Entlastung für Lehrbetriebe erreicht

Aufwand und Risiko der korrekten Einstufung entfallen für neue Lehrverhältnisse ab 2016

Derzeit gelten für Lehrlinge noch komplizierte Regelungen für ihre Sozialversicherungsbeiträge. So sind beispielsweise für die ersten beiden Lehrjahre keine Beiträge zur Krankenversicherung abzuführen, nur im letzten Lehrjahr sind Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zu entrichten. Daraus und aus anderen Besonderheiten ergeben sich 15 unterschiedliche Sozialversicherungsbeitragsgruppen. Die Verantwortung der richtigen Einstufung musste bisher der Lehrbetrieb tragen. In der Praxis kommt es allerdings oft zu Unklarheiten, in welchem Lehrjahr ein Lehrling beginnt bzw. sich befindet. Das hat mit Fragen der Anrechnung von Vorlehren oder Schulausbildungen (AHS) zu tun, aber auch mit möglichen Verlängerungen während eines aufrechten Lehrverhältnisses (beispielsweise integrative Berufsausbildungen). Dennoch trugen Unternehmer bis jetzt die volle Verantwortung für die richtige sozialversicherungsrechtliche Zuordnung des Lehrverhältnisses und waren bei Fehleinschätzungen mit Nachzahlungen, Geldstrafen und Beitragszuschlägen konfrontiert. 

Dieser Aufwand und dieses Risiko der korrekten Einstufung fallen für alle Lehrverhältnisse, die am 1. Jänner 2016 und danach begonnen werden, weg. Ab dann wird es einen ermäßigten Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeitrag geben, der für die gesamte Lehrdauer gilt. Der neue Krankenversicherungsbeitrag wird 3,35 Prozent betragen - statt 7,65 Prozent für alle anderen Arbeitnehmer. Der neue Arbeitslosenversicherungsbeitrag für Lehrlinge beträgt maximal 2,4 Prozent - statt höchstens 6 Prozent für die übrigen Arbeitnehmer. Die neuen Beitragssätze sind so berechnet, dass sie gegenüber der bestehenden Regelung kostenneutral sein werden.

4.8.2015 Josef Stiglitz
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