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Unser aller Leben hat sich verändert, eines bleibt gleich: Wir bleiben für Österreichs Unternehmen vor Ort. Und dieser Ort ist momentan zumeist zuhause. Was uns in allen Ländern eint, ist die Hoffnung, das bald alles wie früher wird: Nostalgie in die Zukunft.

Denn nicht nur in Österreich wurde das öffentliche Leben stark eingeschränkt: Auch an allen unseren Dienstorten wurden Beschränkungen oder andere Eindämmungsmaßnahmen erlassen, die von Exportverboten bis hin zu totalen Ausgangssperren reichen. – Das eine oder andere Mal müssen wir aber doch raus. Wir nehmen euch mit auf eine Reise durch eine Welt, wie wir sie noch nie gesehen haben.


Almaty, Kasachstan

Wir gehen hier streng alphabethisch vor und beginnen daher mit Almaty. Wie beinahe in jedem Land dieser Erde sind auch an Lisas Dienstort bereits strenge Maßnahmen zur weiteren Ausbreitung der Epidemie in Kraft: So steht beispielsweise ganz Almaty seit dem 30. März unter Quarantäne. Aber auch im Exportgeschäft gibt es Einschränkungen: Gewisse landwirtschaftliche Produkte, wie Weizenmehl oder oder Sonneblumenöl, dürfen nicht mehr aus Kasachstan ausgeführt werden. 

Almaty

Der Park um die Christi-Himmelfahrts-Kathedrale - dem Wahrzeichen von Almaty - ist abgesperrt, in der Öffentlichkeit ist kaum jemand zu sehen. Aber auch die Anmerkung, die Lisa mit den Fotos aus Kasachstan mitgeschickt hat, möchten wir mit euch teilen: "In Kasachstan ist es so oder so relativ menschenleer." In Zeiten wie diesen kann das doch nur ein Vorteil sein.


Belgrad, Serbien

Serbien hat bereits Mitte des Monats den Ausnahmezustand ausgerufen und besonders strenge Regeln zur Eindämmung der Krankheitsverbreitung erlassen, die das öffentliche Leben in Serbien quasi stillstehen lassen: Es besteht ein Ausgangsverbot für Menschen über 65, von Samstagmittag bis Montagmorgen sogar eine generelle Ausgangssperre.

Belgrad

Damit Michael nicht unnötig das Haus verlassen muss (hat übrigens niemand von uns, keine Sorge!) gibt es aus Belgrad kein Bild von der Leere im Freien, sondern von einem vollen Zuhause. Michael ist - wie fast alle von uns - ins Home Office übersiedelt: Um Österreichs Unternehmen per Webinar über die Situation in Serbien zu informieren, wurde das Wohnzimmer zum Newsroom umgewandelt.

Apropos News: Auch in Magazin1 auf ORF1 könnt ihr Michael in seinem Home (Office) sehen.


Berlin, Deutschland

Deutschland ist ein stark föderalisiertes Land, die für das Gesundheitswesen und die öffentliche Ordnung zuständigen Bundesländer haben zuerst uneinheitlich reagiert: Während Bayern am 20. März schon umfangreiche Ausgangsbeschränkungen erlassen hatte, konnte man in Berlin noch überall normal einkaufen und sich in der Öffentlichkeit treffen. Nur zwei Tage später wurde von Angela Merkel eine bundesweite Kontaktsperre verkündet: Ins Freie darf man nur mehr mit maximal einer weiteren Person, es gilt ein Mindestabstand von eineinhalb Metern.

Friedrichsbrücke

Auf der Friedrichsbrücke zur Museumsinsel tummeln sich üblicherweise Touristen, Straßenkünstler und Sportler. Simon hatte hier mit seinen Freunden unter den Feuerwerken der Stadt den Wechsel ins neue Jahr gefeiert. Nun ist es mit dem Feiern in Berlin erstmal zu Ende: Die Clubs und Gastronomiebetriebe der Party-Metropole leiden besonders unter den ausbleibenden Touristen und Betriebsschließungen.


Johannesburg, Südafrika

Südafrika war mit Ägypten und Algerien eines der ersten Länder Afrikas, die von der Pandemie erfasst wurden. Und auch in Südafrika heißt es seit vergangener Woche: Es gibt nur drei Gründe, das Haus zu verlassen. - Wichtige berufliche Gründe, Versorgungseinkäufe und zur Inanspruchnahme medizinischer Hilfe. 

