Versicherungsmakler installieren neues Kontrollorgan

VersicherungsJournal, 23.6.2015

Versicherungsjournal.at





Der Fachverband richtet eine neue Rechts- und Disziplinarkommission ein: Sie soll nach innen die Einhaltung von „Standesregeln“ und Weiterbildungspflichten sicherstellen und nach außen gegen Rechtsverstöße anderer Marktteilnehmer vorgehen. Ein weiterer Fokus wird in der neuen Funktionsperiode auf die Öffentlichkeitsarbeit gelegt. Ziel ist, das Berufsbild in der öffentlichen Wahrnehmung zu schärfen und den Unterschied zu anderen Vertriebswegen deutlich zu machen.

Fachverbandsobmann Gunther Riedlsperger

Fachverbandsobmann Gunther Riedlsperger (Foto: FV Versicherungsmakler)

Gunther Riedlsperger ist im Mai erneut zum Obmann des Fachverbands der Versicherungsmakler und Berater in
Versicherungsangelegenheiten gewählt worden (VersicherungsJournal 21.5.2015).

Beim Maklersymposion in Velden vergangene Woche, in dessen Vorfeld der Fachverband eine Arbeitssitzung abgehalten hatte, skizzierte Riedlsperger Schwerpunkte aus dem Programm für die neue Amtsperiode der Standesvertretung.

RDK: Kontrolle nach innen und außen

Ein zentraler Punkt wird die Einrichtung der neuen „Rechts- und Disziplinarkommission“, kurz RDK, sein, begleitet von „einer Art Standesrecht“. Auf diese Weise soll insbesondere gegen „schwarze Schafe“ vorgegangen, das Konsumentenschutz-Niveau weiter verbessert und die Position der Makler gestärkt werden.

Sollte sich ein Makler nicht an Standesregeln und Weiterbildungs-Vorschriften halten, so würde in weiterer Folge der Gewerbebehörde empfohlen, dem Betroffenen den Gewerbeschein zu entziehen, so Riedlsperger.

Auch hinsichtlich des Berufszugangs selbst reklamiert Riedlsperger eine wichtigere Rolle für die
Wirtschaftskammer und die Maklerprüfung, welche Riedlsperger als den Schlüssel für die Erlangung des Gewerbescheins sieht.

Zum anderen soll die RDK nach außen wirken und etwa dann auf den Plan treten, wenn
Versicherungsagenten mit Kundenvollmachten arbeiten oder Banken unlauter agieren sollten, erklärte der Fachverbandsobmann.

Vorbild Rechtsanwaltskamme

Als Vorbild für die Rechts- und Disziplinarkommission der Versicherungsmakler bezeichnete Riedlsperger entsprechende Institutionen der Rechtsanwaltskammer.

Er sieht die RDK als Mittel, die Versicherungsmakler ein Stück in Richtung „freie Berufe“ zu rücken. Schließlich, so betonte er, verstünden sich die Makler nicht bloß als „Vermittler“, auch wenn sie nach den Buchstaben des Gesetzes freilich solche seien.

Kunden unterscheiden nicht zwischen Vermittlertypen

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Öffentlichkeitsarbeit. Der überwiegende Großteil der
Versicherungsmakler komme ursprünglich aus dem Vertrieb der Versicherungsunternehmen. Den Wechsel in der Maklerschaft mache man wegen des Drangs zu Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und Leistung, sagte Riedlsperger.

Dem steht die öffentliche Wahrnehmung entgegen“, so der Obmann weiter. Vielfach stoße das Berufsbild auf Unverständnis, zwischen den einzelnen Vertriebswegen werde kein Unterschied gemacht. „Die Kunden sagen nicht bewusst: Ich gehe zum Makler.“

Augenscheinlichstes Indiz für diese Vermischung ist ein typischer, häufig anzutreffender Dialog, den Riedlsperger in Erinnerung rief: „Was machen Sie beruflich?“ – „Ich bin Versicherungsmakler.“ – „Bei welcher Versicherung?“

Mehrere Ursachen für Vermischung

Dieser Unterschied sei deshalb so schwer transportierbar, weil, so Riedlsperger, auch gebundene Vermittler oftmals mehrere Versicherungen anböten, mit der besonderen Nahebeziehung zum Versicherer argumentierten – Stichwort Kulanz – oder mit Kunden-Vollmachten arbeiteten.

Was Letzteres betrifft, sei man aber „auf einem guten Weg“, spielte er auf die jüngsten Entwicklungen in dieser Sache an (VersicherungsJournal 13.5.2015 und VersicherungsJournal 4.2.2015).

Nicht zuletzt wirke sich auch die auf die Marken der Versicherer fokussierte Werbestrategie der Versicherungswirtschaft aus. Sie vermittle den Eindruck: „Egal, zu wem du gehst – Hauptsache, mein Name steht drauf.“ Dem sei aber nicht so, fügte Riedlsperger hinzu.

„Such’ dir einen Makler“

Die Makler verfügten zwar nicht über „Werbemillionen“, beim Forum Alpbach (VersicherungsJournal 15.6.2015) werde man aber die Vorzüge des Maklers darstellen und die Ergebnisse im Marketing nutzen.

Riedlsperger, der auch steirischer Fachgruppenobmann ist, kündigte an, diese auch „an die steirische Wirtschaft zu transportieren“. Motto: „Hast du einen Makler? Wenn ja, bist du sicher, dass dein Makler ein Makler ist? Wenn nein, such’ dir einen Makler.“ Diese Botschaft wolle man auch den Konsumenten vermitteln.

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