Tourismus-Steuerreform: Einzelne Änderungen in letzter Minute

WKÖ-Nocker-Schwarzenbacher: Die großen Brocken bleiben, unsinnige Begleiterscheinungen verhindert

„Das Verzögern der Mehrwertsteuererhöhung von 10 auf 13 Prozent für die Beherbergung sowie Theater- und Kulturbetriebe von 1. April auf 1. Mai 2016 ist zumindest eine praktische Verbesserung der an sich weiterhin abzulehnenden Erhöhung. Hier wurde dem Tourismus nichts geschenkt, aber die technische Umsetzung einem Realitätscheck unterworfen“, kommentiert die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Petra Nocker-Schwarzenbacher, die heute im Nationalrat behandelte Steuerreform. Im Rahmen der Begutachtung konnte ebenso erreicht werden, dass bei Pauschalangeboten, anders als noch im Begutachtungsentwurf, das Frühstück inkl. Frühstücksgetränke nun doch unverändert bei 10 Prozent Mehrwertsteuer bleibt. Wirtschafts- und Finanzminister sind uns in dieser Frage entgegengekommen. Auch können Buchungen, die bis 1. September 2015 eingehen und zumindest angezahlt sind, ebenso noch mit 10 Prozent versteuert werden. 

Als wirklichen Erfolg wertet Petra Nocker-Schwarzenbacher die Änderungen bei der Grunderwerbsteuer. Hier konnten auf Druck der Wirtschaft und mit Unterstützung einiger Landeshauptleute, wie insbesondere durch Landeshauptmann Wilfried Haslauer, die Vorhaben massiv entschärft werden. Um Betriebsübergaben von Familienbetrieben auch in Zukunft leistbar zu halten, sind Freibeträge und eine Deckelung von 0,5 Prozent vorgesehen.  

Registrierkassenpflicht: Praktische Lösungen finden

Bei der „Kalte-Hände-Regelung“ und Registrierkassen verweist die Spartenobfrau auf die Verordnungsermächtigung des Finanzministers, damit hier praktikable Umsetzungen sichergestellt werden. „Der ständige Verweis auf Italien nervt mich schon. Dort rennt auch nicht jeder Schausteller mit einer Registrierkasse herum und bei Stoßgeschäft bekommt auch nicht jeder Gast einen Bon oder eine Mehrwertsteuerrechnung ausgestellt. Also wird es auch in Österreich bei Schaustellern oder bei Getränkeverkauf im Freien noch praktische Lösungen geben können“, so Nocker-Schwarzenbacher. 

Auch bei der Ausgestaltung der Richtlinien betreffend Abschreibungen ist die Bundessparte weiterhin mit dem Finanzministerium im Gespräch. „Wir könnten zwar alles verteufeln, aber das hilft unserer Branche nicht. Es ist allerdings auch wenig hilfreich, wenn einzelne Zurufer ihre persönlichen “Verhandlungserfolge„ aussenden oder andere gar falsche Informationen streuen. Im Mittelpunkt stehen die betroffenen Unternehmer unserer Branche. Denen sind wir verpflichtet. Besonders dann, wenn es so schwierig ist wie jetzt“, so Nocker-Schwarzenbacher abschließend.  

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich ist die Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit-und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. 600.000 Arbeitsplätze (jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz) hängen direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft ab (WIFO). (PWK537/ES)

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft
Mag. Rainer Ribing
T: +43 5 90 900 3567
E: rainer.ribing@wko.at

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