Fachverband UBIT - Obmann Harl fordert Rechtssicherheit bei Werkverträgen statt Watchlist der GPA

Harl: „Unsere Mitglieder brauchen klare rechtliche Rahmenbedingungen für wissensbasierte Dienstleistungen; Watchlists sind das falsche Signal“

Das von Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Gewerkschafts-Vorsitzenden Wolfgang Katzian präsentierte neue Maßnahmenpaket Watchlist Prekär stellt die Bekämpfung von Scheinselbstständigkeit via Onlineplattform in den Mittelpunkt. Eine Schlüsselposition kommt dabei vor allem den Gebietskrankenkassen und den Finanzprüfern zu, die für einen beschleunigten Datenaustausch zwischen den zuständigen Behörden sorgen sollen. „Wir sind gegen die Watchlist und halten es für das falsche Signal, den Druck auf Unternehmerinnen und Unternehmer weiter zu erhöhen“, meint Alfred Harl, WKO-Fachverbandsobmann der Unternehmensberater, IT Dienstleister sowie Buchhaltungsberufe (UBIT) und damit Vertreter einer der größten Branchen des Landes.

Watchlist ist falsches Signal

Die wissensbasierten Dienstleister der UBIT – die Unternehmensberater, IT Dienstleister und Buchhalter - sind zu zwei Dritteln als Ein-Personen-Unternehmen tätig, die auf Werkvertragsbasis Aufträge als Selbstständige abwickeln möchten. „Es gibt einen neuen Spirit und eine neue Geisteshaltung zur Selbstständigkeit. Das wird von der Politik völlig übersehen! Und es entsteht das Bild, dass jedes EPU ein per se unter Druck geratener Scheinselbstständiger sei, den es zu retten gelte“, führt Alfred Harl weiter aus. „Wesen und Praxis der Dienstleistung sind mit dem Arbeitnehmerstatus meist nicht vereinbar. Die Watchlist erhöht den Druck auf unsere Unternehmen weiter, statt zu entlasten. Das lehnen wir ab.“

Tatsächlich ist es bereits jetzt gelebte Praxis, dass die Gebietskrankenkassen den Selbstständigkeitsstatus streng prüfen. Bei Feststellung einer Scheinselbstständigkeit, ist der Auftraggeber verpflichtet den betreffenden Ein-Personen-Unternehmer anzustellen und bis zu fünf Jahre rückwirkend Dienstgeber- und Dienstnehmerbeiträge abzuführen. „All das ist bereits Realität; wir lehnen weitere Verschärfungen ab und fordern Rechtssicherheit. Es geht in der aktuellen Wirtschaftslage um Entlastung der Unternehmen. Ein „ins Eck stellen“ bzw. weitere Verschärfungen fördern die Wirtschaftsdynamik nicht!“, stellt Alfred Harl, UBIT-Obmann der WKO fest.

Der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT

Mit mehr als 64.000 Mitgliedern gehört der Fachverband Unternehmensberatung, Buchaltung und IT (UBIT) zu den größten und dynamischsten Fachverbänden der Wirtschaftskammer Österreich. Er nimmt die Interessen der Unternehmerinnen und Unternehmer aus den Bereichen Unternehmensberatung, Informationstechnologie und Buchhaltung wahr. Ziel ist es, berufsrelevante Rahmenbedingungen zu optimieren und dem Markt die Leistungen der Berufsgruppen zu kommunizieren. Mitglieder können umfangreiche Beratungs- und Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Weitere Informationen auf http://www.ubit.at und http://www.beratertag.at.

Rückfragen:
Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT)
WKÖ-Wirtschaftskammer Österreich
c/o KRAFTKINZ
Christoph Klaritsch, BA
Tel.: 01 803 308 4 14
Mail: christoph.klaritsch@kraftkinz.com
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