmen beim kubanischen Minsiter für Außenhandel

Das heißt aber nicht, dass man in Kuba nicht Geschäft machen kann. Man muss nur wissen wie - und das tun die österreichischen Firmen. Deshalb reisen sie im Rahmen des offiziellen Besuches von Sektionschefin Gierlinger vom BMWFW nach Kuba. So haben Sie die Möglichkeit, bei den offiziellen Treffen in den kubanischen Ministerien teilzunehmen, und ihre Projekte direkt dort vorzustellen, wo entschieden wird, und einen Eindruck zu bekommen, auf was in welchem Ministerium besonders geachtet wird. In den nächsten zwei Tagen besuchen wir insgesamt 5 Ministerien – es ist spannend zu sehen, wie obligatorische Höflichkeiten mit den Projektvorstellungen der Firmen unter einen Hut gebracht werden.

Hinter Kubas Fassaden

 Um in Kuba Geschäfte zu machen braucht man einen langen Atem. Die Wirtschaft öffnet sich, Reformen werden durchgeführt, aber alles unter dem offiziellen Motto „Sin pausa pero sin prisa“ (Ohne Pause aber ohne Stress). Das merkt man auch im Alltag: Habana Vieja, die Altstadt von Havanna, in der der schon Hemingway Mojitos geschlürft hat, wurde schon zu großen Teilen restauriert und findet zu alter Pracht zurück – aber mehr als einmal sieht man, wenn man genauer hinsieht, hinter einer schönen Fassade nur Bauschutt. Die Verfügbarkeit von für uns alltäglichen Dingen befindet sich aus unserer Sicht auf dem Niveau der Basisausstattung. Am Markt sind die Stände halb leer, im Geschäft kann man kaufen was es halt gerade so gibt. Man kann hier nicht aus zehn verschiedenen Sorten Seife auswählen, und man ist hier nicht 24/7 per E-Mail oder Telefon erreichbar. Gerade das macht allerdings auch den Charme und die einzigartige Atmosphäre auf Kuba aus.

Busstation - Markt - Hinterhof in Havanna

Trotz allem: „Sin pausa pero sin prisa“ scheint zu funktionieren. Kuba ist zurück auf der wirtschaftlichen Weltkarte. Ein neuer Präsident in den USA mag den Prozess verzögern, aber nicht aufhalten. Das Land in den nächsten Jahren viele Schwierigkeiten zu meistern und viel aufzuholen. Für Firmen heißt das: Es ist zwar ein holpriger Weg, aber hier tun sich Chancen auf, bei denen man mit Know-how und Durchhaltevermögen punkten kann. Weitere Informationen zu Kuba gibt’s auf unserer Länderseite Kuba und direkt bei uns unter mexiko@wko.at.

Diesen Artikel hat Martha für euch verfasst. 

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