"Unternehmen Sicherheit" - Offensive für die Wirtschaft

Neue Services wie das E-Learning-Angebot "Sicherheit im Handel"

Ladendiebe stehlen jährlich Waren im Wert von schätzungsweise ca. 600 Mio. Euro. „Dass es sich dabei um ein Prozent des Umsatzes handelt, mag auf den ersten Blick wenig erscheinen. Wer sich jedoch vergegenwärtigt, dass der durchschnittliche Gewinn bei 1,5% und damit in einer vergleichbaren Größenordnung liegt, dem wird das enorme Ausmaß dieses Schadens klar.

 

Es ist daher wichtig, Maßnahmen zu setzen, die geeignet sind, Ladendiebstahl zu bekämpfen und zu verhindern. Deshalb gibt es im Rahmen einer Kooperation zwischen Wirtschaftskammer und Innenministerium jetzt die Offensive „Unternehmen Sicherheit“ mit neuen Services.

 

Dazu gehören:

 

sowie


Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel und in den anderen Branchen der gewerblichen Wirtschaft ist es wichtig zu erfahren, wie sie sich verhalten sollen, um der Kriminalität entgegenzuwirken. Wissen schafft Sicherheit, die im Ernstfall dafür entscheidend ist, dass Ladendiebe kein leichtes Spiel haben. Wir sind sicher, mit dem E-Learning-Programm einen Meilenstein in Form einer Basis-Schulung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel, aber natürlich auch in anderen Branchen der gewerblichen Wirtschaft – Stichwort: Falschgeld - geschaffen zu haben.

 

E-Learning-Tool „Sicherheit im Handel“ für mehr Sicherheit im Bargeldkreislauf: Die Nationalbank empfiehlt Wachsamkeit im Umgang mit Banknoten

 

Nach wie vor bleibt Österreich ein Land mit wenigen Euro-Banknoten-Fälschungen. Im Vorjahr wurden insgesamt 8.461 Stück sichergestellt (2013: 8.193). Vergleicht man diese Zahl mit dem geschätzten österreichischen Banknotenumlauf von rund 550 Millionen Stück, so ist sie sehr niedrig. Dennoch empfiehlt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) Wachsamkeit im Umgang mit Banknoten, insbesondere im Handel.

 

Die am häufigsten gefälschten Stückelungen in Österreich sind die 50- und 20-Euro-Banknoten, die zusammen 74 % aller Fälschungen ausmachen. Der anhaltende Trend zu Fälschungen mit kleineren Nominalen führt in Österreich zu einem Rückgang des Schadens. Im Vergleich zu 2013 sank der durch Falschgeld verursachte Schaden um 20,5 % und beläuft sich auf insgesamt EUR 463.140.

 

Knapp zwei Drittel dieses Schadens trägt der Handel. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Handels Wissen über die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten zu vermitteln. Das E-Learning-Tool „Sicherheit im Handel“ erklärt in einfacher Weise die Prüfschritte „Fühlen – Sehen – Kippen“. Damit können Fälschungen schnell und effizient von echten Euro-Banknoten unterschieden werden.

 

Darüber hinaus bietet das Tool Anweisungen zum richtigen Verhalten für Kassierinnen und Kassiere im Handel und Hinweise zu technischen Hilfsmitteln oder Prüfgeräten.

 

Die OeNB sieht in diesem E-Learning-Angebot einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit des Bargeldkreislaufes und in weiterer Folge auch für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich.

 

Zudem startet am 25. November 2015 die Ausgabe der neuen 20-Euro-Banknote. Mit den verbesserten Sicherheitsmerkmalen der neuen Banknotenserie setzt das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) ein entscheidendes Signal in Richtung Fälschungssicherheit. Das E-Learning-Tool ist auch ein Instrument, das die Einführung der neuen Europa-Serie ideal begleiten kann.

 

VSD Austria – Spevak: „Vorzeigeprojekt, es gibt im deutschsprachigen Europa für Handelsbetriebe nichts Vergleichbares“

 

Aus Sicht eines Handelsbetriebes: Warum wurde das Programm entwickelt?

