21.07.2015 - FV Hotellerie: Neo-Obmann Egger will Wachstums- und Leitbranche Hotellerie stärken

Fachkräftemangel bekämpfen – Zugang zu Fördertöpfen verbessern - Betriebsübergaben erleichtern

Im Rahmen der Pressekonferenz des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) skizzierte Neo-Obmann Siegfried Egger die aktuellen Herausforderungen der Branche. "Unsere 17.000 Betriebe kurbeln die Wirtschaft an und beschäftigen knapp 500.000 Personen direkt oder indirekt. Das ist die glänzende Seite der Medaille. Die matte Kehrseite sieht anders aus: 
sinkende Wertschöpfung, schwierige Finanzierungsbedingungen und immer neue Auflagen", so Egger mit Verweis auf die Steuerreform. "Ich fordere daher einen sofortigen Belastungsstopp für die Hotellerie. Schließlich kämpfen wir im internationalen Umfeld mit einer höheren Hotellerie-Mehrwertsteuer."

Im Zuge der noch laufenden Verhandlungen mit dem Finanzministerium (BMF) zu Konkretisierungen der Steuerreform möchte der Obmann noch einige Verbesserungen beziehungsweise Entschärfungen für die Branche erreichen, Stichwort Mehrwertsteuer und Abschreibungen.

Generell sieht der Tiroler Hotelier, der dem Fachverband seit Juni vorsteht, Interessensvertretung vor der Politik als eine seiner Kernaufgaben. "Wir brauchen in Österreich eine stärkere Lobby für die Hotellerie. Hier bringe ich mich ein.."

Kernthema ist für Egger auch der Fachkräftemangel in der Branche: 
"Wir müssen rasch die Modernisierung der Ausbildungen angehen. Aber auch die Rekrutierung von Fachkräften aus anderen Ländern wird verstärkt ein Thema sein müssen, wenn wir die heimische Hotellerie wettbewerbsfähig halten wollen."

Auch der für Hoteliers oft schwierige Zugang zu Finanzierungen wird zunehmend problematisch. Egger: "Viele unserer Betriebe - im Westen sind es beispielsweise etwa ein Drittel - befinden sich in einem Investitionsstau. Das bedeutet, dass etwa überfällige Renovierungsarbeiten nicht angegangen werden können. Wir brauchen dringend einen leichteren und offeneren Zugang zu Förderungen."

Handlungsbedarf sieht Egger zudem bei Betriebsübergaben: "Gerade in einer Branche wie der unseren, in der Familienbetriebe eine wichtige Rolle spielen, müssen wir es den Jungen endlich leichter machen, ein Unternehmen zu übernehmen. Davon hängt die Zukunft ab."

In Bezug auf die wachsende Schattenwirtschaft in der Branche -Stichwort Air B’n’B - setzt sich der Fachverband verstärkt für faire Wettbewerbsbedingungen ein. "Das Motto muss lauten: Gleiches Recht für alle. Und gleiche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer."

"Die Hotellerie ist eine Wachstums- und Leitbranche. Hier geht es darum, Stärken zu stärken und nicht weiter auszuhöhlen", so Egger.

Über den Fachverband Hotellerie 

Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich vertritt 17.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,05 Millionen Betten. Mit über 37 Millionen Ankünften und knapp 132 Millionen Nächtigungen leistet die heimische Hotellerie einen wesentlichen Beitrag zur direkten und indirekten Wertschöpfung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Höhe von rund 48,8 Milliarden Euro. Das sind 14,8 Prozent des BIP.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Hotellerie
Geschäftsführer
Mag. Matthias Koch
T: +43 5 90 900 3554
E: Matthias.Koch@wko.at

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