Johannesburg

Bewegung im Freien ist - anders als in Österreich - kein Grund, das Haus zu verlassen. Das zeigt sich auch auf den Straßen: Andreas hatte freie Fahrt, die Südafrikaner scheinen sich diszipliniert an die Ausgangsbeschränkungen zu halten. Weit kommt man momentan ohnehin nicht: Der internationale Flugverkehr von und nach Südafrika wurde eingestellt.

Wie Andreas die Situation empfindet, könnt ihr in seinem Beitrag zu Magazin1 auf ORF1 hören.


New York, USA

New York ist - wie ihr bestimmt schon aus den Medien wisst - der derzeit am schwersten betroffene Staat der USA. Dementsprechend streng sind dort auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die jenen in vielen europäischen Staaten entspricht. Aber auch auf Bundesebene gibt es Maßnahmen: EU-Staatsangehörige dürfen derzeit nicht in die USA einreisen, für die Wirtschaft wurde ein Hilfspaket in der Höhe von zwei Billionen Dollar geschnürt.

Brooklyn

Die Brooklyn Bridge verbindet die zwei zentralen Stadtbezirke Manhattan und Brooklyn und ist beliebtes Fotomotiv für Touristen: Die fehlen auf Daniels Foto genauso wie die Pendler, denn alle nicht essentiellen Arbeiten dürfen in New York nur mehr im Home Office ausgeführt werden.

Weitere Eindrücke schildert euch Daniel in seinem Beitrag zu Magazin1 auf ORF1. Tipps für's Home Office nach New Yorker Art findet ihr in Daniels letztem Blogeintrag.


Paris, Frankreich

Auch aus Frankreich hören wir momentan keine guten Nachrichten. Entsprechend stark ist dort auch die Bewegungsfreiheit eingeschränkt: Spaziergänge und Sport sind - unter strikter Vermeidung von Personenansammlungen - nur mit einem maximalen Bewegungsradius von einem Kilometer um den Wohnort und einer maximalen Dauer von einer Stunde pro Tag erlaubt. Die Uhrzeit des Verlassens des Wohnortes muss man dabei als Nachweis der Dauer auf einem selbst ausgefüllten Passierschein vermerken

ChampsElysees

Die Avenue des Champs-Élysées, pulsierende Hauptschlagader der französischen Metropole, ist wie leergefegt. Neben Supermärkten und Apotheken dürfen nur ganz wenige Geschäfte in Frankreich offenhalten. Die Boutiquen und Parfümerien an der Pariser Luxusmeile bleiben geschlossen, die Branche hat ihre Produktion teilweise umgestellt: Manch französischer Luxuskonzern stellt nun Desinfektionsmittel statt Parfüm her.


Shanghai, China

In dem Land, in dem die ersten Fälle der neuartigen Lungenkrankheit verzeichnet wurden, scheint sich die Lage langsam ein wenig zu entspannen: In den Krisenregionen werden Ausgangssperren gelockert, in der Metropole Shanghai findet das Leben wieder vermehrt in der Öffentlichkeit statt. Einschränkungen bestehen freilich weiterhin: Aus dem Ausland darf man nur in ganz wenigen Ausnahmefällen nach China einreisen.

Subway

Auch wenn sie bei weitem nicht so überfüllt ist, wie im Normalzustand: In der Shanghaier U-Bahn fahren wieder mehr Menschen. Alle mit Mund-Nasen-Schutz. - Ein Bild, an das wir uns auch in Österreich in den nächsten Wochen gewöhnen werden müssen. 

Mit welchen Maßnahmen Elisabeth in China konfrontiert war und ist, hat sie euch bereits im Februar in einem Blogartikel geschildert. Über die derzeitig Lage berichtete sie in Magazin1 auf ORF1.


Tel Aviv, Israel

Israel hat besonders streng auf die Ausbreitung der Pandemie reagiert: Neben Ausgangsbeschränkungen und einem Einreisestopp für ausländische Staatsangehörige gilt schon seit dem 09. März, dass sich israelische Heimkehrerinnen und Heimkehrer für 14 Tage in Isolation begeben müssen. Diese Quarantäne wird streng überwacht: Mittels Handyortung wird sichergestellt, dass isolierte Personen ihr zuhause nicht verlassen. 

