Das Land Kärnten spart die Pflege zu Tode: Erste Insolvenz eines Kärntner Heimes!

Obwohl die kostendeckende Abgeltung für die Kärntner Alten- und Pflegeheimbetreiber gesetzlich verankert ist, zahlt das Land seit Jahren zu geringe Sockelbeträge. Dies hat nun zur ersten Insolvenz eines Heimes geführt! Völlig unverständlich: Anstatt die Beträge nun endlich zu erhöhen, will das Land Kärnten künftig noch weniger zahlen.

Obwohl die Kärntner Alten- und Pflegeheimbetreiber bereits seit langem höhere Sockelbeträge fordern, hat das Land Kärnten die Warnungen der Unternehmer nicht ernst genommen. Angebote zu Gesprächen wurden ignoriert, Anfragen blieben unbeantwortet. Stur wurden zu niedrige Sockelbeträge beibehalten, wodurch die Alten- und Pflegeheime bereits seit Jahren nicht kostendeckend geführt werden können.

Nun hat diese Ignoranz seitens der Politik zur Zahlungsunfähigkeit und Insolvenz des ersten Kärntner Heimes geführt. Und wie reagiert die Politik darauf? Gar nicht! Anstatt nach einer schnellen Lösung für die prekäre finanzielle Situation der Senioreneinrichtungen zu suchen, wird das Thema weiter totgeschwiegen.

Noch mehr als das: Anstatt die Pflege der Kärntnerinnen  und Kärntner abzusichern, wurde auch noch der Rechtsanspruch auf Pflege bei Hilflosigkeit abgeschafft. Zusätzlich plant das Land, für das Jahr 2015 nur die Personalkosten, nicht aber die Sachkosten, der Alten- und Pflegeheime abzugelten. In der Branche sorgt dies für heftiges Kopfschütteln. Schon bisher wurden vom Land keine Fantasiezahlen, sondern lediglich kostendeckende Sockelbeträge gefordert. Es geht dabei nicht um Zuschüsse oder Förderungen, sondern die Abdeckung der Kosten, wie sie auch laut Gesetz vorgesehen ist.

Reagiert das Land Kärnten, allen voran die zuständige Referentin Beate Prettner, nicht sofort auf die dramatische Situation in den Kärntner Pflege- und Altenheimen, wird in den kommenden Monaten die Insolvenz weiterer Alters- und Pflegeheime befürchtet. Denn viele Heime stehen vor existenziellen Problemen, was Tausende Arbeitsplätze in Kärnten in Gefahr bringt.

Leider besteht seitens der Politik offenbar kein Interesse daran, einen kostendeckenden Beitrag zu leisten und damit die qualitativ hochwertige Pflege im Land zu sichern. Denn im Gegensatz zu der Behauptung des Landes, dass die Beiträge für Alten- und Pflegeheime bei deren 90-prozentiger Auslastung kostendeckend seien, reicht der Sockelbetrag des Landes derzeit in keinem Heim und bei keiner Auslastung!


Rückfragen:
Wirtschaftskammer Kärnten
Fachgruppe der Gesundheitsbetriebe
Mag. Guntram Jilka
T 05 90 904 – 610
E guntram.jilka@wkk.or.at

23.7.2015 Jan Leber
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