  • Ergänzung zu Schulungen vor Ort:
    Großfilialisten besitzen in der Regel eine kompetente Stelle zur Präventionsschulung. Der zusätzliche bzw. ergänzende Einsatz von eLearning schafft hierzu eine sinnvolle Ergänzung. Dies auch über den normalen Arbeitsalltag hinaus, denn dieses spezielle E-Learning kann auf jedem PC frei genutzt werden. Und jeder von uns ist auch einmal Kunde, daher auch sicher interessiert, wie man beispielweise mit dem Euro sicher umgehen kann.

  • Laufendes Auffrischen und Überprüfen des Wissens möglich:
    E-Learning ersetzt nicht die fachliche physische Beratung durch Spezialisten, leistet jedoch einen ersten Einblick in das Thema Prävention und soll sensibilisieren.

  • Auch für Unternehmer (KMU) ohne eigene Sicherheitsstruktur und Schulungseinrichtungen geeignet 

  • Das E-Learning Programm  schafft die Möglichkeit, mit geringeem Aufwand Stärken und Schwächen zu identifizieren


Aus VSD Austria – Sicht: 

Vorzeigeprojekt für deutschsprachiges Europa, es gibt bisher nichts Vergleichbares für alle Handelsbetriebe: „Damit bekommen Handelsbetriebe die Unterstützung zur Schwundbekämpfung und Ladendiebe Zukunftsängste.“

Wo jedes einzelne Unternehmen für sich genommen schnell an seine Grenzen stoßen würde, können wir gemeinsam Lösungen schaffen und gemeinsame Standards erarbeiten. Wir stehen somit als gesamte Branche gegenüber der Öffentlichkeit geschlossen da.

 

Herwig Lenz, Leiter Kriminalprävention im BKA: „Kriminalität soll möglichst schon im Ansatz verhindert werden, Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger heben“

 

„Kriminalprävention ist ein wesentlicher Teil der polizeilichen Arbeit. Kriminalität soll möglichst schon im Ansatz verhindert werden. Dazu ist es wichtig, dass alle  gesellschaftlichen Kräfte und Einrichtungen zusammenarbeiten und mitwirken“, so Herwig Lenz, Leiter Kriminalprävention im Bundeskriminalamt. „Darum haben all diese Projekte ein Ziel: Das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu heben. Dieses neue Projekt soll den Angestellten und in weiterer Folge auch den Kundinnen und Kunden helfen und Handlungssicherheit schaffen.“

 

„Die neue Applikation und das E-Learning Programm sind ein neues modernes Zusatzangebot, aber kein Ersatz für persönliche Beratungs- oder Schulungsmaßnahmen durch die 1.000 Präventionsbeamtinnen und Präventionsbeamten in Österreich. Der direkte Kontakt zwischen Polizei und Wirtschaftstreibenden und deren Angestellten ist nach wie vor das Um und Auf“, unterstreicht Lenz.

 

Projekt „SMS-Info: „Handel als Vorreiter für andere Branchen“

 

Seit der ersten Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung „Unternehmen Sicherheit“ zwischen Wirtschaft und Polizei im Bereich der Kriminalprävention im Jahr 2010 wurden viele gute Präventionsprojekte verwirklicht. So gibt es unter anderem die  „Sicherheitsoffensive für österreichische Juweliere“, die Verhaltenstrainings für Juweliere bei einem Überfall anbietet. Auch eine Broschüre „Internetdelikte“ zur Sensibilisierung der Wirtschaftstreibenden hinsichtlich Internetkriminalität wurde gemeinsam erarbeitet.  Im Rahmen der Roadshow Wirtschafts- und Industriespionage“ wurde bei potentiell gefährdeten Unternehmen unbürokratisch Bewusstseinsbildung hinsichtlich dieser Thematik geschaffen. Und das „SMS-Info-Service“ für Klein- und Mittelbetriebe wurde weiter ausgebaut.  Dabei werden die Geschäftsleute auf freiwilliger Basis von der Polizei mittels Kurzmitteilungen über sicherheitsrelevante Vorfälle informiert, beispielsweise wenn Laden- oder Taschendiebe unterwegs sind.

 


15.7.2015 Sparte Handel
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