Wirtschaftsstandort OÖ braucht die beste Infrastruktur

Als führender Industrie- und Produktionsstandort mit einer Warenexportquote von fast 60 Prozent ist Oberösterreich besonders darauf angewiesen, Waren und Dienstleistungen schnell und effizient zu den Kunden zu bringen.

„Wollen wir weiter ein wettbewerbsfähiger Wirtschafts- und Produktionsstandort sein, müssen wir uns auch klar zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bekennen“, so WKOÖ-Präsident Rudolf Trauner anlässlich eines WKOÖ-Lunchgesprächs mit Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner.
Im Jahr 2016 haben die oö. Unternehmen Waren im Wert von über 34 Mrd. Euro exportiert. Diese Waren sind auf der Straße, der Schiene, auf dem Wasserweg oder per Luftfracht zu den Kunden gelangt. Die langjährige Forderung der WKOÖ nach einem bestmöglichen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur hat somit trotz der knappen öffentlichen Budgets  nichts an Aktualität verloren.

Ein wettbewerbsfähiger Standort braucht den laufenden Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

Grundsätzlich verfügt Oberösterreich über eine ausgezeichnete geografische Lage und ist über mehrere Hauptverkehrsachsen auf Straße und Schiene mit seinen Nachbarregionen verbunden. Die Lage an der Wasserstraße Donau und damit am transkontinentalen Rhein–Main–Donau-Kanal eröffnet zusätzliche Chancen. Dieses Verkehrsnetz verbindet unser Bundesland auch mit den Über-seehäfen Europas an der Nordsee und im Mittelmeer.

Anzumerken ist außerdem, dass es in den letzten beiden Jahrzehnten schon gewaltige Verbesserungen gegeben hat: Bei der Schiene wurden der viergleisige Ausbau der Westbahnstrecke östlich von Linz umgesetzt und die Innkreisbahn ausgebaut. Im Straßenbereich wurden die Westautobahn generalerneuert und sechsspurig ausgebaut, die Lücke auf der Pyhrnautobahn geschlossen, die Innkreisautobahn schrittweise verbreitert und der Lärmschutz verbessert. Richtung Norden nach Tschechien ist vor knapp über einem Jahr mit der S 10 das größte Straßenprojekt Mitteleuropas fertiggestellt worden. Und der Wirtschaftsraum Steyr hat mit der B 309 endlich eine leistungsfähige Anbindung an die Westautobahn erhalten.

Dennoch gibt es in den Verkehrsnetzen noch viel zu tun! Vor allem hakt es in unserem wirtschaftlichen Herzen, dem Großraum Linz, immer mehr: Mit der Sperre und dem Abriss der Eisenbahnbrücke in Linz im vergangenen Jahr hat sich diese Situation noch einmal massiv verschärft.Im Westen unseres Bundeslandes führte darüber hinaus eine notwendige Sperre der Donaubrücke Mauthausen zu massiven Verzögerungen.

Eine moderne Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für Wachstum und Entwicklung.

„Es stimmt mich allerdings positiv, dass Landesrat Steinkellner erkannt hat, dass im Interesse der Bürger und Unternehmer schnell gehandelt werden muss“, so WKOÖ-Präsident Trauner. „Wir werden ihn dabei in unserer Rolle als Standortentwickler natürlich bestmöglich unterstützen.“ Die Hauptforderungen der WKO Oberösterreich lauten:

  • Schnellstmöglicher Baubeginn für den Linzer Westring 
  • Ausbau der A 7 Mühlkreisautobahn im Linzer Stadtgebiet plus Errichtung von zwei Bypass-Brücken und Sanierung der VOEST-Brücke 
  • Rascher Neubau der Eisenbahnbrücke 
  • Rascher Bau der zweiten Nord-Süd-Schienenachse von Urfahr zum Hauptbahnhof mit Anbindung an die Mühlkreisbah
  • Viergleisiger Ausbau der Westbahn zwischen Linz und Wels mit Anbindung des Flughafen
  • Ostumfahrung von Linz
  • Neutrassierung der B 3 Donau Straße und der B 123 Maut-hausener Straße inklusive Errichtung einer neuen Donau-brücke in Mauthausen sowie Ausbau der Straße zwischen Mauthausen und Wartberg
  • Weiterbau der S 10 Richtung Norden und Fortsetzung in Tschechien
  • Ausbau der Summerauerbahn inklusive Schnellbahnstrecke von Linz über Gallneukirchen nach Pregarten
  • Zweigleisiger Ausbau der Pyhrnbahn und Neubau des Bosruck-Eisenbahntunnels
    Weiterer Ausbau der Innkreisbahn Wels–Passau–Nürnberg
  • Durchgehend vierspuriger Ausbau der B 1 zwischen Asten und Vöcklabruck


WKO Oberösterreich erarbeitet präzise Konzepte und Programme

„Eine moderne Infrastruktur ist die Grundvoraussetzung für Wachstum und Entwicklung. Die WKOÖ bündelt daher die Anliegen der Wirtschaft, erarbeitet präzise Konzepte und Programme und gibt den Unternehmern eine starke Stimme“, unterstreicht Direktor Walter Bremberger die Rolle der WKOÖ als Standortentwickler in diesem existenziell wichtigen Bereich.

Aktuell hat die WKO Oberösterreich für jeden Bezirk ein individuelles Infrastrukturprogramm für das Verkehrs-, das Breitband und das Energienetz erarbeitet. Bremberger: „Diese Programme fassen alle regionalen und überregionalen Aspekte zusammen und ergeben somit ein umfassendes Arbeitsprogramm. Gemeinsames Dach im Bereich Verkehr sind die hochrangigen, überregionalen Straßennetze. Aber auch das niederrangige Straßennetz und der öffentliche Personennahverkehr werden dabei nicht ausgespart.

Als Reaktion auf die Verschärfung der Verkehrssituation im Großraum Linz – nach Sperre und Abriss der Linzer Eisenbahnbrücke – hat Landesrat Günther Steinkellner im Frühjahr 2016 eine Expertengruppe eingerichtet. Dieses Team hat bereits wesentliche Maßnahmen zur Verbesserung der Lage im Großraum Linz gesetzt. Unter anderem wurde die Sanierung der Steyregger Brücke deutlich beschleunigt und der für heuer geplante Baubeginn der Bypass-Brücken für die VOEST Brücke durch die ASFINAG ist mit der Sanierung der Steyregger Brücke abgestimmt worden.

Direktor Walter Bremberger: „Die Experten der WKO Oberösterreich haben sich bei all diesen Planungen intensiv in diese von Landesrat Steinkellner eingesetzte Expertengruppe eingebracht. Denn die Rolle der WKO Oberösterreich als Standortentwickler erfordert ständige Arbeit im Sinne unserer Mitgliedsbetriebe.“

13.2.2017 Medienabteilung
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