TelAviv

An den Stränden von Tel Aviv beginnt die touristische Hauptsaison normalerweise im April: Nun sind diese praktisch menschenleer. Undine bekam die Bilder von ihrer Nachbarin Stephanie Freid, die als Kriegsjournalisten schon seit vielen Jahren aus dem Nahen Osten berichtet. Wie es so ist, in einer so dynamischen Region zu leben, könnt ihr euch in Stephanies TEDx Talk anschauen.  

Aber auch Undine berichtet über ihre Erfahrungen in Magazin1 auf ORF1.


Warschau, Polen

In Polen wurden Ausgangsbeschränkungen wie in den meisten europäischen Staaten verordnet, das öffentliche Leben steht weitgehend still. Besonders interessant ist die Methode, mit der in Polen die behördlich verordnete häusliche Quarantäne überwacht wird: Isolierte Personen müssen eine Smartphone-App installieren und werden spontan dazu aufgefordert, ein Selfie an einem im Vorhinein festgelegten Ort der Wohnung hochzuladen.

Marszałkowska

Die Kreuzung der Straßen Marszałkowska und Królewska vor dem AußenwirtschaftsCenter Warschau ist üblicherweise einer der Stau-Hotspots der polnischen Hauptstadt. Die restriktiven Maßnahmen scheinen aber zu wirken: Derzeit kommen nur einsame Straßenbahnen oder vereinzelt auch Autos vorbei. Auch der Saski-Park im Hintergrund wird derzeit nicht - wie üblich - von Spaziergängern oder Joggern frequentiert.


Zürich, Schweiz

Auch wenn die Schweiz relativ früh von der Pandemie betroffen war, blieben die Maßnahmen der einzelnen Schweizer Kantone lange uneinheitlich: Erst am 20. März wurden Ansammlungen von mehr als fünf Personen in der gesamten Schweiz verboten. Auch die Grenze zwischen der Schweiz und Österreich wird nun auf beiden Seiten kontrolliert, kleine Grenzübergänge sind geschlossen. Die Einreise ist nur mehr für den Güterverkehr und Pendler gestattet.

Bahnhofstraße

Die noble Bahnhofstraße im Zürcher Zentrum ist nahezu menschenleer. Üblicherweise drängen sich hier die Menschen, um zur Arbeit und zum Einkaufen zu gehen. Die meisten Menschen in Zürich arbeiten nun im Home Office, so auch Maria, wenn sie nicht gerade für die Vorbereitung eines Webinars ins AußenwirtschaftsCenter muss.

Wie Maria die Lage in der Schweiz empfindet, seht ihr auch in ihrem Beitrag zu Magazin1 auf ORF1.


Wir alle blicken nostalgisch in eine Zukunft, in der wir unser soziales Leben nicht einschränken und nicht mehr in Sorge leben müssen, uns oder andere Menschen anzustecken. Und damit sind wir bestimmt nicht alleine:

Maria beschreibt die aktuelle Situation in ihrem Beitrag in Magazin1 mit Worten, die sich - wie wir finden - sehr gut als Schlussworte für diesen Blogartikel eignen: "Wir sitzen alle im selben Boot." Die Pandemie kennt keine Grenzen und wir können nur gemeinsam versuchen, die Auswirkungen so weit wie möglich einzudämmen.

Wir bleiben an unseren Dienstorten, um Österreichs Menschen und Unternehmen in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, aber - viel wichtiger noch - egal ob in Österreich oder am Dienstort: Wir bleiben zuhause, um uns und andere Menschen zu schützen.


Diesen Artikel hat Simon in seinem Berliner Home Office geschrieben. - Mit guter Berliner Club-Musik im Hintergrund, die man dank United We Stream auch von zuhause aus hören kann. Also: Wenn euch zuhause schon langweilig wird, schaut einfach mal im Berghain vorbei. Ohne nervöses Anstehen.

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Kommentare (1)
  1. Profile
    Bettina Burger Antworten

    03.04.2020 10:10:07

    Dream Team

    Danke an das DreamTeam der stellvertretenden Wirtschaftsdelegierten für die berührenden Fotos und den tollen Text. Ihr seid super! Keep on dancing!