Steuerreform

Wir geben Ihnen detaillierte Informationen zur Registrierkassenpflicht, Mitarbeiterrabatten, Sachbezug Dienstautos

Das Parlament hat am 7.7.2015 das Steuerreformgesetz 2015/2016 beschlossen – Inkrafttreten am 1.1.2016 -  siehe hier

1. Registrierkassenpflicht

Ab einem Jahresumsatz von insgesamt 15.000 Euro sind Registrierkassen nun Pflicht, sofern die Barumsätze 7.500 Euro überschreiten. Barumsätze im Sinne dieser Bestimmung sind Umsätze, bei denen die Gegenleistung (Entgelt) durch Barzahlung erfolgt. Als Barzahlung gelten auch die Zahlung mit Bankomat- oder Kreditkarte oder durch andere vergleichbare elektronische Zahlungsformen, die Hingabe von Barschecks, sowie vom Unternehmer ausgegebener und von ihm an Geldes statt angenommener Gutscheine, Bons, Geschenkmünzen und dergleichen.

Die Verpflichtungen bestehen mit Beginn des viertfolgenden Monats nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Grenzen erstmals überschritten wurden.

Förderungen: Vollabschreibung Anschaffungskosten bzw. Prämie!

Die Prämie beträgt 200 Euro pro Erfassungseinheit. Abweichend davon beträgt die Prämie im Falle eines elektronischen Kassensystems zumindest 200 Euro pro Kassensystem, maximal aber 30 Euro pro Erfassungseinheit.

Die Prämie ist in der Steuererklärung 2015 bzw. 2016 zu beantragen.

Ausnahmen:

  • Für Automatenumsätze besteht erst mit 1. Jänner 2017 Pflicht. (Übergangsregelung für bestehende Geräte bis Jänner 2027).
  • Kleine Vereinsfeste
  • Jene, die unter die „kalte Hände"-Regelung fallen, z.B.: Pyrotechnikstände, Maronibrater, Christbaumhändler, Obst- und Gemüseverkäufer im Freien. Sie brauchen erst ab einem Jahresumsatz von 30.000 Euro eine Registrierkasse.


Achtung: Es werden alle Umsätze eines Unternehmens zusammengerechnet. Sollte also zB ein Baumarkt zu Sylvester einen Pyrotechnik-Container aufstellen, so ist auch bei Unterschreiten der Grenze von 30.000 Umsatz für diesen Container eine Registrierkasse zu verwenden.

Ist ein Unternehmer reiner mobiler Pyrotechnikhändler, der unter der genannten Grenze bleibt, so fällt er unter die Ausnahme (Kalte-Hände-Regelung) und es bedarf keiner Registrierkassa.


Sonderlösungen für geschlossene Systeme beim Sicherungsprogramm für Registrierkassen:

Ab 1.1.2017 müssen alle Registrierkassen mit einem Sicherungsprogramm gegen Manipulationen ausgestattet werden. Allein diese Maßnahme kostet der Wirtschaft Millionen. Nach unseren Berechnungen müsste ein Handelsunternehmen mit 5.000 Kassen 3,5 Millionen Euro investieren, nur um das Sicherungsprogramm zu implementieren.

Speziell bei geschlossenen Systemen sind jedoch Manipulationen und nachträgliche Umsatzverkürzungen in der Praxis nicht möglich: Geschlossene Systeme sind Systeme, bei denen Buchhaltungsprogramm, Warenwirtschaftssystem und Kassensystem lückenlos miteinander verknüpft sind. Die Systeme werden über interne Scoringprozesse (interne Revision) regelmäßig überprüft.

Die Bundessparte Handel hat sich daher in den letzten Monaten intensiv dafür eingesetzt, dass Unternehmen, die mit einem geschlossenen Gesamtsystem arbeiten und sicherstellen, dass der ausgedruckte Beleg (Kundenbeleg) eindeutig dem Beleg im elektronischen Journal (Speicher der Kassa) zuordenbar ist, nicht verpflichtet sind, zusätzlich eine externe Sicherungslösung im Kassensystem zu implementieren.

 

Die Forderung wurde erfüllt und im vorliegenden Gesetzesentwurf zur Steuerreform ist festgehalten, dass das zuständige Finanzamt auf Antrag des Unternehmens mit Bescheid die Manipulationssicherheit eines geschlossenen Gesamtsystems zu bestätigen hat.

   

2. Mitarbeiterrabatte

Für sämtliche Berufsgruppen gilt ab dem Jahr 2016 ein allgemeiner Freibetrag bzw. eine Freigrenze für Mitarbeiterrabatte. Voraussetzung für die Befreiung ist, dass die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber den Mitarbeiterrabatt allen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern oder zumindest bestimmten Gruppen von Mitarbeitern einräumt.

 

Mitarbeiterrabatte bis maximal 20 Prozent sind steuerfrei (Freigrenze). Wenn ein der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter gewährter Rabatt 20 Prozent übersteigt, kann die Freigrenze nicht zur Anwendung kommen. In diesem Fall sind Mitarbeiterrabatte mit einem Gesamtbetrag von 1.000 Euro jährlich steuerfrei (Freibetrag).

Für die Berechnung ist der Endpreis (inklusive üblicher Kundenrabatte) heranzuziehen. Der Arbeitgeber hat die notwendigen Aufzeichnungen zu führen, um die Steuerbefreiung geltend zu machen.

 

Beispiel:

Ein Unternehmer verkauft eine Ware an fremde Abnehmer im allgemeinen Geschäftsverkehr (üblicher

Preis abzüglich üblicher Rabatte) zu einem Preis von 100 Euro.

 

a) An seine Arbeitnehmer verkauft der Unternehmer die gleiche Ware zu einem Preis von 80 Euro. In

diesem  Fall kommt die Befreiung zur Anwendung, da der Mitarbeiterrabatt

die  20%-Grenze nicht übersteigt. Es ist kein Sachbezug anzusetzen..

 

b) An seine Arbeitnehmer verkauft der Unternehmer die gleiche Ware zu einem Preis von 70 Euro. Da

der Mitarbeiterrabatt die 20%-Grenze übersteigt, liegt ein Anwendungsfall vor. Es liegt ein geldwerter Vorteil in Höhe von 30 Euro vor, der jedoch nur dann zu versteuern ist, wenn der jährliche Freibetrag in Höhe von 1 000 Euro überschritten wird.

   

3. Sachbezug Dienstautos

Derzeit ist bei Privatautos von arbeitgebereigenen Fahrzeugen ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis gegeben, der mit monatlich 1,5 Prozent der Anschaffungskosten zu versteuern ist. Im Sinne einer Ökologisierung wird nun bei jenen Fahrzeugen, die einen CO²-Ausstoß von mehr als 130g aufweisen, ein Sachbezug in Höhe von 2 Prozent der Anschaffungskosten zur Anwendung kommen.

Die Forderung der Bundessparte Handel nach Erhöhung der Grenze von 120 auf 130g/km wurde erfüllt.

17.7.2015 Eveline Geir
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